Schaden zu viele Polit-Talkshows der Demokratie?

Politik wird heutzutage nicht mehr in Parlament gemacht, sondern im Fernsehen. Politiker halten ihre Reden lieber direkt vor dem TV-Publikum, sprich dem Wahlvolk. Leidet unter dieser Verlautbarungs-Rhetorik nicht allein die Gesprächskultur in den Talkrunden, sondern auch die Demokratie im Lande?
  1. #110

    Theorie und Praxis

    Eigentlich sollten die Medien (vorallem die Presse) eine Säule der Demokratie sein.
    Die Medien schaffen keine unvoreingenommene Aufklärung.
    Solche Sendungen müssen auch unterhalten, Quote bringen, wirtschaftlich sein, etc.
    Daran ist eigentlich nichts auszusetzen, denn das Problem liegt beim bequemen & unmündigen Zuschauer.
    Dem Zuschauer muss etwas geboten werden, also geht's nicht um Fakten.
    Diese Sendungen sind Freizeit, keine harte Politik.
    Es wird auf der Couch über schwerwiegende Beschlüsse theoretisiert, ohne unmittelbare Konsequenzen zu tragen.
    Bequeme Leute sind's in diesem Land.
    Hinzu kommt, dass viele Bürger mit ihren politischen Einschätzungen einfach falsch liegen.
    Genauso wie es z.B. optische Täuschungen gibt, wo 70% der Bürger reinfallen.
    Die Mehrheit hat häufig unrecht! Das ist ein Kernproblem der Demokratie, wo jeder seinen Senf dazugibt.
    Zu jedem Thema gibt es mehr Nicht-Experten, als Experten.
    "Repräsentative Demokratie" ist Lobbydemokratie, und in einer "direkten Demokratie" braucht es derart reife & unvoreingenommene Menschen, welche wir in unserer reizüberfluteten Medienrepublik niemals haben werden.
  2. #111

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Politik wird heutzutage nicht mehr in Parlament gemacht, sondern im Fernsehen. Politiker halten ihre Reden lieber direkt vor dem TV-Publikum, sprich dem Wahlvolk. Leidet unter dieser Verlautbarungs-Rhetorik nicht allein die Gesprächskultur in den Talkrunden, sondern auch die Demokratie im Lande?
    Die Menschen werden ständig beeinflußt. Bei wichtigen Anläßen beispielsweise vor Wahlen, fällt dann des öfteren die Maske und man kann die gewünschte Richtung gut erkennen.

    So geschehen bei der letzten NRW Wahl durch den WDR. Erfolgreich wurden der FDP die nötigen Prozente verschaffft.

    Absolut offensichtlich auch die ständige Kritik an Präsident Putin durch die ARD. Ich erinnere nur an das letzte zurecht geschnittene Interview mit der Störungsmeldung als Höhepunkt.

    So könnte man die Liste endlos fortsetzen.

    Gerade die Tagesschau ist ein gutes Beispiel um das Zusammenspiel von Marketing, Kapital und Öffentlichkeitsarbeit in unserer Staatsform
    deutlich zu machen.
  3. #112

    Schaden zu viele Polit-Talkshows der Demokratie?

    Zitat von Rockker Beitrag anzeigen
    Karl Lauterbach
    Hans-Ulrich Jörges
    Arnulf Baring
    Alice Schwarzer
    Michel Friedmann
    Heiner Geißler
    Peter Scholl-Latour
    Hans-Olaf Henkel...

    hat es, in den letzten 5 Jahren, eine einzige politische Talk-Show gewesen, ohne dass eine der oben genannten Personen dabei war?
    Doch, alle zusammen habe ich noch nicht gesehen, weil ich bei Friedmann, der seine Rauschgift und Nuttenparties abgehalten hat und zu gleicher Zeit die Fürstin Gloria von Thurn und Taxis maßregelte, weil diese auf seine dümmliche Frage, weshalb die Afrikaner soviele Kinder haben, sagt:" Die schnakeln vielleicht gerne!" abschalten.
    Der Clown ist unten durch - einschließlich seiner Frau -.

