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Hygiene in Krankenhäusern - was muss geändert werden?

Jährlich sterben in Deutschland viele Menschen, weil sie sich in Krankenhäusern mit Keimen angesteckt haben. Sind die Vorschriften zur Hygiene ausreichend und werden nur nicht hinreichend angewendet? Oder besteht grundsätzlich Handlungsbedarf?
  1. #400

    Zitat von exmachina Beitrag anzeigen
    Und was wäre mit allen anderen nosokomialen Infektionen, die sich Menschen in diesen Einrichtungen Tag für Tag zuziehen?
    Sauber recherchiert !

    Es wird schon einen Grund haben, warum 99,9 % der Krankenhauskeime nicht meldepflichtig sind. Wenn das nicht so wäre, wäre es hier genauso einfach an Zahlen zu kommen, wie bei den meldepflichtigen Keimen. Aber wer will das schon? Das gäbe ja nur Panik in der Bevölkerung.

    Ich habe mir mal ein paar Gedanken über die Krankenhauskeime gemacht – hier:

    KEIME

    „Die MRSA-Vertuschung.pdf“ anklicken.

    Im Fall meines Vaters liegen mir die mikrobiologischen Berichte vor die beweisen, wann mein Vater wo mit welchen Keimen verseucht wurde. Ich habe die schriftliche Bestätigung des Oberarztes, dass die Türen der MRSA-Infizierten in einer geriatrischen Reha in Langenhagen wegen der Hitze offen gestanden haben (zuerst die der anderen und dann, als mein Vater auch verseucht war, auch die Tür vom Zimmer meines Vaters).

    Nun warte ich seit 8,5 Monaten auf den Obduktionsbericht meines Vaters – ich werde nun einen Rechtsanwalt einschalten.

    Mal sehen, wie die sich da wieder rausreden werden.
  2. #401

    Zitat von krankenhaushasser Beitrag anzeigen
    Im Fall meines Vaters liegen mir die mikrobiologischen Berichte vor die beweisen, wann mein Vater wo mit welchen Keimen verseucht wurde. Ich habe die schriftliche Bestätigung des Oberarztes, dass die Türen der MRSA-Infizierten in einer geriatrischen Reha in Langenhagen wegen der Hitze offen gestanden haben (zuerst die der anderen und dann, als mein Vater auch verseucht war, auch die Tür vom Zimmer meines Vaters).

    Nun warte ich seit 8,5 Monaten auf den Obduktionsbericht meines Vaters – ich werde nun einen Rechtsanwalt einschalten.

    Mal sehen, wie die sich da wieder rausreden werden.
    Mein herzlichstes Beileid!

    Ich frage mich natürlich, warum die MRSA-Patienten nicht auf einer Station mit Klimaanlage untergebracht waren.

    Zufälligerweise konnte ich die Behandlung von MRSA-Patienten auf einer Privatstation einsehen. Das Personal hielt sich an die Hygienevorgaben, indem selbst die Putzfrauen Schutzkleidung tragen mussten. Aber wie schon erwähnt, war dies eine Privatstation mit Privatkassenpatienten! Und diese Station verfügte über eine Klimaanlage!

    Allgemein ist es aber nicht so, dass ein "Keim" ein Krankheitsbild auslöst. HIV-infizierte Patienten sterben nicht am Virus. Sie reagieren sensitiver auf bakterielle Infektionen der Atemwege. Und meistens sterben diese Patienten an den Folgen einer Lungenentzündung, die bakteriellen Ursprungs ist. Da positive HIV-Test gemäß des Infektionsschutzgesetz gemeldet werden müssen, gibt es eine Statistik zu den verstorbenen AIDS-Patienten.

    Bei Trägern von MRSA fehlt eine solche Statistik, da dazu kein zentrales Meldesystem in Deutschland existiert. 25 bis 30 % der Menschen sind dauerhafte Träger von Staphylococcus aureus , aber sie sterben nicht zwangsläufig an diesem Bakterium. Besteht eine Schwächung des Immunsystems kann diese Infektion eine Rolle spielen.

    Antibiotika können lediglich die Vermehrung von Bakterien inhibieren. Erkennung und Lyse/Phagozytose erfolgen jedoch über das adaptive Immunsystem. Die Phagozytose durch Makrophagen wird jedoch durch eine übermäßige Antibiotika-Gabe verändert. In Holland breitet sich MRSA nicht nur langsamer aus. Der Antibiotika-Konsum ist in unserem Nachbarland auch wesentlich geringer.

