Das Verständnis von Naturkatastrophen ist noch immer nicht ausreichend. Geoforscher fordern jetzt einen Nobelpreis für ihre Disziplin, doch wie wichtig ist die Geoforschung?
Mindestens so wichtig wie Wirtschaftswissenschaften.
Die Erde ist ein Biotop und man weiß dennoch mehr wie der Aktientrend der nächsten Woche aussieht als wie ihre Zukunft in 100 Jahren aussieht.
Die Auswirkungen eines Aktiencrashes sind Rezession, schlimmstenfalls Rückfall in die Eisenzeit. Die Auswirkungen der Erde auf die Menschheit kann jedoch auslöschend wirken, dazu können wir sogar aktiv beitragen...
Den meisten mag das Fach Geologie ein für den Alltag unbedeutendes Wissensgebiet sein. Meines Wissens gibt es keine wissenschaftliche Arbeit darüber, inwiefern das Bewusstsein, in einer Welt zu leben, in der die eigene Lebensspanne im Vergleich zu den postulierten fast 4,5 Milliarden Jahren der Erde unbedeutend kurz erscheint, das Handeln bestimmt. Vielleicht glaubt ein mancher, aus den Langzeitszenarien mehr Planungssicherheit für sich und seine Nachkommen herleiten zu können, als in einer Welt, die schnellen Veränderungen unterliegt. Das führt zur Frage, wie im Gegensatz dazu ein Mensch fühlt und im Alltag handelt, der sich, sagen wir mal, in der 100. Generation der Menschheitsgeschichte wähnt.
Keine Frage, stellen die radiometrischen Datierungsmethoden für jene einen harten Brocken dar, die von weit kürzeren Zeiträumen der Erdgeschichte ausgehen. Auf die widersprüchlichen Ergebnisse zu verweisen, die nach wie vor ein großes Problem für die Datierexperten darstellen, ist für sich genommen keine überzeugendes Argument gegen eine Langzeitgeologie. Das große Hindernis für eine Kurzzeitauffassung sind auch die Halbwertszeiten, die - so weit erforscht - stimmen sollen. Obwohl ich da bei einer Halbwertszeit von 35 Milliarden Jahren (Lu-Hf) doch ein wenig ins Grübeln gerate. Was aber nicht bekannt ist, sind die Anfangszustände, die bei allen radiometrischen Methoden die ausschlaggebende Rolle spielen.
U-Pb-Zirkondatierungen stehen oft im Widerspruch mit den angenommen Alter der Gesteine, denen die Zirkonkristalle entstammen. Im Grunde sind nur solche Datierungen sicher, die mit geschichtlichen Ereignissen korreliert werden können. In Frage kommen hierfür - mit Einschränkungen - die Dendrochronologie und die C14-Methode.