Das Mitmach-Web: Medienrevolution oder Seifenblase?

Der Begriff "Web 2.0" steht für die Verheißung, Leser als Macher ins Medium Internet einzubinden. Von Blogs über Podcasts, Flickr bis zu Mashups entstehen beeindruckende Projekte. Werden die das Web und die Medien wirklich nachhaltig verändern - oder ist das alles nur eine Mode?
  1. #1

    Web 2.0 ist ja viel mehr. Es sind quasi richtige Programme die da im Webbrowser ablaufen. Kan man zur Zeit bei vielen Freemailern wie Hotmail schon sehen. Da gibt es quasi keinen Unterschied in der Bedienung zum normalen Mail-Programm. Der Nachteil (derzeit?) ist, dass sie natürlich viel träger laufen als eine lokale Anwendung.
    Aber es ist ein interessantes Modell. Statt sich eine Software zu kaufen kann man z.B. Bildbearbeitung online (kostenlos aber mit Werbebannern auf der Seite) machen.
    Wichtig für die Zukunft ist eine schnelle Internetverbindung sowohl beim Download als auch beim Upload (da haperts bei den deutschen Angeboten erheblich) sowie natürlich geringe Latenzzeiten.
    Was die Industrie am Ende daraus macht, sowohl die Anbieter solcher Dienste als auch irgendwann mal die deutschen Internetprovider steht allerdings auf einem anderen Blatt. Etwas Zurückhaltung ist angebracht da die Industrie gerne mal die Chancen überbewertet - falsche Ideen wie kostenpflichtige bzw. zu teure Angebote die keine konkurrenz zu normaler, stationärer Software sind etwa.
  2. #2

    Datenschleuder Web 2.0

    Jaja, die Interaktivität... da wundert es einen doch, das das Mitmach-Fernsehen nie funktioniert hat...
    Was aber viel schwerer wiegt bei all der Web 2.0-Nummer: Datensicherheit. Die Idee hinter Ajax und Co. ist ja, dass Nutzer im Browser künftig Anwendungen laufen lassen, die bislang nur auf dem Desktop liefen jetzt online verfügbar sein solle/werden/können... egal. Die Mail Applikation von live.com von MS als Beispiel, die quasi ein Outlook ist oder werden soll. Soweit OK das mit den Mails, aber wer will seine Geschäftsbriefe oder seine Excel-Sachen ONLINE bearbeiten? Da muss die Verbindung schon recht sicher sein und der Server auch, damit solche Anwendungen genutzt werden können.

    Firmen werden sich nach web 2.0 Bookmarks von Usern die Finger lecken - welch wunderschönes persönliches Nutzerprofil... Perfekt für den nächsten SPAM-Anlauf.

    Web 2.0 ist keine Spielerei, oder ne "Ich klick mal mit"-Geschichte. Da stehen wichtigen Anwendungen dahinter die noch das eine oder andere zu diskutieren geben werden.
    Wird spannend werden...
  3. #3

    Welcome 2 teh future^^

    Irgendwann beginnt Jeder selbstständig agierende Mensch sich vom alten TV Medium zu lösen.
    Statt wie gehabt sich ausschließlich berieseln zu lassen und ein Medium quasi nur Passiv zu nutzen. Ihm ausgeliefert zu sein, keinen Einfluß zu haben auf den Inhalt ist eine Einschränkung eine Verkrüppelung.
    Nach Informations erhalt möchte man darüber diskutieren sich mitteilen, daher schreiben auch immer mehr Gruppen Blogs.

