Extremsport-Drama*"127 Hours": Das*tapfere Abschneiderlein

Sterben oder sich selbst verstümmeln? Regisseur Danny Boyle hat mit "127 Hours" die wahre Geschichte eines Mannes verfilmt, der sich mit einem Taschenmesser seinen eigenen Arm abtrennen muss, um zu überleben - ein*grandioses Drama über die Macht des menschlichen Willens.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,746321,00.html
  1. #30

    Es ist doch alles so klar, oder?

    Zitat von sinta Beitrag anzeigen
    Dieser Film ist ja keine ausgedachte Geschichte - da würde ich mich auch ärgern, wenn mir das Ende schon vorab erzählt werden würde, aber so? Ne ...
    Überlegen sie mal, ob sie bei irgendeinem dieser Filme das Ende kannten: Billy Elliot, Apollo 13, Cool Runnings, Sieben Jahre in Tibet, Schindlers Liste, Aviator, Blow, Casino, Erin Brokovich, Monster, Open Water, Catch Me If You Can, München, Papillon etc.
    Wenn nein, wie seltsam, denn die Hintergrundgeschichten waren mir jedenfalls sowas von bekannt bekannt...
  2. #31

    .-

    Habe den Film gestern gesehen und bin begeistert von der Umsetzung. Und ja: ich kannte die Geschichte und ich wusste, wie sie ausgeht. In diesem Film geht es ja auch weniger um die Story, sondern um die Herausforderung die Handlung über zwei Drittel des Films in einer Felsspalte spielen zu lassen und trotzdem den Zuschauer zu fesseln. Das ist Boyle zweifelsohne gelungen und die Amputationsszene ist etwas, das ich in einer solchen Intensität selten gesehen habe. Und damit meine ich nicht den Splatter-Faktor. Kann den Streifen nur empfehlen.
    Ach ja, diejenigen unter Ihnen, die Ralston wegen seines Leichtsinns und der pekuniären Ausnutzung seines Unfalls verurteilen: Es steht am Ende jedem frei, ob ihn die Geschichte so sehr interessiert, dass er sich das Buch kauft, oder den Film anschaut. Ralston hat am Ende etwas zu bieten, für das es einen Markt gibt, von daher ist Neid (und etwas anderes ist es m.E. nicht) hier nicht angebracht.
  3. #32

    Sensibilität

    Also ich fand das ja damls schon doof, das mir jemand bei Titanic das Ende verraten hat - ich dachte die Amis kommen mit Hubschrauber und Panzer um Ertrunkene zu retten.
    Wer in Bezug auf das Ende bei 127 Hours von Sensibiltät von Filmfans spricht, hat meines Erachtens den Film nicht verstanden. Den der Film ist ja -auch wenn man das Ende weiß sehr sensibel gestaltet.
    Und beim Film im Allgemeinen geht es nicht immer um das Ende.ein Film kann auch bei einer bekannten Geschichte noch immer Spannung bieten, außerdem kommt hinzu das Film nicht nur immer um die Geschihte selbst geht. Die Schauspieler Ausstatung, Optik,Farbe Schnitt, Musik spielen auch eine Rolle.
    Film ist VISUELL; Leute!Und nichts anderes.
    Und 127 ist visuell. Gerade Schnitt und Musik erzeugen bei 127 Hours eine Spannung.Nicht zu vergessen die Landschaft ist auch ein Spannungsfaktor.
    Es gibt Geschichten, die sind von Anfang an Spannend, auch gerade deshalb, weil ich weiß wie die Geschichte ausgeht. Erzeugt es nicht oft Herzklopfen zu verfolgen, wie sich die Personen in bestimmten Situationen verhalten.127 hours ist genau so ein Film(Denkanstoß: Ein Film, von dem ich weiß, wer zum Beispiel der Mörder ist kann trotzdem spannend sein, wie verhält sich der Mörder usw...)
    Es gibt sicherlich Filme, die würden das Filmerlebnis schmälern, wüßte ich, wie es ausgeht- aber das bei 127 Hours überhaupt nicht der Fall. Vielleicht bei Black Swan, da sollte bitte keiner das Ende verraten-auch wenn is im Laufe des Film immer mehr zu erahnen ist(gerade wer z. b The Wrestler gesehn hat)

