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Ist Burnout nur eine Modekrankheit?

Burnout in aller Munde: Offenbar zeigt sich in den verschiedenen Ausformungen und Wahrnehmungen der Erschöpfung und Depression ein Sympton unserer Zeit, die für Schwächen und Ausfälle speziell im psychischen Sektor wenig Verständnis zeigt. Immerhin gilt "Burnout" kraft des Begriffes in gewisser Weise als gehobener Defekt. Aber kann man Burnout deshalb zur Modekrankheit verkleinern?
  1. #80

    Vorsicht!

    Und dennoch sollte man aufpassen, hier nicht jeden über einen Kamm zu scheren!
    Es gibt solche und solche - wie bei allem!

    Burnout ist eine ernstzunehmende Krankheit!
    Nur weil heute einige mal schneller "einen auf erschöpft machen", sollte man nicht diejenigen vergessen, die ernsthaft mit dieser Problematik zu kämpfen haben!
  2. #81

    Nur der Name

    Ich glaube eigentlich nicht, dass sich jemand mit dieser Krankheit schmückt. In der heutigen Zeit ist man immer mehr Stress ausgesetzt und viele Menschen übernehmen sich und dann passiert dass sie ein Burn out haben. Ich habe gedacht, dass eine Depression etwas ist was man seit der Geburt mit sich herumträgt und ein burn out von einer Überbelastung ausgelöst wird. Man sollte es auf alle Fälle ernst nehmen und nicht einfach als eine Modeerkrankung abtun.
  3. #82

    Ich habe manchmal den eindruck, dass 'burnout' einfach viel cooler klingt als 'depression'.

    burnout..wow..der typ hat gerackert wie bekloppt, der hat sich lang gemacht...burnout...jaaa, den hat er sich verdient...

    depression? frauen haben depressionen und die sind ja eh komisch, das weiss man ja.
    mal nicht so anstellen, bitteschön!

    merkt ihr was?
    ich habe den eindruck, nur männer erfahren(!) einen burnout, nur frauen haben(!) eine depression...
  4. #83

    burnout wird mit depression verglichen,wenn nicht gleichgesetzt.Beide sind Fremdwörter: burnout=ausgebrannt,depression=niedergedrückt.Vom Wortsinn her ergeben sich unterschiedliche Bilder. Ich plädiere für unterschiedliche Behandlung der Sprache und der Krankheiten.
  5. #84

    Zitat von chrisskuss Beitrag anzeigen
    Ich habe manchmal den eindruck, dass 'burnout' einfach viel cooler klingt als 'depression'.

    burnout..wow..der typ hat gerackert wie bekloppt, der hat sich lang gemacht...burnout...jaaa, den hat er sich verdient...

    depression? frauen haben depressionen und die sind ja eh komisch, das weiss man ja.
    mal nicht so anstellen, bitteschön!

    merkt ihr was?
    ich habe den eindruck, nur männer erfahren(!) einen burnout, nur frauen haben(!) eine depression...
    Es gibt zahlreiche prominenten Frauen, die an Burnout gelitten haben und gewandelt aus dieser Situation herausgekommen sind.
    Verbunden ist dies mit einer beruflichen Überlastung.

    Depressive Frauen leiden meist unter privaten Problemen und in diesem Zusammenhang an einem aufgeprägten Anpassungsverhalten an ihre Partner oder an übermässiger Aufopferung für ihre Familie.
    Lesen Sie mal in Frauenforen. Es ist geradezu grotesk, wie Frauen nach Entschuldigungen für das Verhalten ihrer (Ehe-)Männer suchen und Kritik an ihm nur schwer zulassen können. Sie machen sich selbst so klein wie möglich und haben für jeden Mist Verständnis.
  6. #85

    ...

    Ein Modebegriff vielleicht, er beschreibt aber mit Sicherheit nichts das man verkündet um irgendeiner Mode hinterher zu laufen.
  7. #86

    Definitiv falsch !

    Zitat von baghira5 Beitrag anzeigen
    Ich weiß, die Mehrheit wird diesen Kommentar nicht mögen, aber ich werde ihn trotzdem abgeben.

