Internet - bedürfen Jugendliche mehr Anleitung für das Surfen im Internet?

Nie waren mehr persönliche Informationen unkompliziert abrufbar: Nutzer von sozialen Netzwerken im Internet stellen sie teils zur Verfügung, teils gehen Netzwerk-Betreiber allzu freizügig damit um. Bedürfen gerade Jugendliche mehr Anleitung für das Surfen im Internet?
  1. #1

    Ja, aber . . .

    Aber nicht nur Jugendliche brauchen mehr Schulung.
    Deren Eltern sind genau so in der Pflicht.
    Und wenn die ihre Kinder nicht anleiten und beaufsichtigen können, dann wird manch ein Jugendlicher, selbst mit der besten "Anleitung", so manchen Schiffbruch im Internet erleiden.

    Das Wissen um die Tücken des Netzes allein reicht nicht.
    Mich reizte als Jugendlicher damals schon immer alles "Verbotenene" und Riskante.

    Aber auch der Gesetzgeber hat da so manchen Dreck am Stecken, wenn es darum geht, die Gefahren im Netz für Jugendliche einzugrenzen.
    Ich denke dabei auch an diese dubiosen "Vertragsabschlüsse" über zweifelhafte Internetseiten.

    Metatagister Kurt
  2. #2

    In Bayern gibt es an Schulen in der 8./9. (?) Klasse einen verpflichtenden ITG Unterricht (informationstechnische Grundlagen). Das halte ich für sehr sinnvoll. Natürlich gehen die meisten Jugendlichen intuitiv mit Internet und Co. um, das kann man aber erstens nicht erwarten und zweitens gehen dabei wichtige Aspekte wie Datenschutz und rechtliche Konsequenzen von Handeln im Internet unter.

    Also ja, eine Anleitung halte ich für unumgänglich.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nie waren mehr persönliche Informationen unkompliziert abrufbar: Nutzer von sozialen Netzwerken im Internet stellen sie teils zur Verfügung, teils gehen Netzwerk-Betreiber allzu freizügig damit um. Bedürfen gerade Jugendliche mehr Anleitung für das Surfen im Internet?
    Vorbilder sind in der Regel die "Erwachsenen". Solange diese freimütig mit persönlichen Daten um sich werfen (kommt auch diesem Forum ständig vor*), wird sich nichts ändern.

    --------------
    * wird allzu gerne unter der Rubrik "Wer nichts zu verbergen hat..." verkauft. Miserable Vorbilder sind das.
  4. #4

    Naja. Ich würde mal die These in den Raumen stellen, dass Jugendliche weit mehr Ahnung vom richtigen Umgang im Internet haben, als Eltern oder auch als Lehrer.
    Btw kann man es auch übertreiben mit den ganzen "Anleitungen", die plötzlich überall gebraucht werden.

    Ich zumindest mache meine Erfahrungen und Fehler lieber selber und im Grunde sollte genauso gute Erziehung ablaufen.
    Nicht zu viel und nicht zu wenig ... Anleitungen für das Surfen im Netz wären mMn "zuviel".
  5. #5

    Ebenso gut käönnte man fragen:

    "Brauchen Jugendliche eine Anleitung für den Geschlechtsverkehr?"
    Nee, oder?
    Wie das geht finden sie nämlich selbst heraus und können es mit etwas Übung besser als ihre Eltern. ;-)
    Was sie hingegen brauchen ist Erziehung und die beinhaltet hinsichtlich beider Aktivitäten einen deutlichen Hinweis auf die Folgen, die u.U. erheblich länger andauern als der kurze Akt.

    Hinsichtlich des Geschlechtsverkehrs glauben die meisten Eltern einen gewissen Informationsvorsprung zu besitzen; im Internet haben sie ihn u.U. gar nicht bzw. auch nicht die Möglichkeiten ihr Informationsdefizit aufzuholen. Um so wichtiger wäre es für die Eltern (und Lehrer) dafür zu sorgen, dass die Kinder gewisse allgemeine Richtlinien verinnerlicht haben, bevor man ihnen die Benutzung eines Internet- Zugangs gestattet.
  6. #6

    Erfahrungen und Fehler lieber selbst zu machen ist ja schön und gut, aber man sollte sich auch vor Augen halten, dass das Internet weit mehr Informationen bereitstellt, die ein Jugendlicher in der "Offline-Welt" sonst nicht bekommen könnte, worin auch neue Gefahren liegen. Ich glaube persönlich auch nicht, dass mein Sohn (10) mit dem Internet besser umgehen kann, als ich. Mit Sicherheit ist der Umgang schon im jungen Alter für ihn wesentlich normaler, aber über die unheimlichen Dimensionen, die das Netz birgt, hat er sicherlich noch keine Vorstellungen.
  7. #7

    Niemand hat etwas zum verschenken!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nie waren mehr persönliche Informationen unkompliziert abrufbar: Nutzer von sozialen Netzwerken im Internet stellen sie teils zur Verfügung, teils gehen Netzwerk-Betreiber allzu freizügig damit um. Bedürfen gerade Jugendliche mehr Anleitung für das Surfen im Internet?
    Räuber, Diebe und Betrüger überfallen keine Postkutschen und Banken mehr. Sie nutzen die moderne Kommunikationsmedien Telefon und Internet.
    Leider lauern die Polizei und die Staatsanwaltschaft immer noch im Wald, um die Räuber zu fangen.

    Um moderne Gauner zu fassen, fehlen den Sicherheitsorganen meist die Werkzeuge. Zusätzlich müssen sie sich mit veralteten Spielregen (Gesetzen) herumschlagen.