    Alle die hier darüber schimpfen, das bei 127 Hours das Ende veraten wird, muß ich fragen, habt ihr noch nie einen Film 2 oder mehrmals gesehn, da wußtet ihr ja auch noch wie es ausgeht,?Habt ihr noch nie eine romatische Komödie gesehn- da bekommen sie sich auch immer die Liebenden(leider wird da nie verraten ob sie glücklich werden, wieviel Kinder sie haben usw...) Habt ihr nie eine Biographie gesehen(oder gelesen)
    Wer einen Film versteht ! weiß schon ganz genau, WANN eine Ende zu verraten ist, wann nicht.
    ENDE
  4. #33

    Zitat von efohy Beitrag anzeigen
    Meiner Meinung nach einer der besten US-Filme der vergangenen Jahre. In der Tat schade, fuer alle, die die Story nicht kennen, dass der Ausgang durch den Titel vorweggenommen wird. Das schafft der Film naemlich, die Spannung zu halten und den (unwissenden) Zuschauer ueber den Ausgang im Ungewissen zu lassen.
    Tipp: moeglichst in der Original-Version anschauen. Durch die Synchronisierung kommt Ralstom in der Tat ueberheblich daher. Ist im Englischen viel authentischer, finde ich.
    Da kann ich nur zustimmen. Auch WENN man den Ausgang des Films kennt (so wie ich - lebe in London, die Story wurde in der britischen Presse breitgetreten), trotzdem schafft es der Film, die Spannung zu halten; die Dramaturgie, Schnitt und Kameraarbeit sind exzellent. Die Filmmusik ist grandios, die Performance von James Franco sehr gut (obwohl auch ich glaube, dass der Oscar an Colin Firth gehen wird...) - alles in allem ein guter Film, nicht so gut wie "King's Speech" oder "Black Swan", trotzdem ein typischer Boyle-Film...

    Und ja: Schaut den Film im englischen Original, der deutsche Synchrondarsteller war wohl nicht gut gecastet.

    SPON's Titel "Das tapfere Abschneiderlein" ist allerdings wohl ein bisschen laecherlich....
  5. #34

    .

    Brillant in jeder Hinsicht ist das Ende. Das Abseilen und das Trinken an der Wasserstellen ohne jede musikalische Untermalung. Dann aber als Aron von der Wasserstelle aufbricht, holpert Sigur Ros' Gigant-Song "Festival" los. Und auch wenn Aron noch 13 km vor sich hat, wird selbst dem letzten Zuschauer klar, dass dieser Irre auch nach 50 oder 100 km noch weiter laufen wird, bis er es endlich geschafft hat. Und dann sieht er diese drei verschwommenen Gestalten, denen er wie ein Wahnsinniger zuruft und der Song explodiert: "Ich bin Aron Ralston. [...] Heute morgen hab' ich mir den Arm abgeschnitten." Und weiter geht's. "Sie sollten sich erst mal ausruhen." Aron: "Nein. Ich muss weiter."
    Fantastisch in Szene gesetzt. Untermalt von der denkbar besten Musik.
  6. #35

    optional

    Die "Spoiler"-Schreihälse, die in jeder Filmkritik anderen ihre absurde Weltsicht aufdrängen wollen und Zensur für Filmkritiker fordern, sind unglaubliche Nervensägen - und bestenfalls zu bedauern: Die armen Würstchen sind unfähig zur intellektuellen Abstraktion (können eine 2-stündige Handlung nicht genießen, weil sie 2 Sekunden vom Ende wissen)) und können damit wohl auch keine Filme ansehen, die auf bekannten Büchern oder Sagen beruhen, können keine Historienfilme oder Kriegsfilme sehen (oder zittert ihr mit, wer wohl den Krieg am Ende gewonnen hat?), keine Biografien, keine Neuverfilmungen ..etc.. - Damit fallen also 85% aller Filme weg. Und besonders helle ist die "Spoiler"-Fraktion wohl auch nicht, schließlich können intelligente Filmfreunde praktisch (auch ohne etwas über den Film zu wissen) bei jedem zweiten Film das Ende problemlos voraussagen.

    P.S: Speziell bei diesem Film finde ich es sogar verantwortungslos, Menschen auf den Film scharf zu machen, ohne vor dieser drastischen Szene zu warnen.