ACTA-Abkommen: Die wichtigsten Fragen zum Copyright-Pakt

Internetregulierung im Hinterzimmer: Seit Jahren verhandeln EU, USA, Japan und Kanada über ein Copyright-Abkommen. Worum es im Detail geht, bleibt geheim. Experten fürchten automatische Internetfilter, ein Defacto-Verbot von Privatkopien und Strafen fürs Knacken von Software-Sperren.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...674802,00.html
  1. #1

    Copyleft alone?

    Spass komm raus! Ziel der Aktion kann es eigentlich nur sein, über die Suchmaschinen-Anbieter massiv Steuern zu kassieren. Private Copyrightverletzung zu verhindern wird wohl weiterhin eher Nebensache bleiben.

    Aber stell Dir vor, Du surfst nach Amiland und Amiland kassiert für das Laden der Seite (Kopie) von Deutschland. Und Deutschland kassiert bei Dir. Da kann man nur froh sein, wenn man vor dem Inkrafttreten so einer Regelung die Daten, die man braucht lokal hat.

    Und wenn es nicht eine Schweinerei wäre, würde man die Maßnahmen auch öffentlich diskutieren.
    Aber wie heute bereits viele Firmen darauf verzichten, Patente anzumelden, wird es bald wohl bald im Internet ähnlich zugehen.
    Wie gesagt, das Internet wurde nur für den Zweck der Kommunikation nach einem atomaren Holocaust erfunden. Die heutige Infrastruktur würde diesem Zweck schon nicht mehr gerecht...
  2. #2

    ...

    Ausgewogenheit != "wir hören uns die Forderungen der Medienindustrielobbyisten an, heucheln hier und da ein bißchen Bedenken und setzen sie dann zu 99,9% um"
  3. #3

    Freie Wissensgesellschaft oder Dogma-Revival ?

    Das Internet birgt nie zuvor dagewesene Chancen für die Entwicklung unserer Gesellschaft zu einer freien Wissensgesellschaft, die keine sozialen Unterschiede kennt und den Menschen strukturell bedingt dazu animiert, sich kritisch und selbstständig mit seiner Umwelt auseinander zu setzen. Information ist verfügbar, für jeden, immer, überall. Und sie kann von jedem einzelnen produziert und allen verfügbar gemacht werden.
    So zivilisatorisch wunderbar dieses Szenario ist, so schrecklich ist es für Menschen, die nur an Profitmaximierung denken, denn sie wollen einen ganz anderen Menschen. Sie wollen einen dummen Konsumenten, der nicht reflektiert, und für jeden Schritt im Internet was draufzahlen muss.
    Dabei schließen sich monetäre Interessen und das freie Internet gar nicht aus; es bedarf lediglich findiger Geschäftsmodelle, die auf den Umstand eingehen, dass Informationen heutzutage nicht mehr wie Stückware behandelt werden kann und quasi im virtuellen Kollektiv konsumiert wird. Aber leider bewegt sich die Wirtschaft größtenteils nicht in diese Richtung, sondern bekämpft lieber Konsumenten, und das Kind hat auch einen Namen: ACTA.
    ACTA ist eine rein destruktive Waffe gegen uns Bürger, die in den Hinterzimmern unter Ausschluß der Öffentlichkeit von der Politik und Lobbyisten geschmiedet wurde.
    Sie kriminalisiert uns und sie scheitert darin Filesharing zu unterbinden, weil Filesharing der nächsten Generation schon seit einem halben Jahrzehnt in den Startlöchern sitzt und speziell auf diese verschärfte Situation mit Features wie Verschlüsselung, Swarm Downloading, etc. angepasst ist.
    Der Dumme wird wie immer der brave Bürger sein, dem fortan paranoide Aktivierungs-Mechanismen das Leben zur Hölle machen werden.
    Geschäftsmodelle aus dem letzten Jahrhundert, die einfach nicht mehr in unserer Zeit funktionieren, gehören nicht von der Politik geschützt, sondern ausgetauscht gegen neue ! Die Chancen der Internets für eine freie Wissensgesellschaft gehören genutzt, nicht vertan ! Und genau deshalb werd' ich die Piratenpartei wählen.
  4. #4

    ...

