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Übergewicht bei Kindern – wird das Problem zu sehr dramatisiert?

Eine Welt von Dicken: Wenn man den wortgewaltigen Darstellungen von Ernährungswissenschaftlern und Medizinern Glauben schenkt, gehört Übergewicht in den Industrieländern zu den größten Bedrohungen für die Gesundheit. Speziell Kinder sind gefährdet. Wie groß ist das Problem wirklich? Oder wird hier überdramatisiert?
  1. #160

    Genau!

    Zitat von Internetnutzer Beitrag anzeigen
    Wenn es denn so wäre, das Problem ist, es wird eben nicht beim Essen gegeizt. Hier schlägt unser Erbe zu, wer ganz, ganz früher viel essen und schnell ansetzen konnte, überlebte. Die Hungerknochen starben aus.
    Außerdem ist essen eine Lust, frustrierte Kinder mit wenig Bewegung ( Und da schließt sich auch wiederum ein Kreis.Zitat: ist ja anstrengend) können natürlich nicht ihre Kalorienzufuhr kontrollieren, hier sind......
    Kann Ihnen nur zustimmen.
    Der Überlebenstrieb ist eben der stärkste, auch bei Haustieren, die gleich ihren Herrchen zu dick werden.
    Hauptübel ist das "es gut meinen" bei Kindern, die dann zuviel Kohlehydrate in den verschiedensten Formen zu sich nehmen.
    Nicht nur in Mexiko werden die Kinder zu dick, sondern auch in Brasilien, wo jetzt der Wohlstand ausbricht und Chips, Zucker in allen Getränken, Coca Cola in 5 Liter Flaschen und anders Zuckerwasser zum festen Bestandteil der Ernährung wurden.
    Die Industrie ist ebenfalls auf falschen Wegen und bietet, statt die Preise zu halten oder zu senken, 120% W-Zuckerware mehr zum selben Preis. Falsch!
    Ferner: Laufen ist uncool oder gefährlich für Kinder.
    Ein gefährlicher Cocktail.
  2. #161

    Glück

    Zitat von Blaue Fee Beitrag anzeigen
    Die Kinderriegel gab es in meiner Kindheit auch schon und ich wurde auch in die Schule gefahren bzw. später bin ich 80m zu Fuss bzw. 10 min mit dem Fahrrad gefahren. Viel Bewegung war das nicht, aber dann gab es anschliessend Tennis, Kampfsport oder eine andere sportliche Betätigung.

    Aber nur 10 min Rad reicht nicht, um die Anzahl Kalorien zu verbrennen, die manche Kinder heute in sich hineinschieben. Es wird zuviel und vor allen Dingen das Falsche gegessen.
    Statt einem täglichen Schokoriegel (oder meine sehr vermisste Lila Pause), dann lieber eine süsse Orange, Mango oder eine Handvoll Erdbeeren.
    Tja, Blaue Fee, vielleicht gehören Sie zu den Glücklichen, die Dank ihres Stoffwechsels sowieso nicht zum Ansetzen neigen.
    Ausserdem sind solche Geschöpfe oft auch diszipliniert und hauen eben nicht so rein in die Bouletten, wie andere.
    Alle meine schlanken Freunde essen wenig.
    Natürlich haben Sie Recht, wennSie die Bewegungsarmut verantwortlich machen. Nein, 10 min. Rad reichen nicht aus.
  3. #162

    Wenn man einen entsprechenden Ausgleich hat, z.B. Sport, verbrennt der Körper ja zusätzlich Kalorien, daher sollten dann Junkfood und Süßigkeiten in Maßen in der Regel kein Problem darstellen.
    Allerdings müssen die sportlichen Aktivitäten regelmäßig stattfinden, ansonsten dürfte das auch nicht den gewünschten Effekt haben.

    Viele Kinder und Jugendliche machen jedoch auch keinen Sport, aus verschiedenen Gründen. Dort kann eine Ernährungsumstellung pebenfalls eine Lösung sein. Laut verschiedenen Studien sollten Heranwachsende einen regelmäßigen Mahlzeitenrhythmus haben, z.B. hier nachzulesen:
    http://www.inar.de/schutz-vor-uberge...i Jugendlichen

    Das Problem daran ist aber natürlich, dass gerade heutzutage geregelte Mahlzeiten schwierig einzuhalten sind. Das setzt ja auch einen Elternteil voraus, der für diese geregelten Mahlzeiten sorgt.
  4. #163

    .

