Lobbyschlacht um Energiekonzept: Hausbesitzer fürchten teuren Sanierungszwang

Deutschland steht vor einer Heiz-Revolution: Als zentralen Teil ihres Energiekonzepts will die Regierung Millionen Häuser sanieren lassen. Solarfirmen und Handwerker wittern ein Milliardengeschäft - doch für die Verbraucher wird die Ökorepublik teuer.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...716337,00.html
  1. #10

    EnEV 2007, 2009, 2012, 2015? ... Raumstation Heimat

    Auch die EU hat längst rabiate Ideen zum Energieverbrauch umgesetzt.

    Und der nationale Gesetzgeber bringt in Häppchen das Desaster in Verordnungsform rüber.

    Wir benötigen aber tatsächlich einen breite gesellschaftliche Diskussion darüber wie wir in den nächsten min. 50 Jahren wohnen möchten und können.
    Passivhäuser und ähnlich bedeuten kleine Raumstationen mit Belüftung per passiven aber meist auch Wärmetauschern mit Wärmepumpe. Das sind übrigens locker 15-40.000 MW mehr elk, Strombedarf oder +1/3 bis +2/3 vs. heute und nirgends eingeplant. Dazu noch E-Heizstäbe für Extremkälte ... das Ende unserer Stromversorgung.

    Man kann Häuser auf etwa 35-70 kWh/m2 bringen ohne dass man sie signifikant anders bewohnen muß wie heutigen Gebäudebestand. Das liese sich per Kraft-Wärme-Kopplung = Nah-Fernwärme oder Eigenerzeugung gut umsetzen.

    Es geht Immobilien die Perspektiven 2025-2075 benötigen - und nicht um irgendwelche Sanierungsspiele der nächsten Wahlperioden. Und da ist der Altbestand an Gebäuden zu 3/4 sanierungebedürftig.
    Und wenn in einem eiskalten Winter die Energie für Heizung bzw- das Geld für Heizkosten ausgeht ruinieren die Frostschäden ggf. Millionen Immobilien innerhalb von Tagen.

    Es fehlt ein gesellschaftlich einvernehmliches Zielszenarium für die Republik und Europa. Und dass könnte dann 2011 - 2050 stückweise umgesetzt werden.

    Unsere heutigen Immobilen sind unsaniert schrottreif was leider bisher kaum jemand realisiert hat. Da ist eine Veränderung epochaler Dimension im Land nötig.
    Aber nicht heimlich schrittweise und eigentlich ziellos.
  2. #11

    Erhöhung der Energiepreise statt Einzelvorschriften

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutschland steht vor einer Heiz-Revolution: Als zentralen Teil ihres Energiekonzepts will die Regierung Millionen Häuser sanieren lassen. Solarfirmen und Handwerker wittern ein Milliardengeschäft - doch für die Verbraucher wird die Ökorepublik teuer.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...716337,00.html
    Wenn das so kommt, wie es der Artikel andeutet, gründe ich erstmals im Leben eine Bürgeriniative oder trete einer solchen bei.

    Die in Deutschland unüberschaubare Zahl von Einzelregelungen im Energiebereich ließe sich auf einen Schlag reduzieren, indem man schlicht Einfluss auf eine Erhöhung der Energiepreise nähme - unabhängig vom konkreten Verwendungszweck dieser Energie. Durch eine Co2-neutrale Besteuerung von Energie oder die konsequente Belastung durch den Handel mit Emissionszertifikaten ließen sich ökonomisch effiziente Einsparungen erzielen, ohne dem einzelnen Autofahrer oder Hausbesitzer genaue Investitionen vorzuschreiben, diese zu überwachen u. ggf. zu sanktionieren.
  3. #12

    Neue Paragrafenflut im Steuerrecht............

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutschland steht vor einer Heiz-Revolution: Als zentralen Teil ihres Energiekonzepts will die Regierung Millionen Häuser sanieren lassen. Solarfirmen und Handwerker wittern ein Milliardengeschäft - doch für die Verbraucher wird die Ökorepublik teuer.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...716337,00.html
    ......viel Arbeit für die Gerichte, steigende Mieten, Frust und Ärger vorprogrammiert.
    Das ganze bei sinkenden Immobilienpreisen.

    Wie wäre es denn, das ganze freiwillig zu stellen, zinslose Kredite einzurichten und Aufwendungen in einem einfachen Verfahren steuerlich abzugsfähig zu machen?
  4. #13

    Unglaublich!

    Diese Herrschaften sind allesamt vom Affen gebissen! Ja glauben die denn das Geld liegt auf der Strasse? Soviel Irrsinn wie die verzapfen geht auf keine Kuhhaut.
    Die sollten allesamt ohne einen Cent auf die Strasse gejagt werden damit der Mob sich mit ihnen beschäftigen kann.

    Demokratie Ade, DDR und Diktatur willkommen.
  5. #14

    xxx

    Zitat von juergw. Beitrag anzeigen
    Und was ist mit den tausenden öffendlichen Gebäuden ? Ausnahmeregelung wegen Geldmangel ??
    Wieso Geldmangel ? Der Staat kann ja die Steuern erhöhen. Die Hausbesitzer dürfen dann in zwei Richtungen bezahlen.
  6. #15

    man kann Kühe nicht melken und schlachten

    Zitat von Python Beitrag anzeigen
    Ich wünsche allen Deutschen, die noch in Deutschland leben, viel Freude bei der schönen neuen Energiezukunft.
    Ja, auch ich würde gerne so schnell wie möglich hier raus.

