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Hygiene in Krankenhäusern - was muss geändert werden?

Jährlich sterben in Deutschland viele Menschen, weil sie sich in Krankenhäusern mit Keimen angesteckt haben. Sind die Vorschriften zur Hygiene ausreichend und werden nur nicht hinreichend angewendet? Oder besteht grundsätzlich Handlungsbedarf?
  1. #570

    Woher kommt das MRSA-Problem?

    Zitat von KPunkt Beitrag anzeigen
    ................
    Kann es nicht sein, daß die zunehmende Verbreitung von (multiresisten) Keimen auch ein Problem der "Bussi-Bussi-Gesellschaft" ist?
    Nicht daß ich mehr wüßte darüber als jeder andere hier - daß Schlamperei (in den Krankenhäusern), Gewinnsucht (der Pharmahersteller), mangelnde Striktheit (von Ärzten in der Verschreibung von Antibiotika), Bereicherungsstreben (von Tierärzten, die Massenviehhaltungen betreuen) schuld sind. Und daß die Politik davon recht unberührt zu bleiben scheint.
    Dabei halte ich das Bussi-Bussi nicht für entscheidend, wenn auch angesichts von Infektionsgefahren nicht gerade angezeigt. Allerdings Ausdruck einer Verflachung von Gefühl.

    Aber SEHR interessant erscheint mir in diesem Zusammengang eine Erkenntnis, die sich kürzlich bei Untersuchungen von Bodenproben im Umfeld, aber AUSSERHALB von Massenställen, in deren Umgebung, ergab. Die Böden waren noch > 50 m Entfernung mit multiresistenten Keimen verseucht.

    Was ist mit den Mitarbeitern? mit den Dörfern rundherum?
    Was ist mit den Abwässern dieser Massenställe ?
    Wieviele solcher Keime finden sich in der massenhaft auf Ackerböden ausgetragenen Gülle?
    Wohin fliegt dieser Staub bei Trockenheit?
    Läßt sich das Problem auf Dauer überhaupt noch eingrenzen?

    NOCH kann sich Holland vor uns schützen, indem jeder Patient aus Deutschland, kommt er dort ins Krankenhaus, erstmal als MRSA-infiziert betrachtet und in Isolierung verbracht wird. So konnten sie ihre Krankenhäuser bisher in Ordnung halten.
    Staub kennt keine Grenze ...

    Einen schönen Grillabend noch.
  2. #571

    Zitat von scorpie Beitrag anzeigen
    Einen schönen Grillabend noch.
    Nach EHEC in Sojasprossen ist man noch nicht mal vor der Tofu-Wurst sicher ;-)
  3. #572

    „Ein Dritte-Welt-Szenario“

    Auszug/Zitat: „Eine Putzfrau räumt ein, die Station in drei Stunden abhaken zu müssen. Stundenlohn acht Euro und vierundvierzig Cent brutto. Outsourcing: die Reinigungsfirmen wechseln, der billigste Anbieter bekommt den Zuschlag, was sonst.“


    Quelle: Gesundheitssystem: Wie die Klinik krank macht - Debatten - FAZ
  4. #573

    Ali Ba(hr)ba ? Oder Mutter Teresa? Oder Kalkül?

    Wem nützt es, wenn ein Gesundheitsminister auf „Klassik Radio“ sich stark macht, für eine Opferschutzorganisation, wie den „Weisser Ring“?
    Ist Herr Minister Bahr gar Opfer eines Gewaltverbrechens geworden?
    Ist einer der Angehörigen des Ministers Opfer eines
    Gewaltverbrechens geworden?
    Vermutlich nicht;
    Wenn also nicht, woher rührt dann das Interesse, des Ministers für Gesundheit, für eine Organisation Werbung zu machen, die sich für Opfer von Gewalttaten einsetzt?
    Nützt es „Weissser Ring“?
    Nützt es den Opfern?
    Nützt es den Angehörigen der Opfer?
    Nützt es dem Minister?
    Nützt es der Partei, des Ministers?
    Oder nützt es den Opfern, die durch mangelnde Hygiene resp. mangelnden politischen Kontrollwillen in deutschen Krankenhäusern verstümmelt oder vertstorben sind?
    Cui bono?
  5. #574

    Es würde mich wundern

    In einem Land wo jede Hausfrau mit chlorhaltigen Mittel putzt, wenn es ausgerechnet in Krankenhäuser so schmutzig wäre. Schuld ist die Landwirtschaft und die Antibiotikaresistenz bei Mensch und Tier.
  6. #575

    Der Politiker ist ein Meister aus Deutschland

    (Sehr geehrter) Herr M-i-n-i-s-t-e-r Bahr!

