Steigende Altersarmut: So viele Rentner wie nie zuvor brauchen Grundsicherung

DPAEs ist ein besorgniserregender Trend: Rund 465.000 Rentner in Deutschland waren 2012 auf Grundsicherung angewiesen - 6,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Vor allem Frauen aus den westdeutschen Bundesländern sind betroffen. Hochburg der Altersarmut ist eine eigentlich reiche Stadt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-929193.html
  1. #280

    Reichlich kurz gegriffen

    Zitat von BettyB. Beitrag anzeigen
    Man konnte es sich leisten. Die Frauen mussten nicht für Geld arbeiten. Wenigstens nicht immer. Und dann Altersarmut, weil die Ersparnisse eben nicht lange reichten. Dumm nur, dass einige meinen, dass eine Herdprämie irgendeine Lösung brächte., dabei ist sie ein weiterer Anreiz ohne Überlegung in die Armut zu schliddern...
    Das Argument ist reichlich kurz gegriffen.

    Wir haben - trotz aller kosmetischen Behandlungen der Arbeitslosenstatistik - immer noch Arbeitslosigkeit und Aufstocker.

    Meinen Sie, wenn noch mehr Hausfrauen auf den Arbeitsmarkt drängen, würde sich diese Situation entspannen?

    Das Gegenteil wäre wohl der Fall. Löhne würden noch weiter sinken und die Hausfrau, die in Erwerbsarbeit genötigt wird, würde eben irgendeinen Familienvater von seinem Arbeitsplatz verdrängen.

    Das wäre allenfalls ein Austausch von einer bedürftigen Person gegen eine andere.

    Noch etwas sollten wir nicht aus den Augen verlieren: Wenn Politik und Sozialneid die Hausfrauen in Erwerbsarbeit nötigen, muss der Staat eben für die Kinderbetreuung in Kitas, Kindergärten, Ganztagsschulen aufkommen.

    Zusätzlich kommen auf den Staat die Spätfolgen dieser außerfamiliären Massenbetreuung von Kindern zu. Nicht jeder verträgt das Fehlen frühkindlicher familiärer Bindung.

    Billiger wird mit diesen ganzen Umstrukturierungsaktivitäten gar nichts. Dafür wird die Lebensqualität der Bürger gegen NULL gefahren.

    Wir sollten endlich mit dem Unsinn aufhören, immer weitere unsinnige Verpflichtungen für die einzelnen Bürger zu definieren.

    Dass sich ideologisch gesteuerter Sozialneid heute gegen die "armen Schlucker" richtet, die "Stütze" benötigen, ist einfach absurd.

    Wir sollten uns daran gewöhnen, dass eben nicht für jeden ein wirtschaftlich sinnvoller Erwerbsarbeitsplatz vorhanden ist. Man könnte ebenso gut die Bürger wertschätzen, die zugunsten anderer auf einen Erwerbsarbeitsplatz verzichten.

    Der künstlich geschürte Sozialneid gegenüber den bedürftigen Mitbürgern hat dazu geführt, dass die AGENDA-Politik durchgesetzt werden konnte.

    Die Folgen der damit erreichten Dumpinglöhne, Versklavung arbeitender Bürger (Leiharbeit, Freelancerüberlassung, unbezahlte Praktika ...) kommen erst noch mit voller Wucht auf uns zu.

    In der DDR hatte JEDER einen Arbeitsplatz - auch wenn dieser inhaltlich und wirtschaftlich unsinnig war. Wie die DDR wirtschaftlich geendet hat, sollte noch bekannt sein.

    Trotzdem haben die DDR-Bürger ANSPRUCH auf Renten.

    Dieser Anspruch wäre allerdings eine Luftnummer, wären nicht die wirtschaftlich stärkeren "alten Bundesländer" in die Bresche gesprungen.

    Leider sehe ich kein benachbartes Staatsgebiet, das für die Rentenansprüche der heute arbeitenden Dumpinglöhner in die Bresche springen könnte.

    Das ganze ideologische Geschwätz von der "Pflicht zur Erwerbsarbeit für JEDEN" bringt keine wirtschaftlich tragfähige Lösung.

    Wir sollten endlich den ausufernden Sozialneid "wegsperren" und etwas entspannter mit den Lebensentwürfen der Bürger umgehen.

