Massenkarambolage bei Rostock: Inferno auf der Autobahn

Mindestens zehn Tote, Dutzende Verletzte: Auf der Autobahn A19 bei Rostock sind rund 80 Wagen ineinander gerast - ein Sandsturm hatte den Fahrern plötzlich die Sicht genommen. Viele Fahrzeuge brannten aus. Überlebende und Rettungskräfte*sind*schockiert.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,755949,00.html
  1. #110

    Anhalteweg !

    Zitat von mk.one Beitrag anzeigen
    Der Sicherheitsabstand ist auf Autobahnen kein anderer als auf jeder anderen Straße. Grundsätzlich gilt: man muss sein Auto in Sichtweite anhalten können. Ob Sandsturm oder Nebel ist irrelevant.

    Bei Tempo 130, gerader Straße und Fahrzeugen, die vor Ihnen auch 130 fahren, müssen Sie mindestens den Abstand einhalten, den Sie während der Reaktionszeit (i.d.R. eine Sekunde) zurücklegen. Das macht 36 Meter. Unter Idealbedingungen. Da dürfen Sie weder eine Sekunde abgelenkt sein noch schlechtere Bremsen als der vor Ihnen Fahrende haben. Deshalb sollte man eher auf 2 Sekunden Abstand halten, was wiederum der Faustregel "halber Tacho" entspricht.
    .
    Zitat von darkcookie Beitrag anzeigen
    Ich bin schockiert. Leute wie Sie machen diese Frage nicht leicht beantwortbar. Der Sandsturm wird von weitem sichtbar gewesen sein. Normal wäre, fast bis zum Stillstand herunterzubremsen, wenn man nichts mehr sieht. Das geht aber nicht, wenn von hinten jemand fast ungebremst angerauscht kommt, weil er das als Restrisiko einschätzt.
    Zitat von richie Beitrag anzeigen
    Als korrekten Sicherheitsabstand können Sie sich bei Trockenheit normalerweise schon so halbwegs auf den halben Tachoabstand beziehen. Viel wichtiger ist jedoch die Geschwindigkeit und die sollte keinesfalls höher als die Sichtweite sein...
    Zitat von Xenier Beitrag anzeigen
    Da müssen schon die "typisch" deutschen Freitags-Geschwindigkeiten im Spiel gewesen sein. So hart das klingen mag, aber ein solcher Unfall wäre bei einem Tempolimit sicher weniger verheerend ausgegangen.
    Zitat von rokokokokotte Beitrag anzeigen
    ...gilt auf deutschen Strassen NUR Eines: Wer zuerst bremst verliert!
    So kann hin und wieder so was passieren wie da jetzt in McPomm.
    Alles schon immer dagewesen, meistens bei Nebel: ungebremst reinhalten und wie ein Lemming dem jeweiligen Vordermann nachplästern.
    Traurig aber wahr!
    Habe hier mal Antworten auf meine Frage gesammelt. Wie groß sollte denn der Abstand bei Tempo 130 sein, um jedes Risiko auszuschließen ?

    Mir zeigen diese Antworten eines, es gibt immer noch Autofahrer die glauben, IHNEN könnte so ein Unfall nie passieren, da SIE immer angepasst fahren.

    Zuerst einmal die korrekte Antwort laut StVO :
    § 4 StVO – Abstand (1) Der Abstand von einem vorausfahrenden Fahrzeug muß in der Regel so groß sein, daß auch dann hinter ihm gehalten werden kann, wenn es plötzlich gebremst wird. Der Vorausfahrende darf nicht ohne zwingenden Grund stark bremsen
    Der Abstand richtet sich nach Örtlichkeit und Lage sowie der Fahrgeschwindigkeit. Ausreichend ist bei normalen Verkehrsverhältnissen die in 1,5 s durchfahrene Strecke. Als Anhaltspunkt kann auch der halbe Tachometerwert dienen. Bei dichtem Verkehr, hohen Geschwindigkeiten und beim Kolonnenfahren ist ein größerer Abstand angemessen.
    Tja, also bei 130 km/h die in 1,5 s durchfahrene Strecke = 55 Meter. Halber Tachoabstand wäre 65 Meter gewesen.

    Ich gehe davon aus, das sie 65 Meter eingehalten haben. Plötzlich sehen sie ein Auto vor dieser Staubwolke stehen. Bei einer sofortigen Gefahrenbremsung würde der Anhalteweg ca. 100 Meter betragen. Ihre Aufprallgeschwindigkeit nach 65 Metern würde immer noch 90 km/h betragen.

    Soviel dazu, was passieren würde wenn sich alle Leute an die StVO hielten. Ich denke gerade die Fahrer, die hier sagen mir könnte dies nicht passieren, da ich immer angepasst fahre, die werden überrascht und handeln dann falsch.
  2. #111

    Alles vernünftige Fahrer hier ... KLASSE !

    Zitat von neue_mitte Beitrag anzeigen

    ???

