Wenn die Pharmaindustrie wirklich sicher wäre, dass AB keinen Krebs auslösen / beschleunigen können, würden die vermutlich Studien dazu machen, um das Gegenteil zu beweisen. Machen die aber nicht – oder sie reden nicht darüber.
Ei Arzt hat mir ja in Bezug auf meine Mutter mal gesagt: „Verhungern ist nicht die Übelste Art zu sterben“ – vielleicht ist das Sterben während der bestimmungsgemäßen Anwendung von Viagra noch weniger übel?
Bezieht sich das auf synthetisch hergestellte AB oder auf die Chemotherapeutika, die man bei einer Krebserkrankung bekommt? Ist das beides das gleiche?
Ja, Fehler sind menschlich. Schlimm wird es erst, wenn man der Ansicht ist, dass man niemals Fehler macht, gemachte Fehler nicht zugibt und davon ausgeht, dass alle, die keine Medizin (oder wenigstens Jura) studiert haben, blöd sind.
Ich kann (und werde) über die Behandlung meines Vaters ein ganzes Buch schreiben – so viele Fehler wurden m. E. gemacht.
Einer war z.B. die Dosierung des Digoxins. Das hat mein Vater schon lange genommen, weil er Herzrhythmusstörungen hatte. In Zusammenarbeit mit dem Hausarzt (der übrigens einer von den Guten ist) wurde festgestellt, dass er eine Dosierung von 5 x wöchentlich eine 0,1 mg Tablette am besten verträgt. Bei einer höheren Dosis war er schon mal mit Verdacht auf Herzinfarkt im Krankenhaus. Da war der D.-Spiegel bei 1,0. Ansonsten lag der Digoxinspiegel immer bei 0,6 und damit kam er gut zurecht. Der untere therapeutische Bereich wird unterschiedlich angegeben: entweder 0,5 oder 0,8. Außerdem steht bei verschiedenen Quellen, dass die Erhaltungsdosis bei Patienten über 80 Jahren 0,1 mg ß-Acetyldigoxin (entsprechend 1 Tablette) nicht überschreiten sollte (Priskusliste).
Im Krankenhaus wurde die Dosis auf täglich 0,2 mg erhöht. Als ich das bemerkte, weil ich heimlich in die heilige Akte gesehen hatte, versuchte ich erst mündlich und dann auch schriftlich darauf hinzuweisen, das diese Dosis für meinen Vater zu hoch ist. Ich fragte auch, ob nicht einmal mit dem Hausarzt gesprochen werden könnte.
Die Antwort: Kann ich machen – aber in meine Behandlung lasse ich mir nicht reinreden.
In der ganzen Zeit wurde lt. Entlassungsbrief der Digoxinspiegel nur einmal überprüft: er lag bei 0,9 – in wie weit danach die Dosis verändert wurde weiß ich nicht, weil dann verstärkt darauf geachtet wurde dass ich (als Betreuerin) nicht in die Akte sehen konnte.

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