Studieren in der Provinz: Vechta, here I come

Von Berlin nach Wernigerode, von München ins Oldenburger Land, von Manhattan nach Detmold: Manche Studenten sagen der großstädtischen Anonymität Ade und entscheiden sich fürs Leben XXS. Vier Großstädterinnen berichten von*Studieren in der Provinz*- und wie es sie dorthin verschlagen hat.

http://www.spiegel.de/unispiegel/hef...764378,00.html
  1. #1

    Naja,

    mag ja sein, dass in Vechta alles sehr persönlich ist. Ich möchte da trotzdem noch nicht mal tot überm Zaun hängen....
  2. #2

    Vechta ...

    ... ist eingebettet in Katholizismus, dumpfen Schwachsinn und Hühnergülle. Jedem jungen Menschen, der dort studieren möchte, ist dringend angeraten, in dieser matten Perle der südoldenburgischer Landschaft probeweise ein paar Tage zu verbringen um zu testen, ob er das Kaff und seine Bewohner - und zwar die mit oder ohne Federn - erträgt.
  3. #3

    Leute, seid

    nicht so negativ.
    Einer meiner Söhne zieht zum Wintersemester von Geilenkirchen nach Höxter. Das ist ein Aufstieg! Zumindest landschaftlich, aber sonst eigentlich auch.
    Und Erfahrungen in der näheren Bekanntschaft zeigen: gerade auf kleinen Hochschulen sind die Studienbedingungen meist besser. Kleine Gruppen, direkter Kontakt zu den Profs und nicht Hörsäle mit hunderten, anonymen Studenten.
    Knigge für Studenten:
    Was gar nicht geht:
    Im Hörsaal mit 400 Studenten dem Prof als Einziger eine Frage stellen.
  4. #4

    Ich gebe keinen Titel mehr an

    Zitat von lobbie Beitrag anzeigen
    nicht so negativ.
    Einer meiner Söhne zieht zum Wintersemester von Geilenkirchen nach Höxter. Das ist ein Aufstieg! Zumindest .....
    Na hoffentlich fehlt ihm das AWACS-Gedröhne nicht.
    War er vorher auf der FH Aachen? Dann könnte ich ihn verstehen, da würd ich mich noch eher an der Uni Kabul einschreiben...
  5. #5

    ...

    Zitat von lobbie Beitrag anzeigen
    [...]
    Und Erfahrungen in der näheren Bekanntschaft zeigen: gerade auf kleinen Hochschulen sind die Studienbedingungen meist besser. Kleine Gruppen, direkter Kontakt zu den Profs und nicht Hörsäle mit hunderten, anonymen Studenten.
    Knigge für Studenten:
    Was gar nicht geht:
    Im Hörsaal mit 400 Studenten dem Prof als Einziger eine Frage stellen.
    Und leider gibt es an kleineren Unis in der Regel auch nur 1b Personal. Spitzenleute lehren vermehrt an großen Unis. Und die Qualität der Forschenden schlägt sich auch auf die Qualität der Ausbildung nieder. Sei es durch gehobenen Anspruch oder Möglichkeiten an großen Unis. Vom Unterschied zu den vielen unterirdischen FHs gar nicht zu reden.
  6. #6

    Nein,

    Zitat von GyrosPita Beitrag anzeigen
    Na hoffentlich fehlt ihm das AWACS-Gedröhne nicht.
    War er vorher auf der FH Aachen? Dann könnte ich ihn verstehen, da würd ich mich noch eher an der Uni Kabul einschreiben...

    war ein NC-Problem. Und die Hochschule OWL war die einzige in NRW, die Landschaftsarchitektur lehrt.
    Außerdem nahe an meiner Heimat (westl. Harzvorland).
  7. #7

    Emden

    Ich habe in Emden studiert.
    Zitat von lobbie Beitrag anzeigen
    nicht so negativ.
    Und Erfahrungen in der näheren Bekanntschaft zeigen: gerade auf kleinen Hochschulen sind die Studienbedingungen meist besser. Kleine Gruppen, direkter Kontakt zu den Profs und nicht Hörsäle mit hunderten, anonymen Studenten.
    Ich würde das Studium als durchwachsen bezeichnen - von hervorragenden Profs, die sich wirklich Mühe geben, einem etwas beizubringen, mit denen man im Sommer auch mal ein Bier trinken geht oder im Winter Glühwein macht - bis hin zu Profs, die nunmal auch ihr Ego durchziehen müssen, bzw. offensichtlich irgendwo ausgelagert wurden, um möglichst wenige Studenten zu quälen.