    Man könnte meinen, erfahrene Autolenker wüssten das. Aber dem nicht nicht so. Und so wird auch auf der Autobahn entgegen aller Vernunft gerast, gedrängelt und allgemein wenig Abstand gehalten. Wer hält schon ungebremst auf eine Sandwand zu, "wird schon gut gehen" oder "Augen zu und durch". Könnte da nicht schon eine Unfallstelle drin sein? Könnte da nicht ein LKW quer stehen, der durch die verlorene Orientierung ohne es zu merken nach links driftete dabei PKW mitnahm?
    Ich denke, es hat kein einziger ungebremst auf diese Sandwand zugehalten, aber vielleicht haben "Unvernünftige" (?) fast bis zum Stillstand abgebremst und sind somit zu einem Hindernis geworden, welchem bei 10 Meter Sicht nicht mehr auszuweichen war. Selbst wenn sie bei 130 km/h 100 Meter vor dieser Wand eine Gefahrenbremsung eingeleitet hätten, würden sie immer noch mit ca. Tempo 20 auf ein 10 Meter vor ihnen stehendes Hindernis aufprallen. Der Fahrer hinter ihnen wäre noch schneller, der nächst ebenso, usw, usw.
    Aber wie schrieben sie doch so schön ... ausrollen lassen ... genau dies hat wahrscheinlich jeder gemacht ... sagen wir mal 300 Meter vorher ... und wieviel Sekunden hätten Sie dann gewartet bis zur Gefahrenbremsung ? 3, 5, 10 ? Wann hätten sie bei sonnigem Wetter diese Situation 100% richtig eingeschätzt ?

    Aber gut, dass es hier vernünftige Autofahrer gibt, die auf Grund ihre angepassten (???) Fahrweise jeder Situation gewachsen sind.
    Diese bleiben dann wahrscheinlich auch auf einer Fahrbahn stehen, was auf der BAB übrigens auch in einem Sandsturm verboten ist. Und selbst auf der Standspur nur mit sichtbaren (!) Hinweisen.

    Wenn hier nur EINER falsch reagiert, und eine Vollbremsung ist menschliche normal, dann ist so ein Unfall nicht zu vermeiden. Auch nicht durch Tempo 100 allgemein.
  3. #112

    Untergangsszenarien flatulieren

    Zitat von derbuchheimer Beitrag anzeigen
    Klimawandel ? Was für ein Klimawandel ?
    Wir haben und hatten in den letzten Wochen ein ausgeglichenes Winterende-Frühling. Aber es ist wieder mal Typisch für bestimmte Leute die gern auf Hysterie machen, ihr Grün-Öko Geseibere loswerden zu wollen. Fehlt nur noch der Satz; Mutter Natur habe zurückgeschlagen...
    Das stimmt was Sie sagen. Dieser sogenannte Klimawandel wird mittlerweile ja auch garnicht mehr in Frage gestellt, sondern fast jede (politische) Gruppierung beruft sich darauf.

    Neulich haben ich - war's der Spiegel ?- einen Bericht gelesen, im dem die Frage behandelt wird, ob Europa doch eher eine Eiszeit droht. Wird da demnächst vielleicht wieder eine (andere) Kuh durch's Dorf gejagt?

    Na ja, hauptsache die Berufsbedenkenträger (allen voran Lehrer und arbeitslose Hobbyphilosophen) können wieder ihre Untergangsszenarien in die Foren flatulieren.
  4. #113

    ??

    Zitat von Act_of_Peace Beitrag anzeigen
    Ich fordere ein sofortiges Verbot von Fahrzeugen und ein sofortiges Verbot von Kanistern mit Treibstoff für diese Fahrzeuge! Denn es kann nicht angehen das das Recht auf Leben über dem der Fahrer der Fahrzeuge steht!

    Wer vergleichende Teile zum realen Geschehen findet darf sich glücklich schätzen nicht dem allgemeinen Wahn zum Opfer gefallen zu sein!
    Was will uns der Autor dieses Geschwurbels denn nun sagen? Machen Sie das bitte nochmal deutlich. Und wieso werden Worthülsen ohne Sinn hier freigegeben?
  5. #114

    Pleitestaat - Haha.

    Zitat von Ursprung Beitrag anzeigen
    ...Diese Untersuchungsergebnisse werden seit Jahrzehnten unter Verschluss gehalten, weil der Staat dann, wenn Landwirte daraus Schadensersatz klagen wuerden, sofort noch mehr pleite sein wuerde.
    Wer jährlich 250 Mrd EUR fuer seinen öffentlichen Dienst ausgeben kann - davon vermutlich 50% Bürohengste - der ist nicht pleite.

    Der gibt seine viele Kohle nur falsch aus.
    Geändert von ( um Uhr)
    Häuser werden nicht auf Sand gebaut und Träume nicht auf Ausreden.
    Du bist der Architekt Deines Lebens. Du bist der Autor Deiner Erfolgsstory - niemand sonst.
  6. #115

    .........