    Die letzte Möglichkeit MRSA-Patienten zu behandeln, ist das Antibiotikum Linezolid. Darauf sollte Ihr Anwalt im Behandlungsbericht (?) achten.
  3. #402

    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Ich frage mich natürlich, warum die MRSA-Patienten nicht auf einer Station mit Klimaanlage untergebracht waren.
    Das habe ich das Krankenhaus auch gefragt.
    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Bei Trägern von MRSA fehlt eine solche Statistik, da dazu kein zentrales Meldesystem in Deutschland existiert. 25 bis 30 % der Menschen sind dauerhafte Träger von Staphylococcus aureus , aber sie sterben nicht zwangsläufig an diesem Bakterium. Besteht eine Schwächung des Immunsystems kann diese Infektion eine Rolle spielen.
    Von diesen Staph. a. die 25 – 30 % der Menschen an sich tragen sind von den außerhalb von Krankenhäusern gefundenen ca. 13% und von den in Krankenhäusern gefundenen ca. 24% M. resistent – also MRSA. Also haben wir in Deutschland reichlich MRSA-Träger die aber natürlich nicht alle infiziert sein müssen.

    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Antibiotika können lediglich die Vermehrung von Bakterien inhibieren. Erkennung und Lyse/Phagozytose erfolgen jedoch über das adaptive Immunsystem. Die Phagozytose durch Makrophagen wird jedoch durch eine übermäßige Antibiotika-Gabe verändert.
    Würden Sie mir diesen Absatz bitte näher erklären – ich bin keine Medizinerin

    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Die letzte Möglichkeit MRSA-Patienten zu behandeln, ist das Antibiotikum Linezolid. Darauf sollte Ihr Anwalt im Behandlungsbericht (?) achten.
    Mein Vater wurde in der Reha zuerst mit Pseudomonas und dann mit MRSA infiziert. Zuhause haben wir die Keime einigermaßen in den Griff bekommen, nachdem er nicht mehr immer abwechselnd AB gegen den Keime bekommen hat. Er war zwar durchgehend MRSA-Träger, aber die Pseudomonas verschwanden. Ich gehe davon aus, dass das durch die tägliche Gabe von ACC geschah – weil das den Biofilm zerstört hat. Klinisch ging es ihm dann mehrere Monate gut. Erst als er wegen einer kleinen OP am Ohr in einem anderen Krankenhaus ein AB bekommen hat, gegen das beide Keime resistent waren, haben sie sich wieder explosionsartig vermehrt.

    Dann kam er in ein Krankenhaus in Laatzen, (das zu derselben Firma gehört wie die Reha). Dort bekam er Linezolid – aber die nächste Lungenentzündung mit Pseudomonas wurde dann weder mikrobiologisch untersucht noch behandelt. ACC durfte ich ihm dort nicht geben.
  4. #403

