Risikoforschung: Rechenmodelle sollen Katastrophen vorhersagen

Finanzkrise? Ehec-Alarm? Atomunfall? Risikoforscher wollen die immer komplexere Welt modellieren, um rechtzeitig vor Katastrophen warnen zu können. Das ambitionierte Vorhaben ist extrem ambitioniert - doch wenn es gelingt, könnte es*Leben retten und*Milliarden sparen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...770098,00.html
  1. #1

    Glauben

    Da ist er wieder, der unauslöschliche Glaube an die Beherrschbarkeit der Welt...
  2. #2

    Staatsknete anzapfen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Finanzkrise? Ehec-Alarm? Atomunfall? Risikoforscher wollen die immer komplexere Welt modellieren, um rechtzeitig vor Katastrophen warnen zu können. Das ambitionierte Vorhaben ist extrem ambitioniert - doch wenn es gelingt, könnte es*Leben retten und*Milliarden sparen.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...770098,00.html
    Das ist genau der Ansatz, ahnungslose, aber ehrgeizige Politiker dafür zu begeistern, Staatsknete auszugeben. Es werden für viel, viel Geld hochkomplexe Computermodelle entwickelt, deren Voraussagen nicht mit der Realität übereinstimmen. Zur Arbeitsplatzsicherung und um noch mehr Mittel zu bekommen, werden - nach dem Muster PIK - einige ganz gefährliche Entwicklungen prognostiziert, die man im Interesse höherer Sicherheit unbedingt genauer untersuchen muss etc. etc.
    Merke: Was wir fürchten müssen, sind "Schwarze Schwäne" (siehe N.N. Taleb), und genau die sind dadurch definiert, dass sie sich jeder Vorausberechnung entziehen.
  3. #3

    nebenbei

    Nichts ist zu 100 Prozent beherrschbar. Man kann nur danach fragen, ob die eventuellen Folgen akzeptabel sind.
  4. #4

    *

    Was passiert, wenn die Computer-Simulation zu dem Ergebnis kommt, dass das größte Risiko der Mensch selbst ist? Was für Massnahmen werden dann ergriffen?
  5. #5

    Einseitige Fantasien

    Zitat von dienstleister Beitrag anzeigen
    Zur Arbeitsplatzsicherung und um noch mehr Mittel zu bekommen, werden - nach dem Muster PIK - einige ganz gefährliche Entwicklungen prognostiziert, die man im Interesse höherer Sicherheit unbedingt genauer untersuchen muss etc. etc.
    Was für ein Muster soll das den sein "dienstleister"?

    Ihre Andeutungen klingt nach der organisierten Kampagne der Öl, Gas und Kohle Lobby, welche jährliche mit milliarden Beträgen vom deutschen Steuerzahler subventioniert wird, um Zweifel am Klimawandel zu sähen.



    Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) untersucht wissenschaftlich und gesellschaftlich bedeutsame Fragestellungen in den Bereichen globaler Wandel, globale Erwärmung und nachhaltige Entwicklung.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Potsdam...olgenforschung
  6. #6

    Warum nicht?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Finanzkrise? Ehec-Alarm? Atomunfall? Risikoforscher wollen die immer komplexere Welt modellieren, um rechtzeitig vor Katastrophen warnen zu können. Das ambitionierte Vorhaben ist extrem ambitioniert - doch wenn es gelingt, könnte es*Leben retten und*Milliarden sparen.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...770098,00.html
    Vielleicht gewinnt man wirklich Erkenntnisse, wie es in einzelnen Bereichen des Umfeldes zu Katastrophen kommen kann. Im Allgemeinen sind jedoch die Verknüpfungen der einzelnen Parameter zu komplex, um durch eine Simulation die Wirklichkeit abzubilden. Gewisse Wahrscheinlichkeiten lassen sich ableiten, die Vorhersage einer konkreten Katastrophe wird jedoch die Ausnahme bleiben. Bitte keine übertriebenen Erwartungen wecken! Auch nicht für die Simulation des künftigen Klimas!
  7. #7

    Gar nicht so dumm.

    Denn die können bereits recht erfolgreich die Zukunft voraussagen. Die haben sich offensichtlich zutreffend überlegt, wie sie an Kohle kommen.

    Statt sich nun vergeblich mit Zukunftsvorhersagen, beispielsweise einer weiteren Börsen-Vorausberechnungen zu befassen, ist es für deren eigene Zukunft sicher sehr viel aussichtsreicher - das nun war die Voraussage - sich dämliche Politiker zu suchen - das war sicher nicht besonders schwierig, und kann man sich mit kleinen Mitteln errechnen. Beispielsweise 5 Finger - um denen Steuergelder abzuluchsen für Zukunftsvorhersage.