    So sehr ich dafür bin, etwas für die Energieeinsparung zu tun und damit Emissionen zu vermeiden, so sehr fällt mir auf, daß die Leute mit den unterschiedlichsten Abgaben und Steuern zugesch..en werden und dann von dem kläglichen Netto teure Investitionen zum Wohle des Klimas, der Wirtschaft und der Handwerkerschaft tätigen sollen.
    So, wie sich Klein-Merkel das vorstellt, funktioniert die Wirtschaftswelt aber nicht.
  7. #16

    teurer Sanierungszwang

    Zum Teil wird die Frage aufkommen, ob es billiger ist gegen die Auflagen des Denkmalschutzes zu verstoßen oder gegen die Energieeinsparverordnung. So super Solar und Co. sein mögen, am Ende wird gemacht was sich rechnet. Man muss also ggf. die Fördermittel gegen Strafzahlungen aufrechnen. In Gegenden mit Wohnungsüberangebot oder Leerstand wegen schwindender Bevölkerung könnte auch der ein oder andere Hausbesitzer ins Grübeln kommen und die Idee des warmen Abrisses näher ins Auge fassen. Zu verdenken wäre es niemandem.
  8. #17

    Süsser die Kassen nie klingeln

    Das Ganze ist eine getarnte Erbschafts- und Ökosteuer. Wenn das Ganze umgesetzt wird ohne dass Eigentümern in Form von Steuervergünstigung und/oder massiven Zuschüssen unter die Arme gegriffen wird, klappt der Markt für gebrauchte Immobilien zusammen. Jeder der sich ein altes Haus zulegen will wird vom geforderten Kaufpreis erst einmal direkt die erforderliche Investionssumme abziehen. Viel bleibt dann nicht mehr für "Oma ihr klein Häuschen übrig". Die hoffnungsfrohen Erben werden sich erstaunt die Augen reiben wieviel bei dem "Deal" für sie herausspringt.

    Durch energieeffiziente Sanierung steigt der Wert des Hauses erheblich. Wie gut, dass mit der neuen Grundsteuerreform die Grundsteuer demnächst nach dem aktuellen Wert des Hauses und nicht nach dem Einheitswert von Anno tuc-tuc berechnet wird. Auch hier klingeln wieder fröhlich die Kassen, nur nicht die der Eigt. und Mieter.

    Wenn dann, last but not least, die Sanierungskosten voll auf die Kaltmieten umgelegt werden können, werden vor allem in den Ballungsräumen die Mieten explodieren. Was macht man dann mit Bewohnern von bisher günstigen Altbauten und Mietskasernen. Diese Bevölkersschicht ist finanziell ohnehin am Limit. Wird dann für diese Bevölkerungsschicht das Wohngeld/Transferleistungen erhöht oder müssen die Organe spenden ? Dass die Mittelschicht natürlich wieder alles auf der eigenen Tasche zahlen darf, inklusive soziale Gerechtigkeit für die die höheren Mieten nicht berappen können, ist klar.

    Der ganze Mist ist wieder so ein Antideflationsprogramm, wie die geforderte jährliche Einwanderung von 500.000 Fachkräften, um eine Zombiewirtschaft am Laufen zu halten. Dass das aber leider nicht funktioniert kann man am Beispiel Japans bewundern.
  9. #18

    Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man Laufen

    Omas Häuschen wird durch diese Massnahmen enteignet, die Stromgiganten bekommen Geheimverträge, damit sie weiter absahnen können! Das ist kapitalister Sozialismus.
  10. #19

    Alt und älter

    Im Bericht wird mal kurz ein Gebäude aus den 70ern erwähnt. Ok. Da kann ich mir eine 'Sanierung' wie sie dargestellt wird vorstellen - ohne jetzt auf die Kosten und die daraus folgenden Probleme einzugehen.
    Was ist aber mit (bedeutend) älteren Gebäuden? In Innenstadtlage zum Beispiel? 1650 gebaut, Form und Größe von Dachgauben vorgeschrieben, Ziegelfarbe auch, Verbot von Dachflächenfenstern wegen Denkmalschutz und Ähnlichem? Kein Dachfenster aber Sonnenkollektoren? Kommt das auch auf die Dächer von Neuschwanstein? Inklusive gedämmte Wände? Oder wird dieses komische Schloß in Berlin, das da wieder aufgebaut werden soll, auch gut isoliert und mit Sonnenkollektoren gepflastert?
    Und um mal auf die Technik zu sprechen zu kommen: Solarkollektoren halte ich ja noch für sinnvoller als Photovoltaik. Aber leider scheint die Sonne wenn es kühl oder kalt ist auch selten(er). Da müsste dann eigentlich eine langfristige Speicherung mit eingeplant werden. Nicht die üblichen 300-Liter Speicher für ein Haus sondern eher 300 m³ Tanks mit speziellem Wärmemittel unter dem Garten. Vorausgesetzt das Grundstück gibt es her.
    Das ist nur die Spitze der ganzen Problematik ohne von Geld zu sprechen...
    Viel Spaß noch bei der Umsetzung der Ideen, liebe Regierung!