    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    So manchen zukünftigen Klinikschef ist selbst die Höhe des Ehrensoldes Bundespräsidenten nicht erstrebenswert gut.
    Ich sprach von Chefärzten, jetzt kommen Sie mit Klinikchef. Aber egal – ich halte den Vergleich für absurd. Der Ehrensold eines Herrn Wulff wurde mit keiner Leistung verdient – also hat der Vergleich in dieser Diskussion nichts zu suchen. Schon gar nicht, was jemand für „erstrebenswert gut“ hält, egal was er letztendlich erhält.
    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Aber mehr Personal für die Verbesserung der Krankenhaushygiene will man nicht einstellen. Und anscheinend werden an manchen Kliniken die Mitarbeiter dazu aufgefordert, den Verbrauch für Artikel unter 1 Euro besser einzusparen.
    Wenn Sie tatsächlich selbst Wissenschaftler sind, werden Sie ganz schnell ausrechnen können, dass die Halbierung des Klinikchefgehaltes (von den vielleicht erhaltenen €200.000) nicht ausreicht, um 2 Fachärzte für Hygiene einzustellen.
    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Zuem wird das überforderte Pflegepersonal, das letztendlich dem Klinikchef "Geld und Ruhm" einbringt", nicht entlastet.
    Ja, das ist ein Problem. Aber eine Neiddebatte hilft hier auch nicht weiter.
    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Maßnahmen für die Verbesserung der Krankenhaushygiene können daher seltenst umgesetzt werden.
    Ich habe in den letzten Jahren selbst die Verbesserungen beobachten können. Was nicht heißen soll, dass weitere Verbesserungen nicht dringend gebraucht werden.
    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Es gibt nicht wenige Intensivmediziner, die mittlerweile ins Ausland gehen, weil einfach die Arbeitsbedingungen besser sind.
    Nicht nur Intensivmediziner….
    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Bekanntlich spart man nicht nur beim Personal ein, sondern auch bei den präventiven Maßnahmen, um höhere Behandlungskosten zu vermeiden. "….
    Aber warum schmeißen die Kassen/Versicherungen nicht etwas Geld auf dem Markt? Die sind ja diejenigen, die das Geld sparen würden wenn es zu weniger Erkrankungen kommt. Aber stattdessen werden z.T. die Kassenchefs besser bezahlt als die Klinikchefs.
    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Um mal wieder auf Kosten zurückzukommen. Bei Medizinern fängt in NRW das Grundgehalt bei 4032.05 Euro brutto pro Monat an. Ein Naturwissenschaftler beginnt mit meinem Bruttonmonatsgehalt von 3183,61 Euro. Manchmal bekommt man auch TV-L 14 als Einstieg (3456,14 Euro Bruttomonatsgehalt). Nebenbei versteht der Naturwissenschaftler die Grundlagen der Resistenzentstehung wesentlich besser.
    Warum klingt das plötzlich wie eine Neiddiskussion? Abgesehen davon, halte ich es für die Krankenhaushygiene nicht für besonders wichtig viel von „Resistenzentstehung“ zu verstehen, sondern viel mehr von Behandlungs- und sonstige Arbeitsabläufen. Erst dadurch kann verhindert werden, dass Patienten durch luschige Handlungsweisen angesteckt werden.
    Ich selbst habe mal einen C.diff gehabt, und war doch erheblich irritiert, dass z.B. mein Blutdruck/Sauerstoffsättigung mit einem Gerät gemessen wurde, das von Patientenzimmer zu Patientenzimmer geschoben wurde, obwohl jedes Bett auf der Station mit einem eigenen Blutdruckmessgerät und Pulsoximeter ausgestattet war. Um festzustellen dass das gefährlich war – zumal es sich um eine Station handelte, auf der Transplantierte lagen – war kein Wissenschaftler vonnöten.
  5. #404

    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Ich frage mich natürlich, warum die MRSA-Patienten nicht auf einer Station mit Klimaanlage untergebracht waren.
    Weil nicht jedes Krankenhaus über Klimaanlagen der notwenigen Qualität verfügt.
    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Zufälligerweise konnte ich die Behandlung von MRSA-Patienten auf einer Privatstation einsehen. Das Personal hielt sich an die Hygienevorgaben, indem selbst die Putzfrauen Schutzkleidung tragen mussten. Aber wie schon erwähnt, war dies eine Privatstation mit Privatkassenpatienten! Und diese Station verfügte über eine Klimaanlage!
    Als Transplantationspatient habe ich auch auf Stationen mit Klimaanlage gelegen – da wird nicht unterschieden ob privat- oder kassenversichert. Aber diese Anlage zu betreiben ist enorm teuer, und sprengt damit die Möglichkeiten der meisten Kliniken.
    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Allgemein ist es aber nicht so, dass ein "Keim" ein Krankheitsbild auslöst. …
    Bei C.diff schon…
    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    … In Holland breitet sich MRSA nicht nur langsamer aus. Der Antibiotika-Konsum ist in unserem Nachbarland auch wesentlich geringer. …
    Bringen Sie aber mal den Deutschen bei, dass sie bei jeder Erkältung AB verlangen dürfen. Und bringen ihnenn gleichzeitig bei, dass sie gut beraten wären weniger Fleisch zu essen… da würden sie automatisch weniger AB schlucken.
  6. #405

    Ansteckungsgefahr auch bei robusten Patienten

    Zitat von Websingularität Beitrag anzeigen
    Es ist bestimmt sinnvoll Risikogruppen wie z.B. ältere Menschen bei der Einlieferung genauer zu untersuchen.
    Aber Krankenhausinsassen sind aufgrund der geschwächten Gesundheit nunmal besonders für......

