Wie gesund ist Fasten?

Zu viel Essen, zu viel Alkohol, Genuss mit Übertreibung, das ist in Verruf gekommen. Gezielter Verzicht, "Sechs Wochen ohne" und besonders Fasten gehören seit Jahren zum gesünderen Leben. Kontrolliertes Fasten führt zwar nicht zum Traumgewicht auf Dauer, soll aber die Sinne beleben. Kann Fasten Ihrer Meinung nach sogar Spaß machen?
  1. #140

    @Abendrot

    Zitat von Abendrot Beitrag anzeigen
    Interessante Wissenschaftstheorie.
    ;)
    Das ist auch keine Wissenschaftstheorie, nur das Ergebnis einer simplen Beobachtung. Unsere nächsten Verwanten, die Primaten, leben auf den Bäumen, fressen Rohkost und haben schon deshalb keine Zivilisatsionskrankheiten weil sie bei dieser Art der Ernährung keine Zivilisation brauchen. Was mir auch auch auffällt, ist, dass erstaunlicherweise, trotz risikobehafteter Lebensweise und ungesunder Ernährung, immer mehr Menschen immer älter werden und dabei bis ins hohe Alter gesund und mobil bleiben, was man bei den Primaten nicht beobachten kann.
  2. #141

    Zitat von Shivananda Beitrag anzeigen
    Hast ja recht. :)

    Ich meine, es ist leicht über's Fasten herzuziehen ohne es ein paar Mal probiert zu haben.
    Ich muss auch Kettenrauchen nicht ausprobiert haben, um mir darüber ein Urteil bilden zu können.
  3. #142

    Zitat von TvanH Beitrag anzeigen

    Ich habe dreimal gefastet. Einmal fünf Tage, sieben Tage und einmal zehn Tage. Ganz ohne Nahrung und nur Wasser trinken. In den ersten Tagen beim fasten wurde mir etwas kalt und ich habe etwas Kopfschmerzen bekommen welches aber auf das entgiften zurückzuführen ist das der Körper bei so einem Zustand durchmacht.

    Nach .....
    Fettlösliche Umweltgifte können sich tatsächlich allmählich im Fettgewebe anreichern. Solange sie dort gespeichert sind, sind sie für den Organismus unschädlich. Beim extremen Fasten, wenn schnell viel Fettgewebe abgebaut wird, gelangen diese Giftstoffe auch schnell und in hoher Konzentration in den Kreislauf und können die Organe schädigen.

    Im normalen Stoffwechsel entstehen jedoch keine Gifte ("Schlacken"), die sich anreichern würden. Es gibt auch keinen Grund, wieso sie durch Fasten ausgeschieden werden sollten.

    Das Fasten selbst belastet unsere ausführenden Organe sogar zusätzlich mit Stoffwechselgiften: Im Hungerzustand betreibt der Körper Gukoneogenese - als Subtrate verwendet er hier neben dem Glycerin aus dem Abbau der Triglyceride bevorzugt die glukogenen Aminosäuren, die vermehrt aus der Skelettmuskulatur freigesetzt werden. Bei deren Abbau entsteht im hohen Maße das toxische Ammoniak, das in der Leber zu Harnstoff verstoffwechselt wird und durch die Niere ausgeschieden werden muss.

    Aus dem Abbau der Fettsäuren und der ketogenen Aminosäuren aus der Skelettmuskulatur entsteht Acetyl-CoA, und zwar in einer solchen Menge, dass es sich staut und nicht alles über den aeroben Stoffwechselweg (Citratcyklus und Atmungskette) abgebaut werden kann, sondern zu Ketokörpern umgewandelt wird.

    Diese Ketokörper stellen in hoher Konzentration eine weitere Belastung dar, da sie den PH-Wert des Blutes senken, es entsteht eine "Hungerazidose". Metabolische Azidosen können im Extremfall lebensbedrohlich sein.

    Der Kopfschmerz beim Hungern ist übrigens kein Indiz für einen Entgiftungsprozess, sondern Zeichen einer Unterzuckerung. Das Gehirn kann aus Fettsäuren keine Energie gewinnen. Der Organismus braucht jedoch einige Zeit, bis die Glukoneogenese auf Hochtouren läuft.