    Heutzutage hat ja jeder ein "Burnout-Sydrom", der einfach mal eine Auszeit von der Arbeit braucht. Erlebe ich ständig, und kann es daher nicht mehr ernst nehmen. Stress im Job sowie privat, kenne ich mehr als ausreichend. Aber trotzdem, Pobacken zusammen kneifen und durch! Depressionen hatte ich auch, habe trotzdem weiter gemacht. Ich denke, es kommt einfach auf die Natur des Menschen an: die Einen sind schwach und geben auf, die Anderen sind stark und kämpfen.
    Würde mir wünschen, dass es mehr von der 2. Sorte gäbe, denn ansonsten darf ich die Arbeit der "Verhinderten" mit machen, danke dafür- würg!
    Verehrter Forist baghira5, Ihnen kann ich nur das Gleiche sagen, wie der Foristin chirin, nachzulesen unter #72. Entweder Sie haben noch nie richtig gearbeitet oder noch nicht lange genug, oder Sie haben in Ihrem bisherigen Leben Glück gehabt und z. B. noch keine familiäre Tragödie erlebt. Und Sie sollten bitte auch bedenken, dass wir Menschen alle verschieden sind und der eine mehr ab kann und der andere weniger.
  8. #87

    Zitat von chrisskuss Beitrag anzeigen
    Ich habe manchmal den eindruck, dass 'burnout' einfach viel cooler klingt als 'depression'.

    burnout..wow..der typ hat gerackert wie bekloppt, der hat sich lang gemacht...burnout...jaaa, den hat er sich verdient...

    depression? frauen haben depressionen und die sind ja eh komisch, das weiss man ja.
    mal nicht so anstellen, bitteschön!

    merkt ihr was?
    ich habe den eindruck, nur männer erfahren(!) einen burnout, nur frauen haben(!) eine depression...
    Burnout und Depression ist nicht das gleiche. Und ob diese Aufteilung wirklich so bei der breiten Masse stattfindet? Ich weiß nicht.

    WAS ich weiß: Beides wird von einem Teil der Leute nicht ernst genommen und damit sind diese Leute ein Teil des Problems.
  9. #88

    Zitat von baghira5 Beitrag anzeigen
    Ich weiß, die Mehrheit wird diesen Kommentar nicht mögen, aber ich werde ihn trotzdem abgeben.
    Tun Sie sich keinen Zwang an.
    Zitat von baghira5 Beitrag anzeigen
    Heutzutage hat ja jeder ein "Burnout-Sydrom", der einfach mal eine Auszeit von der Arbeit braucht.
    Finde ich nicht. Keiner hängt sich gerne das Überlastungs-Etikett um.
    Zitat von baghira5 Beitrag anzeigen
    Erlebe ich ständig, und kann es daher nicht mehr ernst nehmen. Stress im Job sowie privat, kenne ich mehr als ausreichend. Aber trotzdem, Pobacken zusammen kneifen und durch!
    "Ausreichend" würde ich übersetzen mit "mittlere Belastung" Das halten die meisten Leute gut aus.
    Zitat von baghira5 Beitrag anzeigen
    Depressionen hatte ich auch, habe trotzdem weiter gemacht.
    Verzeihung. Dann hatten Sie keine Depression. Zumindest keine schwerere. "Einfach weitermachen" kann man vielleicht noch bei leichten depressiven Phasen. Aber mit einer ausgewachsenen Depression machen Sie gar nichts mehr.
    Zitat von baghira5 Beitrag anzeigen
    Ich denke, es kommt einfach auf die Natur des Menschen an: die Einen sind schwach und geben auf, die Anderen sind stark und kämpfen.
    Würde mir wünschen, dass es mehr von der 2. Sorte gäbe, denn ansonsten darf ich die Arbeit der "Verhinderten" mit machen, danke dafür- würg!
    Die Einteilung in "Starke" und "Schwache" war schon immer ein Teil des Problems.
    Und danke, dass Sie im letzten Absatz noch Ihre Motive darlegen. Es geht Ihnen also nur um die eigene Bequemlichkeit.
  10. #89

    Teil 1

    Burnout/Depression in der gesellschaftlichen Wahrnehmung

    „It's better to burn out than to fade away“
    Dieses Zitat von Kurgan, Bösewicht und Gegenspieler von Christopher Lambert in der Rolle des Connor McLeoud im Kinoerfolg „Highlander“, spielt auch auf das Leistungsdenken in unserer modernen Gesellschaft an.

