Massenleiden Burnout: Wie Firmen ihre Spitzenkräfte verbrennen

Sie streben nach Perfektion - und scheitern an der Realität: Die Diagnose Burnout trifft vor allem ehrgeizige Leistungsträger. Wenn sie ausfallen, kostet das die Wirtschaft Milliarden. Dabei können simple Verbesserungen im Job den Trend stoppen.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...765353,00.html
  1. #10

    Leistungsträger

    Zitat von shatreng Beitrag anzeigen
    Was ist ein Leistungträger? Überall wird mit dem Begriff um sich geworfen. Ich muss davon kotzen!
    Als Leistungsträger wird gemeinhin bezeichnet, wer die Leistung Anderer in Form von Geld und Zins (er-)trägt.

    Leistungserbringer schaffen die Werte.
  2. #11

    .

    Zitat von RaMaDa Beitrag anzeigen
    60 Std. Woche, 39°C Fieber, 10 Tage Urlaub, geschieden - na und? Wer nach oben will muss leiden und ist irgendwann EINSAMME Spitze.
    Meine Frau ist Logopädin und betreut Schlaganfallpatienten - das Patientenalter sinkt und sinkt.
    Wir sollten alle darüber nachdenken, ob meine Villa, mein Pferd, mein Boot die richtigen Ziele sind um gesund alt zu werden.
    Da schreiben Sie etwas ganz Wesentliches!
    Die Entschleunigung des Lebens ist der wahre Luxus! Ich leiste mir den seit 10 Jahren. Ist nicht billig. Aber es geht mir besser als je zuvor.
  3. #12

    Weg mit dem unsäglichen Wort!!!

    Mir kommt auch die Galle hoch wenn ich dieses unglaublich arrogante und saublöde Wort "Leistungsträger" höre.
    Es klingt wie Hohn, wurde mißbraucht und ist nur noch lächerlich.
    Aufhören. Unwort des Jahres.
  4. #13

    Leistungsträger

    Zitat von NormanR Beitrag anzeigen
    Mir kommt auch die Galle hoch wenn ich dieses unglaublich arrogante und saublöde Wort "Leistungsträger" höre.
    Es klingt wie Hohn, wurde mißbraucht und ist nur noch lächerlich.
    Aufhören. Unwort des Jahres.
    Mir fällt dazu jedesmal der Spruch ein (irgendwo aufgeschnappt, vergessen wo):

    "Wessen Leistung tragen die denn? und.. wo tragen sie die denn hin?"
  5. #14

    Die armen Ärzte

    Zitat von dborrmann Beitrag anzeigen
    Ethos und Können sind hilfreich im medizinischen System. In den letzten Jahren haben sich aber Controller, Krankenkassen, Politiker, Zertifizierer und QM-Beauftragte zwischen Arzt und Patient geschoben und sie auf eine distante beziehung gebracht. Beiden, vor allem aber den Ärzten werden immer effzientere, rationalisierte, beziehungstörende Methoden abverlangt (Dokumentationen, Rechtfertigungen, Verschlüsselungen) und die Patienten werden in Bittstellerrollen gedrängt. Diese gestörten Beziehungsstrukturen und der unendliche Druck seitens der kranken Kassen, der Controller, der Auditoren machen aus Ärzten ausgebrannte Büttel des Systemes. Zeige mir den föhlichen Niedergelassenen, den glücklichen Chefarzt. Die meisten halten sich durch Taktiken wie Ironie, Sarkassmus usw. am leben. Schande, dass ein Gesellschaftssystem seine wichtigsten Helfer in der Not verbrennt.
    Prinzipiell richtig, aber ersetzen Sie Arzt durch Medizinisches Personal (Ärzte, Pflege, Therapeuten, ...) und es entspricht mehr der Wahrheit. Zudem sind die Ärzte noch die, die bei der ganzen Sache zumindest finanziell am besten wegkommen. Auch wenn man sich von seinem vielen Geld am Ende ja auch nicht aus dem Burnout freikaufen kann. Und ich kenne auch genug Ärzte und anderes Personal innerhalb von Kliniken, die sich geradezu darum bemühen die von Ihnen genannten Controller und Auditoren im Ausbrennen der anderen Mitarbeiter zu übertreffen.
  6. #15

    ...