    Peter Scholl -Latour höre ich gerne zu , weil der Mann das vom Orient hat, was die westlichen Politiker einschließlich Amerika , nicht haben - Sachverstand!

    Olaf Henkel höre ich auch gerne und auch Prof. Arnulf Baring.

    Der Rest kann in die Tonne!
  4. #113

    Schaden zu viele Polit - Talkshows der Demokratie?

    Zitat von Ectorius Beitrag anzeigen
    Die Menschen werden ständig beeinflußt. Bei wichtigen Anläßen beispielsweise vor Wahlen, fällt dann des öfteren die Maske und man kann die gewünschte Richtung gut erkennen.

    So geschehen bei der letzten NRW Wahl durch den WDR. Erfolgreich wurden der FDP die nötigen Prozente verschaffft.

    Absolut offensichtlich auch die ständige Kritik an Präsident Putin durch die ARD. Ich erinnere nur an das letzte zurecht geschnittene Interview mit der Störungsmeldung als Höhepunkt.

    So könnte man die Liste endlos fortsetzen.

    Gerade die Tagesschau ist ein gutes Beispiel um das Zusammenspiel von Marketing, Kapital und Öffentlichkeitsarbeit in unserer Staatsform
    deutlich zu machen.
    Stimme Ihnen zu - insbesondere was die ständige Kritik an Präsident Putin angeht. Weil wir verkommen sind (man nennt da hier Demokratie) müssen uns andere Staaten nicht nacheifern. Ferner werden von den Öffentlich-Rechtlichen auch Claqueure gesucht, die die Meinungen der Ö.-R. stärken sollen.

    Gehört zwar nicht hierher , aber die neuen "Tatort-Sendungen" sind eine Zumutung an Primitivität -seit 2009. Die Fäkaliensprache ist ja extrem eklig und vor allen Dingen wird in den entsprechenden Verwaltungen keinesfalls so ordinär gesprochen. Was haben die denn für einen kopfkranken Schreiber ? Aus der untersten Gosse ,oder wie?
  5. #114

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Politik wird heutzutage nicht mehr in Parlament gemacht, sondern im Fernsehen. Politiker halten ihre Reden lieber direkt vor dem TV-Publikum, sprich dem Wahlvolk. Leidet unter dieser Verlautbarungs-Rhetorik nicht allein die Gesprächskultur in den Talkrunden, sondern auch die Demokratie im Lande?
    Die Talkshows sind so kritisch, wie es das öffentlich-rechtliche Staatsfernsehen gestattet.
    Ich erwarte nichts mehr davon.
    Warum muss ich erst ausländische Zeitungen lesen, um von diesem unbekannten Kerl etwas zu erfahren?:
    http://www.nytimes.com/2013/06/01/wo...ref=world&_r=0

    Die deutschen Medien sollten sich selber reflektieren, sich politisch unabhängig machen und einen Zahn zulegen.
    Internet sei dank, kann man auf Qualitätsprogramme ausweichen (z.B. Al-Jazeera, BBC, etc.).
    Wenn man sich den deutschen Medien ausliefert, ist keine unabhängige Meinungsbildung möglich.
  6. #115

    Ein groooßes Problem

    Als erstes Gesetz Bild hat immer Recht
    Als zweites Gesetz Bild muss alles wissen
    Als drittes Gesetz Bild darf auch alles schreiben

