Forum: Panorama
Wohnen auf dem Campingplatz - eine gute Alternative?
Die Miete ist günstig, die Gemeinschaft eng: In Lohmar wohnen rund 80 Menschen fest auf einem Campingplatz. Manche haben schlicht zu wenig Geld für eine richtige Wohnung, andere lieben das Leben in der Natur.Ist das Wohnen auf dem Campingplatz eine echte Alternative? Diskutieren Sie mit!
- #1 30.10.2009 18:38 von
- #2 30.10.2009 22:59 von descartes101
Klar, dann haben wir endlich auch unsere eigenen Trailerparks, wo das Prekariat unter sich ist und munter kleine Inzuchtsmutanten am laufenden Band produzieren kann. Erst wird die Bildungsqualität noch weiter gesenkt, dann werden denen noch ein paar Propagandasprüche reingedrückt, die billigen Deutschlandflaggen haben sie noch von der WM, und schon haben wir echte Vollpatrioten en masse. Es lebe der American Way of Life! Der feuchte Traum der deutschen bürgerlichen Politik.
- #3 31.10.2009 11:22 von
Camping muss nicht spartanisch sein. Eine Solaranlage und ein paar Gasflaschen, fertig. Die Ausstattung mancher Wohnwagen ist beeindruckend. Wenn es dann auf der Anlage auch noch allgemein zugängliche Sanitäranlagen gibt, dann ist doch alles prima.
In einer schwedischen Blockhütte könnte wenigstens ich ohne Probleme leben. Die sind sehr gut eingerichtet.
Die Kosten für unseren eigenen Wohnwagen belaufen sich auf 300 Euro Pacht pro Jahr. Das bisschen Gas tut nicht weh. Gut, auf eine Badewanne muss man verzichten, das kann man aber verschmerzen ;-) - #4 31.10.2009 12:24 von
Zumindest die Gefahr besteht. Es darf nicht übersehen werden, das ja schon heute eine nicht ganz unbeträchtliche Zahl von "Wanderarbeitern" auf dem Campingplatz lebt. Das betrifft nicht nur das Prekariat. Billiger als die Pension ist es alle mal und keiner mietet sich ein Zimmer mit Kündigungsfrist, wenn er nicht weiß, ob er nächste Woche noch da ist. Eine logische Folge, wenn Löhne sinken und Mieten steigen.
- #5 31.10.2009 12:35 von
also.
Wohnwagen ist nicxht Wohnwagen, in den üblichen Wohnwagen kann man nur von hausen sprechen, selbst wenn man ein grosses Vorzelt hat, komfortable Wohnwagen , in denen man wirklcih wohnen kann, man Nasszelle und anderen Annehmlichkeiten, das Ding sollte ja bis -30 Grad wetterfest sein usw, kostet ein stolzes Sümmchen, und dann sitzt man sich jeden Abend auf der Pelle, das kann man nur ab 2 promille ertragen!
- #6 31.10.2009 14:45 von MegairadieFurie
Ich denke genau hier liegt das Problem:
Diejenigen, die das lieben, denen sei es unbenommen, ich kenne auch ein Pärchen die das so haben wollen, aber nicht aus Geldmangel.
Wer auf dem Campingplatz wegen der Finanziellen Situation zieht, der hat kein Geld für die fürstlich ausgestatteten Camper, die es für viel Geld mit jeder Annehmlichkeit zu kaufen gibt.
Also haben wir damit im Prinzip nur den nächsten Schritt in Richtung flexible, allzeit bereite Arbeitnehmer gemacht. So nennen es die Arbeitgeber wohl, der packt dann eben seine 7 Sachen und rollt mit seinem Mobilen Zuhause zum nächsten Arbeitsort.
Ich nenne es eher Arbeitssklaven ohne Zukunft, denn die deutsche Mentalität spielt da einfach nicht mit. Jemand der so lebt, wird gesellschaftlich kaum anerkannt, schon die Adressangabe wird zum Lacher, und mit Kindern wirds dann erst richtig interessant.
