Hygiene in Krankenhäusern - was muss geändert werden?

Jährlich sterben in Deutschland viele Menschen, weil sie sich in Krankenhäusern mit Keimen angesteckt haben. Sind die Vorschriften zur Hygiene ausreichend und werden nur nicht hinreichend angewendet? Oder besteht grundsätzlich Handlungsbedarf?
  1. #310

    Zitat von Biegel Beitrag anzeigen
    Sie meinen, Krankenhauspatienten werden gesund ins Krankenhaus eingeliefert und auch dort behalten, wenn sie gar nicht mehr krank sind? Sorry, da kann ich nicht mehr folgen!
    Wer nicht folgen möchte, kann es nicht. Patienten sind Menschen. Nicht alle Menschen sind immer krank. Also sind nicht alle Patienten immer krank.
    Zitat von Biegel Beitrag anzeigen
    Ich sehe eher, dass sie entlassen werden, bevor sie richtig gesund sind dank des wundervollen Abrechnungssystems und dann zuhause zu Kräften kommen müssen.
    Da kann man unterschiedlicher Meinung sein. Muss man "richtig gesund" sein wenn man entlassen wird, oder reicht es, dass man "ziemlich gesund" ist?

    Aus Perspektive der USAmerikaner sind Deutsche Weicheier. Dort werden z.B. Patienten noch am selben Tag nach einer Gallenblasenentfernung entlassen. Da werden z.B. Patienten am Tag nach einer Brustamputation entlassen. Mein Schwager wurde 4 Tage nach seiner Armamputation entlassen. Mein 83-jähriger Vater wurde 5 Tage nach seiner Bypass-OP entlassen (alles ohne anschließende Reha). Waren sie "richtig gesund"? Wohl kaum. Aber es ging ihnen gut genug, dass sie keine Pflege im Krankenhaus benötigten.
    Zitat von Biegel Beitrag anzeigen
    Übrigens wurde gestern über eine Kundgebung von Pflegepersonal anlässlich der katastrophalen Zustände in Krankenhäusern berichtet. Geht also doch!
    Ich habe nicht behauptet, dass es unmöglich ist. Sondern nur, dass man es nicht erwarten, oder gar fordern, kann.
  2. #311

    Zitat von chirin Beitrag anzeigen
    Ach , Sie schreiben Unsinn, weshalb werden dann in den Niederlanden insbesondere deutsche Patienten erst einmal in die geschlossene Abteilung gelegt um diese deutschen
    Patienten keimfrei zu machen?
    Ich schrieb auch nichts von Handschuhen - wie beim Schrippenkauf sind das Keimschleudern. Ich muß auch nicht mit Besuchern klar kommen , vielmehr hat das Krankenhasu dafür zu sorgen, dass es Sprechzeiten gibt und nicht bis nach 22 Uhr ganze Clans einer Patientin eingelassen werden. Auch da habe ich mich durchgesetzt, man hat in der Tat auch im Krankenhaus Besucherzimmer und dort können meinetwegen die Familien übernachten alles andere ist eine Belästigung von anderen Kranken.
    Deutsche Patienten keimfrei machen. Wie soll das geschehen?
    Darf ich an ihrer Kompetenz für Krankenhaushygiene zweifel?
    auch in den Niederlanden sterben Krankenhauspatienten an nosokomialen Infektionen, nur nicht so häufig wie in Deutschland.
    Aber schauen sie sich mal da die Ethik und die Arbeitskompetenz und Berufsmoral des Personals an, da können die Deutschen aber noch viel lernen.

    Und vielleicht sollte ich mal hier den Begriff Fallpauschale einbringen, von dem habe ich hier in dieser Diskussion nur wenig gehört.
    Und schauen sie mal auf ihren Lohnzettel, was sie für Gesundheit im Jahr für sich selber ausgeben.
  3. #312

    Zitat von Internetnutzer Beitrag anzeigen
    Aber schauen sie sich mal da die Ethik und die Arbeitskompetenz und Berufsmoral des Personals an, da können die Deutschen aber noch viel lernen.
    In den Niederlanden wird das Personal - sowohl von den Klinikunternehmen als auch von den Patienten - nicht sklavisch behandelt.

