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Hygiene in Krankenhäusern - was muss geändert werden?

Jährlich sterben in Deutschland viele Menschen, weil sie sich in Krankenhäusern mit Keimen angesteckt haben. Sind die Vorschriften zur Hygiene ausreichend und werden nur nicht hinreichend angewendet? Oder besteht grundsätzlich Handlungsbedarf?
  1. #540

    Hier noch der Link zum Beitrag in "FAKT": Sepsis: Wenn die Diagnose falsch ist | DasErste.de
  2. #541

    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Hier noch der Link zum Beitrag in "FAKT":
    Vielen Dank - das erklärt einiges !
  3. #542

    Zitat von Marshmallowmann Beitrag anzeigen
    Bin ich der einzige der moderne Einrichtungen kennt ._. ?
    Nein, sind sie nicht. Aber hier läuft seit 50 Seiten reges Numbercrunching fernab der Realität, teilweise genährt durch sehr bedauerliche, aber nie verarbeitete persönliche Schicksale.

    Hier ist wiederholt auf Immunsuppression, Multimorbidität und das Alter der Betroffenen hingewiesen worden - wenig Reaktion.

    Dann werden Defizite in der Praxis aufgezählt, die zweifellos vorhanden sind. Die Vorschläge sind dann aber zumeist fernab der Realität. Vieles wird so nämlich schon längst umgesetzt, einiges ist einfach nur abstrus.

    Ich will die Problematik der nosokomialen Infektionen in Deutschland überhaupt nicht klein reden. Aber Stimmen aus der Praxis, die für ein Gesamtbild genauso wichtig sind wie Fallzahlen, gibt es hier seit dutzenden Seiten nicht mehr.
  4. #543

    Zitat von krankenhaushasser Beitrag anzeigen
    Vielen Dank - das erklärt einiges !
    Erklären tut der Beitrag eigentlich nicht so viel. Er beschreibt vielmehr - es handelt sich hauptsächlich um subjektive Erlebnisberichte von Patienten oder Angehörigen, die dann mit bestimmten Fragen an äußerst unterschiedliche Ärzte in Verbindung gebracht werden sollen.
    Inwieweit diese Beiträge dann zusammengeschachtelt werden, lässt die Aussagekraft deutlich bröckeln.
    Einfach nur falsch in diesem Zusammenhang ist zB. der Ausspruch, daß jeglicher Tod zB. durch Lungenentzündung oder allgemein entzündliche Diagnosen dann auch durch eine Sepsis verursacht würde.
    Wenn sich bei Ihnen dadurch große Erkenntnisse auftun, halte ich das schon für bedenklich. Daß man bei Fieber, Unwohlsein und Schwindel vielleicht mal nen Arzt aufsuchen sollte, darauf kommt wohl doch noch der vielbeschworene Durchschnittsbürger.

    Der Beitrag eines Arztes verursachte im Speziellen bei mir Stirnrunzeln, wiederum hatte dieser direkt auch nichts mit den besagten Patientenschicksalen zu tun, ein Interview mit ihm erscheint allerdings viel plausibler, nicht aus dem Zusammenhang gerissen und erklärt, denke ich, deutlich mehr, als diese "Reportage".
    Für Interessierte poste ich mal den Link... dazu muss man aber lesen, ist halt nicht so praktisch, wie sich nen Filmchen anzukucken:

    Frank Brunkhorst: "Die Hände müssen immer desinfiziert werden" | Region | Lokales | General-Anzeiger Bonn
  5. #544

    Zitat von miruwa Beitrag anzeigen
    ...Aber Stimmen aus der Praxis, die für ein Gesamtbild genauso wichtig sind wie Fallzahlen, gibt es hier seit dutzenden Seiten nicht mehr.
    Dann liefern Sie doch bitte diese "Stimmen aus der Praxis" und Fallzahlen. Kann der Diskussion nur zuträglich sein!
  6. #545

    Zitat von DieButter Beitrag anzeigen
    ...Einfach nur falsch in diesem Zusammenhang ist zB. der Ausspruch, daß jeglicher Tod zB. durch Lungenentzündung oder allgemein entzündliche Diagnosen dann auch durch eine Sepsis verursacht würde....
    Leider wird in dieser Diskussion auch noch so getan, als wäre jede Sepsis auf "Krankenhausheime" zurückführen. Leider kann man durch Spinnenbisse, Harnwegsinfekte, Verletzungen bei der Gartenarbeit, usw. sich ebenfalls eine Sepsis einhandeln.
  7. #546

    Vielen Dank für den Link!
    Ich sehe die Ansicht von Herrn Prof. Brunkhorst zum Screening anders. Aber so ein Forum hat es so an sich, dass man darüber diskutiert.

