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Hygiene in Krankenhäusern - was muss geändert werden?

Jährlich sterben in Deutschland viele Menschen, weil sie sich in Krankenhäusern mit Keimen angesteckt haben. Sind die Vorschriften zur Hygiene ausreichend und werden nur nicht hinreichend angewendet? Oder besteht grundsätzlich Handlungsbedarf?
  1. #480

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    "Wenn… sollte..." Sie haben vollmündig was behauptet und können kein Beispiel nennen?
    Auszüge aus dem Walmart-online shop:

    Aleve Naproxen Sodium Fever Reducer Tablets - Walmart.com Naproxen ist laut wikipedia in den Vereinigten Staaten als allgemeines Schmerzmittel üblich. Zu nicht-steroidiale Antirheumatika übersende ich Ihnen diesen link: Nicht-Steroidale Antirheumatika sind Analgetika (Schmerzmittel) und Antiphlogistika (Entzündungshemmer)

    Clindamycin kann ich zwar nicht bestellen. Dafür kann man aber Neosporin (Neomycin Sulfat) bekommen. Neosporin Original Antibiotic Ointment - Walmart.com In der Molekularbiologie wird Neomycin als Selektionsmarker bei der Klonierung verwendet.

    Testosteron kann man auch bestellen. Walmart.com: BPI Sports A-HD Anti-Aromatase Testosterone Booster, 28ct: Vitamins

    Einen Tranquilizer habe ich auch gefunden - Buspiron Walmart.com: Buspirone 5mg: Pharmacy Rx Prescriptions

    In Deutschland bekommt aber auch Vicks Medinait, das den Wirkstoff Dextromethorphan enthält. "Überdosiert ist Dextromethorphan psychotrop wirksam und wird deshalb vor allem von Jugendlichen auch als Rauschmittel missbraucht." aus PharmaWiki - Dextromethorphan
  2. #481

    Zitat von roswitha.lebbe Beitrag anzeigen
    Sie wollen doch nicht allen Ernstes behaupten, daß wir dem Beitragszahler die Rundumversorgung auch der nicht beitragszahlenden Patienten auf diesem Kontinent auf Dauer zumuten können.
    Habe ich das denn behauptet?
    Zitat von roswitha.lebbe Beitrag anzeigen
    Wenn es ans eigene Geld geht, sieht vieles anders aus.
    Verstehe ich nicht – meinen Sie, dass ich etwa keine Beiträge bezahle? Es gibt nun mal Abkommen – das ist so was wie ein Versprechen. Vielleicht regen Sie sich etwas ab, wenn Sie sehen wie klein der Beitrag ist, den wir alle leisten. (Und nein, ich behaupte damit nicht, dass er größer werden sollte.)
  3. #482

    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Ihre Argumentation ist teilweise so daneben und am Thema vorbeigeredet, dass ich mich Frage, warum der Moderator jeder Ihrer persönlichen Angriffe postet und meine manchmal nicht.
    Woher wollen Sie wissen, ob oder nicht der Moderator aller meiner Beiträge postet? Auch mal wieder „wissenschaftlich“ daneben.
    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Der Umgang mit Medikamenten ist in den USA anders als in Deutschland. Deshalb hängt eine Studie von vielen Faktoren ab, die man als behandelnder Arzt nicht beeinflussen kann. Darauf sind Sie in keinster Weise eingegangen, weil sie mehr oder weniger denken, dass man sich "Smarties" gegen Fettleibigkeit, Vitaminmangel, Muskelaufbau, Migräne etc. einwerfen.
    Dass der Umgang in den USA anders ist als hier ist mir bestens bekannt. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass der zwingend in D „besser“ ist. Fragen Sie mal in den USA was die Einstellung der Ärzteschaft zu Aspirin ist. Da geht man nicht annährend so locker mit um wie in D. Auch hier schlucken Menschen in Massen OTC Medikamente – und versauen z.B. ihre Nieren. Und dennoch haben Sie vollmundig behauptet, dass in den USA es Medikamente im Supermarkt gäbe, die hier aber nur rezeptpflichtig sind, aber haben bisher kein solches Medikament nennen können.
    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Zahlen, die ein Kaufmännischer Direktor eines Universitätsklinikum vorlegen muss, ignorieren Sie. In NRW ist deren Hauptaufgabe Kosten zu sparen. Für unbezahlte Rechnungen von Patienten interessieren sie sich weniger.
    Wie kommen Sie zu dieser Behauptung? Einfach mal erfunden, damit es gut klingt?
    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    2010 hatte das Universitätsklinikum Münster ein Plus von 3 Millionen erwirtschaftet, während es 2006 noch ein Defizit von knapp 17 Millionen hatte. Die Statistik mag zwar Zahlenspielerei sein, aber es zeigt auch die Offenheit dieser Klinik für Veränderungen. Dazu gehören auch vorbeugende Maßnahmen wie ein MRSA-Screening.
    Wie ich bereits schrieb, mein „Stammkrankenhaus“ (sowie weitere, die ich in den letzten Jahren aufsuchen musste) tut es auch. Aber dennoch kann ein Screening MRSA nicht komplett verhindern. (Dabei is verringern ohne Zweifel gut.) Abgesehen davon, ich vermute mal, dass der plötzlicher Gewinn von Universitätsklinikum nicht alleine auf MRSA-screen zurückzuführen ist – es sei denn, man hat zuvor dort außerordentlich schlampig gearbeitet.
    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Die freien Betten und Räume, die man durch den Wegfall von Folgebehandlungen blockiert hätte, kann man effizienter für die Verteilung von Transplantationspatienten oder Patienten, die isoliert werden müssen, verwenden.
    Oh, ich bin sowas von beeindruckt – auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen.[/Ironie]
  4. #483