    Da könnten deutsche Patienten noch viel lernen.
  4. #313

    Zitat von Internetnutzer Beitrag anzeigen
    Aber schauen sie sich mal da die Ethik und die Arbeitskompetenz und Berufsmoral des Personals an, da können die Deutschen aber noch viel lernen.
    In den Niederlanden wird das Personal - sowohl von den Klinikunternehmen als auch von den Patienten - nicht sklavisch behandelt.

    Da könnten deutsche Patienten und Unternehmensleiter noch viel lernen.
  5. #314

    zwei Punkte

    Zum einen sind die Krankenhäuser mit Pflegepersonal katastrophal unterbesetzt. Wer Hilfe beim Essen braucht oder nicht alleine zum Klo kann, ist ziemlich aufgeschmissen. Man muss als Patient dann schon sehr genau planen, wann man was trinken kann, und wie lange bevor man wirklich dringend die Bettpfanne braucht man anfangen muss, zu klingeln, damit irgendwann auch wer kommt.
    Meine Großmutter ist im Krankenhaus fast verhungert, weil niemand gemerkt hat, dass sie mit Arthritis in den Daumen das abgepackte Essen nicht öffnen konnte. (Natürlich war sie auch zu stolz, um um Hilfe zu bitten.)

    Zum anderen, was die Hygiene angeht, werden eben die Vorschriften eingehalten, anstatt das zu tun was sinnvoll ist.
    Die Vorschrift sagt vielleicht, dass jeder, der die Intensivstation betritt, einen Kittel überziehen muss, sagt aber nichts über Straßenschuhe. Also latschen Besucher mit Straßenschuhen rein. (Habe ich so erlebt.)
    Das Personal auf der Intensivstation trägt vielleicht Mundschutz, aber schwenkt die Haare ohne Haube über den Patienten (und das Küchenpersonal über dem Essen). Selbst wo eine Haube getragen werden muss, bedeckt sie nicht unbedingt die Haare, weil sie neckisch zurückgeschoben doch viel schicker aussieht. Da wäre mal Mitdenken gefragt.
  6. #315

    Hygiene in Krankenhäusern - was muß geändert werden?

    Zitat von miruwa Beitrag anzeigen
    Auf meiner Tageszeitung steht 2011.

    Wird hier demnächst vor Conterganmissbrauch in deutschen Krankenhäusern gewarnt?
    Ja, wirklich? Steht bei Ihnen das Jahr 2011? Dann haben Sie sicher versäumt, dass die armen Contergan -Opfer - seit 1960- fortdauernd auch in 2011 noch höhere Wiedergutmachungszahlungen verlangen, die auch wieder letztendlich der Steuerzahler bezahlen darf.
    Leben Sie wirklich im Jahr 2011 und nicht in 800 n.C.? Dann sollten Sie wissen, dass die Niederländer nur 0,8 % Infektionsfälle haben (durch einen einfachen Abstrich in der Nase) und wir 40%.
    Und stellen Sie sich vor, mir - und viele empfinden das als Skandal - tut jeder Mensch leid, der sich mit - vermeidbar- mit diesen durch Unsauberkeit hervorgerufenen Bakterien ansteckt, sein Leben verliert - wie mein Bruder im Waldkrankenhaus oder seine Gleidmaßen amputiert bekommt.
    Das interessiert Sie offensichtlich alles nicht , so das ich fast denke, sie gehören zu den Politikern, die die Sparbeschlüsse zu Lasten der Bürger im Gesundheitssektor zu verantworten haben.
    Seit der Privatisierung der Kranknehäuser geht es nicht mehr um die Gesundheit der Patienten, vielmehr um die unverschämte Kostenminimierung zu Lasten der Kranken und zum Wohle der Lobbyisten .
  7. #316

    Hygiene in Krankenhäusern - was muß geändert werden?

    Zitat von Miere Beitrag anzeigen
    Zum einen sind die Krankenhäuser mit Pflegepersonal katastrophal unterbesetzt. Wer Hilfe beim Essen braucht oder nicht alleine zum Klo kann, ist ziemlich aufgeschmissen. Man muss als Patient dann schon sehr genau planen, wann man was trinken kann, und wie lange bevor man wirklich dringend die Bettpfanne braucht man anfangen muss, zu klingeln, damit irgendwann auch wer kommt.
    Meine Großmutter ist im Krankenhaus fast verhungert, weil niemand gemerkt hat, dass sie mit Arthritis in den Daumen das abgepackte Essen nicht öffnen konnte. (Natürlich war sie auch zu stolz, um um Hilfe zu bitten.)

