Nachtarbeiter: Lichtscheue Gestalten

Damit morgens die Zeitung im Briefkasten liegt und auf dem Markt frisches Obst angeboten wird, müssen andere nachts schuften. Sechs Nachtarbeiter, von der Schiffsköchin bis zum Schlaflaboranten, erzählen vom regelmäßigen Kampf mit dem Schlaf - und warum sie trotzdem weiter Nachtschichten schieben.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...756309,00.html
  1. #1

    Respekt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Damit morgens die Zeitung im Briefkasten liegt und auf dem Markt frisches Obst angeboten wird, müssen andere nachts schuften. Sechs Nachtarbeiter, von der Schiffsköchin bis zum Schlaflaboranten, erzählen vom regelmäßigen Kampf mit dem Schlaf - und warum sie trotzdem weiter Nachtschichten schieben.

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...756309,00.html
    Ich habe Respekt vor diesen Nachtschichtlern.
    Aus vielfältigen Gründen haben diese sich für Berufe entschieden, die sehr ungünstige Arbeitszeiten, und den daraus resultierenden sozialen Einschränkungen, entschieden haben.

    Sofern die Angaben in diesem Artikel stimmen sollten, kann ich es nicht nachvollziehen, dass ein ungelernter Warenverpacker, noch dazu ohne einen Schulabschluss, mehr verdient, als ein Facharbeiter.

    Zitat:
    Dann geht's los: Ware aus den Lastern laden, in der Halle aufbauen. Und je nach dem, wie viel Obst und Gemüse der Kunde schließlich einkauft, packe ich die Ware dann wieder auf die Euro-Paletten, fahre sie mit dem Gabelstapler zu seinem Sprinter und schleppe alles hinein. Bis Mittags.

    Zitat Ende

    Zitat 2:

    Ich habe keinen Schulabschluss, weil ich in der Schule immer zu viel Mist gebaut habe. Eine Ausbildung habe ich auch nicht. Als ich vor einiger Zeit einen neuen Job suchte, bot mir mein Freund diesen an. Mir blieb nichts anderes übrig als zuzugreifen, es war ein Notfall. Ich hatte keine Lust auf Arbeitslosigkeit, denn ich arbeite gern. Hier verdiene ich 1700 Euro netto, das passt.

    Zitat Ende

    Was erwartet dieser junge Mann, der für seine Ausbildungsverhältnisse, ein mehr als fürstliches Gehalt verdient ?
  2. #2

    Nachtrag

    Es könnte sein, dass dieser Klischee-Erfüllungs-Quotient, Brutto mit Netto verwechselt hat. Dann wäre die Relation wieder hergestellt und Nachsicht vonnöten ...
  3. #3

    Gutmenschensprech

    Angst, dass mir nachts was passieren könnte, habe ich nicht. Klar fahren oft Betrunkene mit, aber die wollen auch nur nach Hause. Problematischer sind Jugendliche in Gruppen. Einer von denen hat sich mal vor mir aufgebäumt, geschrien und mit der Faust auf die Kasse gehauen, als er mir seinen Fahrschein zeigen sollte.
    "Jugendliche" - so nennt man politisch korrekt die Kulturbereicherer heutzutage also.
  4. #4

    Warum gutes Gehalt für einen Ungebildeten?

    Warum soll ein ungelernter guter Arbeiter weniger verdienen als ein gelernter guter Arbeiter? Insbesondere nach jahrelanger Arbeit wird es keinen Unterschied in der Arbeitsleistung mehr geben...
  5. #5

    Im Ansatz ...

    ... richtig, aber für das "Kistenschleppen" 1.700 € Netto ?


    Zitat von Analystik Beitrag anzeigen
    Warum soll ein ungelernter guter Arbeiter weniger verdienen als ein gelernter guter Arbeiter? Insbesondere nach jahrelanger Arbeit wird es keinen Unterschied in der Arbeitsleistung mehr geben...
  6. #6

    t

    Zitat von Tuennemann Beitrag anzeigen
    ... richtig, aber für das "Kistenschleppen" 1.700 € Netto ?
    Na, wenn da mal nicht der Neid hervorbricht. Am besten schreist du noch danach, dass die 25% steuerfreie Nachtzulage abgeschafft wird weil es ja nicht sein kann dass jemand mehr kriegt als du.
  7. #7

    Nachtschichtzulage

    Zitat von loncaros Beitrag anzeigen
    Na, wenn da mal nicht der Neid hervorbricht. Am besten schreist du noch danach, dass die 25% steuerfreie Nachtzulage abgeschafft wird weil es ja nicht sein kann dass jemand mehr kriegt als du.
    Nein, das ist mitnichten Neid. Ich selber bin in einer priviligierten Position. Wie soll ich jungen Menschen beibringen, dass sie ein Leben lang sich qualifizieren müsen, um auf dem Arbeitsmarkt Chancen zu erhalten ?
    Das wirft doch den Ausbildungs - Qualifizierungssinn über den Haufen. Die Schlussfolgerung wäre demnach: wozu noch Aus- und Weiterbildung?

    Die Nachtschichtzulagen für Wechselschichter sollte weiterhin steuerbefreit sein. Nicht jedoch für die Nachtschichtler, die im Wechselschichtbetrieb freiwillig, des Geldes wegen, Dauernachtschicht fahren.
  8. #8

    t

    Zitat von Tuennemann Beitrag anzeigen
    Wie soll ich jungen Menschen beibringen, dass sie ein Leben lang sich qualifizieren müsen, um auf dem Arbeitsmarkt Chancen zu erhalten ?
    .. indem Sie ihnen beibringen, dass sie ansonsten ihr Leben lang solche Knochenjobs wie "Nachts Kistenschleppen in der Großmarkthalle" machen müssen, um einigermaßen über die Runden zu kommen.
  9. #9

    Nachtzulage

    Zitat von Tuennemann Beitrag anzeigen
    Nein, das ist mitnichten Neid. Ich selber bin in einer priviligierten Position. Wie soll ich jungen Menschen beibringen, dass sie ein Leben lang sich qualifizieren müsen, um auf dem Arbeitsmarkt Chancen zu erhalten ?
    Das wirft doch den Ausbildungs - Qualifizierungssinn über den Haufen. Die Schlussfolgerung wäre demnach: wozu noch Aus- und Weiterbildung?

    Die Nachtschichtzulagen für Wechselschichter sollte weiterhin steuerbefreit sein. Nicht jedoch für die Nachtschichtler, die im Wechselschichtbetrieb freiwillig, des Geldes wegen, Dauernachtschicht fahren.

    Der Grund, warum hier in Relation zum Ausbildungsniveau so "gut" verdient wird, ist doch der, dass es sonst keiner machen will. Ähnlich wie in der Entsorgungswirtschaft. Und man sollte bei dem Beispiel "Kistenschlepper" auch bedenken, dass der Mensch nur durch die Zulagen auf dieses Gehalt kommt. Der "normale" Lagerist kann sich gerade mal über 1200/1300 Euro freuen.

    Und wie gesund Nachtarbeit für den Biorhythmus ist, wurde bereits im Artikel erwähnt.