Magisches Denken: Warum Menschen an Übernatürliches glauben

Hellseherische Tintenfische, bunte Maskottchen, medizinische Wundermittel: Der Glaube an Übernatürliches hat in jeder Kultur andere Formen, ist aber weltweit verbreitet. Forscher spüren im menschlichen Hirn den Grundlagen des magischen Denkens nach.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...706517,00.html
  1. #1

    Pulpo Paul ist mir egal

    "Gebildete Menschen sind besser darin, rational erscheinende Begründungen für nichtrational gewonnene Erkenntnisse erfinden."

    „Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als Eure Schulweisheit sich erträumen lässt“

    War so ist so und wird immer so bleiben!
  2. #2

    Paul

    Wieso läßt man nicht das Krakenorakel darüber abstimmen, ob die Homöopathie in Deutschland verboten wird oder nicht? Der Logik nach müßten ja Menschen die an Paul glauben, ebenso an die Homöopathie glauben. Denn "wer heilt hat recht" und "wer Ergebnisse richtig voraussagt hat auch recht". Demnach müßten sich die Homöopathen freiwillig Pauls Urteil beugen.

    Wenn Paul jedoch pro-Homöopathie orakelt, dann läßt man Paul so lange abstimmen, bis er öfter dagegen orakelt als dafür. Wenn die Homöopathen das nicht akzeptieren wollen, verweist man sie auf die Studien, die der Homöopathie eine angebliche Wirksamkeit nachgewiesen haben. Man pickt sich eben das Ergebnis raus, was einem paßt, so verlaufen ja schließlich auch die wenigen Studien, die pro-Homöopathie sind.
  3. #3

    Den Schüttelspeer ausgepackt, oha, schweres Geschütz

    Zitat von haltetdendieb Beitrag anzeigen
    "Gebildete Menschen sind besser darin, rational erscheinende Begründungen für nichtrational gewonnene Erkenntnisse erfinden."

    „Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als Eure Schulweisheit sich erträumen lässt“

    War so ist so und wird immer so bleiben!
    Leider nimmt sich der Artikel nur wieder die Homöopatie zur Brust, anstatt tiefer auf das 'warum' einzugehen. Was da an Erklärung geboten wird ist seit dem 19. Jahrundert bekannt.

    Ein bipolares, auf 'Ursache-Wirkung' ausgerichtetes Denksystem kommt um den Aberglauben nicht drumherum, vor allem dann nicht, wenn er aus der 'Notwendigkeit' des Bewußtwerdens heraus entstanden und kulturell fest verankert ist.
    Denke mal, dass Religion, Aberglaube und ähnliches erst dann verschwinden, wenn Mensch allwissend geworden ist. Also nie...

    so far....
    ein Bürger
  4. #4

    Religion

    Guter Artikel, allerdings sollte der Autor noch die Religion berücksichtigen, die auf den selben irrationalen Mechanismen beruht.
  5. #5

    Kirchliche und andere Rituale

    Es gibt immer zwei Bücher: Das der Physik und das der Metaphysik. Aufgabe ist es das Bucher der Metaphysik abzuarbeiten.
    Finde es trotzdem schade, dass es den Urmeter nicht mehr gibt. Schnüff.
    Physiker mit weise zu beschreiben, fällt mit jedoch schwer.
  6. #6

    *

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Hellseherische Tintenfische, bunte Maskottchen, medizinische Wundermittel: Der Glaube an Übernatürliches hat in jeder Kultur andere Formen, ist aber weltweit verbreitet. Forscher spüren im menschlichen Hirn den Grundlagen des magischen Denkens nach.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...706517,00.html
    Der Artikel vermengt vieles. Er liefert auch eine Definition:
    Beim Aberglauben, der auf magischem Denken fußt, handelt es sich um die Annahme eines objektiv nicht vorhandenen oder unmöglichen Wirkzusammenhangs.
    Sehen wir uns das näher an:

    Paul hat achtmal - vor die Wahl gestellt zwischen zwei "Flaggen" - sich auf die Flagge des Landes gesetzt, welches dann auch das Spiel gewonnen hat. Es darf davon ausgegangen werden, dass Paul nichts von Fussball versteht und auch unkundig ist, was Flaggen betrifft. Desweiteren darf davon ausgegangen werden, dass Paul überhaupt nicht "Rationale Entscheidungen nach Menschenart" trifft. Es darf weiter davon ausgegangen werden, dass Paul nicht wußte, was Menschen mit dieser Versuchsanordnung bezweckte.

