Londoner Urteil: Muslimin muss Schleier im Zeugenstand abnehmen

Getty ImagesEine Studentin in Birmingham darf ihren Nikab zur Vorlesung tragen, eine Angeklagte in London muss ihn im Zeugenstand abnehmen: Großbritannien debattiert wieder über Gesichtsschleier im öffentlichen Raum. Am Ende gilt: Im Zweifel für die Toleranz.

London: Muslimin muss Gesichtsschleier im Zeugenstand abnehmen - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Toleranz? Unsere Lebensweise!

    Es ist eine Frage, ob man als westlich geprägter Mensch, bei dieser Frage, Toleranz üben lassen kann. In unserer Gesellschaft ist der Blick in das offene Gesicht eine Frage der Tradition und eine Frage der Freiheit. Man kann zwar einem Gesicht nicht immer alles ansehen, aber ob jemande offensichtlich lügt, oder Scham empfindet, rot wird usw - das kann man sehen. Daher ist die Verhüllung in unserer Gesellschaft abgeschafft worden und so sollte es auch weiterhin sein. Jeder der hier leben will, was auch eine Entscheidung für unsere Gesellschaft ist, der sollte die gleichen Freiheitsrechte und Gewohnheiten akzeptieren. Also in Europa ist die Verschleierung eben kein alltägliches und damit nicht akzeptables Kleidungsstück. Es ist genauso wie in deren Ländern: da dürfen Frauen auch nicht nackt, oder halbnackt rumlaufen!
    Sonderbar ist nämlich dabei eines nicht: zumeist werden europäische Frauen von den Männer der gleichen Glaubensgruppe als "Hure" in deren Sprache bezeichnet, die sich so kleiden, wie wir es hier gestatten. In deren Ländern ist es eben ein Zeichen einer Hure, Haut zu zeigen! Es ist eben dann nicht eine Frage der Toleranz von uns, sonderen eine Frage der Toleranz der Migranten, sich der hiesigen Gewohnheiten und der Gesellschaft anzupassen. Aber das will dann ja niemand - eher wird unterschwellig von uns verlangt, sich deren Gewohnheiten anzupassen. Was dann aber sehr untolerant ist.
  2. #2

    Mir machen schon Sonnenbrillen Probleme

    Ich persönlich finde es sehr schwierig, mit Menschen zu sprechen, deren Gesicht ich nicht sehe, während diese meines sehen. Das Gesicht und die Mimik sind wichtig für die Kommunikation. Ich weiß nicht, ob die Frauen wirklich nicht mit ihrer Umgebung kommunizieren können möchten oder möchten, dass die Umgebung nicht mit ihnen kommunizieren kann.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Eine Studentin in Birmingham darf ihren Nikab zur Vorlesung tragen, eine Angeklagte in London muss ihn im Zeugenstand abnehmen: Großbritannien debattiert wieder über Gesichtsschleier im öffentlichen Raum. Am Ende gilt: Im Zweifel für die Toleranz.

    London: Muslimin muss Gesichtsschleier im Zeugenstand abnehmen - SPIEGEL ONLINE
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    Ist, wie immer bei Broder, eine Polemik und manchmal einseitig, aber in total zutreffend. Es ist problematisch, alles tolerieren zu wollen, gerade jenen gegenüber, die ihrerseits wenig Toleranz zeigen.

    Aristoteles wird folgender Satz zugeschrieben (ob dem so ist, weiß ich nicht):

    "Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft"

    Man kann sich folglich "wegtolerieren". Toleranz ist nicht gleichzusetzen mit Akzeptanz. Vor Gericht ist das Gesicht zu zeigen, das muss eben auch von der Muslima toleriert werden.
  4. #4

    ?

    Zitat von jdm11000 Beitrag anzeigen
    Daher ist die Verhüllung in unserer Gesellschaft abgeschafft worden und so sollte es auch weiterhin sein. ...
    Ich bin mit der Thematik nicht so bewandert. Mir ist daher neu, dass eine Verhüllungsverbot kraft Gesetz geschaffen wurde?

    Ein Vermummungsverbot auf Demos ist mir bekannt, im öffentlichen Dienst gibt es einige Länder, die ein "Burka"-Verbot erlassen haben, aber sonst?

    Zitat von jdm11000 Beitrag anzeigen
    Also in Europa ist die Verschleierung eben kein alltägliches und damit nicht akzeptables Kleidungsstück....
    Das haben Sie jetzt mal eben beschlossen? Mich stört eine Burka nicht und von mir aus können die Damen tragen, was Ihnen gefällt.

    Übrigens in Europa gilt die Religionsfreiheit.

    Zitat von jdm11000 Beitrag anzeigen
    Es ist eben dann nicht eine Frage der Toleranz von uns, sonderen eine Frage der Toleranz der Migranten, sich der hiesigen Gewohnheiten und der Gesellschaft anzupassen.....
    Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass es sich um eine Frau handelt, welche sehr gut "angepasst" ist. Eine Studentin an einer Uni ist in der Regel gut integriert. Daher verstehe ich nicht, was es die Allgemeinheit stört, wenn die Dame aus einer Überzeugung heraus eine Burka trägt?

