Ein Tag mit einer jungen Werberin: Die Illusions-Maschine

Glamour und immer eine Nase Koks parat - so tickt die Werbebranche im Film. Der Alltag ist mühsames Schürfen im Ideen-Bergwerk, inklusive Konferenzmarathon. Dominik Stawski begleitete in einer Hamburger Agentur eine Werberin, die sich mit 26 Jahren manchmal schon steinalt fühlt.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...759629,00.html
  1. #1

    Schöner Artikel ...

    ... bestätigt er doch so ziemlich alle Klischees, die ich von Werbern habe.

    Koksen und Kiffen? Wer hat denn diesen Hollywood-Mist geglaubt? Wohl niemand ernsthaft.

    Nein, es sind blutjunge Leute, die vom eigentlichen Leben noch gar keine Ahnung haben, die in ihrem "Möchtegernwichtig-supadupakreativ"-Kokon leben, Karriere machen wollen und keine Hemmungen haben, ihre Mitmenschen durch Werbung zu manipulieren.

    Elite ist das nicht. Insofern habe ich auch nichts dagegen, wenn die so lange Arbeitszeiten und viel Stress haben. Die hätten ja auch was vernünftiges und wichtiges studieren können (Medizin, Elektrotechnik, Maschinenbau, Physik, Volkswirtschaft usw.) statt nur Werbung, also falsche Versprechen, machen zu wollen.
  2. #2

    ---

    Liebe junge Leute,

    werdet Krankenschwester, Müllmann, Putzfrau oder Klempner. Das sind alles ehrenwerte Berufe. Im Gegensatz dazu steht die gesamte Werbebranche. Eine Gruppe von iphone-schwingenden Selbstdarstellern, die darüber diskutieren mit welchen Lügen man das Produkt am Besten an den Mann bringt.

    Und die Firma Jung von Matt setzt dem Ganzen die Krone auf. Das trojanische Pferd als Maskottchen ist wahrlich gut gewählt. Bestes Beispiel:

    Der "Grüne Riese" von RWE.
  3. #3

    Bestes Beispiel

    Jung von Matt ist wohl das gelungene Anti-Beispiel. Nachdem die saftig von "Wir sind Helden" vorgeführt wurden, weil JvM die unbedingt in einer "Bild"-Kampagne haben wollte muss nun genau diese Agentur vorgestellt werden? Es ist schon ein wenig komisch wie JvM von sich gibt "die Agentur ist Dein Zuhause" und dann nicht als "Verheizer" gelten will. Das die auf der Seite geposteten Videos möglicherweise nur "gehirngewaschene" Bewerber zeigt, das kommt sicher niemandem in den Sinn, oder?
  4. #4

    tja

    Zitat von mats123 Beitrag anzeigen
    Nein, es sind blutjunge Leute, die vom eigentlichen Leben noch gar keine Ahnung haben
    entsprechend "hochwertig" ist deshalb auch die produzierte Werbung, auch die der großen Agenturen.
  5. #5

    .

    Zitat von einniederbayer Beitrag anzeigen
    Liebe junge Leute,

    werdet Krankenschwester, Müllmann, Putzfrau oder Klempner. Das sind alles ehrenwerte Berufe. Im Gegensatz dazu steht die gesamte Werbebranche. Eine Gruppe von iphone-schwingenden Selbstdarstellern, die darüber diskutieren mit welchen Lügen man das Produkt am Besten an den Mann bringt.
    Ihr Beitrag bestätigt meine Vermutung, dass es gar keinen Akademiker-Job mehr gibt, der gesellschaftlich nicht geächtet ist. BWLer? Sorgen noch für den Untergang des Abendlandes! Physiker? Oh Gott in CERN tun sich bald schwarze Löcher auf! Ingenieure? Umweltverschmutzer! Ärzte? Abzocker! Eine Gesellschaft aus Müllmännern und Klempnern wäre Ihnen also lieber, naja Prost Mahlzeit.
  6. #6

    ...

    ...und all das nur, um Leuten überflüssige Produkte aufzuschwatzen, die sie gar nicht brauchen und die nach möglichst kurzer Zeit weggeschmissen werden sollten, damit es weitergeht, das Hamsterrad der kapitalistischen Ressourcenverschwendung sich weiterdreht.

    Aber nein, es ist ja zu unser aller Wohl. Heldenhaft geradezu. Mein Mitleid mit den Sklaven der Gehirnwäscheindustrie hält sich dennoch in sehr engen Grenzen.
  7. #7

    ...

    Sie diskutieren über "Preprint", "Art Buying", "einbriefen", Fristen nennen sie hier "Timeline".
    Wenn man schon mit Buzzwords um sich wirft (viel anderes produziert man da ja nicht), dann sollte man sie am Besten korrekt benutzen - ergo: Fristen = "Deadlines".

    Wer noch mehr davon braucht: http://beratersprech.de
  8. #8

    weiter denken

    Zitat von mats123 Beitrag anzeigen
    Die hätten ja auch was vernünftiges und wichtiges studieren können (Medizin, Elektrotechnik, Maschinenbau, Physik, Volkswirtschaft usw.)
    Man sollte meinen, bei diesen Studiengängen lernt man etwas weiter zu denken als nur bis zum eigenen Tellerrand...
    Also, lieber Maschinenbau-Ingenieur: Ohne Werbung (der treffende Begriff ist übrigens Marketing-Kommunikation - einfach mal googeln) wird Ihr Produkt am Markt nicht erfolgreich sein. Aber vielleicht sind Sie ja bei einer gemeinnützigen Organisation tätig.
  9. #9

    So auch nun wieder nicht

    Zitat von ericstrip Beitrag anzeigen
    ...und all das nur, um Leuten überflüssige Produkte aufzuschwatzen, die sie gar nicht brauchen und die nach möglichst kurzer Zeit weggeschmissen werden sollten, damit es weitergeht, das Hamsterrad der kapitalistischen Ressourcenverschwendung sich weiterdreht.
    Aber nein, es ist ja zu unser aller Wohl. Heldenhaft geradezu. Mein Mitleid mit den Sklaven der Gehirnwäscheindustrie hält sich dennoch in sehr engen Grenzen.
    Sie verbinden die Kritik an Werbern direkt mit einer Kapitalismuskritik. Das ist meiner Meinung nach üble Manipulation.
    Die soziale Marktwirtschaft braucht keine manipulative Werbung. Und umweltfreundliche Produkte und Produktionsverfahren stehen auch nicht im Widerspruch zur Marktwirtschaft, eher im Gegenteil. Reiche Marktwirtschaften können sich ökologische Produkte leisten. Und manipulative oder irreführende Werbung kann man einfach durch schärfere Gesetze verhindern.

    Manipulative Werbung und Umweltzerstörtung sind dagegen ein Dauerzustand in sozialistischen Systemen. In diesen Diktaturen wurde das Volk permanent manipuliert (reines Staatsfernsehen, keine freie Presse ...) und die Umwelt zerstört, da für umweltfreundliche Produkte und Produktionsverfahren schlicht das Geld und der Anreiz fehlten.

    Eins muss aber auch gesagt werden: Nicht alles, was Werber machen, ist schlecht. Kampagnen bei Produkteinführungen, Markteintritten usw. sind ja wichtig und sinnvoll. Aber man sollte immer bei der Wahrheit bleiben.