    Zitat von be99y Beitrag anzeigen
    Auch die Agra-industrie fordert Tote, wer hätte das gedacht. Direkt hier in Deutschland.
    In der gegend habe ich schon sehr starke Sandstürme gesehen, der leichte Sandboden kann so gar noch bei Regen stauben.
    So ein Hein oder eine Ackerschutzhecke würde dem ganzen etwas an Schärfe nehmen, wenn auch nicht ganz verhindern können.
    Das der Acker dort öfters am wandern ist ist ja nichts neues.
    Schimpfen Sie nicht auf die "Agrarindustrie".
    Wir befinden uns in der ehemaligen DDR. Damals hieß es wirtschaften lernen von dem großen Bruder - von dem Experiment in Kaschstan. Man schuf die LPGs mit den großen industriellen Feldern - zu bewirtschaften mit den "richtig großen Maschinen". Dazu wurden die heimischen Windschutz-Maßnahmen - etwa die Knicks - beseitigt. Diese "genossenschaftliche Bewirtschaftung" der Felder gibt es noch heute. Das ist halt das Problem.
  7. #116

    Ich denke mal

    manch einer kann nichts dafür,
    weil ihm nämlich ein BMW oder Mercedes von mit 180kmh zusammen
    geschoben hat.
    Wahrscheinlich haben die Radar an Bord.
  8. #117

    Rendite

    Zitat von namlob Beitrag anzeigen
    Schimpfen Sie nicht auf die "Agrarindustrie".
    Wir befinden uns in der ehemaligen DDR. Damals hieß es wirtschaften lernen von dem großen Bruder - von dem Experiment in Kaschstan. Man schuf die LPGs mit den großen industriellen Feldern - zu bewirtschaften mit den "richtig großen Maschinen". Dazu wurden die heimischen Windschutz-Maßnahmen - etwa die Knicks - beseitigt. Diese "genossenschaftliche Bewirtschaftung" der Felder gibt es noch heute. Das ist halt das Problem.
    Es gibt sie "Noch" - weil man das Model - einfach mit grossen Maschinen grosse Flächen bearbeiten zu können so renditegeil fand - und das schlimme -man hat das auch inzwischen in anderen Bereichen Deutschland übernommen, indem man dort ebenfalls Hecken und Trennungen entfernt hat!

    Und da kann man der "Agrar-Industrie" durchaus die Schuld zuweisen - die DDR ist seit nun 20 Jahren Geschichte, es hätten längst neue Hecken und Knicks angeplanzt werden können, und mit diesem Irrsinn von "grosstechnologie" Wahnsinn aufgehört - aber was wird "angeboten" an Maschinen - noch grösser, noch mehr Platzbrauchende ..

    Schuld? Die liegt bei dem der nicht nachdenkt und nur auf die Rendite schaut - ist dummerweise so!
  9. #118

    .......

    Zitat von Silverhair Beitrag anzeigen
    Es gibt sie "Noch" - weil man das Model - einfach mit grossen Maschinen grosse Flächen bearbeiten zu können so renditegeil fand - und das schlimme -man hat das auch inzwischen in anderen Bereichen Deutschland übernommen, indem man dort ebenfalls Hecken und Trennungen entfernt hat!
    ...
    Schuld? Die liegt bei dem der nicht nachdenkt und nur auf die Rendite schaut - ist dummerweise so!
    Korrekt.
    und das dumme, man spricht von "Sandsturm" und meint die Ackerkrume, die fortgeweht wurde.
  10. #119

    Zu schnell, zu dicht, zu aggressiv

    Zitat von Maik2005 Beitrag anzeigen
    Ich bin ganz in der Nähe auf einer Bundesstraße durch einen Sandsturm gefahren und konnte es auch vorhersehen. Ich denke es ist das übliche, übermüdete LKW Fahrer, PKW Wettrennen bei 180 und durchschnittlich 10 cm Sicherheitsabstand.
    Wirklich eine traurige Sache. Die Angehörigen, Freunde, Kollegen aller Betroffenen haben mein und verdienen unser aller Mitgefühl.

    Wie kann so etwas verhindert oder zumindest entschärft werden?

    In den USA wurde nach der so genannten Ölkrise 55mph, also 92 Stundenkilometer Maximum eingeführt, inzwischen auf den meisten Strecken auf 65 mph, ca. 109 km/h gelockert. Und die Strecken in den USA sind allesamt länger.

    In den dicht besiedelten Niederlanden gilt auf der Autobahn 120 km/h.

    Wer schon mal in einem dieser Länder mit dem Auto unterwegs war, weiß: Auch bei dichtem Verkehr steht man nur ganz selten, alles fließt gleichmäßig.

    Nur bei uns gibt es diese aus dem Nichts entstehenden und sich wieder auflösenden Staus. In erster Linie das Ergebnis aus der großen Differenz zwischen dem langsamsten und dem schnellsten Fahrzeug verbunden mit viel zu geringem Abstand, so dass man ständig beschleunigen oder bremsen muss.

    Früher gab es noch diese wunderbare Sendung "Der siebte Sinn" mit Verkehrserziehung und Verkehrswissenschaft für jedermann. Aus Kostengründen eingestellt - da sind jede Menge vermeidbare Autowracks, Verletzte und Tote nur für den Sender billiger.

    Hoffentlich verbreitet sich doch die Erkenntnis, dass man entspannter ankommt, wenn man ruhig mit großem Abstand vorausschauend fährt und dafür Minuten später ankommt.

    C.