    Es gibt zum Beispiel im Internet die Abofallen. Den Gaunern aber kann die Staatsanwaltschaft oder das Gericht sehr schwer "Betrugsabsichten" nachweisen. Die Geschädigten scheuen eine Auseinandersetzung und zahlen.


    Ich kenne Fälle, wo kostenlose Software angeboten wurde und die Verpflichtung, zu zahlen in den AGBs versteckt war. Dort fehlte auch der Hinweis auf Widerspruchsrechte.
    Zudem kann eine Seite in Sekundentakt geändert werden, was diese Firmen auch tun.
    Meines Wissens hat bisher noch kein Gericht diesen Firmen recht gegeben. In 2 Fällen lautete die Begründung, dass der Kunde kaum wissend kostenlose Software (z.B. Open Office) herunterladen würde, hätte man ihn transparent auf die Kosten hingewiesen.

    Trotzdem werden Strafanzeigen wegen Betrugsabsicht regelmäßig zurückgewiesen. ZDF und RTL hat in entsprechenden Sendungen eine Zahl von mehreren Millionen Euro Gewinn genannt.

    Wenn diese Firmen ordentlich Steuer zahlen, ist das Interesse des Staates, dieses Treiben zu beenden recht klein.

    Ängstliche User, besonders Jugendliche und Kinder, zahlen. Manche haben Angst, weil sie falsches Geburtsdatum angegeben haben. Ihnen wird fälschlicherweise Betrug vorgeworfen. Trotzdem werden Strafanzeigen wegen Betrugsabsicht regelmäßig zurückgewiesen. ZDF und RTL hat in entsprechenden Sendungen eine Zahl von mehreren Millionen Euro Gewinn genannt.

    Die Spiele
    Auch seriöse Firmen lassen „abgemagerte“ Spiele herunterladen. Die kostenpflichtigen Spiele benötigen dann viel mehr Speicherressourcen. Man kauft sie und stellt dann fest, dass sie fast nicht laufen, da der Speicherplatz oder die Leistungen der Karte oder des Prozessors nicht ausreichen.

    Die Eltern sollten schon die Kinder mit der Tatsache vertraut machen, dass niemand etwas zu verschenken hat, besonders nicht im Internet.
  8. #8

    Aus teils eigener Erfahrung in Verwandt- und Bekanntschaft:

    Was intuitive Bedienung und Nutzungsumfang des Internets angeht, ist mir - gerade mal selbst 25Jährigem (erster PC 1997) - mitlerweile jede(r) 12 Jährige voraus. Nur leider scheint sich sich dieser Vorsprung auf Chatten in Online- Communities*, das Finden relativ sinnfreier Videos, dem Download von Handy- Kram und dem Daddeln wenig anspruchsvoller Flash- Games zu beschränken. Sobald es um das Suchen ernster Informationen geht oder doch mal die Vertrauenswürdigkeit einer Seite hinterfragt werden muss, klingelt dann doch wieder bei mir das Telefon. Gar nicht zu schweigen von PC- Problemen, die den Surfspaß trüben, da darf dann auch lieber der "Große" ran ;)

    *) Was übrigens die gut gemeinten Hinweise bzgl. Offenheit / Datenschutz in den sog. sozialen Netzwerken angeht, stößt man spätestens dann auf endgültig taube Ohren, wenn alle (Online)Freundinnen dort versammelt sind ...
  9. #9

    Zitat von mundi Beitrag anzeigen
    Die Spiele
    Auch seriöse Firmen lassen „abgemagerte“ Spiele herunterladen. Die kostenpflichtigen Spiele benötigen dann viel mehr Speicherressourcen. Man kauft sie und stellt dann fest, dass sie fast nicht laufen, da der Speicherplatz oder die Leistungen der Karte oder des Prozessors nicht ausreichen.

    Die Eltern sollten schon die Kinder mit der Tatsache vertraut machen, dass niemand etwas zu verschenken hat, besonders nicht im Internet.
    Was sind "abgemagerte Siele"?


    @D-Fens

    Da muss ich Ihnen leider voll zustimmen. Die Tochter meiner Cousine ist in so gut wieder jeder Community vertreten, nutzt eMails und Chatclients wie ICQ im großen Umfang. Doch hat sie mit 16 Jahren noch nicht gewußt, dass Wikipedia eine Enzyklopädie ist und man dort auf echte Informationen stoßen kann. ;)

    Ihr kleiner Bruder würde ja so gerne mal eine eigene Website haben, scheut aber den Aufwand sich anzulesen wie das überhaupt funktioniert. Gut, in dem Alter stellte sich bei mir auch gerade eben erst die Erkenntnis ein, dass ein Computer nicht nur zum Daddeln gut ist.

    Aus Fehlern lernen ist ja eine tolle Sache. Blöd ist dies nur, wenn der Fehler auch in 20 Jahren noch im Internet steht und man mit den Folgen bis hin zur Jobsuche zu kämpfen hat.
    Es geht nicht um's Fahradfahren. Vergleichen Sie das eher mit Sex. "Aus Fehlern lernen" kann hier mal eben Kindsmütter produzieren. Es ist nicht immer angebracht so zu handeln.

    Kinder müssen an das Internet herangeführt werden. Man darf sie nicht sich selbst im Internet überlassen. Zu komplex sind die Hintegründe und die Prozesse von denen der 0815-User gar nichts mitbekommen kann. Geschweige denn ein Kind, das sich freud endlich etwas flüssiger tippen zu können und begeistert private Photos hochläd.


    "Medien" muss ein eigenständiges Unterrichtsfach werden, welches bereits in der Grundschule seinen dringend benötigten Platz erhält. Leider besitzen Eltern viel zu selten eine ausreichende Medienkompetenz um ihren Kindern angemessenes Wissen für eine gesunde Beziehung und für einen angemessenen Umgang mit Medien zu übertragen.