    So ist das, wenn ein Nichtfachmann "kluge" Sprüche von sich gibt.
    Sie kommen mit einem Beinbruch (ansonsten gesund) und werden mit einer nicht erkannten Lungenentzündung entlassen.
    Da können Sie noch von Glück reden, daß Ihnen bei der OP keine Bakterien in die Wunde gelangen. Sonst haben Sie ein weiteres Problem, das Ihnen möglicherweise das Bein kostet.
    Hygiene muß das A und O in einem Krankenhaus sein oder es sollte geschlossen werden.
    Sprechen Sie mal mit Ärzten, die dieses Thema ernst nehmen.
    Vor hundert Jahren war man in Deutschland schon weiter.
  7. #406

    Verantwortungslosigkeit

    Zitat von tacitus Beitrag anzeigen
    Es handelt sich um ein systematisches Behördenversagen, da wir gerade in Deutschland unzählige Vorschriften und Kontrollen haben, aber eben nicht in den Krankenhäusern ! Zusätzlich haben wir Krankenkassen, die keinerlei Kosten für konsequente Hygiene zahlen möchten. Die Vorgaben für Hygiene sind in Deutschland und .....

    Blöde würde ich nicht sagen wollen. Verantwortungslosigkeit pur ist sicher richtiger.
    Geldsparen ist geil und dabei wird verkannt, daß Folgen von Hygienmängeln - falls sie nicht gleich den Tod von Patienten herbeiführen - wesentlich kostenintensiver sind.
  8. #407

    Die Politik hat das Dilemma mit zu verantworten

    Zitat von exmachina Beitrag anzeigen
    NOROVIRUS
    „Für 91% aller übermittelten Ausbrüche lagen Angaben zum Ort oder Umfeld des Ausbruchsgeschehens vor. Von diesen betraf ein Großteil Krankenhäuser (49%), Pflege- und Altenheime (31%), private Haushalte sowie Kindergärten und Kindertagesstätten (je 8%).“

    Quelle: „Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2008 bis 2010. Robert Koch Institut, Berlin, S. 167; (Datenstand 1. März 2011) RKI - Jahrbücher
    2008 bis 2010 wurden somit 531.443 Ausbrüche gemeldet, davon infizierten sich 260.407 Menschen im Krankenhaus und 164.747 Menschen in Pflege- und Altenheimen.
    ROTAVIRUS
    „Es ereigneten sich 47% dieser Ausbrüche in Kindergärten, 28% in Pflege- und Altenheimen, 17% in Krankenhäusern, 6% in Haushalten.“
    S. 176, Infektionsepidemiologisches Jahrbuch RKI 2010

    2008 bis 2010 wurden somit 193.767 Rotavirus-Ausbrüche gemeldet, davon infizierten sich 32.940 Menschen im Krankenhaus und 54.254 in Pflege- und Altenheimen;
    Mithin erkrankten in den Jahren 2008 bis 2010 - in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen - 512 348 Menschen an Noro- und Rotavirusinfektionen;

    Somit müssten, wenn man das zivilrechtlich verfolgen würde, über eine halbe Million Zivilrechtsklagen gegen die o.g. Einrichtungen geführt werden, wg. (grob) fahrlässiger Körperverletzung u.a. (mit Todesfolge).

    Bei solchen Infektionszahlen müsste sicher auch strafrechtlich ermittelt werden, steht für mich jedenfalls außer Frage. Hier kommt m.E sogar der „Eventualvorsatz“ ins Spiel. Was dann schon eher in Richtung Totschlag gehen würde.

    Und was wäre mit allen anderen nosokomialen Infektionen, die sich Menschen in diesen Einrichtungen Tag für Tag zuziehen?

    Ob solch eine (Riesen) Klagewelle den Haftpflichtversicherungslobbyisten in Berlin den Angstschweiß auf die Stirn treiben würde?

    Vermutlich würden diesen eifrigen Adlaten der Versicherungsmafia nicht nur die Stirn nass werden, hätten wir ein (Erfolgs-) Vergütungssystem für Rechtsanwälte, wie in den USA.
    Danke für die übermittelten Zahlen.
    Diese dürften den letzten Zweifler überzeugen, daß in diesem System etwas faul ist.
  9. #408

    Zitat von krankenhaushasser Beitrag anzeigen
    Erst als er wegen einer kleinen OP am Ohr in einem anderen Krankenhaus ein AB bekommen hat, gegen das beide Keime resistent waren, haben sie sich wieder explosionsartig vermehrt.

