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Schwierige Babys - Ihre Erfahrungen?

Dauerschreien, Schlaflosigkeit, asymmetrischer Kopf: Was lange Zeit unter dem Kiss-Syndrom bei Babys zusammengefasst wurde, halten Mediziner inzwischen für erfunden. Wie gehen Sie damit um, wenn Ihr Baby schreit?
  1. #1

    Bin entsetzt

    Grüß Gott,
    als Vater von drei Kindern bin ich entsetzt: Naiverweise dachte ich, das allüberall diskutierte KISS-Syndrom sei wissenschaftlich gesichert. (Jaja: Fakten wissenschaftlich überprüfen, das ist schon wichtig, ihr Schnullis, sonst tut's eurem Kinde nicht gut, wenn es bependelt wird!)

    Meine erste Tochter hatte auch einen schiefen Kopf. Sie war eine Zangengeburt (macht bestimmt Depressionen, oder?), da wurden die Schädelplatten halt ein bisschen verschoben. Geschrien hat sie auch, oh Wunder - wo das doch gar nicht drin stand in den volksverdummenden Zeitschriften für werdende Eltern, dass Kinder auch mal schreien... auch mal die ganze Nacht... auch mal über vier fünf Monate hinweg...

    Die Schreierei war irgendwann vorbei. Der schräge Kopf verwuchs sich. Vielleicht hat es geholfen, dass wir sie abwechselnd ans Kopf- und Fußende des Bettes gelegt haben: Damit sie sich zum Lichte drehe und so den Kopf wieder in symmetrische Form bringe. Aber wahrscheinlich hätt sich's eh ausgewachsen.

    Mein Sohn übrigens hatte einen Kopf platt wie ein Brotzeitbrettl. Links. Nach der Geburt. (Oh: Kaiserschnitt. Total neurotisch natürlich.) Der Grund waren eher die drei Monate Intensivstation. (Herzfehler. Ließ sich nicht bependeln. Er musste OPERIERT werden!) Die gleiche Liegetechnik wie bei der großen Schwester: Heute fällt er durch einen ausgemamcht wohlgeformten Hinterkopf auf.

    Herrgottnochmal, ihr Alternativlinge. Traut halt euch, dem Leben und vor allem euren Kindern was zu. Ansonsten - kriegt sie erst gar nicht.

    Beste Grüße - Jost Burger
  2. #2

    Ich lese oft und gerne Spiegel-Online. Doch dieser Artikel fällt leider qualitativ zum normalen Niveau des Spiegels enorm ab. Der Autor hat sich leider mit dem Thema quasi überhaupt nicht beschäftigt und verfällt allzu bereitweillig in die plakative Argumentationstechnik der Schulmedizin. Welche Ansätze bspw. Ostheopathen in diesen Fällen verfolgen geht aus seinen Ausführungen in keinster Weise hervor. Ebenso schwach ist es, eine Art Autodidakten und Therapeuten, die für ihre Ausbildung ein langjähriges Studium absolvieren hier über einen Kamm zu scheren.
    So wurde wieder einmal ein interessantes und wichtiges Thema im Sinne der deutschen Medizinerlobby abgefrühstückt und eine Alternative zum gängigen Weg diskreditiert.
    Schade.
  3. #3

    erfundene Kinderkrankheiten

    Dass nicht alle Menschen gleich sind, auch wenn das in der Verfassung steht, ist jedem klar. Natürlich gilt das auch schon für Babies. Mit dem heutzutage immer wieder diagnostizierten Autismus wird es ähnlich sein wie mit dem Kiss-Syndrom. Aufgrund von Schilderungen aus Einsteins Leben bin ich mir sicher, dass er als Kind heute als autistisch eingestuft würde. Stellen Sie sich vor, wie es ihm ergangen wäre, wenn schon damals dieses Autismusgetue im Schwange gewesen wäre. Er wäre als Kind vom Psychologen zum Psychiater, und dann zurück zum Kinderarzt geschickt worden und wäre schließlich in einer Heilstätte gelandet. Aus ihm wäre nicht mehr geworden als ein armer Krüppel.
  4. #4

