Pädophilie-Debatte: Gerechtigkeit für Jürgen Trittin

Jürgen Trittin muss sich wegen einer Unterschrift in der Pädophilie-Debatte rechtfertigen. Aber warum trifft die Empörung jetzt nur die Grünen? Das berühmte "Kursbuch", Leitmedium der linken Intelligenz, beschrieb sogar Fummelspiele mit einer Dreijährigen.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...-a-923240.html
  1. #1

    Wie wär's mal mit Gerechtigkeit von Trittin?!

    Warum beteiligen sich die Grünen noch immer an der allein auf wirtschaftliche und politische Ausbeutung abzielenden Gesellschaftssabotage und Verfolgung Unschuldiger, welche die Drogenprohibition darstellt?
    Warum lassen sie in Landesregierungen Drogenkonsumenten im Knast von Gewalttätern misshandeln, vergewaltigen?
    Weil Menschenrechtsverletzungen im Schatten des öffentlichen Diskurses für sie keine Rolle spielen oder gar weil sie ihnen recht sind?
    Prohibitionisten sind Mörder. Die "Menschenfreunde" von den Grünen sollen endlich anfangen, die Verbrechen an Einzelnen und der Allgemeinheit beim Namen zu nennen, statt sich aus Gier und Machtgeilheit schamlos daran zu beteiligen!
  2. #2

    Zu den Fall fällt mir die Diskussion über Vergewaltigung in der Ehe ein

    http://www.zeit.de/1997/21/ehe.txt.19970516.xml

    Der Zeitgeist der 50ger und 60ger ist erstaunlich lange im konservativen Lager erhalten geblieben. Wie weit darf ich heute die CDU wählen, wenn ich davon heute noch schockiert bin?

    Wolfgang von Stetten ging noch weiter und verkündete 1995 im Rahmen der Strafrechtsänderungsdebatte zur Vergewaltigung in der Ehe: "Die Ehe ist eine Geschlechtsgemeinschaft und verpflichtet grundsätzlich zum ehelichen Verkehr. Die Verweigerung von Anfang an ist unter Umständen Aufhebungsgrund, die spätere Verweigerung Scheidungsgrund. Zum ehelichen Leben gehört auch, die Unlust des Partners zu überwinden. Der Ehemann ist nicht darauf aus, ein Verbrechen zu begehen - manche Männer sind einfach rabiater."
  3. #3

    Soviel Zurückhaltung

    ist diese denn nötig, Herr Fleischhauer. Wenn man bedenkt, wie die Führung der Grünen mit kleinen oder großen, echten oder konstruierten Skandalen der Konservativen umgeht, ist Ihre Vorsicht und bemühte Ausgewogenheit befremdlich. Rücksicht haben die Grünen noch nie genommen. Vielleicht dämmert es so langsam, dass man nicht automatisch ein besserer Mensch ist, wenn die Thesen der Grünen vertritt.
  4. #4

    Sachlich falsch

    Eine "weitgehende Straffreiheit" wurde nicht gefordert, fast alle heute abgeurteilten Fälle wären auch nach der Passage im Wahlprogramm strafbar, weil sie mit Gewalt oder gegen Schutzbefohlene / abhängige Jugendlich einhergehen. Oder ist der CDU-Kandidat mit seiner Lolita-Affäre verurteilt worden? Nein. Dennoch war die Förderung damals falsch, was ja auf eigene Initiative erforscht und längst korrigiert wurde.
  5. #5

    zu einfach?

