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Hygiene in Krankenhäusern - was muss geändert werden?

Jährlich sterben in Deutschland viele Menschen, weil sie sich in Krankenhäusern mit Keimen angesteckt haben. Sind die Vorschriften zur Hygiene ausreichend und werden nur nicht hinreichend angewendet? Oder besteht grundsätzlich Handlungsbedarf?
  1. #420

    Geld darf nicht alles sein

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Jährlich sterben in Deutschland viele Menschen, weil sie sich in Krankenhäusern mit Keimen angesteckt haben. Sind die Vorschriften zur Hygiene ausreichend und werden nur nicht hinreichend angewendet? Oder besteht grundsätzlich Handlungsbedarf?

    Die Hygienevorschriften sind nicht ausreichend und die vorhandenen werden aus kostensparenden Gründen obendrein nicht eingehalten.
    Kontrolliert wird nicht und Krankenhäuser mit erhöhtem Infektionsaufkommen nicht benannt.
    Kein Patient würde das Risiko eingehen, sich in ein Krankenhaus mit hoher Infektionsrate einliefern zu lassen.
    Hier muß angesetzt werden.
    Das Problem kann in den Griff bekommen werden.
    Ich habe mit einem Chefkardiologen eines großen Krankenhauses gesprochen. Ihm ist es gelungen, die Infektionen in seiner Kardiologie drastisch einzudämmen. Kostet natürlich Zeit und Geld.

    Aus den Augen verlieren darf man auch nicht die Putzkollonnen, die sich nicht an Hygienevorschriften halten müssen. Wer kontrolliert die eigentlich, wenn sie mit einem Lappen ganze Etagen in Krankenhäusern reinigen?! So werden die Keime schön gleichmäßig verteilt
    Nicht zu vergessen das Krankenhauspersonal. Diese scheinen bei ihrer Ausbildung in Sachen Hgiene nicht erfolgreich unterrichtet worden zu sein.
    In diesem geldraffenden System bleiben die Menschen auf der Strecke. Der Staat kassiert mittels Steuern immer mehr beim Bürger ab und verwendet das Geld nicht für ihn, sondern für andere, fragwürdige Ausgaben.
    Ein Ergebnis ist unter vielen anderen schlimmen Zuständen die mangelnde Hygiene in Krankenhäuser.
  2. #421

    Geschönte Statistiken

    Zitat von exmachina Beitrag anzeigen
    Aber bitte, gern geschehen.

    Die Zahlen, die von Gesundheitsämter und Landesstellen in das RKI eingehen, sind bereits „vorgefiltert“ und werden anschließend im RKI durch sog. „Falldefinitionen“ „nachgefiltert“. Somit durchlaufen die Zahlen ein „Mehrfachfiltersystem“ und bilden damit nicht zu 100% die Realität ab.

    Das RKI selbst gibt dazu auch entsprechende Hinweise, wie z.B. bei MRSA:

    „Für MRSA (/…/) liegen nun erstmals Meldedaten eines ganzen Jahres vor, die eine Abschätzung der Bedeutung (und zukünftig der Entwicklung) dieses typischerweise nosokomial erworbenen Erregers möglich machen /…/ Zur Überwachung des Auftretens von invasiven MRSA-Infektionen ist seit dem 01.07.2009 gemäß der >Verordnung zur Anpassung der Meldepflicht § 7 IfSG an die epidemische Lage< der labordiagnostische Nachweis von MRSA im Blut oder Liquor meldepflichtig. Die Falldefinition des RKI schränkt den labordiagnostischen Nachweis auf direkte [MRSA] Nachweise ein. Die nachfolgende Auswertung bezieht sich auf Fälle, die die Referenzdefinition erfüllen.“
    S. 216, Infektionsepidemiologisches Jahrbuch RKI 2010

    Mehr zur Referenzdefinition finden Sie im Jahrbuch RKI 2010, Kap.2.3. und 2.4, S.19-20;

    Auch die Meldewege und Meldevorgaben sind fehleranfällig und fast nicht zu kontrollieren.

