Wie wichtig ist der Export für Deutschland?

China hat Deutschland als Exportweltmeister abgelöst. Ist das ein Nachteil für die heimische Wirtschaft? Oder ist die Bundesrepublik ohnehin zu abhängig von ihren Ausfuhren - sollte stattdessen die Binnennachfrage gestärkt werden?
  1. #10

    China hat 16 mal soviel Einwohner wie Deutschland, also exportiert ein Chinese 1/16 von dem, was ein Deutscher exportiert. Das BIP pro Einwohner ist in China ungleich niedriger als in D, also sollte man die Kirche im Dorf lassen, wenn sich so ein Riesenreich wirtschaftlich entwickelt.

    Nach den Vorgaben des Stabilitätsgesetzes ist es Ziel der Wirtschaftspolitik, außenwirtschaftliches Gleichgewicht anzustreben und nicht Exportüberschüsse. Dieses Ziel hat schon seinen Sinn.

    Bezahlt wurden diese Exportüberschüsse durch Verarmung der Arbeitnehmer, in keinem anderen Land der EU ist seit 2000 der Reallohn gesunken, nur in Deutschland. Profitiert haben die Exportindustrie und die Banken sowie die Importländer, die mehr konsumieren konnten, als sie produziert haben.
  2. #11

    Zitat von lupenrein Beitrag anzeigen
    Export bedeutet immer auch dass die Produktion - zumindest teilweise - im eigenen Land stattfindet, dass also auch
    deutsche Arbeitspätze gesichert werden.
    Das sind halt die Mentalitätsunterschiede. In D gilt, Hauptsache Arbeit, auch wenn es dafür immer weniger Geld gibt.

    In anderen Ländern gilt: hauptsächlich gut leben, auch wenn es auf Pump geschieht.
  3. #12

    Zitat von c++ Beitrag anzeigen
    Das sind halt die Mentalitätsunterschiede. In D gilt, Hauptsache Arbeit, auch wenn es dafür immer weniger Geld gibt.

    In anderen Ländern gilt: hauptsächlich gut leben, auch wenn es auf Pump geschieht.
    Lassen Sie sich nicht verarschen. Schauen Sie sich die Löhne und Gehälter in der Exportindustrie an, da ist niemand verarmt. Trotzdem kann und muss es in einigen Bereichen deutliche Lohnzuwächse geben, das ist nicht die Frage.
  4. #13

    Zitat von lieven Beitrag anzeigen
    Sie verkennen hier die Zusammenhänge. Den Binnenmarkt stärken Sie mit entsprechend hohen Löhnen (resultierend aus entsprechender Forschung und Entwicklung bis hin zur Serienreife), keinesfalls mit dem Abbau der Exporte.
    Meine Güte, das schreibe (nicht nur) ich jetzt seit Jahren hier, dass die einseitige Expo-Überschuss-Fixierung und gleichzeitige Strangulierung des Binnenmarktes durch Real-Lohnverluste und Ausbau des Niedriglohnsektors zwar von Politik und Wirtschafts-Lobbyisten gewollt, aber grundverkehrt ist.
  5. #14

    Statistik???

    es müsste doch auch eine Rubrik" Anlage" geben(Chemianlagen,Kraftwerksanlagen etc).das sind Milliarden, die dort umgesetzt werden und nicht erscheinen oder nur verschlüsset unter Elektrik,Elektronik,Maschinen etc.
    Sowas muss doch mal angepasstwerden wie der berühmte "Warenkorb"
  6. #15

    Export

    Zitat von lieven Beitrag anzeigen
    Sie verkennen hier die Zusammenhänge. Den Binnenmarkt stärken Sie mit entsprechend hohen Löhnen (resultierend aus entsprechender Forschung und Entwicklung bis hin zur Serienreife), keinesfalls mit dem Abbau der Exporte.
    Schauen Sie sich doch in Ihrer Heimat BW um. Was wollen Sie 72% der Unternehmer dort empfehlen? Drosselt eure Exporte und entlasst die Leute?
    Als relativ rohstoffarmes Land haben wir dank der Fähigkeiten der Werktätigen bisher recht gut von den Erlösen des Exportgeshäftes gelebt. Die jetzige und künftige Schieflage ist nicht mehr änderbar. D aht sich umzustellen - und zur reinen Dienstleistungsgesellschaft taugen wir derzeit bestimmt nicht.
  7. #16

    Auf Pump

    Zitat von c++ Beitrag anzeigen
    Das sind halt die Mentalitätsunterschiede. In D gilt, Hauptsache Arbeit, auch wenn es dafür immer weniger Geld gibt.

