Wissensmanagement: Internet macht vergesslich

Google, Wikipedia und Co. beeinflussen unser Gedächtnis - das eine Studie aus den USA:*Denkt ein Mensch, er könne eine Information jederzeit im Internet wiederbeschaffen, bemüht sich das Gehirn nicht, diese auch abzuspeichern.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...774658,00.html
  1. #1

    Überschrift

    In der Überschrift, heißt es, das Internet mache vergeßlich. Der Text jedoch schlie0t mit den Worten:"Ist das etwas Schlechtes? Ich glaube nicht."

    Ähnlich unterschiedlich ist auch die Schlussfolgerung in: http://www.zeit.de/digital/internet/...et-gedaechtnis
  2. #2

    Stimmt

    Stimmt, seit es Telefon-Nummern-Speicher in jedem Telefon gibt, kenne ich kaum noch Nummern auswendig. Früher hatte ich sehr viele Nummern im Kopf.
  3. #3

    Nicht schon wieder!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Google, Wikipedia und Co. beeinflussen unser Gedächtnis - das eine Studie aus den USA:*Denkt ein Mensch, er könne eine Information jederzeit im Internet wiederbeschaffen, bemüht sich das Gehirn nicht, diese auch abzuspeichern.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...774658,00.html
    Bitte nicht schon wieder Boulevard-Thesen wie "das Internet tut dies, das Internet tut jenes" - was für ein Unsinn. Das Netz ist ein Kommunikationsmedium mit diversen Schnittstellen, und kein autonomes Agens. Genau wie "das Gehirn" selbst kein autonomes Agens ohne weiteren Kontext ist, und sich gar jemals als eine Ansammlung angeblicher "Wissensschubladen" mit selbsttätig steuerndem Begriffe-Greifarm verhalten könnte. Nur die komplette Menschenpersönlichkeit mithilfe ihrer gesamten körperlichen Organisation kann überhaupt irgendwelche mehr oder weniger autonom gesteuerten Gedächtnisleistungen zuwege bringen.

    Wo kommt denn eigentlich immer dieser pseudowissenschaftliche Frühstückskäse her? ;-)
  4. #4

    statt zu sagen,

    daß das Internet verdummt, sollte man die Sache aus einem anderen Licht betrachten:
    Ist es nicht schlimmer, etwas nicht wissen zu wollen, als die zu verurteilen, die jederzeit google & Co. fragen, um Antworten auf ihre 1000 Fragen zu bekommen?
    Ich kenne mehr Menschen, denen so viel egal ist und die nichts wissen wollen, daß es mich schon lange nicht mehr wundert, wenn wir in einer "Big Brother" und "Schwer verliebt"-Generation aufwachsen...
  5. #5

    Danke für den Artikel...

    Der Hauptautor ist hier Daniel M. Wegner von Harvard. Seine Web-Seite ist ziemlich interessant: http://www.wjh.harvard.edu/~wegner/

    Hier findet sich auch ein Link zur pdf-Datei des Artikels:
    http://www.wjh.harvard.edu/%7Ewegner...07745.full.pdf

    Bei der Science muss man dafür bezahlen.

    Ich drucke die Arbeit jetzt erst einmal aus, um sie in Ruhe zu lesen. (Ja, so altmodisch kann man auch zu Google-Zeiten sein.)
  6. #6

    Mind 2 Datenbank

    1994 entwickelte ich die Mind 2 Datenbank mit dem Ziel Teile meines Gedächtnis auf mein Notebook auszulagern.

    Schon damals war das Ziel eine klare Aufgabenteilung

    Mind 1 für Kreativität und Intelligenz
    Mind 2 für Datenspeicherung.

    Nun, mein Personengedächtnis ist eine Katastrophe, ich hoffe bald eine ordentliche Gesichtserkennungssoftware zu haben, die ständig mitläuft.

    Bei all den Datenschutzhysterikern die rum laufen bin ich auch ein Vorkämpfer für die Rechte des Homo Multiminds, jederzeit seine digital erweiterten Fähigkeiten vollständig nutzen zu können.

    Jegliche Einschränkung auf die beschränkten biologischen Möglichkeiten des Homo Sapiens sind eine schwere Diskriminierung des Homo Multiminds und somit auch schwere Menschenrechtsverletzungen.
  7. #7

    äääääh ?

    tschuldigung . . . um was ging es nochmal ?
  8. #8

    Hmmm...

    Zitat von founder Beitrag anzeigen
    Jegliche Einschränkung auf die beschränkten biologischen Möglichkeiten des Homo Sapiens sind eine schwere Diskriminierung des Homo Multiminds und somit auch schwere Menschenrechtsverletzungen.
    Gegen privaten Transhumanismus ist eigentlich recht wenig einzuwenden. Motto: "Wer (sich) heilt, hat recht". ;-)

    Btw.: auf ihrer Webseite habe ich mich irgendwann mal zeitlich verlaufen. Daraus wurde jedenfalls eine angeregte Lesenacht. Danke!
  9. #9

    Buschstaben

    Die Computer sollen also eine Art Erweiterung unseres Gedächtnis sein, doch es ist dasselbe mit der Schrift.

    In der griechischen Mythologie, hat Theuth Amun eine Erfindung vorgeschlagen die das Gedächtnis der Menschen erweitern kann : die Schrift.
    Amun's Antwort :

    Zitat von Platon, Phaidros, 274 C - 275
    Als er aber an die Buchstaben gekommen, habe
    Theuth gesagt: "Diese Kunst, o König, wird die Agypter weiser
    machen und gedächtnisreicher, denn als ein Mittel für den Ver-
    stand und das Gedächtnis ist sie erfunden." Jener aber habe
    erwidert: "O kunstreichster Theuth, einer versteht, was zu den
    Künsten gehört, ans Licht zu gebären; ein anderer zu beurteilen,
    wieviel Schaden und Vorteil sie denen bringen, die sie gebrau-
    chen werden. So hast auch du jetzt als Vater der Buchstaben aus
    Liebe das Gegenteil dessen gesagt, was sie bewirken. Denn diese
    Erfindung wird der Lernenden Seelen vielmehr Vergessenheit
    einflößen aus Vernachlässigung des Gedächtnisses, weil sie im
    Vertrauen auf die Schrift sich nur von außen vermittels fremder
    Zeichen, nicht aber innerlich sich selbst und unmittelbar erin-
    nern werden. Nicht also für das Gedächtnis, sondern nur für die
    Erinnerung hast du ein Mittel erfunden. Und von der Weisheit
    bringst du deinen Lehrlingen nur den Schein bei, nicht die Sache
    selbst. Denn indem sie nun vieles gehört haben ohne Unterricht,
    werden sie sich auch vielwissend zu sein dünken, obwohl sie
    doch unwissend größtenteils sind und schwer zu behandeln,
    nachdem sie dünkelweise geworden sind statt weise."