Schulwahl - Alles reine Elternsache?

Die Entscheidung über die Schulausbildung der Kinder nach der Grundschule ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Oft können Eltern frei entscheiden, ob ihre Kinder ein Gymnasium besuchen sollen - auch gegen die Empfehlung der Lehrer. Sollen Eltern künftig das alleinige Recht auf die Schulwahl für Ihre Kinder haben? Können Prüfungen dies besser entscheiden? Oder soll die jeweilige Empfehlung der Grundschule bindend sein?
  1. #1030

    Zitat von jinky
    Vorher sollte man aber sicherstellen, daß das Kind nicht zufällig Linkshänder ist.

    Das kann aber auch in öffentlichen Schulen zum Problem werden.

    Die KL unseres Sohnes äußerte sich zu seiner Linkshändigkeit wie folgt: Das ist ja tatsächlich ein schlimmes Problem, dass Ihr Sohn Linkshänder ist. Mit welcher Hand macht er dann beim Beten das Kreuzzeichen?
  2. #1031

    Zitat von jinky
    Wie es scheint, schon. Als Ehefrau eines Umerziehungsopfers verstehe ich diesbezüglich relativ wenig Spaß ;-)
    Ich dachte, daß das Problem der Umerziehung seit mindestens dreißig Jahren nicht mehr besteht (die Linkshänder in meiner Familie wurden nicht umerzogen).
    Gruß
    Naughty Dwarf
  3. #1032

    Zitat von naughty dwarf
    Ich dachte, daß das Problem der Umerziehung seit mindestens dreißig Jahren nicht mehr besteht (die Linkshänder in meiner Familie wurden nicht umerzogen).
    Gruß
    Naughty Dwarf
    Ich dachte auch, dass dies Zeiten vorbei sind. Vielleicht ist aber die Ehefrau des Verfassers älter als 36? Obwohl, mein Freund ist auch noch nicht so alt, und er wurde auch umerzogen....

    Meine Mutter ist auch ein Umerzogene, bei ihr ist es echt interessant zu beobachten, wie sie mit der rechten Hand schreibt, alles andere, Flaschen öffnen, etwas umrühren etc. mit der linken Hand macht.
  4. #1033

    Zitat von R.Schenn
    Oh, oh, ich begebe mich hier auf sehr gefährliches Terrain, manche Forumteilnehmer "argumentieren" gerne mit dem Satz, "Sie haben ja keine Ahnung".
    Ich weiss es wirklich nicht. Meine Mutter meint, die steigende Zahl von legasthenischen Kinder kommt vom schlechten Lese-und Schreiblernmethoden.

    Wir hatten mal eine Bekanntin, derren Sohn nach der 1. Klasse noch nicht richtig schreiben konnte. Lesen schon, da hatte er keine Probleme, bloss mit Schreiben. Ihre Mutter hat sich in den Sommerferien mit ihm hingesetzt, und ihm nach den traditionellen Methoden das Schreiben beigebracht. 2 Monate später hatte er keine Probleme mehr.

    Und bevor jetzt alle aufschreien, dass das ja ein Beweis ist, wie schlecht die deutschen Schulen wären etc. etc. : es war in Ungarn.
    Stimme mit Ihnen total zu. Dazu kommt auch, denke ich, dass Kinder in unterschiedlichen Ältern reifen und manche (Frühreifer) mit schlimmen Lernmethoden oder mit gar keinen Lernmethoden klar kommen. z.B hatte ich, obwohl mir niemand das Lesen beibrachte bevor ich zu Schule ging, nach die ersten 2 Wochen von der Grundschule alle Bücher im Klassenzimmer durchgelesen. Es brauchte nur ein bisschen Unterricht und "klick", es war als ob ein Licht in meinem Gehirn angeschaltet war.

    Ich arbeite auf einem langen Beitrag zu ihren 10 Punkten. Bis bald! (Herr Schenn, wenn Sie noch im Lehrerstudium sind, bedeutet dass, das Sie doch junger als ich sind und ich dir "du" anbieten kann?)
  5. #1034

    Zitat von R.Schenn
    Doch, gerade darum geht es. Heimunterricht, die wir hier bislang nicht haben, würde erhebliche Kosten verursachen. Jede einzelne Antrag auf Heimbeschulung musste gesonder geprüft werden. Förderkurse für die Eltern mussten organisiert werden. Die jährliche Prüfung der heimbeschulten Kinder musste stattfinden etc. etc. Und das alles, obwohl von Heimunterricht mit allergrösste Wahrscheinlichkeit nur eine ganz kleine Anzahl von Kinder Gebrauch machen würden. Heimunterricht sollte also wirklich nur dann geben, wenn erstens, es bewiesen worden ist, dass es den Kindern nicht schadet (was bislang nicht geschehen ist) zweitens bewiesen worden ist, dass es für manche Kinder besser ist als Schule (was bisher auch nicht geschehen ist).
    Wenn es in den anderen Ländern wo Heimunterricht praktiziert ist nicht so ist, wie Sie prognostizieren, dann warum soll es in Deutschland passieren?