    Zitat von Sephiroth Beitrag anzeigen
    Das Internet birgt nie zuvor dagewesene Chancen für die Entwicklung unserer Gesellschaft zu einer freien Wissensgesellschaft, die keine sozialen Unterschiede kennt und den Menschen strukturell bedingt dazu animiert, sich kritisch und selbstständig mit seiner Umwelt auseinander zu setzen. Information ist verfügbar, für jeden, immer, überall. Und sie kann von jedem einzelnen produziert und allen verfügbar gemacht werden.
    Was sie beschreiben ist eine tolle Menschheitsvision, aber gleichzeitig der blanke Horror für Regierungen jeder Art. Denn das bedeutet einen totalen Kontrollverlust über die Massen. Ich hoffe, daß die kritische Grenze der Regulierbarkeit bereits überschritten ist, die Regierungen und Wirtschaftslobbyisten werden sich deshalb einen gigantischen Schuß ins Knie verpassen, wenn sie versuchen sollten, das Netz restriktiv zu regulieren. Niemand ist groß oder mächtig genug, um den Zorn der Massen auf sich zu ziehen! Das ganze Gesellschaftssystem funktioniert doch nicht deshalb, weil es ein paar Tausend Polizei- und Justizbeamte gibt, sondern weil Millionen sich dagegen entschieden haben, Unfrieden zu stiften. Wenn sich diese Meinung ändern sollte, können alle Regulierer einpacken. Selbst die repressivsten Maßnahmen taugen dann nichts mehr.

    Was die Musikindustrie betrifft. Wenn man sich nicht endlich an den Bedürfnissen der Kunden orientiert und echten Service bietet (nein, Kopierschutz und Antipiratenpropaganda auf käuflich erworbenen Produkten zählen nicht dazu), dann wird man Mitte des Jahrhunderts einfach nicht mehr existieren. That's it. Wer glaubt, mit einer Horde Anwälte und staatlicher Erfüllungsgehilfen, sich neue Märkte erschließen zu können, der irrt. Lustig mitanzusehen, daß die schlimmsten Kapitalisten immer noch am wenigsten kapieren, wie der freie Markt funktioniert.
  5. #5

    Da wird ein Gesetz ohne Legitimation zusammen gebastelt

    Mag sein, dass das Gesetz dem Wesen nach diktatorisch über unsere Welt gestülpt wird - und damit eine kleine Gruppe raffgieriger Zerstörer unserer Marktwirtschaft auch zukünftig ungerechtfertigte Monopolgewinne einfahren kann.
    Aber diese Gesetze wären illegitim und die Menschen, die damit unterjocht werden, werden sich früher oder später dagegen auflehnen.
    Das Wachstum des Internets ist eine höchst dispuptive Entwicklung - Preise für Kommunikationstechniken und Inhalte werden sich an neuen bzw. den jetzt TATSÄCHLICHEN Mehrwerten FÜR UNS KUNDEN orientieren müssen.

    Das einzige, was die Bonzen und Strippenzieher hinter ACTA wollen, ist ihren dicken, fetten Hintern retten. Sie wollen durch ACTA den Lauf der Zeit verhindern. Sie wünschen sich, dass sie alleine die Dividende des digitalen Zeitalters abschöpfen dürfen und dass sie wegen ihrer Monopol-Position uns Nutzer, Bürer und Kunden jede Perversion zumuten dürfen.

    JA: ACTA IST TIEFES DIGITALES MITTELALTER - mit Inquisition, peinlicher Befragung, Ketzern und der unvermeintlichen Hexenverbrennung. Schon die Geheimverhandlungen beweisen, dass die Macher die legitimen Interessen der Menschen in der Gesellschaft gezielt ignoieren wollen - DAS IST KEINE DEMOKRATIE MEHR und hier WEDELT DER SCHWANZ MIT DEM HUND. Das ist wie damals, als es verboten war zu sagen, dass die ERDE KEINE SCHEIBE SEI.

    Wie schon immer in der Geschichte: Eine überkommene und anpassungsunfähige Struktur wehrt sich gegen ihr unvermeodliches aussterben. Niemand braucht zukünftig noch Rechteverwerter - und nur um die geht es hier. Die Künster werden auch ohne diese Schmarotzer Wege zu ihren Fans und zu deren Gelbörsen finden, weil sie einen Mehrwert schaffen.

    Und im Todeskampf tritt nun diese dem Tode geweihte Branche wild um sich und versucht (letztlich vergeblich) Innovationen und den Gang der Dinge zu verhindern.

    Letztlich ist es die Frage, wie viele "Tote" und wie viel "Blut" wir diesen Leuten noch gönnen - und ob wir mit denen nicht besser "kurzen Prozess" machen und ihnen als gesamte Bevölkerung die rote Karte zeigen. Gesetze, die gegen das Gerechtigkeitsempfinden von 80% der Bevölkerung verstossen können schwerlich umgesetzt werden.

    Ich denke, dass wir uns unsere Freiheit und unsere Zukunft nicht von ein paar Zukunfts-Verhinderern kaputt machen lassen dürfen. Das Netz gehört uns allen, jeder trägt einen Beitrag dazu bei, um den er sich von diesen Leuten nicht berauben lassen darf - um die Freiheit für uns alle zu sichern!