    Ja ein wirklich großes Problem ist da die BILD-Zeitung. Sie ist DER Meinungsmacher.
    Jeder aus der Prominenz oder Politiker, der sich einem Interview der Bild verweigert, wird mit irgend etwas aus dem privatem Leben fertig gemacht. Wehe ein Politiker würde eine Richtigstellung wollen, das 1.2.3. Gesetz greift.
    Was geschieht, wenn jemand es schafft sich durchzusetzen und auch nichts privates mehr geschrieben werden darf, kann an der prominenten Caroline von Monaco sehen, sie findet fast gar nicht mehr statt. So geht es auch den wirklich guten Berichterstattern, oder Politikern.
    Wie hat die Bild es geschafft Fischer auf den "richtigen" Weg zubringen? Es wird ein Steinwerffoto so manipuliert abgedruckt, daß es tatsächlich zu einer Debatte im Bundestages führte.
    Deshalb sieht unser einer auch so manche Politiker nicht in den Talkshows. Die, die wirklich was zu sagen haben und was machen, die haben für sowas keine Zeit. Und wer per Foto nicht sofort erkannt wird, ist für die Bild uninteressant und taucht nicht auf. Wer noch auf Wähler einwirken will, läßt sich von der Bild im knallroten Blazer bei den Flutopfern fotographieren und kommt einmal mehr zu den Polit-Talkshows. Nur mal mit "Gehirn an" gucken, dann könnte man lachen, wenn es nicht so ernst wäre.
  7. #116

    Talkmaster/Moderatoren machen Politik auf Kosten des Gebührenzahlers

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Politik wird heutzutage nicht mehr in Parlament gemacht, sondern im Fernsehen.
    ... von Moderatoren, Talkmastern und Journalisten.

    Diese bemühen sich nicht einmal mehr vor der Kamera ihre politische Couleur zurückzuhalten. So finde ich, dass z.B. Markus Lanz geradezu einen Dauerwahlkampf für die gegenwärtige Koalition macht und dieses Geschenk an die Koalition auf Kosten des Gebührenzahlers geht.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Politiker halten ihre Reden lieber direkt vor dem TV-Publikum, sprich dem Wahlvolk.
    Wo haben Sie das beobachtet? Welcher Politiker - so er denn nicht der gegenwärtigen Regierungskoalition angehört - erhält noch das Wort von Markus Lanz?

    Nur ein Beispiel von vielen: es waren bei Markus Lanz neben anderen Gästen die Grünenpolitikerin Renate Künast der Restauranttester und Unternehmer Christian Rach, der ZDF-Pausenclown Jörg Thadeusz und der Viva-Moderator Tobias Schlegl zu Gast. Lanz ließ die Künast zunächst zu den Plänen der Grünen, eine Vermögenssteuer einzuführen in einem Fragengewitter nicht zu Wort kommen. Gäste mit bestimmter politischer Couleur macht er gerne vor seinem Publikum lächerlich. Während Renate Künast "dran" war - anders kann man es nicht nennen, Dialog fand jedenfalls nicht statt - befragte er Rach und die anderen oben genannten Herren zu der Vermögenssteuer. Die waren vor dieser Drohkulisse nicht in der Lage, offen und ehrlich zu sagen "Vermögenssteuer finde ich gut". Statt dessen setzte der studierte Mathematiker und Unternehmer Rach - mit massiver Unterstützung durch Herrn Lanz - dazu an, eine Aufstellung seiner Vermögensverhältnisse zu machen. Das Ergebnis diese Gestammels sollte als Argument gegen die Vermögenssteuer dienen. Vielmehr gab der Rach als Unternehmer ein trauriges Bild ab. Der war nicht fähig zu einer klaren Vermögensaufstellung. Rach ist als Restauranttester seitdem bei mir unterdurch. Der Mann ist ein Fake.

    Ich denke, die Vermögenssteuer trifft genau in diese Clique hinein. Es kann nicht sein, dass TV-Moderatoren ihre persönlichen Interessen in den Interviews mit Politikern in den Vordergrund stellen.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Leidet unter dieser Verlautbarungs-Rhetorik nicht allein die Gesprächskultur in den Talkrunden, sondern auch die Demokratie im Lande?
    Da die Verlautbarungs-Rhetorik auszuleben nur den Politikern vergönnt ist - bei Markus Lanz z.B. gerne Politiker der FDP (immer gerne gesehen Wolfgang Kubicki, vor und nach Wahlkämpfen) - die sich mit den Moderatoren die politische Couleur teilen (teilen ist angesagt derzeit) , Peer Steinbrück gehört derzeit nicht zu dem erlauchten Kreis, sehe ich nicht nur die Demokratie gefährdet, sondern sehe das Gebührensystem der öffentlich-rechtlichen Sender in Frage gestellt bzw. missbraucht.