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Übergewicht bei Kindern – wird das Problem zu sehr dramatisiert?

Eine Welt von Dicken: Wenn man den wortgewaltigen Darstellungen von Ernährungswissenschaftlern und Medizinern Glauben schenkt, gehört Übergewicht in den Industrieländern zu den größten Bedrohungen für die Gesundheit. Speziell Kinder sind gefährdet. Wie groß ist das Problem wirklich? Oder wird hier überdramatisiert?
  1. #1

    Es gibt sicher viele Kinder, die in beängstigenden Zustand sind. Hier sind in erster Linie die Eltern, aber auch die Bildungseinrichtungen und auch die gesamte Gesellschaft gefragt. Die "Geiz-ist-geil" Mentalität gilt leider auch bei Essen und Trinken, was sicher eine Ursache des Problems ist.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Speziell Kinder sind gefährdet. Wie groß ist das Problem wirklich? Oder wird hier überdramatisiert?
    Ich kämpfe auch seit Jahrzehnten mit dem Übergwicht.
    Kinder sehe ich besonders gefährdet, weil es offenbar eine Tendenz gibt, dass der Körper ein bereits erreichtes Gewicht wieder zurückerlangen möchte,
    irgendwie senden die Körperzellen Signale an das Gehirn aus, " ernähre mich",
    Man sieht die übergewichtigen Teenager zunehmend seit Jahren bei den Ärzten, wenn 20 Jährige bereits die 100 kg Marke knacken, was wird das dann erst im Alter
    Im Alter wird der Stoffwechsel immer langsamer, bin selbst seit 30 Jahren Marathonläufer, trotzdem übergewichtig,
    auf körperliche Belastungen reagiert der Körper mit Anpassungsstrategien, das Abnehmen wird schwieriger.

    Ein Blick ins Familienbuch zeigt die genetische Disposition, denn der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm, sind Eltern/Grosseltern übergewichtig, wird das Thema einen sehr wahrscheinlich später beschäftigen
  3. #3

    Tendenz

    Die Tendenz ist da, dass die Kinder immer schlechter, d.h. immer billiger und fett- und kohlehydratreich ernährt werden. Gleichzeitig finden sie immer weniger Möglichkeiten sich frei zu bewegen - gerade in den Städten.

    Vor über 20 Jahren gab es vielleicht ein oder zwei dicke Kinder, die natürlich auch gehänselt wurden, wobei sie aber sehr selten fettsüchtig waren.
    Heute sehe ich (hier in Mexiko, welches die höchste Übergewichtsrate bei Minderjährigen hat) auf der Strasse viele Grundschulkinder die regelrechte Rettungsringe mit sich herumschleppen.

    Eine genetische Disposition mag sicher mitspielen (und ist im Falle der Mexikaner mit indianischen Wurzeln sogar nachgewiesen), aber dann sollte man erst recht im frühen Alter auf eine gute Ernährung mit vielen Vitaminen und Proteinen achten, die den Körper gesund wachsen lassen und keine Füllware, die sonst keinen Nährwert enthält.
  4. #4

    Übergewicht , kein Problem,

    Zitat von thisiscancerylane Beitrag anzeigen
    Es gibt sicher viele Kinder, die in beängstigenden Zustand sind. Hier sind in erster Linie die Eltern, aber auch die Bildungseinrichtungen und auch die gesamte Gesellschaft gefragt. Die "Geiz-ist-geil" Mentalität gilt leider auch bei Essen und Trinken, was sicher eine Ursache des Problems ist.
    Wenn es denn so wäre, das Problem ist, es wird eben nicht beim Essen gegeizt. Hier schlägt unser Erbe zu, wer ganz, ganz früher viel essen und schnell ansetzen konnte, überlebte. Die Hungerknochen starben aus.
    Außerdem ist essen eine Lust, frustrierte Kinder mit wenig Bewegung ( Und da schließt sich auch wiederum ein Kreis.Zitat: ist ja anstrengend) können natürlich nicht ihre Kalorienzufuhr kontrollieren, hier sind eindeutig die Eltern gefragt.( Aber die interessiert das nicht, weil sie selber meist dick sind, und Kinder könnten zu ihrem schlechten Gewissen werden.)
    Die Gemeinschaft kann da nichts tun, sie versucht es ja schon seit Jahren ohne Erfolg, trotz vieler sinnloser Programme.
    Glaubt denn wirklich einer, daß sich Kinder die Kalorienanzahl auf einer Packung ansehen?
    Das Problem ist, wir leben zu gut, unbegrenztes Nahrungsangebot, ohne Mühe ist es zu erlangen, ohne jeglich Anstrengung. Warum also Bewegung?
    Also, lasst sie dick sein. Sie wollen es ja so, warum wollen wir sie unglücklich machen. Erst wenn der eigene Leidensdruck so groß ist, daß sie Hilfe schreien, kann man was tun.
    Zitat Shakespeare, damit ich nicht wie von Gutenberg bin: ( Lasst wohlbeleibte Männer um mich sein, mit glatten Köpfen und die nachts gut schlafen.Der Cassius dort hat einen hohlen Blick. Er denkt zu viel. Die Leute sind gefährlich)
  5. #5

