Massenleiden Burnout: Wie Firmen ihre Spitzenkräfte verbrennen

Sie streben nach Perfektion - und scheitern an der Realität: Die Diagnose Burnout trifft vor allem ehrgeizige Leistungsträger. Wenn sie ausfallen, kostet das die Wirtschaft Milliarden. Dabei können simple Verbesserungen im Job den Trend stoppen.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...765353,00.html
  1. #1

    Pfarrerinnen und Pfarrer

    leiden auch massiv unter dieser Krankheit. Es wird immer mehr draufgepackt auf immer weniger Esel. Nirgendwo reicht ein Gehalt, so dass das bisschen Haushalt, wenn auch für beide Geschlechter, dazu kommt...und oft genug das Fass zum Überlaufen bringt.
  2. #2

    Ärzte werden vom System verbrannt....

    Ethos und Können sind hilfreich im medizinischen System. In den letzten Jahren haben sich aber Controller, Krankenkassen, Politiker, Zertifizierer und QM-Beauftragte zwischen Arzt und Patient geschoben und sie auf eine distante beziehung gebracht. Beiden, vor allem aber den Ärzten werden immer effzientere, rationalisierte, beziehungstörende Methoden abverlangt (Dokumentationen, Rechtfertigungen, Verschlüsselungen) und die Patienten werden in Bittstellerrollen gedrängt. Diese gestörten Beziehungsstrukturen und der unendliche Druck seitens der kranken Kassen, der Controller, der Auditoren machen aus Ärzten ausgebrannte Büttel des Systemes. Zeige mir den föhlichen Niedergelassenen, den glücklichen Chefarzt. Die meisten halten sich durch Taktiken wie Ironie, Sarkassmus usw. am leben. Schande, dass ein Gesellschaftssystem seine wichtigsten Helfer in der Not verbrennt.
  3. #3

    Toter reicher Mann

    60 Std. Woche, 39°C Fieber, 10 Tage Urlaub, geschieden - na und? Wer nach oben will muss leiden und ist irgendwann EINSAMME Spitze.
    Meine Frau ist Logopädin und betreut Schlaganfallpatienten - das Patientenalter sinkt und sinkt.
    Wir sollten alle darüber nachdenken, ob meine Villa, mein Pferd, mein Boot die richtigen Ziele sind um gesund alt zu werden.
  4. #4

    Nur noch ein wenig Geduld..

    Zitat von dborrmann Beitrag anzeigen
    Ethos und Können sind hilfreich im medizinischen System. In den letzten Jahren haben sich aber Controller, Krankenkassen, Politiker, Zertifizierer und QM-Beauftragte zwischen Arzt und Patient geschoben und sie auf eine distante beziehung gebracht. Beiden, vor allem aber den Ärzten werden immer effzientere, rationalisierte, beziehungstörende Methoden abverlangt (Dokumentationen, Rechtfertigungen, Verschlüsselungen) und die Patienten werden in Bittstellerrollen gedrängt. Diese gestörten Beziehungsstrukturen und der unendliche Druck seitens der kranken Kassen, der Controller, der Auditoren machen aus Ärzten ausgebrannte Büttel des Systemes. Zeige mir den föhlichen Niedergelassenen, den glücklichen Chefarzt. Die meisten halten sich durch Taktiken wie Ironie, Sarkassmus usw. am leben. Schande, dass ein Gesellschaftssystem seine wichtigsten Helfer in der Not verbrennt.
    und alles wird wieder so wie uns die Realitätsmaschine ZDF das Gesundheitswesen darstellt. Die "Schwarzwaldklinik" öffnet wieder die Pforten und der "Landarzt" praktiziert wieder in tutiger beschaulicher Umgebung.Vor allem wird dieses überaus lästige Problem mit der Finanzierung völlig ausgeblendet. Irgendein Idiot wird schon sicherlich dafür bezahlen. Er bezahlt dafür,daß viele sich die Lungen durch Rauchen zerstört haben,er bezahlt dafür, daß sich eine enorme Anzahl Patienten den Körper durch unmäßiges Fressen und Saufen zerstört haben.Der Idiot Beitragszahler zahlt auch für für alle möglichen völlig bekloppten eingebildeten Krankheiten die prompt behandelt werden mit einer völlig neuen sensationellen Therapie.Und was ist der grundsetzliche Fehler an diesem segenreichen System..? Wenn kein Geld mehr vorhanden ist werden die Beiträge zur KV erhöht. Aber bald gibt es einen neuen Heilsversprecher und alles wird wieder wie "früher"...!
    mkg
    Zodiacmindwarp
  5. #5