    Ich denke "dramatisiert" ist das falsche Wort. Ich würde sagen, dass Problem wird falsch angegangen. Ich war als Kind in der Pupertät übergewichtig und mir wurde das Leben zur Hölle gemacht. Ich war 13 oder 14 Jahre alt und wurde von Klassenkameraden gedemütigt, von Sportlehrern vorgeführt und bekam von den Eltern mancher Freunde Dinge wie "Du siehst aus wie ein Kebap" an den Kopf geworfen. Ich habe mir das damals so sehr zu Herzen genommen, dass ich nicht das normale Leben eines 14-jährigen führen konnte.

    Mit 16-17 bin ich dann stark gewachsen und war nicht mehr übergewichtig. Mit 18 habe ich angefangen dreimal in der Woche ins Fitnessstudio zu gehen und das bis heute (ich bin 24) durchgezogen. Zwangsläufig resultiert daraus ein muskulöser Körper.
    Trotzdem sind die Narben aus der Kindheit nie verheilt.
    Ich habe auch heute noch Depressionen und bilde mir von anderen aufgrund meines Aussehens kritisch beäugt zu werden. Ich bin deswegen seit 3 Jahren bei einem Psychiater in Behandlung weil ich phasenweise nicht mit dem Selbstzweifel klar komme.

    Die Härte mit der gerade diese Menschen über "Fette" herziehen, die aufgrund ihrer Veranlagung immer dünn waren egal was sie aßen, kotzt mich so an.
    Was sind die Gründe für Übergewicht?
    1.) Veranlagung
    2.) Eine falsche Ernährung
    3.) Ein bestimmter Lebensstil (man kann es vielleicht gemütlich nennen)

    Ich frage mich warum es in unserer Gesellschaft völlig salonfähig ist in übelster Weise über Dicke herzuziehen. Sprüche wie: "Fette sind eklig und sie stinken. Ich hoffe immer das sich in der U-Bahn keiner neben mich setzt" sind völlig geduldet. Besonders unter gebildeten Menschen.

    Wenn man mal abstrakt betrachtet was hier passiert, dann kritisieren Menschen andere hart wegen einem bestimmten Lebensstil und einer bestimmten Veranlagung, vielleicht auch persönlichem Unvermögen. Gleichzeitig tritt man ein auf Leute die ohnehin schon am Boden liegen.

    Das interessante ist: Es sind ja gerade auch diejenigen diese "fettenhasser", die sich an anderer Stelle als hochtolerant, Schwulen- und Ausländerfreundlich präsentieren. Was natürlich sehr gut ist. Aber ich verstehe dann einfach nicht warum Menschen, die offenbar verstanden haben, dass ein Mensch nicht aufgrund von seinen Genen oder seines Lebenstils beurteilt werden darf bei den Fetten dann diesen Schnitt machen?

    Viele die ich darauf angesprochen habe erklären sich mit der Begründung, dass die Fetten ja selbst schuld daran sein. Ich kontere darauf dann üblicherweise mit der Frage woher denn dann dieser Hass kommt? Ist nicht weitreichend bekannt, dass Dicke in unserer Gesellschaft an allen relevanten Stellen benachteiligt werden? Und ist das dann noch nötig sich daran zu beteiligen? Reicht es nicht, dass ein dicker Mensch enorme Probleme damit hat einen Partner zu finden? Und das er im Job ab einer bestimmten Körperfülle kaum noch Aufstiegschancen hat?
  5. #164

    Teil 2

    Ich würde mir zunächst einmal eine verständnisvollere Gesellschaft wünschen. Es wäre bereits ausreichend das Mobbing und die Diskriminerung gegenüber Dicken auf die gleiche Stufe wie Fremden- oder Schwulenhass zu stellen. Die meisten Schwulen- und Ausländerhasser verstecken ihre gestörten Ansichten, sobald sie merken, dass sie damit in der Masse damit nicht ankommen.

    Regelmäßig erscheinende, polemisierende Artikel, die aus der Sicht von normalgewichtigen Menschen geschrieben sind helfen dabei nicht im geringsten, denn der Hass und die Nachteile denen sich Dicke konfrontiert sehen, sind ein wesentlicher Grund warum es so schwer ist den Lebensstil zu ändern. Manche Menschen fühlen sich dadurch wohl angestachelt und können sich so motivieren. Viele andere, und ich würde behaupten fast alle Kinder resignieren dadurch allerdings, wodurch kaum eine Chance auf Änderung besteht.








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