    Zitat von paradigm Beitrag anzeigen
    Prinzipiell richtig, aber ersetzen Sie Arzt durch Medizinisches Personal (Ärzte, Pflege, Therapeuten, ...) und es entspricht mehr der Wahrheit. Zudem sind die Ärzte noch die, die bei der ganzen Sache zumindest finanziell am besten wegkommen. Auch wenn man sich von seinem vielen Geld am Ende ja auch nicht aus dem Burnout freikaufen kann. Und ich kenne auch genug Ärzte und anderes Personal innerhalb von Kliniken, die sich geradezu darum bemühen die von Ihnen genannten Controller und Auditoren im Ausbrennen der anderen Mitarbeiter zu übertreffen.
    dazu sollte man aber sagen, dass der controller den gleichen chef hat, wie der arzt. der klinikbetreiber will es offenbar so...
  7. #16

    Perfektionismus führt zum Leben im Hamsterrad - bis zur Selbstaufopferung.

    Wir scheitern an überhöhten Erwartungshaltungen. Nichts auf der Welt ist perfekt, es wird nie perfekt sein. Falsch verstandener Perfektionismus lähmt. Perfektionisten leiden unter oft unter Versagensangst. Außerdem gieren sie nach Liebe und Anerkennung. Fast 50 Jahre war ich von Kind an immer stärker dem Perfektionismus verfallen. Am Ende mit all seinen negativen Begleiterscheinungen. Vier Jahre habe ich gebraucht, um ihm zu entsagen. Heute ist es mir völlig egal, was andere von mir denken, wer mein Freund oder Feind ist. Ich bin gut. Ich gebe mein Bestes. Nichts gegen gute Leistungen, aber gut zu sein reicht. Inzwischen bin ein glücklicher Mensch. Lernen sie loszulassen, lernen sie "Nein" zu sagen, beziehen sie ihren Selbstwert aus dem Inneren und nicht aus Äußerlichkeiten. Betroffene sollten sich Ziele setzen, die ihnen persönlich wichtig sind und deren Verfolgung ein Mindestmaß an Spaß und Freude bereitet. Lassen sie sich von Jemand, der bald 3/4 seines Lebens hinter sich hat, sagen: Es ist der innere Reichtum der zu Zufriedenheit, Gesundheit und Glück führt und nicht allein der äußrere.

    PS: Perfektionisten sind die besten, loyalsten und oft auch noch die billigsten Arbeitstiere. Sie mühen und quälen sich bis zum Zusammenbruch ab.
  8. #17

    Leistungsbezieher versus Leistungsträger

    Zitat von NormanR Beitrag anzeigen
    Mir kommt auch die Galle hoch wenn ich dieses unglaublich arrogante und saublöde Wort "Leistungsträger" höre.
    Es klingt wie Hohn, wurde mißbraucht und ist nur noch lächerlich.
    Aufhören. Unwort des Jahres.
    Leistungsbezieher versus Leistungsträger, einmal (ein wenig überzogen) bildlich dargestellt:

    Vorne auf dem ungewaschenen T-Shirt von Person A steht "Greenpeace" und hinten drauf prangt "Jesus liebt Dich", links neben ihm ist nur noch die Wand und er ärgert sich über die niedrigen Hartz IV - Bezüge während er genüsslich die Bierflasche in sich hineinschüttet. Er ist sicherlich KEIN Leistungsträger.

    Person B versorgt morgends die Kinder, fährt zur Arbeit, ist dort kreativ und produktiv, trägt Verantwortung, kommt wieder nach Hause, hilft den Kindern bei den Hausaufgaben und plant abends mit ihrem Mann den wohlverdienten Urlaub. Sie ist ganz sicher eine Leistungsträgerin.