    Bewegungsarmut

    Die Bewegungsarmut im Alltag, angefangen beim täglichen Weg zur Schule, ist wohl eher der Grund für´s Übergewicht bei Kindern. Meine Grundschulzeit lag noch knapp in der Zeit in welcher es noch Dorfschulen gab. Das bedeutete für einige Kinder u.U. eine einfache Strecke von 30 Min. Der Schulweg diente zum rennen, springen, fangenspielen, kurzum der ganzen Bandbreite an kindgemäßen Bewegungsmustern. Selbst Stürze `wurden geübt´.

    Es gab keine PC-Spiele. Nachmittags wurde nach den Schulaufgaben, egal bei welchem Wetter, draußen getobt. Wir haben in Rotten von 8 - 10 Saubengeln (Klagelied Bauer)auf dem Feld mit Strohballen `Burgen´ gebaut und kamen fast jeden abend verschwitzt, hungrig und hundemüde heim. Im Winter wurde vor Ort fast täglich Schlitten gefahren. Im Frühjahr haben wir im Wald Bäche gestaut und dafür stundenlang Äste geschleppt. Wir waren drahtige Knirpse. Füllige Kinder waren die Ausnahme.
    Supermärkte auf der grünen Wiese gab´s nicht, also wurden die meisten Kinder in die Dorfläden geschickt um Einkäufe nach Hause zu schleppen. Bewegung total!

    Die Schulen wurden kurze Zeit später zentralisiert, die Anfahrt dorthin mit Bus oder Elternauto organisiert. Es werden heute Kinder zum Sport, zum Malkurs, zur Musikschule zum Einkaufen usw. nur noch gefahren. Dazu kommen die überall und zu jeder Tageszeit verfügbaren Kalorienbomben genannt Kinderriegel usw. ...
  6. #6

    ...

    Die Kinderriegel gab es in meiner Kindheit auch schon und ich wurde auch in die Schule gefahren bzw. später bin ich 80m zu Fuss bzw. 10 min mit dem Fahrrad gefahren. Viel Bewegung war das nicht, aber dann gab es anschliessend Tennis, Kampfsport oder eine andere sportliche Betätigung.

    Aber nur 10 min Rad reicht nicht, um die Anzahl Kalorien zu verbrennen, die manche Kinder heute in sich hineinschieben. Es wird zuviel und vor allen Dingen das Falsche gegessen.
    Statt einem täglichen Schokoriegel (oder meine sehr vermisste Lila Pause), dann lieber eine süsse Orange, Mango oder eine Handvoll Erdbeeren.
  7. #7

    Ich denke, dass das Problem keineswegs dramatisiert wird. Ganz im Gegenteil.
    Hier sieht man, dass es Sucht, dass seelische Kranksein, schon bei Kindern gibt. Da Essen frei verfügbar ist, wird die Sucht über massive Nahrungsaufnahme versucht zu befriedigen. Fresssucht ist eine schwere psychische Erkrankung. Es ist nicht damit gedient, dem Kind das Essen wegzunehmen und es zum joggen zu schicken.
    Die Ursache der Erkrankung ist in erster Linie nicht das Essen selbst, un der Bewegungsmagel. Die Ursache dieses schädigenden Verhaltens ist oft eine PTBS. Da wird genascht, um sich zu beruhigen, um sich aufzuheitern, um die Stimmung zu erhellen. Fett und Zucker sind aber auf Dauer sehr schädigende Drogen, ähnlich wie Alkohol und Nikotin.
    Diese Kinder sind auf einem schmerzhaften Liebesentzug, haben meist Serotoninmangel, Mangel an Glücksstoffen und versuchen diesen Mangel über Zucker und Fett auszugleichen.
    Sucht ist eine Krankheit, die vor der Droge schon da war. Dort muß man ansetzen, an der Ursache der Erkrankung, der Sucht, bei der Traumatisierung, Kränkung.
    Schwieriges Unterfangen, da Dicke diskriminiert und gemobbt werden in unserer Gesellschaft. Ein Teufelskreislauf.
    Es müsste eine Medizin geben, die die Sucht, den Glückshormonmangel, behandelt. Wieein Innenpolster, dass gegen schmerzliche Erfahrungen schützt.
    Bewegung ist auch gute Medizin, aber in unserer Autogesellschaft schwer umzusetzen. Gibt ja kaum noch natürliche Freiräume, wo sich die Kinder gefahrlos austoben können.
  8. #8