    Die tschechische Regierung scheint zu glauben, dass Heimunterricht bewiesen ist, da sie nach einem Pilotprojekt Heimunterricht in 2004 legalisierte.

    Aus dem tschechischen Schulgesetz -

    §41(3) Die Schulleitung soll individuelle Unterweisung genehmigen, wenn:
    c) die unterrichtende Person den Schulabschluss einer weiterführenden Schule hat
    (Das bedeutet high school education, Leute).

    Heimunterricht ist auch in Ungarn legal. Aus ein Artikel

    "The Hungarian laws allow parents to teach their children at home as private school students. They are required to generally follow the state curriculum and have their children examined twice a year. At this stage, homeschoolers must first enroll into a state school and then ask for the special private student status. This status is always granted at the request of the parents. Parents are free to teach at home whatever they want outside of the state curriculum. HHSA is working to create it's own curriculum for all grade levels."
  6. #1035

    Zitat von scatty
    Ich arbeite auf einem langen Beitrag zu ihren 10 Punkten. Bis bald! (Herr Schenn, wenn Sie noch im Lehrerstudium sind, bedeutet dass, das Sie doch junger als ich sind und ich dir "du" anbieten kann?)
    Hallo,

    1. Frau Schenn (Reka)
    2. Juristin (bei uns gibt es auch ein Referendariat)
    3. vielen Dank, ich nehme das "Du" gerne an:)

    Reka
  7. #1036

    sorry

    Zitat von R.Schenn
    Hallo,

    1. Frau Schenn (Reka)
    2. Juristin (bei uns gibt es auch ein Referendariat)
    3. vielen Dank, ich nehme das "Du" gerne an:)

    Reka
    Tschuldigung, ich las nach meinem posting etwas anders von dir, (wo du auf deinem Freund deutetest), und dachte dann oops, scheint eine sie zu sein.
  8. #1037

    Zitat von scatty
    Tschuldigung, ich las nach meinem posting etwas anders von dir, (wo du auf deinem Freund deutetest), und dachte dann oops, scheint eine sie zu sein.
    Kein Problem. Ich habe heute einen Anruf von meiner Bank bekommen, wo ich schon seit Jahren bin, und die fragten dann auch nach Herr Reka Schenn.

    Obwohl meiner Meinung nach Reka eher weiblich anhört, aber was solls?
  9. #1038

    Gründe für Heimunterricht

    Zitat von R.Schenn

    2.Behinderung, Leistungsstörung: soweit ich weiss gibt es für diese Fälle extra ausgebildete Lehrkräfte. Wie sollen bitte Eltern, ohne jegliche Qualifikation und Erfahrung in diesem Bereich ihre, sowieso schon "teilleistungsgestörte" Kinder alleine unterrichten?

    3. ADHS?????? ADHS ist meiner Meinung nach eine Erfindung der Eltern, die mit ihren Kinder einfach überfordert sind und nicht in der Lage sie zu erziehen. ADHS hat, nach dem Syptomen her wirklich jedes Kind.

    4. Schulangst, Schulphobie?????? Welches Kind mag schon die Schule? Wer von uns ist wirklich gerne in die Schule gegangen? Die meisten nicht, wir haben es trotzdem getan, weil wir nur in diesem Wege die, für später genötigtes Wissen sammeln könnten. Nach Ihren System könnte also jedes Elternpaar, ohne jegliche Kontrolle, die Kinder aus der Schule nehmen und daheim so unterrichten wie sie es wollten, denn jedes Kind hat "Schulangst"!!!!

    5. Unfähige Lehrer: das ist ja super, und wer entscheidet darüber, ob die Lehrer unfähig sind. Etwa die Eltern????

    6. Entfernung zur nächsten Privatschule: in Deutschland gibt es eine völlig ausreichende Versorgung mit Schulen. Wer die Kinder nicht in den nächstgelegenen Schule schicken möchte muss es eben in Kauf nehmen, dass die Kinder eben einen längeren Hinfahrt haben. Ich damals wohnte auch weit von der Schule weg: 1 bis 1 1/2 mit Bus und U-Bahn, es hat mich aber auch nicht umgebracht.

    7. Multilingualität: was hat das denn mit der Schule zu tun? Auch Multilinguale Kiner müssen schreiben, lesen, rechnen etc. lernen, und das können sie am besten in der Schule. Die Eltern können dann daheim die anderen Sprachen gerne weiterfördern.

    8.drohende Verwahrlosung/Vereinsamung in anonym empfundener Klasse: wie bitte???? Das Kind ist erstmal nicht in der Lage, sich in einer Gemeinschaft einzufügen (was es aber in späteren Leben eben können MUSS), dann nehmen wir es von der Schule, denn daheim beim Mami und Papi lernt es bestimmt besser.