    Was ich nicht verstehe ist, warum sich Person A über Person B aufregt während man von Person B verlangt, Person A zu finanzieren. Irgendwas daran ist wirklich "saublöde".
  9. #18

    Kurzer Einwurf...

    Zitat von dborrmann Beitrag anzeigen
    Ethos und Können sind hilfreich im medizinischen System. In den letzten Jahren haben sich aber Controller, Krankenkassen, Politiker, Zertifizierer und QM-Beauftragte zwischen Arzt und Patient geschoben und sie auf eine distante beziehung gebracht. Beiden, vor allem aber den Ärzten werden immer effzientere, rationalisierte, beziehungstörende Methoden abverlangt (Dokumentationen, Rechtfertigungen, Verschlüsselungen) und die Patienten werden in Bittstellerrollen gedrängt. Diese gestörten Beziehungsstrukturen und der unendliche Druck seitens der kranken Kassen, der Controller, der Auditoren machen aus Ärzten ausgebrannte Büttel des Systemes. Zeige mir den föhlichen Niedergelassenen, den glücklichen Chefarzt. Die meisten halten sich durch Taktiken wie Ironie, Sarkassmus usw. am leben. Schande, dass ein Gesellschaftssystem seine wichtigsten Helfer in der Not verbrennt.
    Erstens ist der Artikel von Spiegel Online schlicht weg nicht richtig. Wesentlich mehr Patienten kommen aus der "normalen" Belegschaft und nicht aus dem Spitzenmanagement. Burnout ist ein Massenproblem und betrifft mehr und mehr den ganz normalen Arbeitnehmer. Zweitens wird das Spitzenpersonal entsprechend bezahlt, ein Teil davon ist eine Art Schmerzensgeld, das wissen die betroffenen selbst. Hierzu gehören übrigens auch die angesprochenen Ärzte, denen es beileibe nicht so schlecht geht wie angesprochen. Ich arbeite in einer Mediaagentur. Vergleichen Sie mal bitte die Arbeitsbelastung in der Agenturbranche mit dem medizinischen Bereich und schauen Sie sich die Bezahlung an. Kein Arzt, auch kein Arzt im Praktikum, in einer Klinik und schon gar kein in einer Praxis würde für das Gehalt arbeiten, für das weite Bereiche in der Media- und Werbeagenturwelt jede Woche 60 Stunden und mehr leisten. Eine Branche, die keinerlei gewerkschaftliche Regelung kennt, und in der junge Mitarbeiter in kürzester Zeit verschlissen werden. Ich kenne viele Ärzte die ihren Job bis ins hohe Alter machen. Ich kenne nach fast 10 Jahren in der Agenturbranche nur wenige, die dort über 50 arbeiten. Sie sind dann einfach schon nach wenigen Jahren durch. Und das zu einem Bruchteil der Einkünfte anderer Wirtschaftsbereiche, insbesondere auch des medizinischen Sektors.
  10. #19

    Unersetzlich

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie streben nach Perfektion - und scheitern an der Realität: Die Diagnose Burnout trifft vor allem ehrgeizige Leistungsträger. Wenn sie ausfallen, kostet das die Wirtschaft Milliarden. Dabei können simple Verbesserungen im Job den Trend stoppen.

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...765353,00.html
    Wenn all diejenigen, die sich für unersetzlich halten, nur wüssten, wie schnell sie ersetzt werden, wenn sie krank oder tot von ihrem hohen Ross fallen. Aber vorher versuchen sie noch ausgiebig, sich mit ihrer Leistungsfähigkeitshuberei beim Chef einzuschleimen und denen, die aufgrund von Krankheit etc langsamer treten müssen, das Arbeitsleben zur Hölle zu machen. Wohl bekomm's, und "good riddance to bad rubbish".