Hygiene in Krankenhäusern - was muss geändert werden?

Jährlich sterben in Deutschland viele Menschen, weil sie sich in Krankenhäusern mit Keimen angesteckt haben. Sind die Vorschriften zur Hygiene ausreichend und werden nur nicht hinreichend angewendet? Oder besteht grundsätzlich Handlungsbedarf?
  1. #470

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    Trotzdem – Sie weichen aus – shcreiben Sie dann bitte welches Medikament Sie denn meinen.
    Wenn demnächst Paracetamol verschreibungspflichtig sein sollte, dann haben Sie doch ein Beispiel. Ich nehme wohl an, dass man bei einer 500er Packung nicht 10 Jahre wartet, bis sich verbraucht ist. Sondern wie manche Menschen prophylaktisch täglich eine Tablette einnimmt.
    Nebenbei sollten Sie auch wissen, dass in den USA der Einsatz von Hormonen in der Tiermast üblich ist. Bei einer kardialen Hypertrophie (Größenzunahme eines Organs) ist es von Vorteil, wenn man über wenig Testosteron verfügt, wie Untersuchungen an kastrierten, männlichen Mäusen belegen. Und die anabole Wirkung kann auch die Entstehung von Tumoren und Krebs fördern.
    Laurent Fignon (zweifacher Tour de France-Sieger) ist mit 50 an Krebs gestorben. In seiner aktiven Zeit war die Einnahme von Steroiden üblich. Seine 2010 erschiene Autobiographie "Wir waren jung und unbekümmert" habe ich nicht gelesen.

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    Ich habe Sei für intelligenter gehalten, ein solches Argument zu bringen. Es wird Ihnen bekannt sein, dass das eigene Bremsen manchmal nicht reicht.
    Sie haben Recht! Im Gegensatz zu vielen Verkehrsteilnehmern kann ich auch vorausschauend fahren. Und wieso sind sie immer aufs Autofahren fixiert? Die gleichen Anmerkungen machten Sie schon beim Foristen "Krankenhaushasser".

    Nebenbei sollten Sie wissen, dass ich seit über 10 Jahren jährlich über 20.000 km in Europa unterwegs bin. In den letzten 2 1/2 Jahren saß ich über 18.000 km auf dem Rad. Es ist wahrscheinlicher, dass ich beim Radfahren sterbe.

    Heute wäre ich beinah über die Motorhaube eines Familienwagens geflogen, weil eine Familienmutter meine Vorfahrt missachtete. Und das ganze wäre passiert, weil sie nur schnell auf einem Parkplatz parken wollte.
  2. #471

    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Und wieso sind sie immer aufs Autofahren fixiert? Die gleichen Anmerkungen machten Sie schon beim Foristen "Krankenhaushasser".

    Nebenbei sollten Sie wissen, dass ich seit über 10 Jahren jährlich über 20.000 km in Europa unterwegs bin. In den letzten 2 1/2 Jahren saß ich über 18.000 km auf dem Rad. Es ist wahrscheinlicher, dass ich beim Radfahren sterbe.

    Heute wäre ich beinah über die Motorhaube eines Familienwagens geflogen, weil eine Familienmutter meine Vorfahrt missachtete. Und das ganze wäre passiert, weil sie nur schnell auf einem Parkplatz parken wollte.
    Sorry, das mit dem Autofahren ist meine Schuld – damit habe ich angefangen.

    Das habe ich manchmal so im Kopf, weil oft gesagt wird, dass mehr Menschen an Krankenhaus sterben als im Straßenverkehr.

    Die Familienmutter wäre aber bestraft worden, wenn sie Sie getroffen hätte und sie wäre sogar bestraft worden ohne Sie zu treffen, wenn der Polizei bekannt geworden wäre, dass sie Ihnen die Vorfahrt genommen hat – im Krankenhaus sind Verletzungen von (Hygiene-) Regeln, Körperverletzung und fahrlässige Tötung hingegen i. d. R. völlig straffrei.
  3. #472

    Zitat von krankenhaushasser Beitrag anzeigen
    Das folgende habe ich nicht verstanden:

    Nach dem Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln konnte der Gastrointestinaltrakt der Patientin durch MRSA kolonisiert werden, von wo aus sich der Keim via Blut ausbreiten konnte, was bei dieser stark immunsupprimierten Patientin einen letalen Ausgang nahm. Dieses hoch virulente MRSA-Isolat stammte vom Menschen und bediente sich letztlich nur des Lebensmittels als Vehikel.