    Treten Sie doch bitte, bitte zurück!
    Post Maybrit Illner hätten Sie doch jetzt auch allen Grund dazu. Oder!

    Sie sind als Gesundheitsminister so fehl am Platze, wie der Krankenhauskeim im Krankenhaus.

    Auf Ihren Posten nachrücken wird doch sowieso irgendein: BWL’er/Jurist/Medizinlobbyist/Studienabbrecher/Politikstudent, etc etc.
    Also, sei’s drum‘ –
    Ab, jetzt, mit Euch, auf die Unterbühne,
    bzw. Aufsichtsrat,
    resp. Vorstand
    resp. ins Hinterzimmer,
    der Industrie & Wirtschaft
    (gerne auch Russland)
    re-spek-ti-ve
    zur Hölle!
    Wo auch immer hin!
    Aber geh (t)!
    Endlich!
    Jetzt!

    Mit unerfreulichen Grüßen
    Ein Betroffener Ihrer verlogenen Politik
  7. #576

    Zitat von KPunkt Beitrag anzeigen
    Ich frage mich manchmal, wie das eigentlich vor 30 oder 40 Jahren war.
    Gab es da auch so viele MRSA - Fälle?
    Oder wurde das Problem runtergespielt?
    Oder gar nicht erst erkannt?
    Nein, gab es nicht.
    Für deren Verbreitung gibt es viele Gründe, die sich aufaddieren.

    1) Viele Ärzte verschreiben Antibiotika viel zu früh und indifferent. Daran sind auch die Patienten selbst Schuld: teilt der Arzt einem verschnieften Erkälteten, der nach Antibiotika verlangt, mit, dass diese gegen eine einfache Erkältung nicht wirken, dann behauptet dieser prompt, dass das bei ihm natürlich GANZ anders sei, er sei eine Ausnahme, bei ihm wirke das Wunder, schon nach wenigen Tagen der Einnahme sei die Erkältung verschwunden - was auch ohne Medikament der Fall wäre, aber das bestreitet Patient natürlich vehement. Weigert der Arzt sich dennoch, ist er den Patienten los: freie Arztwahl, als Hausarzt wählt Patient denjenigen, der am freigiebsten mit Rezepten und Krankschreibungen ist.
    Dennoch ist es erschreckend, wie wenige Ärzte im richtigen Umgang mit Antibiotika geschult sind.

    2) Arzt, Apotheker und Patient gehen viel zu sorglos damit um. Sind die Symptome nach kurzer Zeit abgeklungen, wird die Einnahme eingestellt. Dass man die Packung aufbrauchen soll, um die Erreger auch wirklich nachhaltig zu bekämpfen und nicht bloß auf dieses Antibiotikum zu 'programmieren', ist dem Patienten egal oder es wurde ihm nicht mitgeteilt. Aber macht ja nichts, dann hat man etwas im Schrank, falls sich mal wieder ein Zipperlein einstellt, kann man da mit dem Rest draufhauen. 'Breitbandantibiotikum' - das klingt doch schon, als ob es gegen alles von der Magenverstimmung bis zum Schlüsselbeinbruch hilft, oder?

    3) Die Massentierhaltung. Da werden wirklich durchschlagskräftige Medikamente in rauen Mengen rein prophylaktisch eingesetzt, damit man pro Quadratmeter Stall 24 Hühner oder 8 Schweine unterkriegt. Somit ist das Schweine- oder Hühner-KZ schonmal die ideale Brutstätte für resistente Bakterien aller Art. Woher kam denn wohl der EHEC-Erreger, der letztens für Aufsehen sorgte? Ich fand das damals sehr interessant, dass allerlei "Experten" ihren Senf dazugegeben haben, aber niemand das offensichtliche Problem genannt hat: irgendwo ist die Hygienekette eklatant durchbrochen worden - Schweinescheisse gehört nicht auf Nahrungsmittel zur Verwendung als Rohkost! Früher hat man Brunnenvergifter besonders kreativ auf ihre Verfehlung hingewiesen, es wird Zeit, dass wir das mal wieder einführen.