    Wenn man sich die Mühe macht, sich in die Jahrbücher einzulesen, wird einen bald der Eindruck beschleichen, dass die RKI-Zahlen um einiges höher sein müssten.

    Beispiel: „RKI-Definition des Terminus „Ausbruch". Beispiel: < 5 Fälle werden nicht gezählt bzw. gemeldet / somit werden nur Fälle gezählt/gemeldet die > 5 Fälle/Infektionen sind.
    Diese Einschränkung wiederum wird aber nicht auf alle meldepflichtigen Infektionen angewendet…und so geht das weiter und weiter.

    Somit vermute ich, dass die Zahlen des RKI so ca. um das 2,5-fache höher sein müssten.

    Statistiken kann man kreativ verändern.
    Dies geschieht vor allem dann, wenn etwas zu verbergen ist.
    Das gilt nicht nur für die schlimmen Folgen von Hygienemängeln.
    Semmelweis war schon einmal weiter.
  3. #422

    Versäumnisse des Staates

    Zitat von krankenhaushasser Beitrag anzeigen
    Bei der Abbildung handelt es sich um verschiedene meldepflichtige Krankheiten unterteilt nach Altersgruppen mit den fünf in der jeweiligen Altersgruppe am häufigsten übermittelten Krankheiten.

    Die rechte Säule mit den knapp 100.000 betrifft nur die Menschen über 59 Jahre. MRSA ist nur der kleine dunkle Schniepel ganz oben an der Säule – aber wieder nur die meldepflichtige Variante. Auch wenn man davon ausgeht, das Noro und Rota vorwiegend in „Gesundheits“-einrichtungen übertragen wird, fehlt trotzdem der größte Anteil der Krankenhauskeimen.
    Der Staat kassiert Steuern und verwendet diese zu großenTeilen eben nicht für seine eigentlichen Aufgaben die da sind: Innere Sicherheit, Bildung und natürlich auch für eine menschenwürdige Versorgung im Krankheitsfall und im Alter. Das verdrießt den Steuerzahler.
  4. #423

    Zitat von roswitha.lebbe Beitrag anzeigen
    Aus den Augen verlieren darf man auch nicht die Putzkollonnen, die sich nicht an Hygienevorschriften halten müssen. Wer kontrolliert die eigentlich, wenn sie mit einem Lappen ganze Etagen in Krankenhäusern reinigen?! So werden die Keime schön gleichmäßig verteilt
    Nicht zu vergessen das Krankenhauspersonal. Diese scheinen bei ihrer Ausbildung in Sachen Hgiene nicht erfolgreich unterrichtet worden zu sein.
    Und vor allen Dingen darf man auch die Besucher nicht aus den Augen verlieren...

    Ich muss regelmäßig für ein paar Tage ein Krankenhaus aufsuchen.
    Sofort am ersten Tag wird ein Nasenabstrich gemacht und ein Schnelltest durchgeführt.

    Personal und Ärzte desinfizieren sich sich regelmäßig die Hände, im Türbereich aller Zimmer hängt ein Spender mit Desinfektionmittel.
    Und geputzt wird auch einigermaßen vernünftig.

    Und dann kommen die Besucher.
    Rein zu frischoperierten.
    Scharenweise.
    Verwandte, Freunde, Bekannte und Nachbarn.
    Küsschen links, Küsschen rechts, streicheln, zeig mal Deine Narbe, darf ich mal den Verband aufmachen?
    Und natürlich wird von den Besuchern auch nicht die Besuchertoilette am Ende des Ganges benutzt...

    Also, wie gesagt, auch die Besucher sollte man im Auge behalten...
  5. #424

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    Das versteh' ich nicht... die meisten Patienten werden nicht bewusst mit MRSA aufgenommen.
    In wie weit bei welchem Patienten die Infektionen vorher bekannt waren oder nicht kann ich nicht beurteilen – Reha – Patienten kommen ja in der Regel aus Krankenhäusern…..

