Eukles Pheidippides Thersippos war ein etwas übereifriger Typ, hat immer die doppelte Menge Feinde erschlagen als andere, also den Akkord kaputt gemacht, und sich nie an Regeln gehalten, also am Abend vor der Schlacht gesoffen wie ein Loch, und eben kein Apfelsaftschorle, und sich mit den Weibern vergnügt, was streng verboten war. Er war ausgesprochen unbeliebt bei Kameraden und Vorgesetzten. Und sein Rottenführer Kaleidopopulos sagte sich, den kriegen wir klein, was bei Bundeswehr und in der Industrie auch heute noch eine beliebte Übung ist. Und darum wurde er nach Athen geschickt, obwohl das völlig unnötig war, weil der berittene Bote längst weg war. Die ersten 26 Kilometer liefe er noch routiniert flüssig in seiner Siegeseuphorie, aber dann machten sich die Viertele und die Weiber vom Vorabend bemerkbar, und er fing an zu lahmen, bei Kilometer 32 verlor er seine Schnürsenkel und mußte barfuß weiter. Er kämpfte wie ein Held, um seinen Ruf zu verteidigen und in der Gewißheit, etwas unglaublich Wichtiges zu tun, aber letztlich hat er sich übernommen. Am Schluß kroch er auf allen vieren durch die glühende Hitze und vor lauter Aufregung erlitt er einen Herzinfarkt und verendete kläglich, übrigens weit vor den Stadtmauern Athens, was die vermeintlich seriöse Geschichtsschreibung natürlich verschweigt. Wasser war sein letztes Wort, wie ein athenischer Bankier, der just an der Stelle mit seinen Nymphen ein Picknick veranstaltete, später zu Protokoll gab. Wasser hatte er aber nicht dabei. Ob er ihm etwas Ouzo eingeflößt hat, um ihm den Hingang in den Hades zu erleichtern, konnte polizeilich nicht ermittelt werden, da man damals den Alkohol noch nicht präzise nach seinem Verzehrzeitpunkt zu unterscheiden wußte.

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