    Ein Patient, der Träger von MRSA ist, es ist nicht mal weiss, und operiert wird, wird post-operativ ein Problem bekommen. Nach der OP wird der Organismus geschwächt sein, und MRSA kann sich vermehren. Das Wachstum wird irgendwann auch mit den Reserveantibiotika nicht mehr begrenzbar sein, so dass es zu einer systemische Infektion mit Multiorganversagen führt. Aus einem prä-operativen Patienten, der Gesund erschien, hat man einen "Problemfall" auf der Station produziert.
    Mit einem Screening kann man dieses Risiko besser einschätzen. Den Patienten entsprechend vorbehandeln, so dass die Möglichkeit für den "worst case" minimiert wird.
  8. #547

    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    ...Mit einem Screening kann man dieses Risiko besser einschätzen. Den Patienten entsprechend vorbehandeln, so dass die Möglichkeit für den "worst case" minimiert wird.
    Womit Sie absolut Recht haben.

    Nur - heutzutage ist teils die Zeit zwischen Aufnahme und OP so kurz, dass die Zeit für die Kultur fehlt.

    Und leider fehlen überall die Einzelzimmer wo man die Patienten so lange isolieren kann, bis das Screeningergabnis bekannt ist.
  9. #548

    Zitat von DieButter Beitrag anzeigen
    Erklären tut der Beitrag eigentlich nicht so viel.
    Sorry, das, was ich geschrieben habe war für die Foristen bestimmt, die hier nicht nur die letzten paar Kommentare gelesen haben. Aber lesen ist ja (wie Sie sagen) nicht jedermanns Sache. Es geht darum, das mein Vater – soweit ich es bisher weiß, an einem MOV gestorben ist und da er Pseudomonas a. hatte, bestätigt mir das Filmchen meine Vermutung, dass er eine P.a.-induzierte Sepsis gehabt haben könnte.

    Das Filmchen war übrigens für uns Halbwissende bestimmt und nicht für die allwissenden, unfehlbaren – und ich bin über jedes Filmchen froh, dass es wagt die Problematik der Krankenhauskeime an die Öffentlichkeit zu bringen – auch wenn sich ab und zu ein Fehler einschleicht. Mir ist aber auch klar, dass verschiedene Leute das gar nicht so gerne sehen. Die Leute, die es allgemein vorziehen zu schweigen.
  10. #549

    In dem Interview haben sich bei Dr. Brunkhorst aber auch einige Fehler eingeschlichen:

    „Die Screening-Untersuchungen haben gezeigt, dass über zwei Drittel der Menschen, die sich den Krankenhauskeim MRSA einfangen, dies ambulant tun, also nicht während eines Klinikaufenthalts.
    Die letzten Ergebnisse von Eingangsscreenings in Krankenhäusern ergaben, dass 1,2-1,6% der Patienten MRSA-Träger waren. Noch einmal: Weit mehr als 90 % dieser Patienten hatten haMRSA – also die Sorte, die man sich in „Gesundheits“-Einrichtungen einfängt. Weit unter 10% hatten caMRSA oder laMRSA.

    GA: Wie viele Patienten entwickeln eigentlich Infektionen in Krankenhäusern?
    Brunkhorst: Zwischen zwei und zwölf Prozent.“
    Das ist doch mal eine genaue Aussage! Bei 18 Mio. Patienten sind es also zwischen 360.000 und 2.160.000 Infizierte – da kann sich jeder das raussuchen, was ihm am Besten in den Kram passt.

    „Prinzipiell spricht man von einer Krankenhausinfektion, wenn der Patient innerhalb der letzten 48 Stunden im Krankenhaus stationär behandelt wurde und wenn sich der Patient in den vier Wochen zuvor nicht in einem Krankenhaus befunden hat. Das ist eine Standarddefinition der Weltgesundheitsorganisation.
    Wenn das eine Standarddefinition der WHO ist, ist es eine Frechheit, dass in Deutschland klammheimlich seit 2010 nicht die ersten 48 sondern die ersten 72 Stunden als mitgebrachte Infektion gerechnet werden, um die Statistiken zu schönen. Außerdem ist es so, dass sämtliche Patienten, die sich irgendwann einmal in einem Krankenhaus mit MRSA infiziert haben und DESHALB immer wieder ins Krankenhaus müssen, bei jedem Krankenhausaufenthalt als mitgebracht gezählt werden. Zwei Drittel ist einfach nur dummes Zeug.

    „GA: Warum tragen so viele Menschen den MRSA-(Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus) Keim in sich? Brunkhorst: Weil das Antibiotikum, das gerade in der Tierzucht viel verwendet wird und das wir mit der Nahrung aufnehmen, dazu beiträgt, dass unsere Staphylokokken, die wir auf der Haut tragen, resistent werden.
    Au weia! So viel Fleisch kann gar kein Mensch essen, damit das wahr wird !


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