Erste Hilfe Karriere: Mach was aus dir, werde Germanist

DPAGeisteswissenschaften sind eine Notlösung für junges Gemüse ohne Peilung? Das Gerücht ist so hartnäckig wie falsch, findet Uta Glaubitz. Allerdings muss man hier stärker als in anderen Fächern auf ein sinnvolles Begleitprogramm achten.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-921468.html
  1. #1

    Vitamin-B, Networking...

    ist bei den Geisteswissenschaftlern von Bedeutung. Stellen werden doch größtenteils an Bekannte/ Freunde oder an Etablierte/ Erfahrene vergeben. Und wenn man eine Stelle kriegt, dann ist es eine halbe oder 1/3 und dann bestimmt nicht in einem großen Verlag oder als Berater von Peer Steinbrück. Die Autorin benennt hier einige Beispiele von bereits Etablierten Leuten, die sich eh alle die Stellen zuschuschieben und für die der Einstieg früher viel leichter war, weil die Strukturen in vielen Geisteswissenschaftlichen Feldern noch nicht so fest waren. Da konnte man es sogar noch ohne abgeschlossenes Studium weit bringen. Die Zeiten haben sich gewandelt. Für die jüngeren ist der Einstieg schwer zu schaffen, da hilft auch ein Plan wenig. Ich kenne viele junge Leute, die haben so viel Auslands-und Praktikaerfahrung, so viel hat nicht mal ein Politiker, von interkulturellen und sprachlichen Fähigkeiten ganz zu schweigen. Von Planlosigkeit und Entscheidungsschwäche zu schreiben, ist ziemlich herablassend und fern der Realität. Allein für ein Praktikum bei einer größeren Organisation braucht man Berufserfahrung! Und dann soll man für lau arbeiten und am besten den ganzen Laden schmeißen...
  2. #2

    Unsinn

    Promi-Einzelbeispiele unkritisch aufgezählt, dann gesammelte Arroganz gegenüber Kursen, die im Verhältnis zum Gesamtetat verscwindend wenig kosten, und dann der fragwürdige Rat zum Schluss: Man soll sich festlegen, schon vor dem Studium und vor Praktika. In den Jahren darauf kann alles mögliche passieren. Dann braucht es wirklich Flexibilität und keine engstirniges Karrierewunschdenken.
  3. #3

    da

    da ich auch Geisteswissenschaften studiert habe kann ich betätigen, daß dieses Gerücht mit den verpeilten und der Notlösung stimmt. das gilt für mich wie den Großteil meiner ex-komilitonen.
  4. #4

    Zitat von bko Beitrag anzeigen
    Die Persönlichkeiten, die hier erwähnt werden sind TROTZ ihres Studiums in den Geisteswissenschaften erfolgreich - NICHT WEGEN dieses Studiums. Der berufliche Erfolg lag entweder an ihrer Persönlichkeit oder war zufallsbedingt.
    Das sehe ich auch so.

    Wenn Geistwissenschaftler Probleme auf dem Arbeitsmarkt haben, heißen sie nicht Goethe oder Kant. Sie heißen Entscheidungsschwäche, Planlosigkeit und miesepetrige Berufsberichterstattung.
    Vor allem die beiden erstgenannten Probleme dürfte man bei Studenten von Geisteswissenschaften besonders häufig finden.

    Und der Rat" Entscheiden Sie, was Sie werden wollen, machen Sie einen Plan" läuft ein wenig in's leere, denn wer sich klar entscheiden kann und einen klaren Plan hat, wird in der Regel keine Geisteswissenschaft studieren, sondern direkt das, was zum gewünschten Beruf führt bzw. paßt.
  5. #5

    Ernüchterung...