    http://www.lizzynet.de/wws/1073444.php

    Zitat daraus:
    Gleiche Suchtmechanismen wie bei Drogen

    Die Studie zeigt, so Kenny, dass Drogensucht und Fettsucht den gleichen neurobiologischen Mechanismen unterliegen. Dabei identifizierten die Forscher vor allem den sogenannten Dopamin D2 Rezeptor als Mitverursacher der Sucht. An diesen Rezeptor dockt Dopamin an - ein Botenstoff, der nach dem Genuss von Leckereien, Sex oder bestimmten Drogen ein Wohlgefühl auslöst. Wird dieser Rezeptor durch Drogengenuss oder eben auch durch übertriebene Schlemmerei von zu großen Mengen Dopamin überstimuliert, dann schraubt er seine Funktion zurück und reduziert damit den Dopamin-Fluss. Die Folge: man fühlt sich gar nicht mehr so toll und muss umso mehr Drogen oder Junkfood in sich reinstopfen, um überhaupt noch einen bestimmten Level Dopamin zu erreichen. Dass normal ernährte Ratten, deren Dopaminrezeptor durch einen Trick ausgeschaltet wurde, ebenfalls plötzlich dem Fresswahn verfielen, bestätigt die wichtige Rolle, die der bei der Drogensucht beteiligte D2 Rezeptor auch bei der Fresssucht spielt.
    Ende-
    Im Weissbrot , sogar der Milch sind Morphine enthalten.
    Ich sehe auch hier die PTBS beteiligt.
    Ich gehe davon aus, dass auch das Essen selbst vieles enthält, was Sucht-verwertbar ist. Es sind nur unglaubliche Mengen, die man sich Calmunden lassen muss. Der hätte sich mal von seinem Däumling beraten lassen sollen. Der sieht fitter aus. Appetitgezügelter jedenfalls.
    So sind die D2-Rezeptoren, als Motor von Gegenmassnahmen Elementar(Motivation, Hoffnung, Antrieb=Stressresistenz) . Ursächlich denke ich aber dass die Genvariante (verkürzt) des Serotonintransporters beteiligt ist. Die Veränderung der Serotonin-, sowohl des D2-Rezeptores, sind beides Folgen nicht integrierbaren Stresses, einer Traumatisierung, wie zB Verstösse gegen das Kindeswohls eines Säuglings.
    http://video.google.com/videoplay?do...2621678934748#
    Oder dem Terror von Bomben ausgesetzt zu sein. USW.
    Wer Kontakt zu seiner Steinzeitpersönlichkeit hat, der weiss, dass Essen auch eine nichtstoffliche Komponente hat.
    Und zwar bedeutet Essen/Konsumieren zu können gleichzeitig das Selbstgefühl zu Haben ein erfolgreicher Jäger zu sein. Macht! Alles was es braucht, um eine Perspektive für die Zukunft zu haben. Das Leben zum Freund zu haben. Das sorgt für ausgegliches Serotonin, für Euphorie, was nichts anderes bedeutet, als sich Gesund zu Fühlen.
    Allerdings ist Essen so ein erbärmliches Suchtmittel, weil es im Übermass genossen, jede andere mögliche Lebensqualität, wie beim Wal an Land, der wird jedenfalls nicht noch zusätzlich verhöhnt, im Keim erstickt.
    So geht es jedem 5. in Deutschland. immerhin ca. 18 Millionen, da kommen die Trinker mit 10 Millionen nicht ganz mit.
    Fettsucht ist die momentan wohl tötlichste und unglücklichste aller Süchte.
    Und auch hier ist es so, dass man nicht durch das Essen süchtig wird, Tiere in Gefangenschaft sind es wohl meist vorher auch, sondern Isst weil man süchtig ist. Weil etwas fehlt. Serotonin, Dopamin, Gaba, Endorphin. Jeder Botenstoff ist auch geeignet über die Anderen eine Wechselwirkung auszulösen, die dort eine Eigenproduktion initiiert.
    Einen Euphorischen Zustand herzustellen.
    Euphorie bedeutet Gesundheit. Süchtig bedeutet Sick-Krank, Siechend. Jeder Süchtige würde Esssuchten, wenn er nichts anderes hat. Kokablätter würden da schon helfen. Dann kommt auch der Bock auf Bewegung.
  9. #9

    [QUOTE=Thomas

    Die Studie zeigt, so Kenny, dass Drogensucht und Fettsucht den gleichen neurobiologischen Mechanismen unterliegen. Dabei identifizierten die Forscher vor allem den sogenannten Dopamin D2 Rezeptor als Mitverursacher der Sucht.
    ...
    Einen Euphorischen Zustand herzustellen.
    Euphorie bedeutet Gesundheit. Süchtig bedeutet Sick-Krank, Siechend. Jeder Süchtige würde Esssuchten, wenn er nichts anderes hat. Kokablätter würden da schon helfen. Dann kommt auch der Bock auf Bewegung.[/QUOTE]

    Schön, und was ist zu tun?
    Machen sie mal umsetzbare Vorschläge, die wirklich was bringen.
    Ich kenne keine.








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