    Na endlich

    Dass das KISS eine Erfindung ist, ist nicht Neues. Unter anderem ist seit Jahren eine Stellungnahme der Gesellschaft für Neuropädiatrie hierzu auf ihrer Website öffentlich einsehbar.
    Das Problem ist seit Jahrzehnten, dass viele Eltern mit den in der Regel nicht gut erklärbaren, aber harmlosen Unruhezuständen ihrer Neugeborenen oder jungen Kleinkindern nicht gut klar kommen. Dann suchen sie, nicht selten sehr häufig innerhalb kurzer Zeit, den Kinderarzt auf, der dann keine griffig erscheinende Erklärung zur Verfügung hat und, sofern nichts Gravierendes vorliegt, die Eltern nach einer genauen Untersuchung des Kindes und einem Gespräch in ihr "Schicksal" entlässt. In dieser Situation kommt vielen Fachleuten und Laien ein "Label", wie eben das des KISS, leider ganz recht. Denn nicht nur, dass man nun eine angebliche Erklärung hat, sondern kann nun auch "gezielt" daran therapeutisch arbeiten.
    Tja, und nun beginnt das Dilemma des wissenschaftlich denkenden Menschen: wodurch ist dieses "Syndrom" (es ist allein schon per definitionem keines!!) charakterisiert? Wie kann man es nachweisen? Wodurch grenzt es sich von mitunter schlimmeren oder, häufiger, den harmlosen Zuständen ab? Wie ist die Studienlage dazu in Hinblich auf die Prognose? Welche Therapie ist sinnvoll? Wie ist diese belegt?
    Ganz kätzerisch scheinend, aber auf den 2. Blick vielleicht garnicht so böse, ist folgende Theorie: die Beruhigung der Eltern durch die "Diagnose" und die durch professionelle Hand und Anleitung vermittelte "Therapie" sowie die Spontan-"Heilung" sind die eigentlichen Faktoren, dass sich die Situation durch die gelassenere Eltern-Kind-Interaktion entspannt und in Wohlgefallen auflöst. Man kann bis dahin nur hoffen, dass diese Fehlinterpretation (und nichts anderes ist es, denn zur Fehldiagnose fehlt dem KISS der Wert einer Diagnose) nichts Schlimmes hat übersehen lassen.
    Dass die Diskussion häufig, und leider auch im SPON-Artikel journalistisch höchst schludrig übernommen, in einer allgemeinen Beschuldigung der "Ignoranz der Schulmedizin" endet, belegt nur die Hilflosigkeit der Betroffenen.
  5. #5

    .

    Da haben wir es wieder: Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Es gibt DIE Schulmedizin und basta. So hat man schon vor Jahrtausenden argumentiert, nur da war die Schulmedizin noch bei den vier Körpersäften (Schleim, Blut, schwarze und gelbe Galle) und man glaubte auch, daß Aderlaß das Allheilmittel schlechthin sei. KISS hat sicher nichts mit "Pendeln" zu tun und pauschal sind nicht alles Menschen Naivlinge, die sich damit befassen oder der Überzeugung sind, daß die im Artikel genannte Methode hilfreich ist.
    Ich selbst habe keine Kinder, von daher fehlt mir diese Erfahrung mit den beschriebenen Symptomen völlig. Als naturwissenschaftlich ausgebildeter Mensch liegt es mir fern, an Dinge einfach nur zu glauben, jedoch sollte man nicht alles was neu und nicht zum Status Quo der Lehre gehört pauschal als Scharlatanerie, Unfug oder Hokuspokus abstempeln, wie es der Autor durchschaubar plump versucht.
    Kritisch aber offen sein, ist in der Wissenschaft schon immer die richtige Einstellung gewesen ansonsten befänden wir uns technologisch wie sozial bestenfalls erst im Mittelalter.
  6. #6

    Bei uns hat es geholfen!