    Ich arbeite in den USA, hatte gestern eine Kundin

    besucht, sie ist in der Psychatrie beschaeftigt. Sagt sie mir: "Ich kann einfach nicht mehr. Ich sehe bei meinen Kollegen denselben Zustand. Jede Stunde ein Neuer Patient. Jede Stunde hoere ich den gleichen Kram. Die Leute koennen nicht mehr, sind total ueberfordert und fertig. Von mir erwarten sie das sich sofortige Besserung einstellt. Diese Anforderungen sind einfach unrealistisch. Und 3-4 Wochen mal Abstand von der Arbeit zu nehmen ist nicht drin."
  6. #6

    Brechreiz

    Was ist ein Leistungträger? Überall wird mit dem Begriff um sich geworfen. Ich muss davon kotzen!
  7. #7

    Trifft jeden ohne Alterslimit

    Vor drei vier Jahren hatte ich zu Burnout keinen Bezug, da ging es für mich nur darum, nach dem Studium überhaupt einen Job zu finden. Tja, bei mir führte der erste feste Job gleich zum Burnout - 1,5 Jahre hat es gedauert und ich war platt - eine unfähige Chefin (Mobbing), zu wenige Mitarbeiter, keine Motivation, kein Geld, ständig wechselnde Belegschaft, da hielt es keiner lange aus. Aufgrund von Existenzängsten bin ich 1,5 Jahre geblieben, war 2 x für 6 Wochen krankgeschrieben. Kurz bevor das Krankengeld einsetzte, bin ich wieder gegangen, denn von nur 60 % meines Gehaltes hätte ich nicht leben können. Im Februar 2011 ging dann gar nichts mehr, ich konnte weder vor noch zurück, alles stützte auf mich ein. Ich stand stumm-schreiend mitten in den Trümmern meiner Zukunft - vom Arbeitsrecht und dem Hausarzt habe ich dann erfahren, dass ich aufgrund der Zustände am Arbeitsplatz fristlos kündigen kann, ohne Sperre beim Arbeitsamt, was ich auch sofort getan habe. Seitdem ist viel passiert, ich hab wieder Zuversicht - am wichtigsten ist für mich aber die Therapie - eine Verhaltenstherapie, damit ich "Nein-Sagen" lerne. Nach 3 Monaten gibt es schon die ersten Erfolge, das wirkt sich auch auf das Privatleben aus, plötzlich bekommt man mit, welche Freunde man nur hatte, weil sie einen so gut ausnutzen konnten - "Was ist denn mit der los, die hat doch sonst immer ja gesagt?" Ich bin froh, dass ich jetzt Nein-Sagen lerne, hätte aber trotzdem gerne auf die Erfahrung eines Burnout mit nur 27 verzichtet. Meiner Meinung nach provoziert die Wirtschaft das selbst, erkennt die Schäden nicht, die sie anderen, aber auch sich selbst zufügt. Tja, wie heißt es so schön? Jeder ist ersetzbar, das dem nicht so ist, muss nun auch meine Ex-Chefin lernen.
  8. #8

    Die Zeichen der Zeit

    Wir halten unsere westliche, kapitalistische, menschenverachtende Lebensweise für die einzig wahre, glücklichmachende und gerechte Version. Alternativen werden verdammt, ins Lächerliche gezogen oder offen bekämpft. Wir brauchen uns nicht zu wundern, dass wir auf der Strecke bleiben, wenn wir nur dem Mammon huldigen, uns ständig mit den etwas besser Gestellten vergleichen und uns in einen ruinösen Wettbewerb um die Arbeitsplätze drängen lassen.

    Wer seine Produktivität nicht mehr steigern kann wird für den Arbeitgeber zum Klotz am Bein. Und da ist es völlig unerheblich welche Leistungen er gestern gebracht hat.

    Wir sind in einem Trott gefangen, der uns nicht zu Atem kommen lässt. Wir nehmen uns nicht mehr die Zeit zu reflektieren und über den Sinn und Unsinn des Tagesablaufes nachzudenken.

    Gefangen im System und der allgemeinen Wachstumsnot ausgeliefert, strampeln wir bis zum Umfallen und fühlen uns als Versager, wenn wir nicht mehr mithalten können.

    Das System wird kollabieren. Es fragt sich nur, ob es einen schon vorher erwischt. Manchmal ist etwas weniger mehr...
  9. #9

    ...

    Zitat von RaMaDa Beitrag anzeigen
    60 Std. Woche, 39°C Fieber, 10 Tage Urlaub, geschieden - na und? Wer nach oben will muss leiden und ist irgendwann EINSAMME Spitze.
    Meine Frau ist Logopädin und betreut Schlaganfallpatienten - das Patientenalter sinkt und sinkt.
    Wir sollten alle darüber nachdenken, ob meine Villa, mein Pferd, mein Boot die richtigen Ziele sind um gesund alt zu werden.
    wer will denn, dass wir alt werden ? oder schlimmer noch, sogar rente beziehen ?