    Gewachsene Mischsysteme sind auch wirtschaftlich und gesellschaftlich immer robuster, als ideologisch erzwungene Monokulturen.
  2. #281

    optional

    Grundsicherung ist gleich Hartz IV. Je nach Wohnungskosten sind das ca. 700,-- Euro. Wer nun 750,-, 800,-- oder 850,. Rente hat, hat lt Frau von der Leyen eine gute und auskömmliche Rente .Lt OECD liegt die Armutsgrenze in Deutschland bei 950,- Euro.
  3. #282

    Das ist doch beabsichtigt

    Wer jetzt so tut, als wäre das überraschend, der hat die Politik seit Herrn Schröder wohl vergessen. Die gesetzliche Rente deutlich zu senken muss diese Folge haben. Wer das leugnet, lügt oder hat keine Ahnung.
    Es war gedacht, um die Unternehmen und die Reichen zu entlasten. Das ist auch wunderbar gelungen, denn der Reichtum ist drastisch gestiegen. Die Ausrede, diejenigen, denn man die Rente kürzt, könnten ja selber privat vorsorgen, kann nur jemand glauben, der mehr als genug Geld hat.
    Dass der Anteil der Altersarmut weiterhin drastisch steigen wird, sollte klar sein. Die wirklich großen Zahlen kommen erst. Wer stolz ist, den größten Niedriglohnanteil der OECD geschaffen zu haben, dann noch die Rente deutlich gekürzt (die Rentenzeitverlängerung ist auch faktisch eine Rentenkürzung), der sollte auch stolz sein, die Armut gesteigert zu haben.
  4. #283

    Und was sind dann Pensionen oder ....

    sonstige Ruhestandsgelder. Der Normal-Arbeitnehmer sollte sich hier mal wieder die Stammtisch-Hoheit nehmen. Die Rente ist keine Versicherung; genauso wenig wie die anderen Ruhegelder. Sie dienen vor allem dazu, daß Ruhe im Land ist. Erst wenn die Politiker ein klein wenig ein wütendes Volk wahrnehmen (kann man übrigens auch durch Wahlen zeigen) erst dann wird sich etwas ändern. Mir fällt nur das Bild von drei Eisschleckenden "Omis" ein in unseren ÖR-Sendern (vor der BT-Wahl), welche Merkel besonders wegen Ihrer sozialen Politik so toll finden.
  5. #284

    Ich finde es gut

    so lernen alle die, die immer auf die H4 Empfänger geschimpft haben endlich mal wie es ist am Existenzminimum zu leben. Jeder der heute weniger als 2500 Euro verdient darf sich schon mal eine Platzkarte lösen - spätestens im Altenheim kommen dann die mit 3500 Euro an die Reihe. Dann heisst es 80 Euro im Monat Taschengeld.
    Die Rente ist sicher - nur deren Höhe nicht ;)
  6. #285

    Das

    Problem schlechthin ist doch wohl folgendes:
    in unserem Staat hat sich mittlerweile eine "Elite" herauskristallisiert, die im Großen und Ganzen tun kann, was sie will. Dazu gehören die "Macher" der Industrie/Wirtschaft UND unsere sogenannten Volksvertreter.
    Die in meinen Augen perverse Grundidee: wenn es uns gutgeht, die Wirtschaft boomt, dann können wir Arbeitsplätze anbieten...usw.
    Pervers deshalb, weil man da nicht mit der dem Menschen eigenen Gier rechnet. Die kriegen einfach den Hals nicht voll! Börsenkurse sind wichtiger als Arbeitsplätze. Wenn eine Gewinnwarnung ausgesprochen wird, sinkt der Kurs teilweise dramatisch. PENG, schon wird mit Verlust von Arbeitsplätzen gedroht, wir ALLE müssten kürzer treten.

    Wir alle sind aber in den allermeisten Fällen die Kleinen, Rentner, Fußvolk eben. Die mit ohne Lobby.

    Die Regierenden wechseln schon während ihrer Dienstzeiten in kräftig dotierte Jobs, Aufsichtsratposten usw. Alles erlaubt, kein Interessenkonflikt, ach iwoh!
    Das wird bei uns alles so hingeklüngelt, dass es da oben passt. Schlechte Nachrichten für die Wirtschaft??? Ohweh, dann müssen wir aber leider 15000 Mann entlassen. Na gut, dann nicht. Mindestlohn? Ohweh, das kostet Millionen Arbeitsplätze. Na gut, wird irgendwieabgeschwächt bzw. umgangen. Nach uns die Sintflut. So und so viele Millionen in "prekären" Jobs, das wird lustig, die kriegen alle mal ne Superrente!
    Und hier sieht man das Problem nicht, man reitet lieber Hasstiraden gegen Rentner, Ostdeutsche, Asylanten und Beamte. Prima Leute, ihr checkt das!

