Pädophilie-Debatte: Trittin kämpft um seinen Ruf

Grüne Göttingen Für die Grünen kommt es richtig dick: Erst die miesen Umfragezahlen, dann das schlechte Ergebnis in Bayern, und nun ist Spitzenkandidat Jürgen Trittin in die Pädophilie-Debatte verstrickt. Das macht ihn im Wahlkampffinale leicht angreifbar.

Grünen-Spitzenkandidat Trittin unter Druck - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Es wäre viel überzeugender, wenn endlich mal ein Grüner für seine Verfehlungen dieselben Konsequenzen zöge, wie die Grünen in vergleichbaren Situationen von Anderen fordern.

    Deshalb: Herr Trittin, Herr Beck, Herr Cohn-Bendit - wir warten auf Ihre Rücktritte!
  2. #2

    Nun

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    CSU-Mann Dobrindt hatte schon im Bayern-Wahlkampf versucht, die Grünen als Pädophilen-Partei zu diskreditieren
    mit dem "Diskreditieren" ist das so eine Sache. Immerhin war man damals durchaus der Ansicht, das mit den Kindern sei eigentlich nicht so schlimm, wenn man es denn richtig machte. Siehe Cohn-Bendits berüchtigte Beschreibung in "Der große Bazar". Auch wenn das Fiktion war, wie kommt man denn auf sowas? Und auch wenn man inzwischen bessere Einsichten gewonnen haben sollte - so richtig ran will man an das Thema nicht. Zwar genügen einem bei der katholischen Kirche durchaus einige verbrecherische Priester, um den ganzen Laden zu verteufeln. Bei den Grünen aber geht's genau andersrum: die "Einzelfälle" haben doch mit der Parteilinie nix zu tun. Tja.
  3. #3

    Rücktritt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Für die Grünen kommt es richtig dick: Erst die miesen Umfragezahlen, dann das schlechte Ergebnis in Bayern, und nun ist Spitzenkandidat Jürgen Trittin in die Pädophilie-Debatte verstrickt. Das macht ihn im Wahlkampffinale leicht angreifbar.

    Grünen-Spitzenkandidat Trittin unter Druck - SPIEGEL ONLINE

    Es bleibt wohl nur sein sofortiger Rücktritt.

    So unterschiedlich kann der heutige Auftritt von Trittin beurteilt werden:

    DIE ZEIT ONLINE
    Der Politikprofi wirkt ungewöhnlich nervös und unsicher, als er ans Rednerpult tritt. Trittin liest seine Erklärung Wort für Wort vom Blatt ab. Die Stimme ist brüchig, das Papier vibriert in seinen Händen.

    SPON
    Dafür hält er sich an diesem Montagmittag bei einem Auftritt vor Journalisten sehr ordentlich. Erklärt und erläutert, ruhig und souverän.
  4. #4

    Den Kampf dürfte er schon verloren haben

    Politiker, die bei Fehltritten anderer lautstark Konsequenzen fordern, müssen damit rechnen, dass diese Keule auch mal sie selber trifft. Göring-Eckart ebenso. Die Ausrede, man habe Walter selber bestellt, zieht nicht. Offenbar haben beide gehofft, dass der ihnen nicht auf die Spur kommt. Oder anders gesagt: Warum brauchen sie einen "Ermittler", wenn sie selber schon Bescheid gewusst haben?
  5. #5

    Heuchler

    Wenn Trittin und all die anderen grünen Tugenbolde die eigenen moralischen und politischen Maßstäbe an sich selbst anlegen, dann bleibt nur Trittins Rückzug aus der Politik. Cohn-Bendit hätts schon längst sein Mandat als Abgeordneter im Europa-Parlament niederlegen müssen, wenn er nur einen Funken Ehrgefühl im Leibe hätte. Es ist halt leichter, politische Gegner zu diffamieren, die Moralkeule gegen andere zu schwingen, als die Konesquenzen für eigene Fehler zu tragen.
  6. #6

    Was für unglaubliche Heuchler

    Die Grünen sind mit Abstand die Schlimmsten. Predigen Wasser und saufen für jeden sichtbar literweise Wein. Sie sind immerzu die Ersten, die von allem und jeden Toleranz einfordern, aber selbst nicht in der Lage sind diese gegenüber anderen zu erweisen. Es ist mir ein Rätsel, das sich manche Wähler von denen immer noch veräppeln lassen und diees nocht nicht einmal merken. Da kann man es den Grünen gar nicht mal ubel nehmen, das sie ihre Wähler bewusst fur blod verkaufen.
  7. #7

    Normalerweise

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Für die Grünen kommt es richtig dick: Erst die miesen Umfragezahlen, dann das schlechte Ergebnis in Bayern, und nun ist Spitzenkandidat Jürgen Trittin in die Pädophilie-Debatte verstrickt. Das macht ihn im Wahlkampffinale leicht angreifbar.

    Grünen-Spitzenkandidat Trittin unter Druck - SPIEGEL ONLINE
    würde ich ja sagen, okay, 30 Jahre her, andere Atmosphäre damals - klären wir doch erstmal, wie es Herr Trittin heute mit der Pädophilie hält, vielleicht gibt es ja auch einen Psychotest, um herauszufinden, ob jemand solche Neigungen hat.

    Nun haben aber in den letzten Jahren "interessierte Kreise", zu denen ich gewisse Medien, aber gerade auch die Gutmenschenfraktion zählen würde, ein Klima geschaffen, in dem moralische Empörung als Waffe eingesetzt wird. Von daher brauchen gerade die Grünen die Erfahrung, daß sich eine solche Waffe auch schnell mal gegen einen selber richten kann. Rücktritt wäre daher die einzig angemessene Reaktion. Alles andere ist eine moralische Bankrotterklärung.

    Vielleicht ergibt sich ja daraus dann irgendwann eine Stimmung, in der etwas milder mit Verfehlungen dieser und anderer Art umgegangen wird.
  8. #8

    Noble Haltung

    Als FDPler attestiere ich Trittin ein nobles Verhalten, es gibt für mich keine Zweifel, dass er mit Pädophilie nicht das Geringste am Hut hat. Ich würde mir wünschen, wenn der politische Gegner hier mehr Anstand zeigte. Dass Spon das Schweigen der FDP nicht anders als eine Art Selbstbezichtigung einordnen kann ist auch nicht sonderlich anständig.

    Oder soll hier eine Solidarisierung der Bevölkerung mit einem offensichtlich zu Unrecht Attackierten erzielt werden?
  9. #9

    1981

    Mich wundert das überhaupt nicht, dass es damals derartige Überlegungen gab. Das war eine ganz andere Welt. Sowas sollte man bei der Bewertung historischer Gedanken wenigstens mal in Erwägung ziehen.