Da kann ich ihnen nur zustimmen. Eine Diskussion über das Titelthema wäre auch bei weitem interessanter.
Ich finde es wurde zuviel versucht in einen Artikel unterzubringen, teilweise mit Argumenten aus der Mottenkiste (Selbstversuche aus den 60ziger Jahren, als ob es in den 70ziger Jahren nicht große Psychiatriereformen gegeben hätte).
Begriffe werden nicht voneinander abgegrenzt. Eine Störung ist ja keine Erkrankung, deswegen heißt es ja Persönlichkeitsstörung und nicht Persönlichkeitserkrankung. Im Artikel werden Störungen und Erkrankungen gleich gesetzt.
Zudem wird erst bemängelt, dass bei Diagnosen Ärzte die sozialen Umstände nicht berücksichtigen, um drei Absätze weiter bei der Veränderung der amerikanischen Diagnosekriterien die sozialen Veränderungen im Amerika der letzten zehn Jahre unerwähnt zu lassen.
Obwohl es im Artikel über Diagnosekriterien geht, wird nicht erklärt, dass eine Zunahme von Diagnosen nicht eine Zunahme von Erkrankungen bedeutet, sondern lediglich eine Konkretisierung. Um eine Erkrankung möglichst genau zu beschreiben, kann ein Patient mehrere Diagnosen zeitgleich bekommen, damit möglichst alle Symptome kurz und trennscharf beschrieben werden können.
Unerwähnt bleibt auch, dass mit Diagnosen zumindest in Deutschland kassenärztlich abgerechnet wird. Um eine Behandlung bezahlt zu bekommen, muss ein Arzt eine Diagnose stellen, selbst wenn er keine geben würde, es sei denn der Patient zahlt selbst. Ich glaube die meisten Patienten lassen sich lieber die Behandlung bezahlen und nehmen dafür eine Diagnose in kauf, als gesund zu sein und die Behandlung selber zahlen zu müssen.

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