Forum: Wissenschaft
Bio-Äpfel aus Übersee?
Hauptsache regional, Hauptsache öko oder alles egal - wie entscheiden Sie beim Obstkauf?
- #1 11.06.2007 11:52 von chalcedon
Nun, eigentlich sollten die Fruechte schon regional und auch saisonal sein. Es gibt genug Auswahl. Man muss nicht immer alles und zu jeder Zeit haben. Man lebt deswegen auch nicht ungesuender.
Bio um jeden Preis (also zB Tomaten aus Suedafrika) ist eh Unsinn.
Bei manchen Obstarten wie Banane oder Zitrusfruechten ist regional etwas schwierig hier in Deutschland.
Der Begriff Öko ist mitlerweise eh etwas grotesk bei manchen Produkten. Diese sollte doch eigentlich nur so als Standard produziert werden. Leider sind dann diese weniger ertragreichen oder klassischeren Methoden mit dem Ökosiegel behaftet, nur um umweltvertraeglichere oder weniger chemiebeladene Produkte anbieten zu koennen. - #2 11.06.2007 12:03 von
auchn in Uebersee
werden in den Supermaerkten zB Granny Smith angeboten, die einheimischen Aepfel wuerden einen Transport ohne entsprechenden Schutz ( Wachs) usw garnicht ueberstehen!
- #3 11.06.2007 12:45 von Klo
Ich kaufe Obst entsprechend der Jahreszeiten aus heimischer Produktion, wenn das Zeug nicht in meinem eigenen Garten oder dem von Freunden und Verwandten wächst.
In Spanien und Marokko wurde mir an ländlichen Verkaufsständen schon Zeugs als "pure organic" angeboten und im Hintergrund fuhr der Trecker mit der Giftspritze vorbei. Und was ich bei Bauern in Südafrika so erlebt habe, läßt mich schaudern. - #4 11.06.2007 17:29 von
[QUOTE=chalcedon;1224965]Nun, eigentlich sollten die Fruechte schon regional und auch saisonal sein. Es gibt genug Auswahl. Man muss nicht immer alles und zu jeder Zeit haben. Man lebt deswegen auch nicht ungesuender.[QUOTE]
...und die Vorfreude auf bestimmte Gemüse oder Obstsorten ist einfach viel größer. Zum Beispiel beim Spargel. - #5 11.06.2007 17:34 von
Interessant - und völlig einleuchtend - ist, dass das Transportmittel (Schiff oder Flugzeug) die Ökobilanz stark beeinflusst. Wie kann man das in Erfahrung bringen, um das beim Einkaufen berücksichtigen zu können? Gibt es irgendwo eine Übersicht, welches Obst/Gemüse klassischerweise mit dem Schiff und welches per Flugzeug transportiert wird?
- #6 11.06.2007 17:48 von
Etikett mit Herkunftsort
Bei uns im Städtchen ist zwar drei mal die Woche Markt, auf dem die Bauern der (ländlichen) Region ihre Produkte anbieten, allerdings kommen wir höchstens samstags dazu, mal auf den Markt zu gehen (beide beruftstätig).
In den "besseren" Supermärkten hier sind aber z.B. die Metzger aus der Umgebung und Waren wie Eier aus Freilandhaltung zusätzlich mit dem Herkunftsort deklariert.
Freunde von uns haben jetzt ein Gemüse-Abo von einem Bio-Bauern. Da wird jede Woche ein Korb mit saisonalem Gemüse geliefert - man kann Preferenzen setzen oder sich überraschen lassen. Aber es gibt halt immer nur das, was gerade aktuell ist. Verhungert sind die beiden noch nicht und der Öko-Bilanz tut es sicher auch gut, wenn das Gemüse von einem Transporter in die Haushalte über eine optimierte Route geliefert wird anstatt daß 1000de zum Supermarkt fahren.
Ein Argument hat der Artikel nicht beachtet: Mit meiner Kaufentscheidung will ich ja auch bewußt lokale Bio-Bauern unterstützen, die hier in meiner Region in der ich wohne dafür sorgen, daß weniger Pestizide auf die Felder kommen. - #7 11.06.2007 17:48 von
Es gibt auch mehr Alternativen
In dem Artikel wird eine seltsame Alternative aufgestellt: Bio-Äpfel aus Übersee vs. "normale" Äpfel von hier. Trotz der angeblichen Knappheit von heimischen Bio-Äpfeln: Ich finde in den Märkten immer genügend vor. So knapp kann das Angebot also gar nicht sein.
Bei der Gegenüberstellung bio oder nicht bio wurde auch nur auf die Apfelqualität eingegangen. Ein Grund, sich für Bio-Äpfel zu entscheiden, ist aber auch die sehr viel vielfältigere Flora und Fauna, die beim biologischen Anbau auf den Feldern entsteht. Pestizidverursachte Monokulturen ohne jedes Gewürm und Unkraut vernichtet auch vielen Lebewesen wie Vögeln ihre Nahrungsgrundlage.
Und übrigens: Ist nicht das Einsparen auch "nur" eines Drittels Energie beim Kauf von heimischem Obst gegenüber Überseeobst nicht schon Grund genug, auf heimisches (Bio-) Obst zurückzugreifen? Der Autor wischt diese Energieeinsparung mit leichter Hand vom Tisch. Ich wäre froh, wenn man überall so leicht seinen Energieverbrauch um ein Drittel reduzieren könnte!
Insgesamt: Ein informativer Artikel mit seltsamen oder fehlenden Interpretationen. Schade eigentlich. - #8 11.06.2007 17:55 von Grobbelflobb
Was ist Bio?
Mich erstaunt dieser Artikel. Seit wann bedeutet "bio" denn, dass es gegen die Klimaerwaermung ist? Bio heisst fuer mich, dass kein Gift drin ist.
- #9 11.06.2007 18:11 von Quax
Es gibt etwa 1000 Pflanzenschutzmittel. Allerdings gibt es nur für gut ein drittel davon entsprechende (hochaufgelöste) Nachweisverfahren. Dies trifft für alle modernen Mittel, welche in Europa zugelassen sind, zu. Gerade die alten und gefärlicheren Mittel sind schwer nachzuweisen.
Momentan sind die Preise für Bio sehr sehr hoch. Damit auch die Versuchung. Ist fast so wie mit EPO im Radsport der 90er, das konnte da auch keiner nachweisen.
Die heile Welt ist nicht so heil, wie sie scheint. Mahlzeit dann.
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