Jura-Absolventen: Sklaven der Noten

Juristen sind von Haus aus dünkelhaft: In anderen Fächern spült eine weiche Welle Studenten zu Kuschelzensuren, die Rechtswissenschaften sind beinhart: Nur ein Prädikatsexamen berechtigt zu den schönsten Berufshoffnungen. Wer es nicht schafft, erntet scheele Blicke - oft lebenslänglich.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...753598,00.html
  1. #1

    Scheine falsch studiert zu haben...

    ... oder wie kann es sein, dass in meinem "Kuschelkurs" Informatik im 1. Semester ca. 70% durch Mathe durchgefallen sind und es nur eine einzige "gut" gab ("sehr gut" gar nicht vorhanden)?
    Die dollen Juristen sollen mal von ihrem hohen Ross runter kommen, dass sie so schwer ackern müssen etc. Das müssen viele andere auch! Oder zählt das nicht, wenn man nicht den ganzen Tag im Designeranzug rumläuft?
  2. #2

    Der lähmende Überschuss an Juristen.

    Sarrazin hätte in einem eigenen Kapitel mit erwähnen müssen, dass sich Deutschland massgeblich auch durch den Überschuss an Juristen abschafft.
    Dieselben haben sich schneller vermehrt als die Karnickel in Australien, schieben sich nach Art des PingPong zwischen Legislative und Exekutive die Bälle zu und das staunende Volk blickt noch fassungslos zu ihnen, die ihren Nimbus und Heiligenschein selbst produzieren, auf.
    In der deutschen Kastengesellschaft sind inzwischen die Jurissten die Brahmanen, während die Ingenieure zu Unberührbaren mutiert sind.
  3. #3

    Die anderen sind die Doofen

    Ob Physik oder Geschichte, ob Maschinenbau oder Germanistik: Zwischen 80 und 90 Prozent der Absolventen sind "gut" oder "sehr gut".
    Die Gleichsetzung von Physik, Germanistik und Jura sagt schon alles über den Artikel aus. Da fehlt nur noch eine Aussage wie
    "Wenn man sich die Abbruchquoten wegen nichtbestandener Klausuren in den MINT-Fächern ansieht, sieht man, dass nur minderbemittelte MINT studieren."

    Gibt es einen vielleicht einen Grund, dass es mehr Jura-Absolventen als Mathematiker oder Informatiker gibt? Könnte es vielleicht sein, dass schwache Studenten in den MINT-Fächern kein Dilpom/keinen Master bekommen, während sie in anderen Fachrichtungen einfach eine 4 bekommen? Ich kann nur für mein Informatik-Studium sprechen: Dort saßen nach 2 Semestern noch exakt 10% der Studenten. Die Hälfte ist dann nochmal während des restlichen Studiums weggebrochen - für Juristen (aus dem Quiz:"Aber Juristen scherzen gern selbst darüber, dass sie von Geburt an kein Mathe können, sonst hätten sie ja nicht Jura studiert."): ja, auch wenn nur noch 10% da sind, können noch 50% ihr Studium abbrechen ;-).
  4. #4

    Kuschelzensuren..

    .. gibt es so nicht, zumindest nicht im ingenieurwissenschaftlichen Bereich. Je nach Anspruch der Universität ist auch eine gute BWL-Note mit einigem Aufwand verbunden. Das Leid der Juristen als das höchste darzustellen trifft es nicht ganz, Pharmazeuten, Mediziner und Ingenieure bekommen beileibe auch nichts geschenkt.
  5. #5

    Unsinn!

    In den meisten Fächern an der Universität ist eine drei die ganz normale Note.
    Da Jura häufig wohl von wenig Begabten gewählt wird, braucht man wahrscheinlich Leute mit "Prädikatsexamen", damit man als Richter oder Staatsanwälte wenigstens Leute mit knapp durchschnittlicher Intelligenz hat.
    Man denke nur an unseren hochkompetenten Aussenminister.
    Lächerlich, die Aussage von wegen "Knüppelhart".
  6. #6

    Na, und besonders hinterher haben sie es so schwer. Wenn man sonst keinen Job kriegt, muss man eben das schwere los tragen und ein paar arme Schweine abmahnen, die bei egay ein ungeliebtes Markenshirt versteigern wollen, oder einen Teenager, der auf seinem Geburtstag Musik spielt, ohne Gebüren zu zahlen.
  7. #7

    Rechtsverdreher

    Komischerweise waren die Fächer Arbeitsrecht und Europarecht mit die einfachsten im Ingenieursstudium und dementsprechend auch gut benotet, da man eben "nur" das Gesetz richtig anwenden musste und keine komplexen Zusammenhänge herleiten und/oder zu verstehen brauchte.

