Die Möglichkeiten der Forschung, von Entdeckern zu Schöpfern zu werden, haben sich in den letzten Jahren enorm entwickelt. Auch das Erzeugen von Leben unter Laborbedingungen erscheint möglich. Trotz aller ethischen Vorbehalte - dürfen Wissenschaftler im Labor künstliches Leben erschaffen?
Gegenfrage: Ist Leben, wenn es einmal da ist, überhaupt noch "künstlich"? Ich weiß nicht, inwieweit wir hier über Science fiction reden und ob ich das überhaupt noch einmal miterleben werde, daß da etwas im Labor Zusammengebasteltes "zu zappeln beginnt", aber Wissenschaftler dürfen dergleichen tun, ja. Es würde mit Sicherheit lange ethische Debatten geben; die katholische Kirche, die dem ungeborenen Leben mehr Schutz zukommen läßt als dem geborenen, bekäme noch einmal die Gelegenheit, sich als wichtig und unentbehrlich darzustellen, aber am Ende wird sowieso getan, was möglich ist. Die Vorstellung vom "künstlichen Leben" beflügelt seit jeher die Phantasie der Menschen, und das nicht erst seit "Frankenstein".
Sie müssen sogar.
Nur wenn Leben unter Laborbedingungen geschaffen werden kann, können gute Hypothesen entwickelt werden, wie Leben unter natürlichen Bedingungen entstanden sein könnte.
Natürlich kann das kein Beweis sein, aber doch ein Hinweis.
Dabei geht es nicht nur um die Frage, wie Leben auf der Erde entstanden ist, sondern auch, wie wahrscheinlich Leben in anderen Teilen des Universums ist.
Wenn es nicht durch "natürliche Auslese" sondern durch "künstliche Auslese" entstanden ist, dann darf das Attribut "künstlich" wohl gebraucht werden.
Das hängt davon ab, wie eng man "künstliches Leben" begreifen will. Wenn wir nur natürliche Komponenten neu zusammensetzen also DNA künstlich synthetisieren und in eine geeignete Bakterienhülle mit entsprechenden Zellapparaten einbauen, dürfte das nicht mehr allzu fantastische Zukunftsmusik sein.Ich weiß nicht, inwieweit wir hier über Science fiction reden und ob ich das überhaupt noch einmal miterleben werde, daß da etwas im Labor Zusammengebasteltes "zu zappeln beginnt",
Wenn man jetzt aber völlig neue biochemische Regelkreise entwickeln wollte, mit z.B. PNA statt DNA, komplett anderen Aminosäuren (oder auch etwas ganz anderes) etc., dann sprechen wir noch von sehr weiter Zukunft.
Und wenn es dann noch um "höhere Organismen" also komplexe Mehrzeller geht, dann wird es noch viel schwieriger
In der Tat müsste man heir erstmal klären was unter
"künstliches Leben erschaffen" denn wirklich gemeint ist?
Zellkulturen anlegen oder am genom von Lebewesen herumzupfuschen ist ja nun nichts mehr neues, aber das
hat nichts mit "Leben erschaffen" zu tun.
Dass es in absehbarer Zeit gelingt auch nur eine Zelle künstlich zusammenzusetzen und "zum Leben zu erwecken".
Wenn die Wissenschaft es aber irgendwann mal kann, warum nicht?
Bleibt nur die Frage warum man das tun sollte,
wofür das gut ist und welche Risiken davon ausgehen.
Die Erfahrung zeigt schließlich, dass es äußerst schwierig
sein kann gewisse Organismen wieder loszuwerden, wenn sie einmal da sind.
Was für eine merkwürdige Frage! Bestreitet denn ein religiöser Mensch, dass Gott "künstliches" Leben schaffen durfte? Dann darf der Mensch das auch.
Ich halte es für absolut notwendig, dass man das macht, wenn man das machen kann. Das wäre der für alle Zeiten unüberbietbare Triumpf der Wissenschaft und damit des Menschen überhaupt. Die unermesslichen Folgen für Philosophie und Kultur müssen wir tragen, und das wird unser Leben bereichern!
Welche Not wird damit gewendet? Der gegenwärtig "für alle Zeiten unüberbietbare Triumph" könnte bald zum Problem werden. Ein ewiger Triumph wird zwangsläufig zum Problem. Verbote sind natürlich sinnlos und ebenso anmaßend. Aber ein heutiger Triumph kann die Katastrope von morgen sein. Außerdem gibt es nur vorläufige Erkenntnis.