    9.ständiges Interesse nach mehr: dafür sind Bücher da.
    2. Ich kannte ein Mädchen in Südafrika, die von ihrer Mutter von der Schule rausgenommen wurde, weil die Schule meinte, es hätte Leistungsstörung und soll in eine "special school für Lernbehinderten". Nach 2 Jahre Unterricht Zuhause meinte die Schulbehörden, nachdem das Mädchen getestet wurde, es sei begabt und auf so ein höhes Niveau, das es in die Schule gehen soll, weil die Mutter es alleine nicht ausreichend fördern könnte.

    3. Ich denke auch, dass ADHS überdiagnostiziert sei, aber es sind doch Kinder, die wirklich auffälig sind und es schwieriger finden, in der schule stillzusitzen.
  10. #1039

    4 bis 8

    4. Sie haben wirklich nicht von Schülern gehört, die so einem starken Schulangst haben, dass sie sich umbringen?
    Ausserdem gibt es viele andere Wege, nötiges Wissen zu sammeln. Aber Sie scheinen von ihren Lehrstudium so eine Hirnwasche zu haben, dass Sie das nicht verstehen können.

    "Selbstmord ist bei Jugendlichen in Deutschland nach dem Unfalltod im Straßenverkehr die zweithäufigste Todesursache. Im Durchschnitt unternehmen täglich 40 Jugendliche in Deutschland einen Selbstmordversuch, und drei von ihnen sterben dabei. Eine Studie der Universität Bremen, bei der Jugendliche im Alter von zwölf bis siebzehn Jahren an 36 Bremer Schulen befragt wurden, brachte kürzlich ans Licht, dass jeder zehnte Schüler zumindest schon einmal an Selbstmord gedacht hat.

    Andere Untersuchungen, die ergeben haben, dass Schüler wesentlich öfter Selbstmord begehen als gleichaltrige Auszubildende oder Arbeiter, verweisen besonders eindringlich darauf, dass das schulische System in der Bundesrepublik eine Mitverantwortung für die hohe Selbstmordquote unter jungen Menschen trägt."

    http://www.wsws.org/de/2002/jun2002/Esse-j21.shtml

    5. Eltern können ganz gut schätzen, ob Lehrer fähig sind oder nicht, auch wenn sie selbst keine Lehrausbildung haben. Ein schlechter Lehrer kann einem Kind mal die ganze Schullaufbahn verderben. Hier ein Beispiel aus meinem Leben. In der dritten Klasse hatte ich eine Mathe Lehrerin die furchtbar war. Sie hiess Mrs Small und wir nannten sie Mrs Smaug, nach Smaug den Drachen aus Tolkiens The Hobbit (das unsere nette, junge Klassenlehrerin uns jeden Tag vorlas). Mathe wurde für mich zu einer angsterregenden Qual. Bis in die 11. Klasse, glaubte ich, dass ich schlecht in Mathe war. Obwohl ich inzwischen meistens mittelmässige Lehrerinnen hatte, war es nur als in meinem zweitletztem Schuljahr dass Mr Phillips unser Lehrer wurde, dass ich anfing, an meinen mathematischen Fähigkeiten zu glauben und, durch viele selbständige Arbeit und seine Leidenschaft für Mathe, sie als interessant zu betrachten.

    Homeschooler können ihre Lehrer auswählen (ja, die Lehrer sind nicht nur die eigenen Eltern). In Südafrika sind gute Lehrer als Nachhilfe befragt. Ein junger Homeschooler (wird in Dez. 14 Jahre alt), den ich dort kenne, geht 2 Mal in der Woche zu einer Nachhilfeprogramme von Kumon Maths und arbeitet dann jeden Tag selbständig an seinen Matheübungen für 10 bis 30 Minuten. Er ist nicht besonders begabt, aber ist schon weit vorne in vergleich zu den meisten Schulkindern. Das gleiche gilt für seiner 10-jährigen Schwester.

    6. Es hat Sie nicht umgebracht, aber was für eine Zeitverschwendung (meiner Meinung nach – ich hatte auch einen langen Schulweg). Meine Kinder finden es echt schön, keinen Schulweg zu haben.

    7. In meinem Fall würde ich sagen, das die Schule meine Multilinguität schadete. Ich bin englischsprachig, ging aber in einem Afrikaans-sprachigen Kindergarten. Bis ich in die Schule ging, beherrschte ich perfekt beide Sprachen. In der Schule (englischsprachig) wurde Afrikaans so langweilig unterricht und mit ganz trockenen Textbücher, dass ich anfing,die Sprache zu hassen. Meine Erfahrung ist keine Seltenheit. Eine Mutter von einer Homeschoolerin in Hessen erzählte mir, ihre Tochter wäre schockiert als eine Freundin (die zur Schule geht) ihr erzählte, sie hasse Englisch.

    8. Ich kann nicht verstehen, warum es behauptet wird, ein Kind in einen Haufen Gleichaltrigen zu schmeissen bereite es auf die Gesellschaft. (Ja, eigentlich kann ich das verstehen, meinte mal auch so aber jetzt sehe ich das anders.)
    Zu diesem Thema würde ich dieses Buch empfehlen.
    http://www.amazon.de/Unsere-brauchen...UTF8&s=gateway