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    Angesehen davon, eine Isolierung von Patienten ist auch ohne Klimaanlage möglich. Kostet Mühe, aber es geht. Da braucht man eine Schleuse zum Zimmer und Kittelpflicht und selbstverständlich die konsequente Händedesinfektion.
    Ja, das ist schon klar, so wäre das richtig gewesen.

    Es ging darum, dass mein Vater im Sommer 2010, als e sehr heiß war, ohne MRSA in eine Reha kam, in der mehrere bekannte MRSA – Fälle (Schild an der Tür) waren. Diese Türen standen den ganzen Tag sperrangelweit offen.

    Nach kurzer Zeit hatte mein Vater u. a. auch MRSA.

    Es ist ja auch so, dass man als Krankenschwester in ein OFFENES Zimmer eher mal so eben ohne Handdesinfektion und Schutzkleidung rein- und raushuscht, als wenn man bewusst zwei Türen öffnen muss. Das habe ich dort bei meinem Vater des Öfteren gesehen.

    Spätestens bei Bekannt werden der Infektion hätte man die betroffenen Patienten in ein Krankenhaus schicken müssen, in dem die Hygieneregeln auch bei großer Hitze eingehalten werden können.
  6. #425

    Gestern wurden meine Beiträge geblockt, so dass ich es heute mal wieder versuche.

    Zitat von krankenhaushasser Beitrag anzeigen
    Er hatte ausschließlich Pseudomonas. Sie waren im Gegensatz zu den vorherigen nur noch gegen Tobramycin sensibel. Deshalb halte ich eine Neuinfektion für wahrscheinlich. Sehe ich das richtig?
    Antibiotika-Resistenzen werden über Plasmide (ringförmige DNA-Moleküle neben der bakteriellen DNA) vermittelt. Der gleiche Stamm von Pseudomonas aeruginosa könnte diese Resistenz auch von einem anderen Bakterium erworben haben. Der interspezifischer Austausch von Plasmiden ist möglich. Es muss also nicht unbedingt eine Neuinfektion vorgelegen haben. Man kann es aber nicht ausschließen. Dazu müsste man den isolierten Pseudomonas-Stamm analysieren. Für ein/e Pharmazeut/in oder Biologe/in der Medizinischen oder Pharmazeutischen Mikrobiologie ist dies ein "Kinderspiel".

    Zitat von krankenhaushasser Beitrag anzeigen
    An dem Tag, an dem ich das Ergebnis hatte ist er verstorben (13.08.). Das einzige, was mir zu dem Obduktionsergebnis telefonisch mitgeteilt wurde ist, dass er nicht erstickt ist (also kein Lungenversagen), sondern dass er an Multiorganversagen gestorben ist.


    Durch die OP oder durch das falsche AB?
    Die OP als auch das falsche Antibiotikum können die Ursache sein. Eine frische OP-Naht wirkt wie eine Agar-Platte in der Petrischale. Das falsche Antibiotikum "bremst" nicht das Wachstum.

    Ihr Vater bekam eine sogenannte systemische Infektion, d.h. die Infektion oder Entzündung war nicht auf ein Organ begrenzt. Im Blut waren die Entzündungsmediatoren TNF, IL-1 und IL-6 erhöht. Todesursache: Sepsis - für Statistiker.

    Zitat von krankenhaushasser Beitrag anzeigen
    Nach der OP hatte er übrigens noch kurzzeitig Rahnella aquatillis und Enterobacter amnigenus im Sputum. Und 11 Tage später wurden im anderen KH Staph. epidermitis im Blut festgestellt. Aber dagegen müsste ja das Linezolid geholfen haben.

    Könnten Sie mir trotzdem etwas zu diesem Thema sagen?
    Linezolid wirkt an der 50S-Untereinheit bakterieller Ribosomen. Es ist potentiell gegen jedes Bakterium wirksam, da alle Bakterien über diese Untereinheit verfügen. Die Proteinbiosynthese wird gestört, so dass keine funktionfähigen Strukturproteine und Enzyme gebildet werden.