    Der Effekt ist, das die Menschen sich intensiver mit Informationen auseinandersetzen und eigene Ideen miteinbringen.
    Jeder ist Produzent und Konsument - alle partizipieren so direkt oder indirekt voneinander.
    Dies ist eine Art exponentielles Wachstum des Wissens, der Gesellschaft - der Globalen Gesellschaft.
    Das einzige was dem noch entgegenwirkt:
    - vorsintflutliche Kapitalismus(Vorschlaghammer Copyrights)
    - Einzelne Personen welche um Machterhalt ringen und die Zeichen einer neuen Ära nicht sehen - das Potential nicht sehen.
    - Regierungen welche Ihre Bürger daran hindern sich selbständiger zu machen.
    Mit freundlichen Grüßen
  4. #4

    nachichten im web

    Die alten Medien werden verschwinden. www.newsvine.com ist eine Nachrichtenseite, die es richtig macht. Ich mag den Spiegel, aber brauche ich ihn überhaupt noch?
  5. #5

    Zitat von Spiritogre
    Web 2.0 ist ja viel mehr. Es sind quasi richtige Programme die da im Webbrowser ablaufen. Kan man zur Zeit bei vielen Freemailern wie Hotmail schon sehen. Da gibt es quasi keinen Unterschied in der Bedienung zum normalen Mail-Programm. Der Nachteil (derzeit?) ist, dass sie natürlich viel träger laufen als eine lokale Anwendung. .
    Es hängt hauptsächlich von der Menge der involvierten Daten ab, wie träge so ein Programm reagiert. Verglichen mit der herkömmlichen Web-Programmierung laufen solche Programme aber immer schneller ab, da Daten per AYAX direkt in das DOM einer bestehende Seite eingelesen werden, statt serverseitig eine neue Seite aufzurufen.

    Das Problem ist halt, dass solche Scripte nicht pickelhart und zwingend laufen, sie benötigen modernes (und natürlich aktiviertes)JavaScript. Deshalb wende ich solche Scripte nur in Backends an oder als zusätzliche Helferlein, auf die man auch verzichten könnte, ohne die grundlegende Funktionalität einer Seite einzuschränken.

    mfG
    Peter
  6. #6

    Zukunft

    Als Softwareentwickler wage ich zu behaupten, dass eines Tages Webanwendungen die Desktopanwendungen nahezu komplett ablösen werden. Web 2.0 ist nur der Anfang. Man stelle sich nur vor, die alten Protokolle (http etc.) würden eines Tages durch starke und leistungsfähigere abgelöst...ein Traum. Ajax etc. sind im Moment nur Flickwerk um veralteten Standards gerecht zu werden. Es wird also höchste Zeit für eine Revolution der Netzwerkprotokolle und aller damit verbundener Techniken. Ist dieser Schritt vollzogen beginnt ein wirklich neues Zeitalter des Internets.
  7. #7

    Als Softwareentwickler...

    wage ich zu behaupten, dass in fünf Jahren niemand mehr von Ajax spricht. (Es sei denn, der Fussballclub ist gemeint) Wer benutzt beispielsweise heute noch Java-applets?
  8. #8

    Anything goes

    Ja, das hatten wir schon mal in den 70ern. Die generelle Beliebigkeit. Es geht nicht mehr darum, was literarische Größen wie Shakespeare denken/beabsichtigten, sondern das was ich an Ergüssen in das nicht verstandene Werk hineininterpretieren möchte. Oh, ja. Jeder erfindet seinen eigenen Goethe und jeder bastelt sich seine eigene Welt zusammen. Auseinandersetzen mit dem Anderen, nein, danke. Es lebe meine eigene kleine egomanische Gedankenwelt

    Aber spätestens, wenn die Stasi/Nazis/Islamisten anfangen sich ihr eigenes Geschichtsbild nach Gutdünken frei zusammenzuklicken - hier ein wenig weniger Schuld, dort ein bißchen mehr der böse Feind - spätestens dann fressen die Mash-Ups ihre eigenen Protagonisten.

    Seifenblase (hoffentlich)!
  9. #9

    Alter Hut...

    Softwareentwickler verwenden das, was heute unter "Web 2.0" angepriesen wird, seit Jahren. Zugegeben, aus Gründen der Bandbreite meist im Intranet und meist unter homogener Browserumgebung, aber "neu" ist diese Entwicklung wahrlich nicht.
    Der Trend in der SW-Entwicklung kehrt sich aktuell wieder um, weg von Browsern, hin zu Rich-Clients, aber im Hintergrund ist natürlich trotzdem die Mächtigkeit des Internets vorhanden. Wer weiß, in ein paar Jahren spricht man dann vielleicht von Web 3.0...