Forum: Wissenschaft
Hygiene in Krankenhäusern - was muss geändert werden?
Jährlich sterben in Deutschland viele Menschen, weil sie sich in Krankenhäusern mit Keimen angesteckt haben. Sind die Vorschriften zur Hygiene ausreichend und werden nur nicht hinreichend angewendet? Oder besteht grundsätzlich Handlungsbedarf?
- #370 09.04.2012 12:15 von
- #371 10.04.2012 02:43 von
Seit dem 28.10.2010 läuft diese Diskussion nun schon
und was lernen wir daraus?
Jeder hat auf die ursprünglich gestellte Frage, die auch heute immernoch hochaktuell ist, seine eigene Antwort mit den verschiedensten Ideen; vernünftigen wie auch unvernünftigen.
Was können wir nun wiederum daraus folgern?
Z. B. können wir alle versuchen öfter an das zu denken was wir gelernt haben im laufe unseres Lebens.
Hat nicht jeder von uns schon in der Kindheit bestimmte Grundregeln gelernt?
Wasch Dir die Hände nach dem Toilettenbesuch!
oder
Zieh Dich warm an wenn Du raus gehst wenn es draussen kalt ist!
oder
Gib nicht mehr Geld aus, als Du hast!
oder
Vor dem Baden gehen solltest Du nichts essen!
oder
Gehe nicht über die Strasse, wenn die Ampel Rot leuchtet!
oder, oder, oder ..........
Solche Beispiele kennt doch sicherlich jeder von uns. Dazu kommen die selber gemachten Erfahrungen. Wie man Erkältungen vermeidet, wie man infektionen vermeidet,......... Einfach Dinge, die dabei helfen sollen, einigermassen vernünftig sein eigenes Leben zu gestalten.
Wenn nun jeder, egal ob als Taxifahrer, Lehrer, Bauarbeiter, Arzt, Krankenschwester, Putzfrau, Kellner oder, oder, oder .......... öfter mal an das denken würde, was er gelernt hat, (duch sein Leben, als Kind zu Hause, in der Schule, in der Ausbildung) dann würden viele Dinge in unser aller Leben nicht oder mit geringeren Auswirkungen usw. geschehen.
Also jeder an seinem Platz.
Dazu gehören u. a. natürlich z. B. auch alle Mitarbeiter in Krankenhäusern und Arztpraxen. Sie haben es alle mal gelernt, das mit der Hygiene.
Jeder von uns hat mal gelernt bestimmte Erkrankungen nach Möglichkeit zu vermeiden. Diese Liste liesse sich wohl fast unendlich fortsetzen.
Und warum tuen wir es nicht????? Damit wir besser über all die anderen Idioten meckern können? oder weil wir niemals einen Fehler begehen würden und sowieso einfach mal perfekt sind.
Vieles in dieser Diskussion ist so absurd, dass jeder Gedanke daran einer zuviel ist. Andere Beiträge sind nur Selbstdarstellung. Wiederum andere haben noch nicht mal im entferntesten etwas mit dem Thema zu tun etc.
Ich meine diese ganze Diskussion ist inzwischen sowas von Tot, dass man sie beenden sollte. Alle wirklichen Argumente wurden ausgetauscht hin und her diskutiert und von allen Seiten beleuchtet, dass sich eine weitere Diskussion über die ursprüngliche Frage in dieser Art erübrigt.
Allen eine fröhliche Zeit wünscht
PitterPotter - #372 10.04.2012 08:43 von
Die Landdwirtschaft reformieren
Intensieve Nutzung und Fütterung der Tiere mit Eiweiss und Antibiotika abschaffen.
- #373 10.04.2012 12:18 von
Wer schweigt, stimmt zu.
Seit Eröffnung dieses Forums, am 28.10.2010, erkrankten - bis zum heutigen Tag – an sog. Krankenhausinfektionen in deutschen Krankenhäusern: 953. 150 Patienten.
Entsprechend 1.917 Patienten am Tag, mithin (rd) 80 infizierte Patienten in der Stunde;
Davon verstarben an der Zahl: 40 754 Patienten, also 82 Patienten am Tag,
mithin in jeder Stunde 3 Patienten, seit Eröffnung dieses Forums;
Patienten, die überlebt haben, jedoch mit körperlichen Spätfolgen ein Leben lang zu kämpfen haben, sind in keiner (öffentlichen) Statistik erfasst.
(falls doch, bitte hier veröffentlichen – z.B. Krankenkassen)
Entsprechende Quellennachweise für die Berechnung der o.g. Zahlen sind in diesem Forum zu finden – welches hoffentlich noch recht lange geöffnet bleibt. - #374 10.04.2012 14:33 von
Auch wirtschaftliche Notwendigkeiten zur Bekämpfung von nosokomialen Infektionen
Infektionen, denen Patienten in Krankenhäusern ausgesetzt sind, gehören zu einer der größten Herausforderungen weltweit. Die Zahl dieser Infektionen ist auf dem Vormarsch, und die Erreger - in den meisten Fällen sind dies Bakterien - zeigen eine zunehmende Resistenz gegen Antibiotika.