    War Herr T nur ein Mitläufer, der ja gar nicht wusste, wie sich traumatische Übergriffe auf die Opfer auswirken?
  6. #6

    Das kann man wohl so unterschreiben

    Die Grünen sind halt auch nur eine Partei. Betrachtet man den vergangenen Zeitgeist unterm Brennglas, so graust es einem. Ob CDU/SPD die die legale Züchtigung - heute würde man sagen Kindesmisshandlung, oder FDP/Grüne die liberale Sexualvorstellungen vertreten haben, ich freue mich für unsere Kinder, dass der Kinderschutz sich weiterentwickelt hat. Und wer weiss schon ob wir nicht heute unseren Kindern mit all der Unbestimmtheit á la Selbstverwirklichung nicht ADHS aufzwingen. Oder was die Mittelchen gegen ADHS so alles mit ihnen anstellt. Evt. wird uns das in 20 Jahren auch vor die Füsse fallen: Ihr habt uns unter Drogen erzogen!
  7. #7

    Alte Tabus dienten nicht dem Opferschutz

    Die Grünen und der linke Zeitgeist stellten die alten sexuellen Tabus in Frage. Diese Tabus verbaten unehelichen Sex, Ehebruch, Homosexualität und auch Pädophilie. Ihr Zweck war nicht der Opferschutz - was man z.B. daran sah, dass Vergewaltigung in der Ehe nicht darunter fiel.
    Daher war es richtig und gut diese Tabus in Frage zu stellen und deren radikale Abschaffung zu fordern. Dabei wurde freilich übersehen, dass Kinder und Jugendliche besonderen Schutz brauchen und dass Pädophilie auch dann nicht gut für ein Kind ist, wenn es einwilligt.
    Inzwischen ist der Opferschutz weit fortgeschritten und es wird der Eindruck erweckt, als hätten die Grünen damals gegen den Opferschutz bei Kindern plädiert.
    Den Grünen kann vorgeworfen worden, dass sie beim Einreissen der sexuellen Tabus nicht auch gleich an den Opferschutz der Kinder gedacht haben. Daraus eine böse Intention zu konstruieren heisst jedoch die Geschichte zu verfälschen. Schliesslich haben CDU und CSU damals noch an der Strafbarkeit von Homosexualität festgehalten.
  8. #8

    Grundgesetzlich garantierte freie Meinungsäußerung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Jürgen Trittin muss sich wegen einer Unterschrift in der Pädophilie-Debatte rechtfertigen. Aber warum trifft die Empörung jetzt nur die Grünen? Das berühmte "Kursbuch", Leitmedium der linken Intelligenz, beschrieb sogar Fummelspiele mit einer Dreijährigen.

    Jan Fleischhauer zur Pädophilie-Debatte: Gerechtigkeit für Trittin - SPIEGEL ONLINE
    Wie bei allen anderen Fleischhauer-Ergüssen, auch diesmal kein investigatives Element zu entdecken, keine kritische Reflexion der gemachten Aussagen, kein vollständiges Erarbeiten des Themas, kurzum: wieder mal grottenschlechter Journalismus.

    Selbstredend durfte man bei Fleischhauer erwarten, dass er die gleichfalls kruden Wahlprogramme anderer Parteien aus der gleichen Zeit außen vor läßt, darunter vor allem dasjenige der Jungdemokraten von der FDP. Denn dort kann man ebenfalls die Forderung nach Legalisierung von Sex mit Jugendlichen, Drogen etc. lesen, nur an Trittin möchte man es jetzt fest machen. Die CSU wollte 1980 selbstredend am körperlichen Züchtigungsrecht des Lehrers in der Schule festhalten, Gewalt in der Ehe nicht unter Strafe stellen und noch vieles mehr. Es war daher zu erwarten, dass sich Fleischhauer in diese groteske Uraltdebatte einmischt und für die Union in den Wahlkampf ziehen will. Man kann es machen, aber Journalismus ist es nicht. Wenn es aber kein Journalismus ist, was hat das Geschreibsel dann im redaktionellen Teil des Spiegel zu tun? Wahlwerbung gehört in den Anzeigenteil.
  9. #9

    .

    Der Zeitgeist mag links gewesen sein, Pädopholie war es nie, auch nicht in den 80ern.
    Es war damals (ebenso wie heute) ein Verbrechen und hat auch in den 80ern bei den meisten Menschen (abgesehen von einer radikalen Minderheit) Abscheu, Ekel und Ebtsetzen hervorgerufen.