    Ich habe Sozialwissenschaften bzw. Soziologie studiert. Ich würde es nicht mehr tun bzw. nur noch als Neben-/Beifach. Noch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, aber der Berufseinstieg ist ernüchternd. Nicht dass ich mich die letzten 5 Jahre nicht emotional darauf vorbereitet hätte, aber zu erkennen, dass 4 Jahre relevante Nebentätigkeiten/Praktika/Werkstudent bei renommierten Unternehmen, Auslandssemster, Extra-Seminare, Grundstudium BWL und fünf Sprachen mich lediglich für eine schlecht bezahlte Sacharbeiterposition qualifiziert - ernüchternd! Hätte ich mal auf meine Verwandtschaft gehört, die selbstständig ist bzw. Facharbeiter sind...
  6. #6

    Zweifelhaft

    es werden wenige Persönlichkeiten aufgezählt, die TROTZ ihres Studiums ihren Job ausüben...(wie ein Forist schon sehr treffend bemerkt hat). Ich würde heute keinem mehr raten Geisteswissenschaften zu studieren, es sei denn, er kommt sowieso aus einer reichen Familie, hat entsprechende Connections oder irgendein anderes herausragendes Talent inpetto. Die Jobaussichten für Geisteswissenschaftler sind wirklich miserabel!!!!!
  7. #7

    optional

    Studiert ruhig alle Germanistik. Setzt fort, was an schöngeistigem, jedoch nutzlosem Wissen in Gymnasien eh schon eingetrichtert wurde, ohne jeden Bezug zur Realität. Wozu so früh an schnödes Geld denken. Alle die etwas lernen das einen klaren Bezug zum zukünftigen Beruf hat, freuen sich über mehr Platz, und mehr freie Stellen!
  8. #8

    hart aber wahr,

    Zitat von pseudonymisiert Beitrag anzeigen
    Studiert ruhig alle Germanistik. Setzt fort, was an schöngeistigem, jedoch nutzlosem Wissen in Gymnasien eh schon eingetrichtert wurde, ohne jeden Bezug zur Realität. Wozu so früh an schnödes Geld denken. Alle die etwas lernen das einen klaren Bezug zum zukünftigen Beruf hat, freuen sich über mehr Platz, und mehr freie Stellen!
    am Ende eines Studiums sollte ein "Beruf" stehen. Nur mal so etwas studieren weil es einen halt interessiert, gehört in die Freizeit. Der Staat sollte da steuernd eingreifen. Wieso zahlt der Steuerzahler wenn jemand irgendetwas Spaßiges studieren will?
  9. #9

    Der Mythos vom nutzlosen Geisteswissenschaftler

    Unfassbar, wie hier in den Kommentaren weiterhin mit Halbwissen und Vorurteilen hantiert wird. Problem ist: Leute die den Geisteswissenschaften Inhalte und Gehalt absprechen sind meistens selbst fürchterlich unkreative und sehr reduzierte Gesellen, die eine reine Kosten-Nutzen-Rechnung über ihre Zukunft aufmachen.
    Wer aber tatsächlich die Qualifikationen besitzt, die in den Geisteswissenschaften gefordert werden, nämlich Kreativität, Offenheit, Einfallsreichtum und Vielseitigkeit, der wird auch einen Job finden. Die Medien- und Kreativbranche ist voll von solchen Jobs. Ich persönlich habe Philosophie und Germanistik studiert und bin mittlerweile dabei meine Karriere hinter den Kulissen der Film- und Fernsehbranche zu machen.

    Wer "wahre" Arbeit mit körperlicher Tätigkeit und repetetiven Prozessen gleichsetzt, der hat in solchen kreativen Berufen natürlich nichts zu suchen und der erkennt sie natürlich auch nicht als vollwertige Berufe an.
    Wenn man sich alleine die Bandbreite der Philosophiestudenten ansieht, merkt man wie essentiell Geisteswissenschaften für unsere Gesellschaft sind. Von Woody Allen über Umberto Eco, Wladimir Klitschko, Bruce Lee, Wes Anderson, Martin Luther King, Bill Murray, Harrison Ford, über Thomas Jefferson, David Foster Wallace, Ken Follett, Ethan Coen, George Soros, Philip K. Dick, Vaclav Havel etc.: Alles Philosophiestudenten. Wache und vielseitige Geister braucht diese Gesellschaft - jetzt mehr denn je.

    Geld lässt sich damit locker verdienen, wenn man nicht fürchterlich unflexibel und unkreativ ist.