    Ich hätte gedacht, dass die Keime von der Magensäure unschädlich gemacht werden? Und wie kommen die Keime vom Verdauungstrakt ins Blut? Können da Pseudomonas auch?
    Gram-positive Bakerien besitzen eine Zellwand aus mehreren Schichten Peptidoglykan bzw. Murein. Damit kann wohl Staphylococcus aureus die Magensäure überleben. Probiotische Milchsäurebakterien (gram-positiv) in Joghurt oder Getränken überstehen auch den Magen. Helicobacter pylori kann sogar den menschlichen Magen besiedeln.

    Im Darm vermehrt sich Staphylococcus aureus nicht. Der Organismus kann aber Enterotoxine (Superantigene) produzieren, die den Darm angreifen und zu Durchfall führen. Wenn der Darm geschädigt ist, sind auch meist Blutgefäße geschädigt.

    Pseudomonas aeruginosa wurde schon im Darmtrakt von Menschen und Tieren nachgewiesen. Irgendwie muss es ja dort hineingekommen sein.
  4. #473

    Zitat von krankenhaushasser Beitrag anzeigen
    Ich hatte geschrieben: vierTELstündige Diskussion. Aber gefühlt kommen die vier Stunden fast hin, wenn man weiß, dass sein Vater schlecht Luft bekommt.
    Mein Tippfehler…
    Zitat von krankenhaushasser Beitrag anzeigen
    Da sind wir wieder bei der Frage der Richtigkeit der Prognosen der Ärzte. Besonders bei meinem Vater wurden mehrfach falsche –schlechte- Prognosen gestellt. Und vielleicht würde er heute noch leben, wenn seine letzte Infektion beim Bekannt werden behandelt worden wäre und wenn die Medikamenten altersgerecht gegeben worden wären.
    Das ist schon ein bekanntes Problem – es ist unbekannt, was „altersgerecht“ ist. Mein Vater hat zum Lebensende hin auch nicht „altersgerecht“ Medikamente erhalten, weil diese nicht bekannt sind. Woher denn auch, wenn keine Studien mit alten Menschen durchgeführt werden dürfen.
    Zitat von krankenhaushasser Beitrag anzeigen
    Aber wenn man bei jeder Einweisung eines älteren Patienten die Erben fragt, ob der alte nicht lieber sterben soll hat man eben nicht genug Senioren zum Behandeln und kann keine Erfahrungen mit den besonderen Anforderungen der Medikation alter Menschen sammeln.
    Die Erfahrungen von einzelnen Ärzte außerhalb kontrollierten Studien sind nicht viel wert.
    Zitat von krankenhaushasser Beitrag anzeigen
    Deklaration von Lissabon zu den Rechten des Patienten - Weltärztebund
    Jeder, ohne Unterschied, hat ein Recht auf angemessene ärztliche Versorgung.
    Das ist nun die Theorie – ich rede aber von Praxis.
    Zitat von krankenhaushasser Beitrag anzeigen
    Also Entscheidung nicht zwischen 20 und 80 sondern eher zwischen Metastasen und keine Metastasen.
    Prima, und wenn weder bei 20 noch 80 Metastasen vorliegen?
  5. #474