    Aber irgendeine Rechtfertigung für die überhöhten Anwaltshonorare muss es ja geben und wenns das schlecht benotete Studium ist.
    Ich sag nur, wer sein Handeln rechtfertigen muss, der hat gegenüber den anderen ein schlechtes Gewissen.

    Müdes Lächeln von einem Ingenieur.
  8. #8

    Denken

    Als Jurist habe ich die ganze Notenskala persönlich kennengelernt, so dass ich in den Augen der einen Prüfer ein juristisches Genie und in den Augen anderer Prüfer ein juristischer Tölpel sein dürfte. Das juristische Bewertungssystem halte ich daher für völlig willkürlich.
    Wenn man originelle Ideen hat, bewertet der eine Korrektor den Lösungsvorschlag hervorragend und der andere Korrektor mangelhaft, weil er möglicherweise selbst den Lösungsansatz nicht verstanden hat. Manche Prüfer interessieren sich für eine vernünftige Rechtschreibung, andere Prüfer beherrschen sie selbst kaum.

    Die Prüferinnen und Prüfer können deshalb Willkür ausüben, weil sie in Ausnahmefällen ihre 18-Punkte-Bestnoten verteilen können, um die von ihnen favorisierten, aber von anderen Prüfern als mangelhaft bewerteten Kandidatinnen und Kandidaten auf das Niveau eines Prädikatsexamen zu hieven. Ein Geschmäckle bleibt schon deshalb, weil viele Juristen aus Familien stammen, in denen schon der Herr Papa oder die Frau Mama als Juristen tätig sind.

    Im Übrigen gibt es zahlreiche juristische Doktores, die ihre Staatsprüfung erst im zweiten oder sogar dritten Anlauf bestanden haben. Danach kräht dann merkwürdigerweise im Beruf kein Hahn mehr, weil es sich gut vertuschen lässt.

    Keinerlei Aussagekraft hat das juristische Bewertungssystem auch deshalb, weil viele Studierende viele Stunden pro Wochen arbeiten müssen, um ihr Studium zu finanzieren, und daher wenig Zeit zum Lernen bzw. Probe-Klausuren-Schreiben haben.

    Ihnen fehlt nur allzu häufig ausreichend Geld für teure juristische Repetitorien, juristische Bücher, juristische Datenbanken und Computer.

    Berufserfahrungen und Chancengleichheit interessieren Prüfer bekanntlich nicht. Mangels Chancengleichheit kann man bis heute keine objektiven Aussagen zur Leistungsfähigkeit der juristischen Absolventen treffen.

    Viele konservative Partner-Anwälte und Staatsbedienstete haben absolut keine Ahnung von dieser Realität und klammern sich daher an die Noten. Ist ja auch so schön einfach, wenn man nicht denken muss.
  9. #9

    HÄÄ?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Juristen sind von Haus aus dünkelhaft: In anderen Fächern spült eine weiche Welle Studenten zu Kuschelzensuren, die Rechtswissenschaften sind beinhart: Nur ein Prädikatsexamen berechtigt zu den schönsten Berufshoffnungen. Wer es nicht schafft, erntet scheele Blicke - oft lebenslänglich.

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...753598,00.html
    Zitat aus dem Artikel:
    Ob Physik oder Geschichte, ob Maschinenbau oder Germanistik: Zwischen 80 und 90 Prozent der Absolventen sind "gut" oder "sehr gut".
    Alleine diese beiden Zitate zeugen von wenig bis keinem Wissen über Studiengänge der Chemie, Physik und der Ingenieurwissenschaften.

    Alleine die Menge der fast nur aus höherer und angewandter Mathematik umfassenden Fachprüfungen, unzähligen Leistungsnachweisen und übergreifenden Pflichtfächern der BWL und Rechtswissenschaften bedeuten harte Studienbedingungen vom Anfang bis zum Ende. Während es in juristischen Studiengängen wenigstens noch kostenpflichtige Seminare bei Professoren gibt, wo die Wahrscheinlichkeit des Bestehens eher zunimmt, stehen Ingenieure ihr ganzes Studium ohne Unterstützung da.

    Ich kam im Schnitt alleine in der Uni auf bis zu 40 Semesterwochenstunden an Vorlesungen, Seminaren und Laborpraktika, ohne die Nacharbeitungszeit der Vorlesungen miteinzurechnen.

    Grund- und Fachpraktikum, Studien- und Diplomarbeit extra.

    Durchfallquote bis Ende Hauptstudium: 75%

    Fazit: kein Wunder, dass heute alle lieber BWL und Jura studieren, stehen die Chancen, ein gutes Gehalt zu verdienen, weitaus besser als bei einem hochqualifizierten Ingenieur.

    Juristen, die so etwas wie diesen Artikel verfassen, beweisen ihr Unwissen über andere Studiengänge.

    Nebenbei: mein Vater ist Jurist, da fällt mir der Vergleich als Ingenieur nicht schwer.