    Ich muss dem Vorredner recht geben...schade um das Thema! Das Kiss-Syndrom ist meines Wissens nach in den osteuropäischen Ländern insbesondere in Russland eine anerkannte "Krankheit" , die dort seit vielen Jahrzehnten schulmedizinisch behandelt wird. Sehr bekannt auf diesem Gebiet ist die in Köln lebende und praktizierende Ärztin Dr. med. Svetlana Iliaeva. Bei einer guten Recherche , wäre der Autor dieses Artikels sicherlich auf Frau Dr. Iliaeva. gestoßen.

    http://dr-iliaeva.de/kontakt.html

    Unser kleiner Simon war in seinen ersten 10 Monaten seines so jungen Lebens ein einziges schreiendes, unzufriedenes "Fleischbündel", das in sein motorischen Entwicklung komplett blockiert war. Kein auf den Bauch drehen, kein Krabbeln. Das Kind entwickelte sich in dieser Zeit geistig immer weiter, konnte dies aber körperlich nicht umsetzen. Nach der Kiss-Syndrom-Behandlung hatten wir innerhalb von zwei Tagen ein anderes Kind...wach, zufrieden, beweglich und nach 4 Wochen konnte der kleine Mann ohne zu krabbeln direkt laufen...ich glaube aber auch, dass sich viele alternative Ärzte bei der Behandlung überschätzen und das führt dann leider auch zu solchen Artikeln in den Medien.
  7. #7

    Wenn das Baby den linken Arm nicht bewegen kann

    dann liegt - laut Schulmedizin - ganz klar eine Einbildung überinformierter Eltern vor, oder? Es gibt aber den z.B. durch eine Saugglockenentbindung verschobenen Kopf, der Nerven einklemmt, und zum Glück gibts auch Schulmediziner im Sozialpädiatrischen Zentrum, die ganz klar einen Nervenabriss ausschließen und die Eltern sofort zu einem Orthopäden mit Kenntnisse in manueller Medizin weiterschicken.Direkt nach der Behandlung rudert der Säugling mit dem Arm herum und versucht sich auf die Seite zu drehen. Was wäre geworden wenn man dem Wort "Modekrankheit" geglaubt hätte??
  8. #8

    Nein

    Zitat von Bassman09 Beitrag anzeigen
    [...]Das Kiss-Syndrom ist meines Wissens nach in den osteuropäischen Ländern insbesondere in Russland eine anerkannte "Krankheit" , die dort seit vielen Jahrzehnten schulmedizinisch behandelt wird. [...]
    Nein, ist es nicht.
    Zitat von Mentorin Beitrag anzeigen
    dann liegt - laut Schulmedizin - ganz klar eine Einbildung überinformierter Eltern vor, oder? [...]
    Nein. Wie kommen Sie darauf? Es muß übrigens nicht gleich ein kompletter Nervenausriß sein, es kann auch eine Dehnung eines den Arm versorgenden Nervenbündels sein, was sehr viel häufiger ist, und sich spontan zurückbildet. Sie haben offenbar auch den richtigen Kontakt in Ihrem SPZ gefunden. Zum Glück sehr selten sind intrauterine oder perinatale Schlaganfälle, die ebenfalls zu einer Lähmung führen können. Hier allerdings ist eine komplette Rückbildung nicht zu erwarten.
  9. #9

    Mein erstes Kind war ein Dauerschreier, jede Nacht durch, monatelang. Damals wurde gesagt, der hat Koliken und fertig.
    Niemand wusste etwas über Behandlungsmethoden. In der Zeit waren wir Eltern fix und fertig und hätten wahrscheinlich auch nach einem Strohhalm gegriffen, hätte es denn einen gegeben.
    Also wenn die Behandlung hilft und das merkt man ja ziemlich schnell, warum nicht?








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