Die Wahrscheinlichkeit, sich eine Krankheit aufgrund einer solchen nosokomialen Infektion zuzuziehen, liegt, auf den Zahlen deutscher Akutkrankenhäuser basierend, bei 5,7% bzw. 6,3%.
Warum auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit besteht, das Anwachsen der in Krankenhäusern erworbenen Infektionen zu bekämpfen
Quelle:Hygiene in hospitals need hygienic IT solutions - #375 10.04.2012 18:05 von
Der Ruf nach dem Gesetzgeber...
...und einem wirksamen Infektionsschutzgesetz wird in der „Wüste“ verhallen, solange gewählte sog. Volksvertreter es vorziehen sich gemein zu machen, mit kriminellen Versicherungs-Drücker-Bossen und mit „Urlaub in der Finka“ zu kaufen sind, anstatt diesen das „Handwerk“ zu legen.
„Die Niederlande und die skandinavischen Länder verfolgen im Kampf gegen MRSA die Strategie „search and destroy“, was sich auch im ökonomischen Sinne auszahlt. Kanerva et al. (2) beschreiben einen MRSA-Ausbruch in einem finnischen Krankenhaus mit einem konsekutiven Belegungsstopp des Krankenhauses durch die Überwachungsbehörden. Die dadurch bedingten Einkommensverluste betrugen mehr als eine Million Euro – deutlich mehr, als ein präventives Screening gekostet hätte. Wernitz et al. (3) berichten, dass im Einzugsgebiet Berlin ein Früh-Screening-Programm mit minimalem Aufwand und wirtschaftlichem Nutzen etabliert werden konnte, da es MRSA-Infektionen während des stationären Aufenthalts verhinderte. Diller et al. (4) konnten zeigen, dass ein vorstationäres Screening aller chirurgischen Patienten am Universitätsklinikum Münster nosokomiale MRSA deutlich reduzieren konnte und – nach Abzug der Screeningkosten – noch eine Ersparnis von 20 000 Euro brachte. Vriens et al. (5) haben die finanziellen und logistischen Konsequenzen des niederländischen Präventionsprogramms untersucht. Auf der einen Seite wurden die notwendigen Personalkosten, der Materialaufwand, die spezifische Medikation sowie die Maßnahmen zur notwendigen Dekontamination dargestellt, auf der anderen Seite die Erlösausfälle durch Schließungen von Betten, ganzen Stationen sowie der Arbeitsausfall der kontaminierten Mitarbeiter gegenübergestellt. Die Autoren kommen ebenfalls zu dem Schluss, dass sich die präventive Politik der Niederlande zur Reduktion der MRSA-Inzidenz auch unter ökonomischen Gesichtspunkten für den stationären Leistungserbringer rechnet.“
Deutsches Ärzteblatt: Methicillin-Resistente Staphylokokken: Frhes Screening senkt die Zahl der Infektionen (28.03.2008) - #376 12.04.2012 10:11 von
Die mafiösen Strukturen des deutschen Krankheitssystem abschaffen. Dafür müsste man wohl in Kauf nehmen, dass 50% der Ärzte, Apotheker, Mitarbeiter der Pharmaindustrie und der Krankenkassen für längere Zeit in den Knast gehen müssten, nicht zu vergessen ein beachtlicher Teil unserer Politiker.
Das würde einen Boom bei den Juristen, Gefängniswärtern und Baufirmen, die auf Knastbau spezialisiert sind auslösen.
Das wiederrum könnte man dann locker von den 150 Milliarden, die das Krankheitssystem pro Jahr dann weniger kostet bezahlen.
In Deutschland sieht man verächtlich auf die Griechen runter, obwohl hierzulande die Korruption wesentlich mehr verbreitet ist.
Nach Siemens, denen die Korruption griechischer Entscheidungsträger gerade € 270 Millionen gekostet hat, ist nun wohl Ferrostahl dran.
Das ist nur die Spitze des Eisberges der deutschen Schmierergesellschaft. - #377 12.04.2012 10:17 von
- #378 12.04.2012 10:39 von
Gute Argumentation. Diesen Text hätte ich auch als Ghostwriter in einem DFG-Antrag verwenden können. Ich bin "nur" Biologe und musste meinem Mediziner "dienen".
Man kann sich manchmal auch fragen, ob an den Kliniken die nötigen Mittel zur Überwachung der Krankenhaushygiene zur Verfügung standen und ob überhaupt kompetentes Personal eingestellt worden ist. Dr. med. Klaus-Dieter Zastrow würde natürlich nach einem Interview im ARD-Morgenmagazin Mediziner bevorzugen. Aber in Marburg wird diese Aufgabe erfolgreich von Biologen in leitender Funktion ausgeführt.
MRSA wurde mittlerweile auch in afrikanischen Ländern wie dem Gabun nachgewiesen. Eine Meldesystem ist im Aufbau. In dieser Hinsicht ist Deutschland wohl noch ein Entwicklungsland. - #379 12.04.2012 18:26 von
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