    4) Hauptüberträger ist das Krankenhauspersonal. Wer so viel mit kranken Menschen zu tun hat, wird mit höherer Wahrscheinlichkeit MRSA-Träger. An sich kein Problem, regelmäßig testen, die Träger aus dem Betrieb nehmen, den Keim niederkämpfen. Das Dumme daran: das kostet Geld, also ist das den Medizinfabriken, privatisiert und auf Dritte-Welt-Niveau heruntergespart, völlig egal. Die Rechnung: sind die gelegentlichen Klagen billiger als eine vernünftige Hygiene, dann ist die Hygiene Nebensache. Erst wenn man Kliniken auf Millionen verklagen kann und auch die Verantwortlichen persönlich haftbar gemacht werden, ändert sich daran etwas.

    Somit wurde aus ORSA MRSA, aus MRSA wurde erst VISA und dann VRSA, und so langsam geht uns die Munition aus. Und wenn erstmal wieder Menschen massenhaft an einfachen Wundinfekten eingehen, so wie vor der Entdeckung des Penicillin, dass ist das Geheule wieder groß.
  8. #577

    Hygiene in Krankenhäusern - was muß geändert werden?

    Zitat von Websingularität Beitrag anzeigen
    Es ist bestimmt sinnvoll Risikogruppen wie z.B. ältere Menschen bei der Einlieferung genauer zu untersuchen.
    Aber Krankenhausinsassen sind aufgrund der geschwächten Gesundheit nunmal besonders für Infektionen anfällig.
    In Krankenhäusern tummelt sich die ganze Mikrobenwelt:
    Bakterien, Viren, Pilzsporen, etc.
    Wenn man's mit der Hygiene Ernst meinen würde, dann müsste man viele Krankenhäuser komplett sanieren.
    Das kostet wieder Geld und Krankenhäuser müssen auch auf Wirtschaftlichkeit achten.
    Es ist bestimmt gut, wenn der Krankenhausaufenthalt so kurz wie möglich gehalten wird.
    Hygiene ist eine Sisyphosarbeit wo man nur das "bestmögliche" erreichen kann.
    In einem Krankenhausbetrieb ist absolute Hygiene fast nicht möglich. Behaupte ich mal (als Nichtfachmann).
    Nun, absolute Hygiene muß nicht sein , aber Sauställe haben wir.
    Seit der Mitte der 90ziger Jahre sind die Hygieneregeln in den Krankenhäusern abgeschafft worden. Es gab in jedem Krankenhaus Hygienepersonal - für die Reinigung der Betten und Bettgestelle, es gab hervorragendes eigenes Reinigungspersonal - ohne Zeitvorgaben pro Zimmer - 3 Minuten fürs Kackhaus etv.
    Das alles gibt es nciht mehr und - nicht nur ich - habe - egal in welchem Krankenhaus schon unglaubliche Dinge - überweigend beim von den Leihfirmen gestellten Personal erlebt. Erst wird die Toilettenbrille gesäubert und dann mit dem gleichen Lappen -ohne desinfizierung - das Handwaschbecken ausgewischt. Unter den Betten, die Metallgestelle - dort liegt der Staub häufig zentimeterdick. Operierte Leute liegen/lagen unter dem Messer und über sich eine völlig verdreckte Klimaanlage - in einem unserer Berliner Krankenhäuser sind 8 Menschen gestorben und erst bei der letzten , jüngeren Patientin fiel auf, dass in einem saustall operiert wurde.
    Die technische Leitung der Krankenhäuser ist dafür verantwortlich, die Ärzte können nicht erst eine Leiter holen und die KLimaanlagen vor der Operation überprüfen.
    GAnz wichtig ist, wieder eigenes Reinigungspersonal und eigene Desinfizierer zu beschäftigen und natürlich, dass auch die Patienten sauberer werden und die überall herumhängenden Desinfektionsbehälter , nutzen.
    Ferner sind wieder Besuchszeiten einzuführen und wer abends Besuch erhalten will und muß ( vorderorientaliche Großfamilien) muß ebend in die Besuchszimmer ausweichen. Es ist unmöglich ,dass in Krankenhäusern -auf der Frauenabteilung - von und nach 20 Uhr 6-8 Personen -auch Männer - in die Frauenabteilung und hier: 3-Bettzimmer gelassen werden. Ich habe dem Spuk ein Ende gemacht in dem ich ein Riesentheater machte.
    Die Ehefrau vermummt , sich nciht von männlichen Ärzten anfassen lassen und die Primitivlinge als Ehemänner ,Cousins etc. tauchen dann
    abends im Krankenzimmer auf, in dem wir im Nachthemd liegen und setzten sich richtig fest.
    Übrigens, nciht nur bei mir - da kenne ich unendlcih viele Fälle. DAnn sollten die kranken Frauen aufstehen und ins Besucherzimmer gehen Acuh das ist mangelnde Hygiene gegegnüber den Kranken.
  9. #578