    Schumbitrus
  6. #6

    Lässt nichts Gutes ahnen, aber...

    ...zumindest bischen Gegenwind ist ja bereits da: lizenzfreier Content in verschiedenen Stufen, Linux, Open Source, Copyleft, Public Licenses, Giftware, Shareware etc pp... Solche Wege müssen von uns Konsumenten gestützt werden
    und nicht diese begriffsstutzigen Dinosaurier.

    Dass im Moment Manche offenbar glauben, man stehe an der Schwelle zur Einführung der "schönen neuen Welt", bringt schon merkwürdige Blüten hervor, die sehr tief blicken lassen.

    Die Verfolgung von Privatleuten, die von ihnen für viel Geld erworbene Medien Freunden zugänglich machen, ist absurd - und nutzt vor allem dem schmarotzenden Abmahn-Geschmeiß.

    Ebenfalls absurd ist der inzwischen x-te Versuch, technisch in den Konflikt einzugreifen. Es darf und kann nicht angehen, dass die Möglichkeiten des technischen Fortschritts hierdurch wieder zunichte macht werden. Kommerzielle Schutzrechte sind auf das zu begrenzen, wo sie hingehören: die kommerzielle Welt.

    Wenn ich als Endverbraucher für eine DVD mit einem Gegenwert von 10 cent für den Datenträger und von vielleicht 2 Euro für umgelegte Produktionskosten 30 Euro hinblättern muss, dann darf ich mit diesem meinen Eigentum machen, was mir in den Sinn kommt... Gewinn ist ja wohl genug gemacht worden.

    Wenn ich mir für viel Geld neue Technik zulege, kann ich verlangen, dass sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten verlässlich funktioniert und nicht nur dann, wenn irgendein AI-Chip oder AI-Windoofs meint, die Copyrechtslage sei in Ordnung. Andernfalls bleibe ich doch lieber bei der alten Technik oder wähle eben alternative Wege.

    Man sollte die Konzerne quer durch die gesamte Palette schlicht und ergreifend auf solchem Müll sitzen lassen. Wie vernagelt muss eigentlich ein Konzern sein, um permanent in jene Hand reinzubeißen, die ihn seit Jahrzehnten ernährt?

    Keiner der feinen Welt-Medien-Konzerne wäre heute von irgendeiner Bedeutung, hätten nicht die Massen ihnen seit Jahrzehnten ihr schwer erarbeitetes Geld hinterher geschmissen. Wenn den feinen Herren das in Vergessenheit geraten sein sollte, ist es wohl an der Zeit, ihnen das zur Erinnerung mal vorzuführen.
  7. #7

    Völlig sinnlos

    Punkt 1: Privatkopien

    Sind schon heute in den allermeisten Fällen sowieso verboten. Denn um die legale Privatkopie herzustellen muss man einen Kopierschutz umgehen was illegal ist.
    In diesem Sinne währe es nur konsequent diese Utopie ganz abzuschaffen.
    Punkt 2:
    Welchen Filesharere interessieren die Gesetze dieser Länder?
    Die Server stehen eh woanders und Downloads sind schon heute in allen diesen Ländern strafbar. Teilweise härter bestraft als Kinderpornograhie.
    Punkt 3: Software sperren umgehen
    Wen interessiert da die Strafbarkeit? Sollte man erwischt werden ist man heute schon Pleite und im Knast bei den bestehenden Strafen. Darauf kommt es dann auch nicht an.
    Punkt 4: Providerhaftung
    Das will Ich sehen wie die das in Gesetzesform giessen wollen ohne sich vorm Bundesverfassungsgericht zu blamieren.
    Ein Privatunternehmen soll verpflichtet werden den Internetverkehr seiner Kunden zu überwachen?
    Dann kann man auch ein Gesetz verabschieden, dass die Telekom verpflichtet Telefongespräche mitzuhöhren.

    Immer mit der Ruhe! Wir haben mittlerweile so viele schwachsinnige Lobbygesetze in diesem Bereich, da kommt es darauf auch nicht mehr an. Leider hat das Bundesverfassungsgericht nur zwei Kammern. Ansonsten währen sicher einige Gesetze schon heute nicht mehr da.
  8. #8

    Nepper, Schlepper, Heuchler

    Die selben Entscheider, die raubkopierte Steuerdatensätze von Hehlern kaufen, sind nun dabei das Internet für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. -> Abwählen!
  9. #9

    ACTA Verhandlungen

    EU, USA, Japan und Kanada

    also das, was sich selbst gern als die 'freie Welt' bezeichnet...

    Wie lange lassen wir uns die Lobbyhörigkeit unserer politiker noch bieten?