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Morgen, Morgen…Verschieben Sie auch so gern?

Manche Menschen tun einfach alles - aber immer erst morgen. Nur nicht heute. Das kann komisch, aber auch lästig sein. Was tun Sie gegen latente "Verschieberitis"? Kenne sie Psycho-Tricks und Kniffe, die helfen, Probleme stets sofort anzugehen?
  1. #1

    Laut Sprichwort soll es ja ein Zeichen von Faulheit sein, alles auf morgen zu verschieben.

    Ich gehöre leider auch zu denen, die am besten unter Termindruck arbeiten können. Tipps, wie ich das ändern könnte, hab ich nur theoretische: Das Unangenehmste sofort erledigen, dann geht der Rest - angeblich - leicht von der Hand.

    Bin mal gespannt, ob ich hier verwertbare Tipps und Tricks nachlesen kann.
  2. #2

    Ich bin definitiv auch jemand, der Druck braucht... Ein bisschen verbessern konnte ich das. Wenn unangenehmes ansteht, sag ich mir: "das sind jetzt xy Minuten deines Lebens, die bringst du hinter dich und dafür wirst du xy Stunden sehr zufrieden sein mit dir!" Hilft ganz gut (je nach Tagesform und Wetter...). Oder aber ich erinnere mich an Unangenehmes, das zurückzuführen war darauf, dass ich Dinge zu lange habe liegen lassen... Hilft auch ganz gut:))
  3. #3

    ich halte es mit scarlett o'hara:

    morgen auf tara will ich über das nachdenken. dann werde ich es ertragen. morgen wird es mir schon einfallen.
    schließlich, MORGEN ist auch ein tag.
  4. #4

    Hängt vielleicht damit zusammen, daß die Dinge, die ich (wir?) verschiebe, für mich nicht wichtig sind. Die für MICH wichtigen Dinge erledige ich sofort. Alles andere sind Forderungen anderer, für die ich teilweise nicht mal Verständnis habe. Warum auch? Ich fühle mich einfach nur belästigt ...
  5. #5

    Ja, ich gehöre auch zu den Menschen, die (fast) alles auf Morgen verschieben. Diese Macke habe ich schon seit Jahrzehnten. Von den vielen Problemen, die ich verschiebe, gehört auch mein Wahlverhalten. Alle vier Jahre nehme ich mir vor mich zu informieren und nur noch eine Partei zu wählen, die meinem Willen entspricht.

    Jedesmal denke ich, na ja, so kurz nach der Wahl musst du alles erstmal zur Ruhe kommen lassen. Nichts über das Knie brechen, diesmal mit Augenmaß. Dann vergehen so ein-zwei Jahre und man versucht die Bestätigung für die alte Wahl zu finden. Dann bemerkt man.... Menschenskind, jetzt hast du wieder die gleichen Schaumschläger gewählt..... aber zum letzten Mal.

    Nun fange ich an die Parteien "wissenschaftlich" zu untersuchen. Ich wäge ab, suche alle Fallen, weiss immer noch nicht, ob Moral oder Cleverness der Politiker das rechte Kriterium ist.

    Inzwischen nähert sich der neue Termin. Ich werde hippelich, berate mich mit Freunden, Nachbarn, Parteigängern, frage alte Leute, junge Leute. Rede mir den Kopf heiss, fange an meine Freunde zu belehren, meine Feinde zu beleidigen und dann ist Wahltag! Jetzt mache ich den üblichen Fehler..... ich gehe erst wal wählen...... und nehme mir vor: Das nächst Mal werde ich mich informieren und nur noch die Partei wählen, hinter der ich zu 100 Prozent stehe;o).
  6. #6

    Zitat von dericon
    Hängt vielleicht damit zusammen, daß die Dinge, die ich (wir?) verschiebe, für mich nicht wichtig sind. Die für MICH wichtigen Dinge erledige ich sofort. Alles andere sind Forderungen anderer, für die ich teilweise nicht mal Verständnis habe. Warum auch? Ich fühle mich einfach nur belästigt ...
    Sie könnten mein Zwillingsbruder sein, genau so sehe/mache ich das auch.
  7. #7

    Es gibt umfassende (meist englischsprachige) Literatur zu dem Thema.

    Die Higlights sind mE:
    Neil Fiore - The Now Habbit
    David Allen - Getting Things Done
    Steven Covey - The 7 Habbits Of Higly Effective People
    Rita Emmet - The Procrastinators Handbook
  8. #8

    Anti-prokrastinatorium Billigflieger

    Ich bin auch der Meinung, das eine geschickte Kombination aus Belohnung und Bestrafung hilft, "aus dem Tee" zu kommen. Das Fruehbuchungssystem bei Billigairlinern zeigt das sehr eindrucksvoll: hat man schnell gebucht, fuehlt man sich doppelt gut, denn man hat Geld gespaart und ein Problem erledigt. GLEICHZEITIG hat man einem Prokrastinaten den naechsten Sitz etwas teurer gemacht und kann sich ueber den eigenen Vorteil freuen.

    Der Schluessel zur Bekaempfung dieser Scheinkrankheit liegt auch in der indirekten, gegenseitigen Motivation.
  9. #9

    Ich auch

    Ja, also ich auch...
    Zuerst habe ich immer wieder von meinen Eltern gehört, ich kann nicht systematisch arbeiten und das soll ich mir eineignen. Das versuche ich schon seit Jahren, mein ganzes Studium, dann aber mit der Diplomarbeit werde ich beweisen... und gleiche Katastrophe wie immer.
    Tausende Ausreden, Terminverschiebungen und am Schluß doch ein bißchen Satisfaktion, ich habe doch in sooo kurzer Zeit so viel/so was tolles geschafft. Dann kommt aber der Gedanke: hätte ich doch mehr Zeit investiert, wäre das Eergebnis noch besser.
    Na ja einen Rezept für diesen Syndrom habe ich immer noch nicht gefunden. Beim jeden Schieben häufen sich Schuldgefühle und Depressionen, meine Umgebung bedauert mich was ich alles nicht auf dem Kopf habe und... ihr weist schon...


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