    Er hat also irgend welchen anderen "Gründe" gehabt, warum er die jeweilige Flagge besetzte. Unter "Gründe" verstehe ich irgendwelche "Reize" im weitesten Sinn. Dies schließt auch die Möglichkeit der Manipulation ein. (Setzen eines Duft/Lockstoffes durch einen Menschen usw.) Denn diese Spielausgänge waren menschlich durchaus verständlich vorherzusehen.

    Wir stellen also fest: "Paul" hat aus uns nicht erklärbaren Gründen die jeweilgen Flaggen besetzt.

    Diese Unkenntnis wurde nun durch die Unterstellung, Paul habe Fussballergebnisse voraus gesagt, ersetzt, die wiederum durch bestimmte menschliche Bedürfnisse erzeugt wurde. Es geht also genau genommen nicht "um die Annahme eines objektiv nicht vorhandenen oder unmöglichen Wirkzusammenhangs", sondern um eine (mehr oder weniger ernst gemeinte) zweckgerichtete menschliche Unterstellung eines Motivs für ein Handeln oder Unterlassen dieses Tieres.

    Soweit es um Kausalzusammenhänge geht, ist die Unterstellung von Kausalzusammenhängen absolut notwendig für jeden wissenschaftlichen Fortschritt. Nur sie läßt uns Arbeitshypothesen aufstellen und neue Erkenntnisse gewinnen.
  7. #7

    ja aber...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Magisches Denken: Warum Menschen an Übernatürliches glauben
    die Erklärung, dass dies einst evolutionär sinnvoll war, dass der Mensch hinter allem eine Ursache vermutete und sich dann z.B. Götter als Erklärungen für Naturerscheinungen ausdachte, erscheint plausibel.
    Aber warum glauben die Menschen heute noch an Übernatürliches?
    Hellseherische Tintenfische, bunte Maskottchen, medizinische Wundermittel: Der Glaube an Übernatürliches hat in jeder Kultur andere Formen, ist aber weltweit verbreitet.
    ja, aber in den westlichen Staaten mit höherer Schulbildung sollte das doch längst nicht mehr der Fall sein!
    Forscher spüren im menschlichen Hirn den Grundlagen des magischen Denkens nach.
    da mag das bei einigen Menschen angelegt sein. Meinethalben sogar bei sehr vielen Menschen.
    Es gibt aber auch Menschen, die weder für Magisches noch für Übersinnliches irgend eine Verwendung haben. Weder als Erklärungsmöglichkeit noch sonstwie.

    "Gebildete Menschen sind besser darin, rational erscheinende Begründungen für nichtrational gewonnene Erkenntnisse erfinden."
    Das mag vor Jahrhunderten richtig gewesen sein.
    Aber heute glaubt doch kein vernünftiger, gebildeter Mensch mehr an Übersinnliches.
  8. #8

    *

    Zitat von royal_rumble Beitrag anzeigen
    Guter Artikel, allerdings sollte der Autor noch die Religion berücksichtigen, die auf den selben irrationalen Mechanismen beruht.
    Welche "Religion" beruht auf welchen Mechanismen?
  9. #9

    .

    Zitat von royal_rumble Beitrag anzeigen
    Guter Artikel, allerdings sollte der Autor noch die Religion berücksichtigen, die auf den selben irrationalen Mechanismen beruht.
    eben.