    Mir wollte privat noch niemand vorschreiben, welche Kleidung ich wann trage. Ihnen?
  5. #5

    optional

    Es ist auch verboten, nackt vor Gericht oder in einer Vorlesung zu erscheinen. Ich glaube, auch in Großbritannien geht die Liberalität nicht so weit, das zu erlauben, selbst wenn man es religiös begründen würde. So wie es in unserer Gesellschaft zu den Voraussetzungen des Umgangs miteinander gehört, daß man sich bekleidet, so gehört auch dazu, daß man sein Gesicht zeigt.
  6. #6

    Zitat von MaxMeier123 Beitrag anzeigen
    [...]
    Übrigens in Europa gilt die Religionsfreiheit.
    Die Dame darf auch glauben, was sie möchte. Darum geht es im Artikel nicht.


    Zitat von MaxMeier123 Beitrag anzeigen
    [...]
    Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass es sich um eine Frau handelt, welche sehr gut "angepasst" ist. Eine Studentin an einer Uni ist in der Regel gut integriert. [...]
    Wie Mohammed Atta, der ja auch Student war? Nein, Herr Meier, die Tatsache, dass jemand studiert, sagt nichts über seine/ihre Integrationsfähigkeit oder -leistung aus, da legen Sie aber einen niedrigen Maßstab an. Ein Student hat erstmal nicht mehr erreicht, als die Zulassung zu einer Hochschule. Ich war selber dort und würde nicht wenigen Studenten nicht einmal die Befähigung zu einem Studium attestieren wollen, von der Integrationsleistung mal ganz abgesehen.
  7. #7

    Warum wundert es mich

    Nicht, das die Frau auf der Anklagebank saß ;)

    Ne im ernst, als Angeklagte vor Gericht sollte es selbstverständlich sein das man das Gesicht bei aussagen sehen kann.

    Toleranz ist gut und macht sicher oft auch Spaß, aber es müssen klare grenzen definiert werden, das hilft am Ende allen Menschen, es gibt nicht viele Frauen mit vollverschleierung insgesamt wenn man so schaut.
  8. #8

    Sonnenbrillen

    Zitat von Rickie Beitrag anzeigen
    Ich persönlich finde es sehr schwierig, mit Menschen zu sprechen, deren Gesicht ich nicht sehe, während diese meines sehen. Das Gesicht und die Mimik sind wichtig für die Kommunikation. Ich weiß nicht, ob die Frauen wirklich nicht mit ihrer Umgebung kommunizieren können möchten oder möchten, dass die Umgebung nicht mit ihnen kommunizieren kann.
    Dem Benimm-Kodex nach ist es unpassend, mit dunklen Brillengläsern in Innenräumen zu erscheinen, denn es gilt als absolut unhöflich, wenn das Gesprächsgegenüber nicht in die abgedunkelten Augen sehen kann.

    Dass es bei den Verschleierungsansprüchen, also so, dass man gerade noch die Augen sieht (wie die Schweizer Konvertitin, die sich auch so in TV-Talks präsentiert und dies als Homage an ihre Gläubigkeit verstanden haben will) um die Religion ginge, erscheint längst nicht mehr glaubwürdig.
    Vielmehr erweckt dies den Eindruck von Machtansprüchen und Dominanzgehabe im öffentlichen Raum. Man will sich auch abgrenzen und Präsenz zeigen. Westlich Kulturen und deren modische "Kleiderordnung" ist schließlich auch jedem bekannt, der in einem westl. Land leben und die Errrungenschaften freiheitlicher Demokratie für sich in Anspruch nehmen will.

    Diese Verhaltensweisen entsprechen der Taqiyya, die Anleitungen dazu gibt, wie sich Moslems gegenüber "Ungläubigen (Kufar" verhalten sollen, so lange sie (noch) nicht in der Überzahl sind. Denn letztlich gilt es, den Willen Allahs zu erfüllen, die Welt dem Islam als einzig wahren Glauben zu unterwerfen, denn Islam bedeutet Frieden - Frieden durch Unterwerfung.

    Die wertvolle Errungenschaft der Religionsfreiheit wird mit solchen Extremen förmlich missbraucht (bsph. auch die 13-jährige Muslima, die auch nicht im Burkini am Schulschwimmen teilnehmen will, weil sie dort "gezwungen" sei, zu viel Haut auch von Jungens sehen zu müssen).
    Mögen Klagen auch noch eher Ausnahmen sein: Sie werden zunehmen, u.a. weil die islam. Gemeinde-Vertreter dies fördern.
  9. #9

    Toleranz

    Toleranz ist keine Einbahnstraße. Die Entscheidung vor Gericht kann ich nachvollziehen, genau so die Entscheidung, dass die andere Dame in der Uni eine Burka trägt.
    Man soll in der Öffentlichkeit das tragen, was man will. Anders ist es bei einer Identitätsfeststellung. Ich stelle mir vor, wie die Polizei bei einer Kontrolle ein Auto mit einer Fahrerin in Burka anhält. Soll man da extra eine Polizistin anfordern um die Dame zu identifizieren?
    Man muss die Menschen so akzeptieren, wie sie sind, aber auch die Menschen müssen akzeptieren, dass in Deutschland Gesetze gelten, die über der Religion stehen. Wenn es irgendwann Mal anders sein sollte, dann kann man auch die Sharia einführen.