    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Wenn demnächst Paracetamol verschreibungspflichtig sein sollte, dann haben Sie doch ein Beispiel.
    "Wenn… sollte..." Sie haben vollmündig was behauptet und können kein Beispiel nennen?
    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Nebenbei sollten Sie auch wissen, dass in den USA der Einsatz von Hormonen in der Tiermast üblich ist
    Und? Was ist mit den Medikamenten, die man angeblich im Supermarkt kaufen kann, die man in D nur auf Rezept erhält?
    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Sie haben Recht! Im Gegensatz zu vielen Verkehrsteilnehmern kann ich auch vorausschauend fahren. Und wieso sind sie immer aufs Autofahren fixiert?
    Sind so naiv oder tun Sie nur so? Sie können auch umgefahren werden wenn Sie gar nicht fahren, sondern an der Ampel stehen. Oder machen Sie das auch so vorausschauend, dass Sie nicht angefahren werden können? Ich bin nicht auf Autofahren fixiert – aber wenn wir uns auf bestimmte Aktivitäten einlassen, gehen wir ein gewisses Risiko ein – wir hoffen, dass es gut geht. Manchmal geht es eben nicht gut.
    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Nebenbei sollten Sie wissen, dass ich seit über 10 Jahren jährlich über 20.000 km in Europa unterwegs bin. In den letzten 2 1/2 Jahren saß ich über 18.000 km auf dem Rad. Es ist wahrscheinlicher, dass ich beim Radfahren sterbe.
    Und am allerwahrscheinlichsten, dass Sie im Bett sterben. Meine Güte…
  6. #475

    Zitat von krankenhaushasser Beitrag anzeigen
    Die Familienmutter wäre aber bestraft worden, wenn sie Sie getroffen hätte und sie wäre sogar bestraft worden ohne Sie zu treffen, wenn der Polizei bekannt geworden wäre, dass sie Ihnen die Vorfahrt genommen hat – im Krankenhaus sind Verletzungen von (Hygiene-) Regeln, Körperverletzung und fahrlässige Tötung hingegen i. d. R. völlig straffrei.
    Meinen Sie, dass überhaupt jemand noch im Gesundheitssystem tätig wäre, wenn jeder (Hygiene-) Fehler strafrechtlich verfolgt werden würde?

    Ich habe nie bestritten, dass Vieles verbessert werden müsste. Aber - wie Sie schon vorhin richtig festgestellt haben - es ist unmöglich mit Sicherheit zu sagen, wer Keime wohin "geschleust" hat. 1000 Mal geht es gut, einmal geht es schief. Wen wollen Sie denn wie bestrafen?
  7. #476

    Rundumversorgung aller hilfsbedürftigen dieser Welt durch Deutschl. ist unbezahlbar

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    Die Bevölkerung erwartet aber eine Rundum-Versorgung mit Top-Medizin. Und diese Überschüsse klingen sehr mächtig. Aber 4 Milliarden sind nicht viel wenn man bedenkt, dass die Kassen ca. ein Budget von 265 Milliarden haben. Also decken diese 4 Milliarden gerade mal eine gute Woche ab.
    Was schlagen Sie vor – diese .....
    Sie wollen doch nicht allen Ernstes behaupten, daß wir dem Beitragszahler die Rundumversorgung auch der nicht beitragszahlenden Patienten auf diesem Kontinent auf Dauer zumuten können.
    Wenn Sie der Meinung sind, allen helfen zu müssen, dann sollten Sie sich mit dem Finanzminister Schäuble in Verbindung setzen. So etwas kann nur, wenn überhaupt machbar, steuerfinanziert werden.
    Auf ein paar Schulden mehr oder weniger scheint es Ihnen ja nicht anzukommen. Vielleicht gehen Sie mit gutem Beispiel voran!
    Wenn es ans eigene Geld geht, sieht vieles anders aus.
  8. #477

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    Sind so naiv oder tun Sie nur so? Sie können auch umgefahren werden wenn Sie gar nicht fahren, sondern an der Ampel stehen. Oder machen Sie das auch so vorausschauend, dass Sie nicht angefahren werden können? Ich bin nicht auf Autofahren fixiert – aber wenn wir uns auf bestimmte Aktivitäten einlassen, gehen wir ein gewisses Risiko ein – wir hoffen, dass es gut geht. Manchmal geht es eben nicht gut.
    Und am allerwahrscheinlichsten, dass Sie im Bett sterben. Meine Güte…
    Ihre Argumentation ist teilweise so daneben und am Thema vorbeigeredet, dass ich mich Frage, warum der Moderator jeder Ihrer persönlichen Angriffe postet und meine manchmal nicht.