    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Auszüge aus dem Walmart-online shop:...
    Einen Tranquilizer habe ich auch gefunden - Buspiron Walmart.com: Buspirone 5mg: Pharmacy Rx Prescriptions
    Ich hatte keine Lust alle nachzuschauen - aber Buspiron ist auch in den USA verschreibungspflichtig. Walmart hat nun mal eine Pharmacy... also eine Apotheke. Aber wenn Sie damit ein Problem haben, dass ein Supermarkt eine Apotheke beinhaltet, die verschreibungspflichtige Medikamente gegen Rezept aushändigt...
  5. #484
  6. #485

    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Aleve Naproxen Sodium Fever Reducer Tablets - Walmart.com Naproxen ist laut wikipedia in den Vereinigten Staaten als allgemeines Schmerzmittel üblich.
    Lt. Wiki D ist Naproxen in D nur teilweise verschreibungspflichtig...
  7. #486

    Hier mal ein paar Sätze aus einem Spiegel – Artikel:
    Infektionen in der Klinik - Krank durchs Krankenhaus

    Wenige Stunden vor ihrem Ende, so erinnerte sich Semmelweis, "beteuerten Wöchnerinnen, vollkommen gesund zu sein, um nur nicht ärztlich behandelt zu werden, weil sie wußten, daß ärztliche Behandlung der Vorläufer des Todes sei".

    Der Schein trügt. Hospitalinfektionen, so hieß es Ende letzten Jahres in Frankfurt auf einer Tagung über das Phänomen, seien "eine der Hauptkomplikationen des modernen Medizinbetriebes": In den rund 3100 westdeutschen Krankenhäusern ziehen sich 500 000 bis 800 000 Patienten jährlich eine Zweitkrankheit zu, bis zu 13.000 Patienten, so die Schätzungen, sterben an der Todesursache "Krankenhausinfektion" mehr Menschen, als durch Verkehrsunfälle umkommen. Dazu ist noch "mit einer erheblichen Dunkelziffer zu rechnen". Der Schaden, soweit er sich in Geldwert messen läßt, wird auf 600 Millionen Mark pro Jahr geschätzt.
    Der modernen Medizin sei es zwar gelungen, die Erreger von Tuberkulose, Cholera, Typhus oder Pocken in Schach zu halten, sie sei "aber noch lange nicht in der Lage, die Patienten vor ihrer körpereigenen Flora zu schützen". Diese im Menschen heimischen Mikroorganismen, sonst harmlose Mitesser, können im Krankenhaus zu gefährlichen Gegnern werden.
    Falsch eingesetzte Antibiotika - fast jeder zweite Krankenhauspatient bekommt die Bakterienkiller - begünstigen noch die Ausbreitung besonders widerstandsfähiger Hospitalkeime: "Antibiotika, auch solche mit breitem Spektrum, sind keine innerlich anzuwendenden Desinfektionsmittel." Sie ersetzten "weder sauberes chirurgisches Arbeiten noch hygienegerechtes Verhalten im Krankenhaus".
    Dabei spielen die vielverdächtigte Klimaanlage, der Fußboden oder gar die anatolische Putzfrau die geringste Rolle: Nur etwa zehn Prozent aller von außen verursachten, nicht von den eigenen Bakterien des Patienten ausgelösten Hospitalinfektionen, darüber sind sich die Wissenschaftler einig, gehen auf solche Quellen zurück; 90 Prozent hingegen entstehen durch Kontakte mit Ärzten und Pflegepersonal.
    Eine deutliche Abnahme der Infektionen zeigte auch ein siebenjähriges Kontroll-Programm an der Universitäts-Frauenklinik Tübingen, das von Hygiene-Schwester Ulrike Niehues überwacht wurde: Sie achtete auf sparsame, gezielte Anwendung der Antibiotika, auf penible Sauberkeit beim Katheterisieren und auf möglichst kurze Verweildauer der Katheter; außerdem wurden die Patientinnen möglichst erst einen Tag vor der Operation aufgenommen, die Chirurgen wandten schonende Operationstechniken an. Die systematische Erfassung aller Maßnahmen und Komplikationen ergab in einer Studie: Die Infektionsrate kann halbiert werden.