    „Es ist besser, auszubrennen, als zu verblassen!“
    Ein schnelles Leben, geprägt vom Verlangen nach Geschwindigkeit, Lautstärke und Extrovertiertheit wird als Ideal proklamiert. Innehalten, leise Töne, Sehnsucht nach Ruhe und Durchatmen, Introvertiertheit wird mit Schwäche in Verbindung gebracht.

    Depression findet, insbesondere bei Männern, wenig Verständnis. Prominente Beispiele wie der aus dem Leben gegangene Robert Enke finden letztlich Mitleid, aber auch Unverständnis. Der Bundesligatorhüter galt als erfolgreich, verfügte über finanzielle Sicherheit und hatte eine Familie. Das er mit dem Leben nicht zurecht kam, depressiv wurde und letztlich keinen Ausweg aus der seelischen Dunkelheit mehr fand, können viele Menschen nicht verstehen.
    Depression ist negativ besetzt, ein Ausdruck von Schwäche, von Versagen im Leben. Was auch immer Robert Enke in den Suizid getrieben hat, Versagen oder Schwäche war es sicher nicht.

    Burn out hingegen impliziert Aktivität, wer ausgebrannt ist, muss ja vorher etwas geleistet haben!
    Leistung ist positiv besetzt, wir leben in einer Leistungsgesellschaft, stetiges Wachstum ist unser Fetisch. Wer sich dem versagt, ist schwach, scheitert am Anspruch der Mitmenschen. Menschen, die einen Burn out erleiden, werden eher verstanden als Menschen mit Depressionen. Warum ist das so? Warum ist es Schwäche, mit dem Leben zu hadern, mit den Lebensumständen, den Ansprüchen, die andere an uns richten?
    Sind nicht auch die leisen Töne wichtig, das Innehalten, die Ruhe?
    Tragen nicht auch die unauffälligen Menschen zum Erfolg der Spezies Mensch bei?

    Burn out ist eine „Modeerkrankung“ mit dem Potenzial zur Volkskrankheit. Burn out ist Ausdruck von Leistungsbereitschaft, von Stärke. Man hat alles gegeben und benötigt mal eine kleine Auszeit um zur Ruhe zu kommen. Jeder hat Verständnis für einen Burn out.
    Aber stimmt das wirklich? Ist die montägliche Unlust nach einem durchfeierten Wochenende schon ein Burn out? Oder, anders gefragt, darf man ein temporäres mentales Tief schon als Burn out bezeichnen?
    Ist nicht der Burn out in Wirklichkeit ein langer Prozess des Kämpfens gegen die Windmühlenflügel des Lebens? Ist nicht eine tiefe Verzweiflung die Folge dieses nicht enden wollenden Kampfes?

    Sysiphos wäre ein idealer Burn out Kandidat. Immer wieder rollt der alte Grieche den Fels auf einen Berg, strengt sich an, seine Aufgabe zu bewältigen und scheitert doch immer und immer wieder.
    Als Folge dieses erfolglosen Kampfes stürzen viele Menschen in ein tiefes Loch, sie scheitern an dem Felsblock, der einfach nicht da liegen bleiben will, wo sie ihn hin gerollt haben.
    Ein anderes Bild ist vielleicht ein Schwimmer im Meer, der zu weit hinaus getrieben wurde und immer, wenn er wieder Grund unter den Füßen spürt, den Kopf kurz über den Wellen halten kann, doch wieder mit dem Einsetzen der Ebbe hinaus ins tiefe Wasser gezogen wird. Wieder kämpft er sich an den Strand zurück, wieder wird er hinaus gezogen. Irgendwann verlässt ihn die Kraft zu schwimmen, die Hoffnung auf Rettung. Er gibt auf, hört auf zu schwimmen und versinkt in den grauen Fluten.......


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