    Der Umgang mit Medikamenten ist in den USA anders als in Deutschland. Deshalb hängt eine Studie von vielen Faktoren ab, die man als behandelnder Arzt nicht beeinflussen kann. Darauf sind Sie in keinster Weise eingegangen, weil sie mehr oder weniger denken, dass man sich "Smarties" gegen Fettleibigkeit, Vitaminmangel, Muskelaufbau, Migräne etc. einwerfen.

    Die Einnahme von Antidepressiva, wenn auch vom Arzt verschrieben, ist heutzutage auch nicht selten. In Deutschland werden Sie dies bei vielen Arbeitnehmern im Schichtdienst finden. Und wieso soll es in den USA nicht anders sein. Ein amerikanisches Unternehmen vertreibt ein solches Produkt als Marktführer.
    Auf den Einwand, dass anabole Steroide die Entstehung einer entarteten Zelle fördern können, sind Sie nicht eingegangen. Statt dessen kommen Sie mit Ihrer Rechthaberei.
    Sie erinnern mich an eine medizinischen Doktorandin mit 1er Abitur und Tochter einer Lehrerin, die gerade mal 1.500 Euro "gehimmelt" hatte. Sie hatte einfach nicht wie abgesprochen die Versuchsanleitung befolgt, aber anderen für Fehler verantwortlich gemacht. Als es offensichtlich war, dass es ihr Fehler war, hatte sie sich nicht mal entschuldigt. Ihren Doktortitel hat sie aber nach mittlerweile 4 Jahren immer noch nicht.

    Zahlen, die ein Kaufmännischer Direktor eines Universitätsklinikum vorlegen muss, ignorieren Sie. In NRW ist deren Hauptaufgabe Kosten zu sparen. Für unbezahlte Rechnungen von Patienten interessieren sie sich weniger. Diese Zahlungsmoral ist bei Patienten aus Nordafrika und dem Nahen Osten nicht unüblich.

    2010 hatte das Universitätsklinikum Münster ein Plus von 3 Millionen erwirtschaftet, während es 2006 noch ein Defizit von knapp 17 Millionen hatte. Die Statistik mag zwar Zahlenspielerei sein, aber es zeigt auch die Offenheit dieser Klinik für Veränderungen. Dazu gehören auch vorbeugende Maßnahmen wie ein MRSA-Screening.

    Die freien Betten und Räume, die man durch den Wegfall von Folgebehandlungen blockiert hätte, kann man effizienter für die Verteilung von Transplantationspatienten oder Patienten, die isoliert werden müssen, verwenden.
  9. #478

    Im Zusammenhang mit dem Sparkurs an Krankenhäusern kommt mir die Aufmachung "Leistungslimit für Kliniken - Unnötige Operationen sollen eingedämmt werden" eines Münchener Konkurrenzblattes sehr Recht.

    Einige Auszüge:
    " ... den Trend zu immer mehr medizinisch zweifelhaften Operationen in Deutschlands rund 2000 Kliniken zu brechen. In den Krankenhäusern gebe es eine unnötige Steigerung der Behandlungszahlen, sagte der Sprecher des Kassen-Spitzenverbands, Florian Lanz.
    ...
    Kliniken sollen bei stark steigenden Behandlungszahlen also Abschläge bei der Bezahlung hinnehmen müssen. Ihre Höhe soll gesetzlich fixiert werden.
    ...
    „2,5 Milliarden Euro bekommen die Krankenhäuser in diesem Jahr sowieso schon mehr, da braucht es nicht noch eine Finanzspritze“, sagte Sprecher Lanz. ..."
  10. #479

    Zitat von krankenhaushasser Beitrag anzeigen

    Sollen die einfach immer so weitermachen ohne dass man versucht etwas zu ändern?
    Sie sollten einfach versuchen, zu akzeptieren, daß in Krankenhäusern Menschen arbeiten - und keine Automaten.
    Und daß es Krankheitsverläufe gibt, in denen ein Mensch in situ versterben kann. Das kann dann auch das bestorganisierte Krankenhaus mit der größtmöglichen Hygienevorsorge nicht verhindern.

    Daß Hygiene manchmal - mit zweifelhaftem "Erfolg" - unter ökonomische Zwänge gestellt wird, ist eine ganz andere Baustelle.
    Dafür können Sie nicht das operativ tätige Personal verantwortlich machen.