    Meine Runen meinen: wenn die Wissenschaft so weitermacht, ist das schlecht für Politiker, weil es uns dann bald nicht mehr geben dürfte.
  8. #8

    Kein Titel

    Man wird zwar die Modelle verbessern können, jedoch sind die Modelle immer dann überfordert, wenn es neue Entwicklungen am Markt gibt (z.B. irrationale Kreditvergabe und Verbriefungen in der letzten Krise). Die nächste Krise wird jedoch wieder über andere Indikatoren laufen. Evtl. über eine massenhafte Überschuldung von Staaten oder auch über ETFs, die mittlerweile mehr Zertifikate sind als Passiv gemanagte Fonds. Eine Währungskrise könnte auch entstehen über importierte Inflation in China durch Dollar und Euro, evtl. auch in Verbindung mit Staatenpleiten. Dies sind mal ein paar Denkanstöße was so passieren könnte. Jetzt möchte ich mal das Modell sehen, das mir genau vorhersagt, wann und ob welches Szenario eintritt und wie stark. Das wäre Nobelpreis-verdächtig, da ein komplettes Finanzmodell auch andere Krisen sämtlicher Branchen z.B. Fukushima oder auch den Ausbruch von Vulkanen usw. vereinen müsste. Da bin ich schon gespannt, wer das hinkriegt...
  9. #9

    ....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Finanzkrise? Ehec-Alarm? Atomunfall? Risikoforscher wollen die immer komplexere Welt modellieren, um rechtzeitig vor Katastrophen warnen zu können. Das ambitionierte Vorhaben ist extrem ambitioniert - doch wenn es gelingt, könnte es Leben retten und Milliarden sparen.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...770098,00.html
    Dumm, einfach nur dumm!

    Zitat von Artikel
    "Im Stromnetz der Wohnung haben wir Sicherungen, im Wald Brandschneisen", sagt der Soziologie-Professor im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Ein Problem könne sich deshalb nicht ausbreiten, weder im Stromnetz noch im Wald. "Im Finanzsystem haben wir solche Sicherungen vergessen."..[]..Doch mit Modellen vor allem aus der Physik könne es durchaus gelingen, die komplexen Zusammenhänge der Finanzmärkte nachzubilden und zu simulieren, glaubt der Forscher.
    Denn Sicherungen und Brandschneisen funktionieren nach dem Prinzip der Sollbruchstelle, die ein komplexes System zerteilt und die Abhängigkeiten eben unterbricht. Mit Vorhersagen, Prognosen oder Modellen hat das nichts zu tun. Will man dieses effektive Schutzart auf das Bankensystem übertragen, dann müsste man die Geldinstitute einfach nur unterteilen in Zockerkasinos und Geldaufbewahrungsanstalten, die "To-big-to-fail" zerschlagen in kleinere Einheiten und vor allem eine Bank einfach mal kaputt gehen lassen. Ohne die zu verstaatlichen oder da Geld reinzubuttern. Dann reguliert sich das System ganz schnell von alleine.

    Zitat von Artikel
    Ein Vorschlag ist, im Falle von Turbulenzen am Markt - aber nur dann - eine Transaktionssteuer einzuführen.
    So könnte ich mir ja auch ein paar Sicherungen zu 2 € sparen. Wenn mein sensorgesteuertes, computergestützes Stromnetzüberwachungssystem Spannungsspitzen feststellt, dann wird das meinem Versorger gemeldet, der mir daraufhin die Strompreise erhöht, woraufhin ich dann ein paar Geräte abschalte.

    Zitat von Artikel
    Eine andere Idee besteht darin, den Handel an den Finanzmärkten mit einem künstlichen Zufallsrauschen zu überlagern
    Man sollte zudem wahllos in den Wäldern ein paar Fässer Kerosin aufstellen, dann fällte es Brandstiftern schwerer, sich auf eine Stelle zu einigen...

    War das übrigens nicht in Griechenland, wo aus finanziellen Gründen Feuer gelegt wurden, weil man auf abgebranntem Gelände bauen darf? Da braucht man kein mathematisches Modell, um das zu verhindern; entweder nimmt man diese lötzinnige Regelung zurück oder prügelt alle Brandstifter in den Hades...

    SO verhindert man Katastrophen.