    Bei Plasberg saß mal der Herr Rossmann mit geschätztem Privatvermögen von 1,6 Milliarden. Der hat vehement verteidigt, dass die großen Wirtschaftsbosse (da ging es um den Winterkorn) nicht unter 10 Mio. pro Jahr verdienen dürften, weil sonst Deutschland für diese Koriphäen uninteressant würde.
    Ich habe mir nur gedacht, was will der Mann denn mit 1600 Millionen, und was redet der für einen Stuss? Wer bitteschön soll 10 Millionen im Jahr verdienen, wenn wir gleichzeitig Millionen Menschen haben, die für 4, 6 oder 7 Euro die Stunde arbeiten?
    Wenn der (Rossmann) seinen Angestellten 1 oder 2 Euro die Stunde mehr geben würde, hätte er vielleicht irgendwann einen Nuller weniger, sprich 160 Millionen. Die kriegt er doch auch nicht tot!
    NEID? Naja, ich möchte nicht tauschen. Wenn jemand so gut ist, solche Firmen aufbaut usw., dann soll der auch was haben davon. Ne Villa, Ferraris, was auch immer. Aber warum brauchen die von jedem das Zigfache, und diejenigen, die täglich ihren Arsch hinhalten, krebsen rum? Warum werden in großen RENTABLEN Firmen Menschen entlassen, weil man sich angeblich für die Zukunft aufstellen muss?
    Was soll das denn genau bedeuten? Schaut mal her, wir schaffen die selbe Arbeit mit 15% weniger Belegschaft! Wem nützt das nochmal? 15% wurden gegangen, 85% schuften wie die Ochsen, die sind ja froh, dass sie ihren Arbeitsplatz noch haben und der Börsenkurs, die Rendite und die Konten der Bosse und Aktionäre wachsen und wachsen. Das haben unsere hervorragenden "Manager" aber toll hingekriegt.



    Die Gier der Menschheit wird letztendlich alles zerstören.
  7. #286

    Schweiz

    Grenzgänger haben das schweizerische Rentenmodell lieben und schätzen gelernt. Wenn die Deutschen wüssten, wie viel besser, effizienter und gerechter das schweizerische Modell ist, würden sie auf dringende Reformen drängen. Aber Aufklärung ist nicht im Sinne der Profiteure des deutschen Systems. Als muss der Durchschnittsdeutsche in Unwissenheit am deutschen Rentensystem verzweifen...
  8. #287

    Zitat von derlabbecker Beitrag anzeigen
    ... die Rentenkassen geplündert für Frühverrentung, bei Werksschließungen konnten Leute mit 55 in Rente gehen (und haben halt nur bis 55 eingezahlt!), Leute im Osten, die nie eingezahlt haben bekommen Rente usw....
    Ich freu mich schon auf meine Rente, mit 67. Ich hoffe sie reicht dann wenigstens für einen halben Monat zum Leben... für den Rest muss ich dann wohl Taxi fahren gehen.
    Das mit den Beitragsjahren ist ein Trugschluss. Für die Tatsache wie viel Geld jetzt gerade für Rentner da ist, spielt das keine Rolle, da die eingehenden Beiträge sofort wieder ausgegeben werden.

    Wenn Sie also im Alter mehr Rente haben wollen, dann sorgen sie dafür, das die junge Generation soviel Geld wie möglich verdient. Dadurch steigt das Beitragsvolumen und die zu verteilende Kohle.
  9. #288

    Sowas kommt von sowas

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Es ist ein besorgniserregender Trend: Rund 465.000 Rentner in Deutschland waren 2012 auf Grundsicherung angewiesen - 6,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Vor allem Frauen aus den westdeutschen Bundesländern sind betroffen.
    ..eine klassische Folge der Rollenteilung in der BRD, in der es bis in die späten 70er Jahre den Frauen nur mit Erlaubnis des Ehemanns erlaubt war, berufstätig zu werden (bis in die 50er durften sie nicht mal ein Konto eröffnen).
    All das wirkt übrigens bis heute nach!

    So war das im 'Goldenen Westen', über den aber nur Gutes gesagt werden darf...
  10. #289

    Meine vordergründige Aussage, ...

    Zitat von RenegadeOtis Beitrag anzeigen

    Das heisst jemand der durchgängig seit Anfang 2005 im Leistungsbezug SGB II war hätte einen zusätzlichen Rentenanspruch von... äh... 16 Euro. Brutto. Das ist also ein nennenswerter Grund für die Altersarmut?
    ...sollte jene sein, dass diese wenn auch nur Mindestbeiträge der Rentenkasse, ( Umlauf) seither fehlen. Und das ohne Not.

    Zitat von RenegadeOtis Beitrag anzeigen
    Der Text liest sich im Übrigen mit den Konjunktiven, als wäre er in den ersten Planungsphasen 2009 entstanden, als die Rahmenbedingungen noch nicht entschieden waren.

    Sie wissen schon, dass dies ein halbes Jahrzehnt her ist?
    Das ist Korrekt, es waren Zeilen der damaligen Kritiker.
    Ich wollte dies nochmal in Erinnerung rufen.