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Tötet das Fernsehen die Phantasie?

Der französische Philosoph Bernard Stiegler erhebt schwere Vorwürfe: Der TV-Konsum erschaffe eine "global synchronisierte Halluzination", zerstöre die Erziehung und verwandele Erwachsene in unmündige Kinder. Hat er Recht?Tötet das Fernsehen unsere Phantasie?
  1. #1

    Im TV leben lassen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der französische Philosoph Bernard Stiegler erhebt schwere Vorwürfe: Der TV-Konsum erschaffe eine "global synchronisierte Halluzination", zerstöre die Erziehung und verwandele Erwachsene in unmündige Kinder. Hat er Recht?Tötet das Fernsehen unsere Phantasie?
    Ich kann dem Beitrag nur zustimmen.

    Für jemanden, der keine Aufgabe oder Rolle in seinem Leben gefunden hat und das vielleicht auch nicht merkt, kann visueller Medienkonsum zur Falle werden:

    Im Fernsehen läßt er dann sein Leben leben, jegliche Eigeninitiative erlischt.
  2. #2

    Eindeutig ja!

    Kreativität entsteht aus Langeweile!
    Was ist uns nicht alles eingefallen um unserer Langeweile zu entkommen!
  3. #3

    So ein Schwachsinn

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der französische Philosoph Bernard Stiegler erhebt schwere Vorwürfe: Der TV-Konsum erschaffe eine "global synchronisierte Halluzination", zerstöre die Erziehung und verwandele Erwachsene in unmündige Kinder. Hat er Recht?Tötet das Fernsehen unsere Phantasie?
    Ui, also dass einem französischen Philosophen die (ich mutmaße einmal) amerikanische Dominanz in TV- und Kinofilmen säuerlich aufstöß, kann ich ja nachvollziehen... Aber ich als jemand, der mit TV - und noch viel schlimmer - Computerspielen aufgewachsen ist und sich trotzdem (!) für Geschichte und Politik einigermaßen interessiert, würde diesen Herrn gerne fragen ob es denn früher wirklich besser war.

    Zum Beispiel 1914, als die deutsche Jugend (und auch die französische) von der Schulbank aus, belesen in Goethe, Schiller und von mir aus auch Voltaire, begeistert in den 1. Weltkrieg zog...

    Gut, es war damals keine "global synchronisierte Halluzination", aber zumindest eine "national synchronisierte" - Und das ganz ohne TV! Und so könnte man weiter die über 2000jährige europäische Geschichte aufrollen und unzählige andere Beispiele finden - nicht zuletzt die Religion, denn auch diese verwandelt Erwachsene in unmündige Kinder, wenn man nur böswillig genug ist, dass Gerede vom ewigen Seelenheil und der Drohung von Fegefeuer, Hölle etc. so zu interpretieren.

    Lange Rede kurzer Sinn - Läge Hollywood in Frankreich, fände dieser Philosoph gewiss ein anderes Thema über dass er sich echauffieren könnte. Vielleicht die "global synchronisierte" Popmusik???
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der französische Philosoph Bernard Stiegler erhebt schwere Vorwürfe: Der TV-Konsum erschaffe eine "global synchronisierte Halluzination", zerstöre die Erziehung und verwandele Erwachsene in unmündige Kinder. Hat er Recht?Tötet das Fernsehen unsere Phantasie?
    Ich kann ihn da nur unterstützen. Schon wer einen Film seht, nachdem er das Buch gelesen hat, ist enttäuscht. Weil er sich mit seiner Phantasie konfrontiert sieht.

    Schon die einfach Vorstellung, dass da ein blondes Mädchen den Weg entlanggeht, macht ein eigenes Buch auf. Was für ein Weg, was für ein Mädchen, wie blond usw., das wird in einem Film von den Bildern bestimmt. Im Film hat man noch nicht mal die Möglichkeit, seinen eigenen Gedanken nach gehen. Man sieht die Bilder und vorbei ist es.

    Es gibt eine Menge Pädagogen, die Kinder das Fernsehen unter 10-12 Jahren gerne verbieten würden. Wobei ich das, wenn ich die Serien für Kinder mal sehe, durchaus verstehen kann;o).

    MfG. Rainer
  5. #5

    Das erinnert doch sehr an die Aussagen von Neil Postman vor ca. zwanzig Jahren –
    neue Erkenntnisse kann ich darin keine wiederfinden....und prinzipiell finde ich ein
    Nachdenken über Alternativen und deren alltagstaugliche+attraktive Umsetzung immer konstruktiver als dieses ewig-pessimistische Gejammer....ist aber vielleicht auch
    anspruchvoller, denn da geht es dann um die Handlungsebene:
    wie setze ich das um(z.b.für Eltern)...
    Der Anspruch/Vorwurf/Anklage allein hat noch nie weitergeholfen.
  6. #6

    Zitat von Rainer Helmbrecht Beitrag anzeigen
    Ich kann ihn da nur unterstützen. Schon wer einen Film seht, nachdem er das Buch gelesen hat, ist enttäuscht. Weil er sich mit seiner Phantasie konfrontiert sieht....
    Was mich selbst betrifft, gebe ich Ihnen vollkomen recht. Bedenkt man aber, dass es Menschen gibt, die kaum je ein Buch lesen, so sehe ich eine gewisse Chance darin, durch Verfilmung von Romanen diesen Menschen Bildung/Kultur zu vermitteln. Wobei Bedenken ob diese Chance genutzt wird durchaus berechtigt sind.

    Das eigentliche Problem (bei ausschliesslichem Genuss) ist geistiges Junkfood und nicht Literaturverfilmung, gute historische Filme, oder interessante Reportagen.
  7. #7

    Och, ich denke, man kann beides ganz gut vereinen. Oder verliert man die gesamte Vorstellungskraft, weil man ein paar Filme/Serien gesehen hat? Ich habe wahrlich genug Phantasie, die hatte ich noch mit TV und ohne TV ist sie nicht mehr geworden ;)

    Wie überall ist es das Maß das zählt. Ob ein 8-Jähriger 5 Stunden am Tag vors TV sollte? Nein. Auch kein 30-Jähriger. Ob das anschauen eines Kinofilms oder einer gut gemachten Serie die Phantasie zerstört? Auch Nein.
  8. #8

    Wobei der Verlust der Phantasie noch die erträglichste Auswirkungen des unreflektierten und permanenten Medienkonsums darstellt.

    Wäre allerdings zu klären ob das Fernsehen uns der Phantasie beraubt, oder sich das Fernsehen unserer Phantasielosigkeit anpasst. Henne oder Ei?
  9. #9

    TV-Konsum muss nicht immer schädlich sein - ich finde, solche Serien wie Lost oder Battlestar Galactica, Filme wie Matrix und z.B. Videospiele sehr anregend, auch für die Phantasie, solange man es nicht übertreibt.

    Wie sagt man so schön, das Fernsehen besteht größtenteils aus Müll, aber es verbergen sich einige Perlen darin.








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