Forum: Wissenschaft
Ist Burnout nur eine Modekrankheit?
Burnout in aller Munde: Offenbar zeigt sich in den verschiedenen Ausformungen und Wahrnehmungen der Erschöpfung und Depression ein Sympton unserer Zeit, die für Schwächen und Ausfälle speziell im psychischen Sektor wenig Verständnis zeigt. Immerhin gilt "Burnout" kraft des Begriffes in gewisser Weise als gehobener Defekt. Aber kann man Burnout deshalb zur Modekrankheit verkleinern?
- #30 12.02.2012 19:03 von
- #31 12.02.2012 20:07 von
Das Schicksal ist mir auch bekannt, und diesem Menschen glaube ich auch, daß er an Erschöpfung eingegangen ist. Seine Villa, sein Fuhrpark, seine Familie -- das alles bedeutete ihm plötzlich nichts mehr. Von heute auf morgen konnte er nicht mehr programmieren. Aber auch hier muß ich konstatieren: der Mann zeigte alle Symptome einer ausgewachsenen Depression. Nicht ausgelöst durch Über-, sondern durch seelische Unteranspruchung.
Ich bin einfach dagegen, dieses schlimme Leiden durch Modewörter wie "Burnout" zu banalisieren. Eine Depression ist eine fiese Sache, ich weiß das aus eigener Erfahrung. Man steht unter einer dunkelgrauen Wolke und glaubt, es hört nie wieder auf zu regnen. Nichts macht mehr Spaß, Aufstehen geht auch nicht, gar nichts geht.
Irgendwann geht dann doch die Sonne wieder auf. Aber während man unter dieser Wolke steht, glaubt man einfach nicht daran. - #32 13.02.2012 11:52 von
Hab übrigens den Bericht über Assauers Alzheimer auf Phoenix gesehen. Das war ein Bericht, wie ich ihn Grimme-verdächtig finde. Rudi Assauer, Ausnahmekicker, Prahlhans, Sonnyboy, Playboy, Macho bekommt Alzheimer, und wie er das tut, wie er die Diagnose aufnimmt und versucht, das Beste draus zu machen, das finde ich bewundernswert. Wenn ich sonst den Macho Assauer nie besonders mochte, jetzt wird er mir endlich sympathisch. So long, Rudi, ich hoffe, die Reise wird nicht zu schwer, und: Du schlägst Dich wirklich wacker!
- #33 13.02.2012 12:51 von
Wortklauberei
Nachdem ein Wort wie Burn-out gefunden wurde – welches sich selbst ein Dorfmütterchen mit Lockenwicklern im Haar traut in den Mund zu nehmen – müssen wir jetzt an der Wortklauberei von Begrifflichkeiten wie Depression, Erschöpfungssyndrom oder Nervenzusammenbruch scheitern und die tatsächlichen Ursachen schlichtweg mürbereden? Wie sinnlos! Dann sollten wir als das Unwort des Jahres 2012 eines wählen: Empathie.
Ingo Schmitz aus Bernkastel-Kues (Burn-out 2006) - #34 13.02.2012 14:27 von
- #35 13.02.2012 14:37 von
- #36 14.02.2012 10:27 von
Alternative Medizin - hilft das vielleicht?
Alternative Medizin kann alles, oder etwa doch nicht?
Die Praxis der "Alternativmedizin": Ein Insider berichtet | Kritisch gedacht | ScienceBlogs.de - Wissenschaft, Kultur, Politik - #37 14.02.2012 18:21 von
Mit "Burnout" möchte man vor allem suggerieren, dass man viel mehr geleistet hat als der Durchschnitt und nun an den Folgen dieser immensen Aufopferung leidet. Diejenigen, die in meinem Umfeld häufig von Burnout plappern, haben nicht wirklich mehr Stress als andere - ein Depressiver wird es dagegen nicht an die große Glocke hängen.
- #38 15.02.2012 09:34 von
Kann die Alternative Medizin Alles?
Ne kann Sie nicht, die Schulmedizin und der Doktor bei der Notoperation auch nicht.
Kann Sie als Alternativ Medizin oder hat Sie einem geholfen? Ja das kann zum Glück jeder selber merken, und sich an der besseren Lebensqualität freuen........... Dieser Punkt fehlt vielfach in der Schulmedizin. - #39 26.02.2012 10:07 von
Natürlich handelt es sich eigentlich um eine Erschöpfungsdepression, Burnout als Begriff ist tatsächlich eine "Mode". Aber diese Mode hängt mit dem "Geist der Zeiten" zusammen. Es ist Mode jedem abzuverlangen, dass er immer glücklich und zufrieden ist, das eigene Glück scheint nur von der Fähigkeit der Autosuggestion abzuhängen. Unglücklich darf man nur sein, wenn man eine Diagnose hat die es rechtfertigt.
Sie übersehen, dass man zu Zeiten als es keine technischen Hilfmittel gab, weder jeden Tag waschen mußte, noch erwartet wurde, dass man innerhalb eines Tages - wäscht, den Einkauf erledigt, Termine wahrnimmt und arbeiten geht. Und das möglichst noch pünktlich.
Mit den technischen Möglichkeiten haben sich die Erwartungen deutlich erhöht, der Zeitdruck ist höher, menschliche Arbeitskraft wird auf Maschinenniveau reduziert.
Was mein Vater und meine Mutter unter "arbeiten" verstanden, womit sie zu ziemlichem Wohlstand gekommen sind, würde heute dazu führen, dass sie ganz schnell arbeitslos wären. Und privat hat man kaum noch Zeit ordentlich zu streiten, es gibt kein soziales Umfeld, das Konflikte auszuhandeln hilft und wer jmd. braucht um offen zu sprechen, muß zum Therapeuten gehen. Viele müssen dort erst mal lernen sich selbst zuzuhören.
Die Geschwindigkeit in der heute gelebt und gearbeitet wird hat sich verändert, der Mensch wird den Finanzmärkten untergeordnet. Alles was nicht im gewünschten begrenzten Maße funktioniert gilt als "krank".
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