    Zum anderen, was die Hygiene angeht, werden eben die Vorschriften eingehalten, anstatt das zu tun was sinnvoll ist.
    Die Vorschrift sagt vielleicht, dass jeder, der die Intensivstation betritt, einen Kittel überziehen muss, sagt aber nichts über Straßenschuhe. Also latschen Besucher mit Straßenschuhen rein. (Habe ich so erlebt.)
    Das Personal auf der Intensivstation trägt vielleicht Mundschutz, aber schwenkt die Haare ohne Haube über den Patienten (und das Küchenpersonal über dem Essen). Selbst wo eine Haube getragen werden muss, bedeckt sie nicht unbedingt die Haare, weil sie neckisch zurückgeschoben doch viel schicker aussieht. Da wäre mal Mitdenken gefragt.
    Genau , so ist es! Übrigens werden in den Niederlanden schon durch einen einfachen Nasenabstrich die Keime der Kranken,Besucher und des Personals identifiziert und so gibt es dort nur 0,9 % von schwersten Infizierungen durch mangelhafte Hygiene gegenüber Deutschlands , die doch mit 30% schwerer Fälle wohl allein in Europa der "Führer" ist.

    Durch einfache Häubchen auf - gilt auch für die vielen Nahrungsmittelstände - können keine Nissen ins Essen fallen. So einfach ist Hygiene, die wir immerhin bis Ende der 60ziger Jahre als Gesetz hatten.
  8. #317

    Zitat von chirin Beitrag anzeigen
    ...Dann sollten Sie wissen, dass die Niederländer nur 0,8 % Infektionsfälle haben (durch einen einfachen Abstrich in der Nase) und wir 40%....
    Zitat von chirin Beitrag anzeigen
    Übrigens werden in den Niederlanden schon durch einen einfachen Nasenabstrich die Keime der Kranken,Besucher und des Personals identifiziert und so gibt es dort nur 0,9 % von schwersten Infizierungen durch mangelhafte Hygiene gegenüber Deutschlands , die doch mit 30% schwerer Fälle wohl allein in Europa der "Führer" ist.
    Vielleicht statt widersprüchliche Behauptungen direkt hintereinander abzusondern sollten Sie mal eine belastbare Quelle zur Verfügung stellen. So vermutet man eher, dass Sie beim Schreiben einfach frei Zahlen erfinden.

    Übrigens, in Gegensatz zu Ihren Vermutungen zu den Hygienestandards in den Niederlanden: Immer wieder wird von Experten als Grund für die niedrige Zahl an MRSA-Keimen in den Niederlanden aufgeführt, dass das Land nur in seltenen Fällen Antibiotika verschreibe. Ergo hat das seltenere Aufkommen von Infektionen nichts mit Hygienemaßnahmen in den Kliniken zu tun, sondern mit der Verschreibungspraxis der Ärzte (meist auf Verlangen der Patienten).
  9. #318

    Zitat von thedoctor46 Beitrag anzeigen
    In den Niederlanden wird das Personal - sowohl von den Klinikunternehmen als auch von den Patienten - nicht sklavisch behandelt.

    Da könnten deutsche Patienten noch viel lernen.
    Die Niederländer rennen ja auch nicht wegen jeden quergelegten Pups zum Arzt.
  10. #319

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    Vielleicht statt widersprüchliche Behauptungen direkt hintereinander abzusondern sollten Sie mal eine belastbare Quelle zur Verfügung stellen. So vermutet man eher, dass Sie beim Schreiben einfach frei Zahlen erfinden.

    Übrigens, in Gegensatz zu Ihren Vermutungen zu den Hygienestandards in den Niederlanden: Immer wieder wird von Experten als Grund für die niedrige Zahl an MRSA-Keimen in den Niederlanden aufgeführt, dass das Land nur in seltenen Fällen Antibiotika verschreibe. Ergo hat das seltenere Aufkommen von Infektionen nichts mit Hygienemaßnahmen in den Kliniken zu tun, sondern mit der Verschreibungspraxis der Ärzte (meist auf Verlangen der Patienten).
    Wie heißt die Devise:
    Man kann das Eine tun, ohne das Andere zu lassen.
    Letztendlich, Schlamperei des Personals in Deutschland, gleich welchen Grundes, kann eben tödlich sein. (Meist nicht das Personal, sondern der Kunde ( Patient).