Experimentelle Archäologie - Mehr aus der Antike lernen?

Die Strahlenkanone des Archimedes: Vielleicht war sie doch mehr als ein Mythos. US-Forscher experimentierten nach den Plänen des Denkers aus Syrakus. Sollte sich die moderne Wissenschaft wieder mehr mit Ideen der Antike beschäftigen? Liegt hier ungenutztes Wissen brach oder sind solche Unternehmen Zeitverschwendung?

Der Artikel zum Thema:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...381367,00.html
  1. #110

    Experimente

    Neulich war ich mit meinem Enkel an der Isar. Am Schwemmstreifen haben wir ein Stück Seil gefunden, und dann ging es los. Weide abgebrocken, und einen Bogen gemacht. Steune zerschlagen, mit den Klingen den Stock geglättet, Pfeile geschnitzt und versucht Pfeilspitzen aus dem herumliegenden Steinen zu schlagen. Die Steinspitzen in die gespaltenen Pfeilschäfte gesteckt und mit dem Bast festgeklebt. Nebenbei noch das Aspirin in der Rinde erschnuppert. Holz für ein Lagerfeuer gesammelt und dann mit dem Pfeil und Bogen auf Jagd gegangen am Ufer entlang. Ich habe meinen Enkel nicht aufgehalten, als er auf eine vorbeischwimmende Forelle schießen wollte, aber wir blieben hungrig.
    2 Abenteuerstunden mit meinem Enkel, Grundlagenverständnis wie der Mensch angefangen hat sich die Erde untertan zu machen.
    Bei seinem Verständnis und Geschick wird dieser Bursche mal ein guter Ingenieur. Ich bin stolz auf ihn.
  2. #111

    Schwundgeld System bzw. Kornwährungen

    Interessant an der Antike sind vor allem die Schwundgeld-Systeme, die auch die Freiwirtschaftslehre nach Silvio Gesell als Freigeld thematisiert.


    Tausendjähriger Wohlstand mit fließendem Geld

    Die Sumerer haben den Schekel erfunden (Israel benutzt dieses Wort heute für seine Währung). „Sche” bedeutet Weizen und „Kel” ist ein Maß für 16 Gramm – soviel wie eine Kelle fasst. Mit Münzen im Wert eines Schekels Weizen sind die schönen Priesterinnen im Tempel der Fruchtbarkeitsgöttin Astarte bezahlt worden – für den heiligen Geschlechtsverkehr. So brauchen die Männer den Weizen nicht in den Tempel bringen.


    Wenn der Weizen alt ist und verdirbt, werden die Schekel auch alt und verderben. Und wenn er alle ist, sind die Schekel wertlos, denn für die nächste Ernte werden neue geprägt. Der Schekel vereinfacht den Tausch. Aufzubewahren ist er nicht besser und nicht schlechter als Weizen.


    Was die sumerische Hochkultur mit diesem fließenden Geld geschaffen hat ist erstaunlich: Das babylonische Reich ist nach dem Urteil des Propheten Jesaja „das schönste und herrlichste unter den Königreichen”. Der griechische Schriftsteller Herodot hat im 5. Jahrhundert v. Chr. Babylon, seine Hauptstadt, besucht und überschwänglich beschrieben: Die Stadt hatte die Größe des heutigen Paris. Die Stadtmauern waren über hundert Meter hoch und 25 Meter breit, oben fuhren Wagen mit sechs Pferden. Mit ihren prachtvollen Tempeln, weitläufigen künstlich angelegten Kanälen und hängenden Gärten war sie für Jahrtausende – Jahrtausende! – die schönste und reichste Stadt der Welt.


    -->Inhalt


    Fließendes Geld („Freigeld”) an der Wiege des Abendlandes

    Auch der Aufstieg Griechenlands hängt mit einer geldpolitischen Innovation zusammen: Der Staatsmann Lykurg war sparsam – spartanisch. Um zu sparen führte er Münzen aus Eisen ein. Im damals feuchten Mittelmeerklima sind die Münzen verrostet. Das Geld ist genauso veraltet wie die Dinge, die es dafür zu kaufen gab. Aus rostendem Material lässt sich kein Geldvermögen aufbauen und vererben.


    Was die griechische Hochkultur mit fließendem Geld geschaffen hat, ist erstaunlich: die Baukunst des römischen Reiches, sowie die Grundlagen der modernen Philosophie, der Mathematik, der Astronomie, der Physik und – der Demokratie.