    Das erstaunlichste an diesem Artikel ist die Tatsache, dass er aus dem Mai 1988 stammt. Ich bin stolze Besitzerin der Originalausgabe. Man könnte den kompletten Artikel auch nach 24 Jahren fast genau so noch einmal drucken. So etwas hatte ich im Jahr 2008 bereits dem Spiegel vorgeschlagen:
    Der Titel müsste geändert werden in: „20 Jahre Jubiläum: Infektionen in der Klinik - Krank durchs Krankenhaus“ und „Mark“ müsste in „Euro“ geändert werden.

    Die Schlechte Nachricht: es hat sich auch 24 Jahre nach diesem Artikel nichts geändert – und die gute Nachricht: es ist auch nicht viel schlimmer geworden.

    DER SPIEGEL*22/1988 - Die Pest ist besiegt, die Sepsis nicht
  8. #487

    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen
    Sie sollten einfach versuchen, zu akzeptieren, daß in Krankenhäusern Menschen arbeiten - und keine Automaten. Und daß es Krankheitsverläufe gibt, in denen ein Mensch in situ versterben kann. Das kann dann auch das bestorganisierte Krankenhaus mit der größtmöglichen Hygienevorsorge nicht verhindern. Daß Hygiene manchmal - mit zweifelhaftem "Erfolg" - unter ökonomische Zwänge gestellt wird, ist eine ganz andere Baustelle. Dafür können Sie nicht das operativ tätige Personal verantwortlich machen.
    Wer sonst als das Pflegepersonal und die Ärzte kann verhindern, dass die Keime von einem Patienten zum anderen getragen werden? Es hat aber scheinbar tatsächlich etwas mit Ökonomie zu tun:
    In dem Artikel: Händewasch-Prämie lässt Krankheitsrate in Mailänder Klinik sinken
    Wird darüber berichtet, dass in einer Mailänder Klinik die Infektionsrate um 30 % gesunken ist, nachdem die auf der Abteilung arbeitenden Pfleger einen Jahresbonus von 3000 Euro pro Person erhalten haben, wenn sie sich regelmäßig nach genauen Anweisungen die Hände gewaschen haben.

    Gesundheitsindustrie hat mit Menschlichkeit nichts mehr zu tun – es geht nur noch um Geld – um sehr viel Geld.
  9. #488

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    Meinen Sie, dass überhaupt jemand noch im Gesundheitssystem tätig wäre, wenn jeder (Hygiene-) Fehler strafrechtlich verfolgt werden würde?
    Es wird auch noch Auto gefahren, obwohl jeder kleine Fehler bestraft wird.

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    Aber - wie Sie schon vorhin richtig festgestellt haben - es ist unmöglich mit Sicherheit zu sagen, wer Keime wohin "geschleust" hat. 1000 Mal geht es gut, einmal geht es schief. Wen wollen Sie denn wie bestrafen?
    Wenn es 1000 Mal gut gehen würde, wäre dass eine erhebliche Verbesserung – die Infektionsraten werden aber leider in Prozent gemessen und nicht in Promille – also geht es noch nicht einmal 100 Mal gut.
  10. #489

    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Danke für die Links. Keime im Krankenhaus - eventuell mit Todesfolge hatte ich bereits in meinen Favoriten gespeichert – eine eindrucksvolle Sammlung
    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Soll Sie doch die Spore auf dem Lokus erwischen!
    Jetzt kann ich mich nicht mehr konzentrieren, weil ich mir das gerade bildlich vorstelle ;-)


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