Nach aktuellen Fahndungsergebnissen geht die Bundesanwaltschaft inzwischen davon aus, dass hinter dem Heilbronner Polizistenmord eine rechtsextreme, terroristische Vereinigung steckt. Wurde dieser Rechtsextremismus bisher unterschätzt?
Jaja schon, aber es gibt in der Tat keinen Hinweis auf der DVD, dass die beiden Toten im Wohnmobil die DVD produziert haben. Also weder sind sie selbst drauf noch ihre Stimmen. Soweit ich weiß ist die einzige Stimme, die darauf zu hören ist, die Synchronstimme aus Paulchen Panther. Rein theoretisch könnte die DVD jemand anderes hergestellt haben. THEORETISCH. Täterwissen ist offenbar vorhanden, jedoch keine zwingende Verbindung zu den Toten im Wohnmobil, außer dass die DVD in deren Wohnung gefunden wurde, was auch wieder komisch ist, weil die Dinger doch so hitzeempfindlich sind und dann sind ausgerechnet die DVDs so ungefähr das einzige, was man aus dem Aschehaufen praktisch unversehrt herausgeangelt haben will.
Wenn mich nicht alles täuscht, sind Teile diese Videos einfach Mitschnitte irgendwelcher Nachrichtensendungen, die irgendwie zum Thema passen. So meine ich kurz eine sehr professionelle Aufnahme der "Aufstand der Anständigen"-Demo aus Düsseldorf gesehen zu haben. Und auch sonst erschließt sich einiges nur durch reichlich wirre Assoziationsketten, bei denen man irgendwie in der Computerspielszene landet. Eigentlich fehlt mir auch noch irgendein Bericht, der einen solchen Zusammenhang herstellt. Ansonsten müsste man annehmen, dass die DVD ein Fake-Geständnis ist, und dann muss man fragen, was "Beweise" z.B. auch aus dem Internet eigentlich wert sind, wenn man sie erst nach dem Tod der Verdächtigen findet.
Vor Leuten wie Ihnen hab ich Angst - und zwar nicht weil ich rechts wäre.
Was Sie da schreiben ist im Prinzip die Grundlage für Faschismus: Der Feind (wahlweise die Juden, Braunen, Roten, Moslems) muss besiegt werden - und ich erkläre wer der Feind ist. Er definiert sich nicht primär durch Taten, nein nein, wichtiger ist wahlweise Aussehen, Gesinnung, Religion. Man muss ihn aufspüren, ihm die Freiheiten nehmen, ihn verbieten oder noch besser - vernichten. Der Feind steckt überall und ist für sämtliches verantwortlich - man kann es nur nicht nachweisen.
Wichtig ist die Angst vor dem Feind bzw der Hass auf den Feind. Denn nur damit kann man die ganze Gesellschaft auf eine Linie bringen um mit voller Kraft zuzuschlagen (Symbolik des Faschismus: Das Bündel).
Abweichler und Kritiker sind genauso zu behandeln wie der Feind.
Auch Leute, die mit Flaggen rumrennen, auf denen "Freiheit", "Pluralität" oder "Antifaschismus" steht, können Faschisten sein...
Wohl kaum.
So lange Sie autonomen Randalierern nicht Führerkult, Sozialdarwinismus, Nationalismus und Militarismus nachweisen können (das sind die zentralen Wesensmerkmale des Faschismus), sollten Sie den Begriff für echte Faschisten aufheben.
Was Sie meinen, heißt schlichtweg Fanatismus oder Extremismus.
Wenn Sie meinen, jegliche Ideologie relativieren zu müssen, dann verwenden Sie bitte einen Begriff, der nur etwas über die Engstirnigkeit, Gewaltbereitschaft und Hasserfülltheit des Bezeichneten aussagt statt über die politische Ecke, aus der er kommt.
Ich weiß, dass das spitzfindig und korinthenkackerisch klingt, aber solche Begriffe sind schon für sich ideologisch so aufgeladen worden, dass man durch ihre Verwendung in bestimmten Kontexten leicht in die falsche Ecke gestellt wird.
So, wie Sie Faschismus hier verwenden, ist es ein Kampfbegriff zur Diffamierung des (linken) Gegners und zur Relativierung des Faschismus.
Damit will ich nicht unterstellen, dass Sie das machen, aber so wird der Begriff verwendet, wenn in rechtsoffener Propaganda von "Linksfaschisten" die Rede ist.
Das ist eine etablierte Argumentationsweise aus diesem Umfeld.
Dem sollte man nicht ungewollt auf den Leim gehen.