    Zitat von annemarie5 Beitrag anzeigen
    Nun, absolute Hygiene muß nicht sein , aber Sauställe haben wir.
    Seit der Mitte der 90ziger Jahre sind die Hygieneregeln in den Krankenhäusern abgeschafft worden. Es gab in jedem Krankenhaus Hygienepersonal - für die Reinigung der Betten und Bettgestelle, es gab hervorragendes eigenes Reinigungspersonal - ohne Zeitvorgaben pro Zimmer - 3 Minuten fürs Kackhaus etv.
    Das alles gibt es nciht mehr und - nicht nur ich - habe - egal in welchem Krankenhaus schon unglaubliche Dinge - überweigend beim von den Leihfirmen gestellten Personal erlebt. Erst wird die Toilettenbrille gesäubert und dann mit dem gleichen Lappen -ohne desinfizierung - das Handwaschbecken ausgewischt. Unter den Betten, die Metallgestelle - dort liegt der Staub häufig zentimeterdick. Operierte Leute liegen/lagen unter dem Messer und über sich eine völlig verdreckte Klimaanlage - in einem unserer Berliner Krankenhäuser sind 8 Menschen gestorben und erst bei der letzten , jüngeren Patientin fiel auf, dass in einem saustall operiert wurde.
    Die technische Leitung der Krankenhäuser ist dafür verantwortlich, die Ärzte können nicht erst eine Leiter holen und die KLimaanlagen vor der Operation überprüfen.
    GAnz wichtig ist, wieder eigenes Reinigungspersonal und eigene Desinfizierer zu beschäftigen und natürlich, dass auch die Patienten sauberer werden und die überall herumhängenden Desinfektionsbehälter , nutzen.
    Ferner sind wieder Besuchszeiten einzuführen und wer abends Besuch erhalten will und muß ( vorderorientaliche Großfamilien) muß ebend in die Besuchszimmer ausweichen. Es ist unmöglich ,dass in Krankenhäusern -auf der Frauenabteilung - von und nach 20 Uhr 6-8 Personen -auch Männer - in die Frauenabteilung und hier: 3-Bettzimmer gelassen werden. Ich habe dem Spuk ein Ende gemacht in dem ich ein Riesentheater machte.
    Die Ehefrau vermummt , sich nciht von männlichen Ärzten anfassen lassen und die Primitivlinge als Ehemänner ,Cousins etc. tauchen dann abends im Krankenzimmer auf, in dem wir im Nachthemd liegen und setzten sich richtig fest.
    Übrigens, nciht nur bei mir - da kenne ich unendlcih viele Fälle. DAnn sollten die kranken Frauen aufstehen und ins Besucherzimmer gehen Acuh das ist mangelnde Hygiene gegegnüber den Kranken.
    Dem kann ich nur zustimmen Frau annemarie!

    Ergänzend dazu, habe ich gerade gestern mit einem meiner Klienten- ein Prof. und ehemaliger Leiter einer Frauenklinik- genau dies Problem erörtert.

    Tenor von ihm:"Patienten werden heute nur noch verwaltet, was oft auf auf die Kosten der Hygiene geht- Druck kommt allerdings auch von den Kassen!"
  10. #579

    Zitat von annemarie5 Beitrag anzeigen
    GAnz wichtig ist, wieder eigenes Reinigungspersonal und eigene Desinfizierer zu beschäftigen
    Das muss nicht.
    Es würde völlig ausreichen, wenn man in den Ausschreibungen
    1. festlegt, WAS und vor allem WIE die externen Firmen zu reinigen haben, und
    2. nicht das billigste Angebot annimmt.

    Zitat von annemarie5 Beitrag anzeigen
    und natürlich, dass auch die Patienten sauberer werden und die überall herumhängenden Desinfektionsbehälter , nutzen.
    Das ist schon schwieriger zu bewerkstelligen.
    Vor allem, wenn es Patienten gibt, die es fertig bringen, das gemeinsame Klo so zu versiffen, daß man sich das Geschäft aufspart, bis am nächsten Morgen die Putzfrau wieder eine halbwegs erträgliche Sauberkeit reinbringt.








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