    -->Inhalt
  3. #112

    Brakteaten Währung im Heiligen Römischen Reich - Schwundgeldsysteme in ganz Europa

    Fließendes Geld („Freigeld”) macht aus armen Fischerdörfern reiche Hansestädte

    Eineinhalb Jahrtausende nach dem Zerfall des Römischen Reiches wird Europa aus dem mittelalterlichen „Winterschlaf” erweckt – auch das als Folge einer geldpolitischen Innovation:


    Die Stauferkönige wissen nicht, wie sie ihren Haushalt finanzieren sollen. Im Gegensatz zu den meisten anderen deutschen Herrschern sind sie arm, aber listig. Sie führen die „Brakteaten” ein – aus dünnem Blech einseitig geprägte Münzen. Diese Münzen werden jährlich „verrufen” – für ungültig erklärt. Mit einem „Abschlag” von 20 % können sie dann gegen die neuen gültigen Münzen umgetauscht werden. Mit dem Abschlag finanzieren die Könige den Staatshaushalt.


    Und weil das so einfach ist, machen die meisten europäischen Herrscher zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert es ihnen nach.


    Was die mittelalterliche Hochkultur mit fließendem Geld geschaffen hat, ist erstaunlich:


    Die vielen wunderschönen mittelalterlichen Städte werden gegründet und ausgebaut – im deutschen Sprachraum, in Italien, in Frankreich und Holland.

    Fast alle großen Dome und Kathedralen Europas werden in dieser Zeit erbaut.

    Die Hanse verwandelt ärmliche Fischerhäfen rund um die Ostsee in Oasen blühenden Reichtums – die Hansestädte.

    Die Fünftagewoche wird fast überall eingeführt – ganz ohne Gewerkschaften: außer dem Sonntag ist der „blaue Montag” arbeitsfrei. Teilweise gibt es sogar eine 4-Tage-Woche.

    Der Historiker Egon Friedell beschreibt die üppigen Festgelage des einfachen Volkes mit Gauklern und Geschichtenerzählern, Musikanten und Troubadouren – da läuft jedem von uns das Wasser im Munde zusammen. Es ist eine Zeit, die überquillt vor triefendem Hochgenuss.


    http://www.subhash.at/freigeld/geldregiert.html#gnad


    Eine ähnliche Konrwährung als "Schwundgeld" wie in Babylon gab es auch in Ägypten.

    Die Priester konnten nämlich verdammt gut rechnen!


    Ferner im alten Griechenland, wo das feuchte Mittelmeerklima die Eisenmünzen zum rosten brachte, in Europa ca. 1150 - 1450 / 1500, in den amerikanischen Kolonien vor dem Unabhängigkeitskrieg, und an vielen anderen kleineren und grösseren Orten. Im 18. und 19. Jahrhundert gab es in Deutschland die katholischen Gemeindesparkassen in kommunaler Selbstverwaltung, die auf zinsfreier Basis arbeiteten. - mit Gewinnbeteiligungen.
  4. #113

    Prof. Berger

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    MM: Was schlagen Sie als Alternative vor?


    Prof. Berger: Sämtliche Religionen verbieten den Zins – sämtliche! Als Ökonom sage ich, dass man ihn nicht verbieten kann. Es würde sofort ein „schwarzer“ Finanzmarkt entstehen. So sind die großen Finanzdynastien der Fugger, Rothschilds und Wallensteins entstanden. Die Zentralbank muss „fließendes Geld“ einführen, bei dem der Markt den Zins auf Null drückt. Dann haben wir alle die doppelte Kaufkraft. Und weil viele dann lieber halb so viel arbeiten, beendet „fließendes Geld“ nicht nur die Staatverschuldung, sondern auch die Arbeitslosigkeit. Dazu muss die Zentralbank eine Gebühr auf Geld (Demurrage) erheben. Das Bankensystem bleibt – von dieser veränderten Rahmenbedingung abgesehen – unverändert. Weil die Anleger die Demurrage sparen wollen, stellen sie ihr Geld auch ohne Zins für Investitionen zur Verfügung.

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    Zeit für ein Schwundgeld...



    http://www.muslim-markt.de/interview/2005/berger.htm



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    Bernd Senf, siehe u.a. die Saharasia-These

    http://www.berndsenf.de

    Gustav Ruhland, eine Geschichte des Handels-Kapitals

    http://www.vergessene-buecher.de

    Ich bin Mitglied im Dt. Freiwirtschaftsbund!


    http://www.freiwirte.de