Müsste man auch mal nachforschen, ob so eine Adresse rein rechtlich ladungsfähig und so wäre. Spielt ja doch eine kleine Rolle beim Leben in Deutschland.
Diese Lebensart ist für mich keine auf die Allgemeinheit übertragbare Alternative. Das können wenige auf Dauer ertragen! - #7 31.10.2009 15:15 von
Der Sysop schreibt von 80 Personen, die als Fixbewohner auf dem dortigen Campingplatz wohnen.
Es dreht sich also um ein winzig kleines Grüppchen ;-)
Ich kenne natürlich die Hintergründe der dort Wohnenden nicht. Nur denke ich, bevor man sich in der Obdachlosigkeit wiederfindet, empfiehlt sich diese Variante durchaus als Zwischenstation. Wobei es eben nicht die Luxuseinrichtung von Anlage und Wohnmöglichkeit sein muss und braucht.
Das Thema Kinder macht es mit der Schulpflicht natürlich nicht leicht. Anbindungen an die Zivilisation muss es da schon geben. Was die Adresse betrifft, das dürfte nicht das Problem sein. Dauercamper, die ein halbes Jahr hier und dann wieder weg sind, die können auch nicht jede Woche heim fahren und ihre Post holen. - #8 31.10.2009 16:18 von
Jein. Wenn ich jetzt, mit über 50, vom AG 500 Kilometer weiter geschickt würde, käme es mir nicht in den Sinn umzuziehen. Und das hat sehr wohl handfeste finanzielle Gründe. Ich würde den (sehr kleinen) Wohnwagen auch auf einen Campingplatz in der Nähe stellen. ABER: Erstens habe ich Erfahrung damit und zweitens ist die erforderliche Ausstattung schon vorhanden. Ich habe mehrere Jahre meines Lebens outdoor verbracht, nicht auf dem Campingplatz, sondern in den Weiten der Ukraine, Rußlands, Griechenlands. Wer meint, 1500 Euro in einen Wohnwagen investieren zu können und dann alle Sorgen los zu sein, wird wohl schnell eines besseren belehrt werden. Auch und gerade auf einem deutschen Campingplatz.
Das sehe ich auch so und dieser Entwicklung muß massiv entgegen getreten werden.
Das kann ich nicht bestätigen. Hängt wohl auch von der Art der Tätigkeit und von der Persönlichkeit ab. Ich hatte damit jedenfalls nie Probleme.
Mit Kindern geht so was gar nicht oder nur als Übergangslösung.
Damit kommt man ein Leben lang zurecht. Akzeptabel ist es nur, wenn man es weitgehend aus freien Stücken und nicht aus allein äußeren Zwängen heraus praktiziert. - #9 31.10.2009 18:30 von Dieter 58
Ich bin mir ziemlich sicher, daß die "Wohnung" auf dem Campingplatz nicht legal ist.
Auf den Campingplätzen die ich kenne ist es auf jeden Fall verboten, und zwar von Seiten der Behörden.
Und die "Dauercamper", die nun wirklich fast durchgehend das freie Leben auf "ihrem" Campingplatz genießen, haben alle noch eine "feste" Adresse, an der sie polizeilich gemeldet sind.
Im übrigen ist ein Wohnwagen keineswegs eine Notunterkunft, es ist halt alles sehr klein.
Etwa wie auf einem Boot.
Es gibt eine menge Paare, die soviel Enge nicht mal für die Dauer eines Urlaubs ertragen - andere wiederum, so meine Frau und ich, wollen gar keine andere Art Urlaub haben.
Für Kinder mit ihrem Bewegungsdrang muß das Leben im Wohnwagen auf Dauer die Hölle sein.
Im Urlaub sieht das ganz anders aus.
Und die Sanitäranlagen auf normalen Campingplätzen erfüllen alle Standards.
Da bleiben keine Wünsche offen.
Waschmaschine und Trockner gibt es heutzutage überall, einige Plätze bieten schon Sauna und "Familienbad", also ein richtiges Badezimmer mit Wanne.
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