Mythos oder Medizin: Brauchen Wunden Luft oder Pflaster?

CorbisAufgeschlagene Knie oder blutige Ellbogen teilen Eltern auf dem Spielplatz in zwei Lager: Die Pflaster-Verfechter und die Anhänger der "Wunden brauchen frische Luft"-Theorie. Wer hat recht?

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-917696.html
  1. #1

    kurios

    Wer wechselt denn bei einer einfachen Schürfwunde mehrmals das Pflaster?
  2. #2

    Diese "Frischhaltepflaster" gibt es auch zu kaufen. Z.B. werden sie als transparente Pflaster vermarktet. Das ist dann ein dünne, wasserdichte Plastikfolie, die die Wunde rundum abklebt.

    Für Schürfwunden gibt es nichts besseres, da man den Wundheilungsprozess beobachten kann, beim Duschen kein Wasser an die großflächige Schürfwunde gelangt und somit den Schorf einweicht und mit frischen Bakterien versorgt und es aufgrund der glatten Oberfläche auch gar nicht an Kleidung oder Ähmlichen hängenbleibt.

    Eine feucht gehaltene Schürfwunde schmerzt auch nicht im Gegensatz zu einer verschorften, da ohne Schorf keine Zugspannungen auf die Wunde einwirken.

    Natürlich ist ein säubern und desinfizieren vor dem abdecken der Wunde unerlässlich. Zum Säubern kann man bei starker Verschmutzung z.B. eine saubere Zahnbürste nehmen.

    Ständig entzündete Schürfwunden sind damit kein Thema mehr.


    Für Schnittwunden hat sich bei mir folgendes bewährt: ebenfalls säubern falls dreckig, desinfizieren, bluten lassen. Wenn es nicht mehr stark blutet, dann die Wunde zusammenhalten und ruhig stellen. Wenn beide Flanken zusammenkleben durch das körpereigene Fibrin, dann eine dicke Schicht Spürhpflaster rauf. Aber vorsicht, das Lösungsmittel in diesen Sprühpflastern löst auch das Fibrin wieder auf. Was ich mache ist, dass ich etwas Klebepflaster auf eine saubere Fläche aufsprühe und antrocknen lasse, dann den verdickten Sprühkleber auf die nicht mehr nässende Wunde streichen. Das mache ich solange bis eine dicke Polymerschicht auf der Wunde ist. Die hält einige Tage je nach Ort der Schnittwunde am Körper und ist natürlich auch wasserdicht, so dass hier ebenfalls keine Infektionen nach dem Duschen entstehen können, wie bei herkömmlichen Stoffpflastern.
  3. #3

    es geht nicht darum,

    ob luft oder pflaster BESSER ist für die wunde. es geht um die frage, ob bei einer oberflächlichen und nicht sehr verschmutzten schürfwunde wirklich der aufwand nötig ist, sie mehrfach zu verpflastern. vielleicht geht es auch so - insbesondere wenn man der angeblichen unsitte folgt, die kruste immer wieder abzukratzen.
  4. #4

    Ignoranten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wer hat recht?
    Zinkpulver drauf, desinfizierend wirkend, das Bluten hört auf, Schorf bildet sich.

    Pflaster benötigt man bei tiefen stark blutenden Fleischwunden. Aber nach Möglichkeit nicht diesen Schwachsinn aus Plastik, der luftdurchlässig sein soll. Ist er nicht. Und diese nicht klebenden Pflaster mit dem größten Marktanteil.
  5. #5

    Ich habs auch so überlebt

    Ein Pflaster, kein Pflaster und ich lebe immer noch. Man kann es auch übertreiben. Ich kenne keinen der an einer einfachen Schürfwunde die sich vor allem Kinder hunderte Male zuziehen gestorben ist.
  6. #6

    Pflaster

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Erst wenn die Wunde keine Feuchtigkeit mehr abgibt, ist das Pflaster überflüssig. Dann wirkt die Luft sogar positiv und unterstützt die endgültige Abheilung der Wunde.
    Wer eitel ist und eine möglichst kleine unauffällige Narbe zurück behalten will, sollte die Wunde möcglichst lange abdecken, kann auch monatelang sein. Es gibt dafür extra wasserdichte Silikonpfaster in verschiedenen Größen zu kaufen. Bei Brandwunden werden diese oft monatelang angewendet. Aber auch normale Pflaster sind immer noch besser als gar keine.

    Durch das Abdecken ist die Haut besser durchfeuchtet, was wichtig für den Stoffwechsel und damit die Heilung in tieferen Hautschichten ist. Ist übrigens ein ähnlicher Effekt warum trockene Haut früher faltig wird als fettige. Bei fettiger Haut bleibt die Haut besser durchfeuchtet und die Zellen (vor allem die in der Lederhaut) können ihren Job besser machen. Hintergrund ist u.a., dass in feuchtem Milieu Nährstoffe und Botenstoffe besser ausgetauscht werden können.
  7. #7

    Wundbehandlung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Aufgeschlagene Knie oder blutige Ellbogen teilen Eltern auf dem Spielplatz in zwei Lager: Die Pflaster-Verfechter und die Anhänger der "Wunden brauchen frische Luft"-Theorie. Wer hat recht?

    Sollte man auf Wunden sofort ein Pflaster kleben? - SPIEGEL ONLINE
    Seit 1964 ist eindeutig klar, dass Wunden unter feuchtem Milieu besser heilen. Die sogenannte offene oder trockene Wundbehandlung, wie auch die Heilung unter Schorf hat schon lange ausgedient. Allerdings muss unbedingt einer Besiedelung mit Bakterien vorgebeugt werden. Also Desinfektion, aseptisches Umgehen mit der Wunde und Abdecken mit einem geeigneten Verband oder geeignetem Pflaster.
  8. #8

    optional

    Die Wunde ablecken hilft auch :) Ernsthaft!
  9. #9

    ?

    Zitat von static2206 Beitrag anzeigen
    Ein Pflaster, kein Pflaster und ich lebe immer noch. Man kann es auch übertreiben. Ich kenne keinen der an einer einfachen Schürfwunde die sich vor allem Kinder hunderte Male zuziehen gestorben ist.
    Aber auch nur, wenn Sie "Blutvergiftung"/Sepsis außen vor lassen ... Das hat aber mit der Pflasterproblematik nix zu tun. Ein interessanter Aspekt wurde im Artikel nicht betrachtet - Wann bilden sich weniger Narben ? Denke mal, die Erklärungen des Artikels klingen sinnvoll. Allerdings kommt bei mir auch so schnell kein Pflaster irgendwo drauf.