    Von der Stadt her ist Emden klein und überschaubar. Es gibt auch nicht viel drumrum. Man setzt sich einfach zusammen ins Gras und kommt ins Gespräch und überlegt, was man zusammen machen kann. Man bildet Studiengruppen, macht Projekte miteinander, organisiert gemütliche Abende und Feten auf denen bis zu 1000 Mann im Rahmen stehen, weil sonst ist ja nichts los.
    In der Stadt hätte man Feten vermutlich nur konsumiert, nicht organisiert.

    Als wir im Wohnheim Internet haben wollten, haben wir uns zu dritt zusammengesetzt, das organisiert, 3 Kilometer Kabel im Haus unter Berücksichtigung des Brandschutzes verlegt, Lichtwellenleiter über diverse Grundstücke mit Hilfe des Staatsbauamtes zur Hochschule verbuddelt und uns beigebracht, Linux-Gateways einzurichten.
    Dafür wurden deutschlandweit Sponsoren angeschrieben, Gelder mussten verwaltet werden, Geräte gekauft und eingerichtet werden, Leute zusammengebracht werden.

    Vor dem Studium wusste ich nicht, dass ich das alles so kann, eine Kompetenz, die ich in Hamburg wohl kaum erlangt hätte.
    Für die ich vermutlich auch keine Zeit gehabt hätte, wie mir ein Freund erklärte, der von Hamburg nach Emden kam: Er wollte sein Studium fertig bekommen, in Hamburg gab's aber von Montag bis Sonntag Fete und er kam gar nicht recht zur Ruhe.

    Diese "Wir machen jetzt mal..."-Herangehensweise habe ich in Emden ausgelebt. Weil Emden klein ist.
    Und beiläufig habe ich auch noch mein Diplom gemacht.
  8. #8

    Stimmt

    Zitat von lobbie Beitrag anzeigen
    Einer meiner Söhne zieht zum Wintersemester von Geilenkirchen nach Höxter. Das ist ein Aufstieg! Zumindest landschaftlich, aber sonst eigentlich auch.
    Schließt das "sonst" auch den Ortsnamen ein? Ich meine, wenn man aus Geilenkirchen, Hodenhagen, Darmstadt oder Fucking kommt, kann man sich doch nur verbessern ...
  9. #9

    Spitzenforscher sind nicht zwingend Spitzenlehrende

    Zitat von doc_dawson Beitrag anzeigen
    Und leider gibt es an kleineren Unis in der Regel auch nur 1b Personal. Spitzenleute lehren vermehrt an großen Unis. Und die Qualität der Forschenden schlägt sich auch auf die Qualität der Ausbildung nieder. Sei es durch gehobenen Anspruch oder Möglichkeiten an großen Unis. Vom Unterschied zu den vielen unterirdischen FHs gar nicht zu reden.
    Das kann ich aus eigener Erfahrung nicht unbedingt bestätigen. Es ist zwar ohne Zweifel richtig, dass große Namen (nicht unbedingt große Universitäten) die besseren (mehr publizierenden, weltweit besser anerkannten etc.) Professoren anziehen. Aber diese müssen nicht zwingend die besseren Lehrenden sein. Insbesondere im Grundstudium, das Spitzenleute manchmal (natürlich nicht alle) als unter ihrer Würde empfinden.

    Bei der Wahl eines Doktorvaters gebe ich Ihnen sofort recht, allerdings kann (und beim Ziel "Wissenschaftskarriere" sollte) man auch mal die Hochschule wechseln ...