    Zitat von krankenhaushasser Beitrag anzeigen
    Kann ein Zusammenhang zwischen der Schädigung des Immunsystems durch die Gabe von AB und der Entstehung (bzw. der Beschleunigung der Entstehung) eines Plattenepithelkarzinoms (bei der Ohr OP handelte es sich um die Entfernung eines PEK, das aber nicht gestreut hatte) bestehen?
    Für die Entstehung eines Plattenepithelkarzinoms kommt eher Sonnenexposition bzw. UV-Strahlung in Betracht. Wenn die Reparaturmechanismen des Organismus nicht mehr funktionsfähig sind, kann diese entartete Zelle sich vermehren. Diese Fehlfunkionen sind meist altersbedingt.
  7. #426

    Zitat von krankenhaushasser Beitrag anzeigen
    In wie weit bei welchem Patienten die Infektionen vorher bekannt waren oder nicht kann ich nicht beurteilen – Reha – Patienten kommen ja in der Regel aus Krankenhäusern
    […]
    Es ging darum, dass mein Vater im Sommer 2010, als e sehr heiß war, ohne MRSA in eine Reha kam, in der mehrere bekannte MRSA – Fälle (Schild an der Tür) waren. Diese Türen standen den ganzen Tag sperrangelweit offen.
    Sie sprachen vorher von Krankenhäusern, jetzt plötzlich von Reha-Einrichtungen. Diese gleichzusetzen ist etwas blauäugig.
    Zitat von krankenhaushasser Beitrag anzeigen
    Nach kurzer Zeit hatte mein Vater u. a. auch MRSA.
    Nach wie „kurzer Zeit“? Woher wissen Sie, dass er nicht ebenfalls mit einer MRSA aufgenommen wurde?
    Zitat von krankenhaushasser Beitrag anzeigen
    Spätestens bei Bekannt werden der Infektion hätte man die betroffenen Patienten in ein Krankenhaus schicken müssen, in dem die Hygieneregeln auch bei großer Hitze eingehalten werden können.
    Vorausgesetzt, dass überhaupt Betten in einer solchen Einrichtungen noch zur Verfügung standen. Vielleicht gab es einen Grund, warum diese Patienten nicht zurückverlegt wurden. Bei großer Hitze sind bekanntlich die Krankenhäuser überfüllt. Mein Mann ist deswegen gestorben, weil in großer Hitze er nicht schnell genug versorgt wurde – sein Herzinfarkt wurde nicht schnell erkannt und behandelt, da kam schon der Folgeinfarkt als er noch stundenlang in der Notaufnahme wartete…

    Selbstverständlich sind Sie voller Trauer, Wut und Hass – aber auf einer Seite stehen die wirtschaftlichen Überlegungen – offensichtlich ist die Bevölkerung nicht willens mehr für das Gesundheitssystem auszugehen, andererseits sterben Menschen die hätten leben können, wenn ausreichend Ressourcen zur Verfügung stehen würden.
  8. #427

    Krankenhauspersonal als potentieller Überträger von MRSA

    Zitat von krankenhaushasser Beitrag anzeigen
    ... Es ging darum, dass mein Vater im Sommer 2010, als e sehr heiß war, ohne MRSA in eine Reha kam, in der mehrere bekannte MRSA – Fälle (Schild an der Tür) waren. Diese Türen standen den ganzen Tag sperrangelweit offen.

    Nach kurzer Zeit hatte mein Vater u. a. auch MRSA.

    Es ist ja auch so, dass man als Krankenschwester in ein OFFENES Zimmer eher mal so eben ohne Handdesinfektion und Schutzkleidung rein- und raushuscht, als wenn man bewusst zwei Türen öffnen muss. Das habe ich dort bei meinem Vater des Öfteren gesehen. ...
    Auf den Stationen gelten anscheinend nicht die gleichen Regeln wie in einem mikrobiologischen S2-Labor, der einem/r Wissenschaftler/in das Arbeiten mit Staphylococcus aureus gestattet. Die Türen sollten geschlossen sein, damit sich die Mikroorganismen nicht in Aerosolen verteilen können.