    Soviel zum Thema Entgiften durch Hungern. Letzendlich erhöhen wir durch Hungern die Mengen schädlicher Stoffwechelprodukte (anstatt Gifte auszuscheiden) und belasten Leber und Nieren.
  4. #143

    Selbstkasteiung

    Zitat von chronotrop Beitrag anzeigen
    [...]Soviel zum Thema Entgiften durch Hungern. Letzendlich erhöhen wir durch Hungern die Mengen schädlicher Stoffwechelprodukte (anstatt Gifte auszuscheiden) und belasten Leber und Nieren.
    Sehr guter Beitrag, der hier so manches euphorische Wunschdenken widerlegt.

    Erwähnt werden sollte noch, dass Fasten ursprünglich ein Notprogramm darstellt, eine zwingende Anpassung an die Gegebenheiten in der Natur, die zwar lebenserhaltend, aber keineswegs "gesund" ist. Ähnlich der Fähigkeit, in lebensbedrohlichen Stresssituationen über die Grenzen der normalen Leistungsfähigkeit hinaus zu wachsen: besser mit (bleibenden) Schäden als tot.

    Erwähnt werden sollte auch, dass das Fasten den Jojo-Effekt der Gewichtszu- und -abnahme weckt oder trainiert. Der euphorischen Fastenkur folgt sehr leicht eine depressive Fresszeit.

    Fasten ist kein Akt der Gesundheitspflege, auch keiner Vorbeugung, sondern ein Versuch der psychischen Hygiene. Niemand käme auf die Idee, Babys oder Kinder zum Fasten zu zwingen (hoffentlich!). Der "Sieg des Geistes über das Fleisch" soll errungen werden. Es fehlen nur noch die Flagellanten, dann ist das quasi religiöse Büßertum perfekt.

    Offensichtlich wird diese psychische Fehlsteuerung u.a. in der Anorexia pubertas, von der mittlerweile ganze Mädchenklassen befallen sind.
  5. #144

    Ich hätte ja nicht gedacht das es ausgerechnet dieses Thema ist, welches mich zu einer Registrierung im Spiegel Forum bringt. :)
    Nun ja, es mag sein das Heilfasten nicht gerade die gesündeste Methode ist um abzunehmen, in meinem Fall war es mir jedenfalls eine grosse Hilfe.
    Im letzten Jahr habe ich zwei Mal (Frühjahr und Herbst) jeweils ca. 12 Tage gefastet. In Verbindung mit Sport (Joggen), Bewegung im Allgemeinen (Fahrrad fahren) und einfach weniger essen habe ich über das Jahr gesehen rund 10 Kilo abgenommen.

    Ich habe immer noch einige Kilos zuviel, die ich alleine durch mehr Bewegung nicht so schnell los werde. Deshalb werde ich in den nächsten Wochen nochmals einige Tage fasten.

    Meine persönliche Erfahrung ist überwiegend positiv. In den ersten zwi Tagen ist man aggressiv, unausgeglichen und der Magen knurrt permanent. Danach fühlt man sich super. Ich hätte niemals gedacht das ich Abends um neun noch so viel Energie habe und mich langweile weil ich keine Arbeiten im Haus mehr zu erledigen habe. Treppen, rauf, runter, Müll rausbringen, Hausarbeiten wie Putzen, Staubsaugen gehen auf einmal super leicht und man hat danach immer noch Energie.

    Man hat außerdem auch viel mehr Zeit zur Verfügung. So kann ich in der Mittagspause Dinge erledigen anstatt die Zeit mit Essen zu verbringen.
    Die einzigen Probleme die ich hatte waren Wadenschmerzen die ich mit Magnesium aber schnell wieder los hatte.
    Ich kann es Jedem nur empfehlen einmal ein paar Tage zu fasten.

    Ach ja, das Gewicht halte ich immer noch. Wenn man an seinen Lebensgewohnheiten nichts ändert, bringt Heilfasten zur Gewichtsabnahme nichts.