    In anderen Ländern gilt: hauptsächlich gut leben, auch wenn es auf Pump geschieht.
    Den letzten Satz können sie ebenfalls D zuordnen.
  8. #17

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    China hat Deutschland als Exportweltmeister abgelöst. Ist das ein Nachteil für die heimische Wirtschaft? Oder ist die Bundesrepublik ohnehin zu abhängig von ihren Ausfuhren - sollte stattdessen die Binnennachfrage gestärkt werden?
    Sollte der Export wegbrechen, können hier die Lichter ausgemacht werden.
    Wo soll den Bitte die Binnennachfrage denn herkommen?
  9. #18

    Export, weltoffener Massstab

    Zitat von ulan 1 Beitrag anzeigen
    Als relativ rohstoffarmes Land haben wir dank der Fähigkeiten der Werktätigen bisher recht gut von den Erlösen des Exportgeshäftes gelebt. Die jetzige und künftige Schieflage ist nicht mehr änderbar. D aht sich umzustellen - und zur reinen Dienstleistungsgesellschaft taugen wir derzeit bestimmt nicht.
    Produkte sind materielle, reale Antworten auf Problemstellungen. Wenn andere glauben, Papiere im Rahmen einer Dienstleistungsgesellschaft exportieren zu müssen, dann sollen sie es tun. Papiere haben aber einen Haken, sie sind mit Vertrauen behaftet.

    Binnennachfrage, wozu, um indirekt den Export zu beflügeln oder um über Investitionen Problembereiche aufzulösen und sich neue Einkommensfelder zu erschaffen. Solange die Binnennachfrage nur als Durchlauferhitzer benutzt wird und im Glasperlenspiel mündet, ist nichts erreicht.
    Eine Steigerung der Binnennachfrage könnte sofort umgesetzt werden, wenn man eigene Beschäftigungsfelder, deren Produkte auch ohne Subventionen überzeugen, freigeben würde.
    Sich gegenseitig die Haare zu schneiden, Prozesse zu führen oder sonstige Massnahmen der Creativwirtschaft führen nur zu weiterer Verschuldung und zur Ausblendung der Wirklichkeit.

    Ein Export ist nur dann von Vorteil, wenn man in die Serie kommt, Geld für die nächste Problemstellung verdient und es dafür gesichert zurücklegen kann. Wenn stattdessen fremde Staatspapiere, als Ausgleich, wieder sozialisiert werden müssen...,ist die Realsatire nicht mehr weit.

    zum Grusse
  10. #19

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    China hat Deutschland als Exportweltmeister abgelöst. Ist das ein Nachteil für die heimische Wirtschaft? Oder ist die Bundesrepublik ohnehin zu abhängig von ihren Ausfuhren - sollte stattdessen die Binnennachfrage gestärkt werden?
    Das eine hat doch mit dem anderen gar nichts zu tun.

    Den Teil der Binnennachfrage, der von der deutschen Wirtschaft befriedigt bzw. gedeckt werden kann, wird das auch weiterhin, und die Bananen werden wir wie das Erdöl, die Peanuts und andere Kolonialwaren, weiterhin importieren müssen.
    Umgekehrt importieren die anderen Länder, was ihnen an deutschen Produkten lieber und teurer ist als an einheimischen.

    Mit einer so gewaltigen Industrie wie der Chinas kann ein räumlich und personell begrenztes Ländchen wie Deutschland eben nicht länger mithalten. China löst uns als Exportweltmeister ab, weil es gewachsen ist; nicht weil wir geschrumpft sind.

    Über das heutige Maß hinaus ist die Binnennachfrage nicht steigerbar. Wir haben von allem reichlich, und jeder konsumiert so gut er kann. Der Export wird also auch weiterhin Stütze und Motor der heimischen Wirtschaft bleiben.