    Aber so wie die Art und Weise des Umgangs mit MRSA-Patienten beschrieben wurde, würde ich auch die Krankenschwestern "screenen". Die Übertragung über sie bei mangelnden Hygienevorschriften halte ich für am wahrscheinlichsten.

    Generell sollte man das gesamte Krankenhauspersonal regelmäßig auf MRSA testen. Ich würde sogar Verwaltungsangestellte mit einbeziehen, weil man schließlich MRSA nicht per Post zugeschickt bekommen will.

    In einer Klinik in NRW wurde eine größere Klimaanlage 2005/06 nachgerüstet. Mittlerweile ist das Gebäude geräumt, weil man einen Neubau bezogen hat. Selbst in modernen Forschungseinrichtungen und Zuchträumen für Versuchstiere ist die Installation einer Klimaanlage der Standard.
  9. #428

    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Dazu müsste man den isolierten Pseudomonas-Stamm analysieren. Für ein/e Pharmazeut/in oder Biologe/in der Medizinischen oder Pharmazeutischen Mikrobiologie ist dies ein "Kinderspiel".
    Das wird aber wohl leider viel zu selten gemacht. Ist das zu teuer?

    Es wäre ja auch von Vorteil, wenn man generell die MRSA-Stämme bestimmen würde – aber dann würde man zuviel Zahlen bekommen und feststellen können, dass es sich in Deutschland (noch?) in über 90 % der Fälle um Krankenhauskeime (ha-MRSA) und in den seltensten Fällen um ca-MRSA oder la-MRSA handelt. Dann könnte man nicht mehr versuchen den Anschein zu erwecken, dass die meisten Keime von Sportanlagen oder landwirtschaftlichen Betrieben in die Krankenhäuser mitgebracht werden.

    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Die OP als auch das falsche Antibiotikum können die Ursache sein. Eine frische OP-Naht wirkt wie eine Agar-Platte in der Petrischale. Das falsche Antibiotikum "bremst" nicht das Wachstum.
    Die Wunde am Ohr war aber absolut nicht entzündet und nur sehr klein – diese OP war das Einzige, was bei meinem Vater richtig gut gemacht wurde.

    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Ihr Vater bekam eine so genannte systemische Infektion, d.h. die Infektion oder Entzündung war nicht auf ein Organ begrenzt. Im Blut waren die Entzündungsmediatoren TNF, IL-1 und IL-6 erhöht. Todesursache: Sepsis - für Statistiker.
    Sepsis durch Pseudomonas? Soweit ich das ermitteln konnte, hatte er keine weiteren Keime. Todesursache: Sepsis hört sich in der Statistik ja auch viel besser an als Todesursache: Krankenhauskeime.

    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Linezolid wirkt an der 50S-Untereinheit bakterieller Ribosomen. Es ist potentiell gegen jedes Bakterium wirksam, da alle Bakterien über diese Untereinheit verfügen. Die Proteinbiosynthese wird gestört, so dass keine funktionfähigen Strukturproteine und Enzyme gebildet werden.
    Lt. Onmeda und anderen Quellen:
    Nicht wirksam ist Linezolid gegen Erreger wie Haemophilus influenzae, Moraxella cartarrhalis, Neisserien, Enterobacterien und Pseudomonas-Arten.

    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Für die Entstehung eines Plattenepithelkarzinoms kommt eher Sonnenexposition bzw. UV-Strahlung in Betracht. Wenn die Reparaturmechanismen des Organismus nicht mehr funktionsfähig sind, kann diese entartete Zelle sich vermehren. Diese Fehlfunktionen sind meist altersbedingt.
    An dieses altersbedingte glaube ich ja eben nicht. Eine entscheidende Ursache für das Altern ist es doch wohl, dass sich die Zellen nur noch langsam teilen und die Eigenart eines Tumors ist doch, dass sich die Zellen zu schnell teilen? Ich habe auch schon öfter gehört, dass fast jeder im Alter Krebs bekommt.