    Dann kam er in ein Krankenhaus in Laatzen, (das zu derselben Firma gehört wie die Reha). Dort bekam er Linezolid – aber die nächste Lungenentzündung mit Pseudomonas wurde dann weder mikrobiologisch untersucht noch behandelt. ACC durfte ich ihm dort nicht geben.
    Man vermutet, dass ein Schnitt in den Finger ausreichte, damit Ignaz Semmelweis, der die ersten Schritte der Krankenhaushygiene anregte, an einer Sepsis verstarb.
    So kann die kleine OP am Ohr ihres Vaters ausgereicht haben, dass das Immunsystem Ihres Vaters geschwächt wurde. Dass man die Pseudomonaden vorher nicht nachweisen konnte, bedeutet aber immer noch nicht, dass sie nicht vorhanden waren.
    Der Titer (Verdünnungsfaktor) kann unterhalb der Nachweisgrenze gelegen haben. Eine Neuinfektion mit Pseudomonas aeruginosa muss nicht vorgelegen haben. Die Wachstumsbedingungen für dieses Bakterium können sich durch den operativen Eingriff verbessert haben. Zur Behandlung mit falschen Antibiotika habe ich meine eigene Hypothese, die ich lieber in der medizinischen Grundlagenforschung bearbeiten und bestätigen würde - im Ausland.

    Nebenbei angemerkt, befinden sich in unserem Rachenraum weitere gram-positive Bakterien, die eine Lungenentzündung auslösen können wie Streptococcus pneumoniae und Klebsiella pneumoniae. Bei einer Schwächung des Immunsystems vermehren sie sich rapide. Die Produktion von Entzündungsmediatoren (pro-inflammatorische Zytokine) infolge einer bakteriellen Infektion kann ein Lungenversagen hervorrufen.

    Ab diesem Zeitpunkt helfen Antibiotika nicht weiter. Tumornekrose Faktor (TNF) und Interleukin-1 (IL-1) sind erhöht, worauf die Lunge bzw. der Organismus reagiert. Dies ist die Funktion unseres Immunsystems, um einen "Eindringling" bzw. eine Infektion zu erkennen. Und Fieber ist schlicht ein Anzeichen, dass unsere Immunsystem aktiv ist.

    Diese Reaktion zu manipulieren, ist wiederum ein Ziel der medizinischen Grundlagenforschung. Antikörper bewirkten in der Vergangenheit meist das Gegenteil, so das man andere Substanzen einsetzt.
  10. #409

    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Dass man die Pseudomonaden vorher nicht nachweisen konnte, bedeutet aber immer noch nicht, dass sie nicht vorhanden waren. Der Titer (Verdünnungsfaktor) kann unterhalb der Nachweisgrenze gelegen haben. Eine Neuinfektion mit [i] Pseudomonas aeruginosa.....
    Ich habe am Tag seiner Entlassung (11.08.) aus dem KH sein Sputum zum Untersuchen gebracht. Zu diesem Zeitpunkt war im KH seit mindestens einer Woche bekannt, dass mein Vater eine neue Infektion hat. Es wurde aber wie gesagt nicht abgeklärt und nicht behandelt. Er hatte ausschließlich Pseudomonas. Sie waren im Gegensatz zu den vorherigen nur noch gegen Tobramycin sensibel. Deshalb halte ich eine Neuinfektion für wahrscheinlich. Sehe ich das richtig?
    An dem Tag, an dem ich das Ergebnis hatte ist er verstorben (13.08.). Das einzige, was mir zu dem Obduktionsergebnis telefonisch mitgeteilt wurde ist, dass er nicht erstickt ist (also kein Lungenversagen), sondern dass er an Multiorganversagen gestorben ist.

    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Die Wachstumsbedingungen für dieses Bakterium können sich durch den operativen Eingriff verbessert haben.
    Durch die OP oder durch das falsche AB?
    Nach der OP hatte er übrigens noch kurzzeitig Rahnella aquatillis und Enterobacter amnigenus im Sputum. Und 11 Tage später wurden im anderen KH Staph. epidermitis im Blut festgestellt. Aber dagegen müsste ja das Linezolid geholfen haben.
    Zitat von TLR9 Beitrag anzeigen
    Zur Behandlung mit falschen Antibiotika habe ich meine eigene Hypothese, die ich lieber in der medizinischen Grundlagenforschung bearbeiten und bestätigen würde - im Ausland.
    Könnten Sie mir trotzdem etwas zu diesem Thema sagen?

    Kann ein Zusammenhang zwischen der Schädigung des Immunsystems durch die Gabe von AB und der Entstehung (bzw. der Beschleunigung der Entstehung) eines Plattenepithelkarzinoms (bei der Ohr OP handelte es sich um die Entfernung eines PEK, das aber nicht gestreut hatte) bestehen?


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