    Aber es ist ja auch so, dass 80 % der Krankenhauskeime Menschen über 59 betreffen, die dann eben Antibiotika bekommen. Ist es nicht so, dass AB dazu beitragen die Reparaturmechanismen des Organismus funktionsunfähig zu machen? Ich sehe da einen Zusammenhang.

    Ganz kleine Kinder haben auch ein schlechtes Immunsystem – sie bekommen aber wesentlich seltener Krankenhauskeime, als die Senioren. Das liegt m. E. daran, dass der Verbrauch von Sterillium in Kinderabteilungen wesendlich höher ist als in geriatrischen Abteilungen und vor allem in Pflegeheimen. Und das legt daran, dass über infizierte Kinder gern mal etwas in den Medien berichtet wird und dass der Alte ja sowieso stirbt.
  10. #429

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    Sie sprachen vorher von Krankenhäusern, jetzt plötzlich von Reha-Einrichtungen. Diese gleichzusetzen ist etwas blauäugig.
    Es handelte sich um ein Krankenhaus mit angegliedertem Reha-Bereich. Während seines Aufenthaltes wechselte mein Vater von der Reha in die Akutgeriatrie – er wechselte aber nicht das Zimmer.

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    Nach wie „kurzer Zeit“? Woher wissen Sie, dass er nicht ebenfalls mit einer MRSA aufgenommen wurde?
    Sorry, Zeit war doch nicht so kurz.

    Beginn der Reha am 01.06.10

    Weiterbehandlung einer im einweisenden Krankenhaus festgestellten Aspirationspneumonie ohne besondere Keimangabe bis 05.06.10

    Mikrobiologischer Bericht Sputum Entnahme am 16.06.10:
    Pseudomonas aeruginosa (multiresistent) reichlich
    Stenotrophomonas maltophilia (multiresistent) gering
    Kein MRSA

    Mikrobiologischer Bericht Sputum Entnahme am 29.06.10:
    MRSA reichlich
    Pseudomonas aeruginosa (multiresistent) vereinzelt
    Stenotrophomonas maltophilia (multiresistent) vereinzelt

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    Vielleicht gab es einen Grund, warum diese Patienten nicht zurückverlegt wurden.
    Natürlich gab es einen Grund:

    Beispiel aus einem Vortrag von Professor Hager – Neu Bethesda Hannover:
    Hauptdiagnose J18.9 (Pneumonie) Patient 80 Jahre = DRG E62C – Erlös 2.077,50
    Hauptdiagnose J18.9 (Pneumonie) + 8-550 (mit geriatrischer Frühreha) Patient 80 Jahre = DRG E41Z – Erlös 5.057,50

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    Mein Mann ist deswegen gestorben, weil in großer Hitze er nicht schnell genug versorgt wurde – sein Herzinfarkt wurde nicht schnell erkannt und behandelt, da kam schon der Folgeinfarkt als er noch stundenlang in der Notaufnahme wartete…
    Warum sind Sie dann nicht voller Trauer, Wut und Hass? Wurden diejenigen, die den Tod Ihres Mannes verursacht haben in irgendeiner Form zur Rechenschaft gezogen? Das würde mir schon ein ganzes Stück weiterhelfen.

    Sollen die einfach immer so weitermachen ohne dass man versucht etwas zu ändern?

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    Auf einer Seite stehen die wirtschaftlichen Überlegungen – offensichtlich ist die Bevölkerung nicht willens mehr für das Gesundheitssystem auszugehen, andererseits sterben Menschen die hätten leben können, wenn ausreichend Ressourcen zur Verfügung stehen würden.
    Ich glaube nicht, dass die Bevölkerung zu wenig für das Gesundheitssystem ausgibt – vielmehr ist es so, dass das Geld in Quellen verschwindet, wo es nicht hingehört. Und das wird mit zunehmender Privatisierung des Systems immer schlimmer werden.


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