Forum: Panorama
Wieviel Wandel und Reformen sind vom neuen Papst zu erwarten?
Kaum im Amt, schon in der Kontroverse: Keine Schonzeit für den neuen Papst. Dabei knüpfen sich wie stets Hoffnungen, Wünsche und Reform-Erwartungen an den neuen Pontifex. Wie wird Franziskus mit den Wünschen nach Wandel umgehen? Wo wird er Prioritäten setzen, für wen könnte es Enttäuschungen geben? Wieviel Wandel und Reformen sind überhaupt vom neuen Papst zu erwarten?
- #1 16.03.2013 10:40 von
- #2 16.03.2013 10:47 von
Meine prsönlichen Hoffnungen und Erwartungen
Nachdem die Vorgänger des neuen Papstes sich besonders um den Glauben in ihren Stammländern gekümmert hatten, erwarte ich vom Papst aus Argentinien einen globalen Blickwinkel.
Dazu gehören solche Länder wie China und Indien. Besonders China könnte der Schwerpunkt sein. Dabei sollte man mit der chinesischen Führung eine Annäherung wagen, um die Befürchtungen, die Christen wären illoyale Bürger, abzuschwächen.
Eine weitere Aufgabe wäre die Versöhnung mit den Orthodoxen und Anglikanern. Diese Kirchen trennen hauptsächlich nur Machtfragen von Rom.
Weniger optimistisch sehe ich die Annäherung an die unzähligen Gruppierungen der Protestanten.
Hier wäre es eine interne Aufgabe der Protestanten, aus Anlass des 500. Geburtstages der Reformation, eine Einheit aller Protestanten zu wagen.
Erst danach könnte man mit der Ökumene beginnen.
Nützlich wäre auch die Aufweichung des Pflichtzölibates. Einer Einrichtung, die wohl von der Mehrheit der Katholiken kritisch gesehen wird.
Dagegen würde Frauenpriestertum die Ökumene mit den Orthodoxen erschweren. Hier sollte man einen langen Atem haben. - #3 18.03.2013 11:37 von
Reformbedarf gäbe es in der Kurie, bei der Vatikanbank, bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals.
bisher hat er deutlich gemacht, dass er sich weder Kleidungsstücke vorlegen lässt noch Texte für eine Predigt. Das könnte bedeuten, dass er auch künftig seinen eigenen Kopf durchsetzen wird. Ob zum Besseren oder Schlechteren wird sich zeigen.Wie wird Franziskus mit den Wünschen nach Wandel umgehen?
vermutlich beim Einsatz für die Armen und die Umwelt, wie auch schon in Argentinien. Ob er es bei Gebeten und Spendenaufrufen belassen wird oder ob er dafür auch das Kirchenvermögen (zumindest zum Teil) einsetzen wird, bleibt abzuwarten. Schliesslich wollte er "eine arme Kirche, für die Armen."Wo wird er Prioritäten setzen
für Frauen, Homosexuelle und liberale Katholiken.für wen könnte es Enttäuschungen geben?
der Papst ist zwar einer der letzten absolutistischen Herrscher auf diesem Planeten. Theoretisch hat er also viel Macht und könnte viel bewirken. Aber da ist auch noch der vatikanische Verwaltungsapparat und die Kurie. Der Papst müsste konsequent jeden Gegenspieler, der ihn nicht so handeln lässt, wie er das möchte, absetzen oder entmachten, wenn er sein Programm auch gegen die grauen Eminenzen des Vatikans durchziehen wollte. Was auch immer sein Programm sein mag. Alternativ dazu könnte er natürlich auch versuchen, sein Programm durch kluge Vatikanpolitik durchzusetzen. Sicher ist nur, dass Papst Franziskus es nicht einfach haben wird, sollte er etwas verändern wollen. Denn beide seiner Vorgänger hatten den Vatikanstaat nicht im Griff. Der eine, weil er zu viel reiste, der andere, weil er lieber Bücher schrieb.Wieviel Wandel und Reformen sind überhaupt vom neuen Papst zu erwarten? - #4 18.03.2013 13:34 von
Was zu erwarte ist, ist fürchterlich
Was werden die Katholiken machen, wenn Bergoglio um die Amnestie der verurteilten Massenmörder bittet? (und ich wette meinen Kopf, er wird das tun)
- #5 20.03.2013 14:40 von
Interkonfessioneller Dialog
Papst Franziskus hat zusammen mit Rabbi Abraham Skorka ein Buch verfasst, "On Heaven and Earth", das im englischen Sprachraum am 7. Mai 2013 erscheinen wird:
Pope Francis's book reveals a radical progressive in the making
In dem Buch diskutieren der Rabbi und der Papst über Themen wie den Holocaust, Euthanasie, gleichgeschlechtliche Ehen, Abtreibung, Gott und Atheismus. Dabei äussert sich der heutige Papst besonders deutlich gegen den Kindesmissbrauch - aber auch gegen gleichgeschlechtliche Ehen.
Dass der neue Papst den interkonfessionellen Dialog suchen wird, kommt in seiner Einladung an die Vertreter anderer Konfessionen zu seiner Amtseinsetzung, aber auch seiner neuesten Ansprache zum Ausdruck:
Den ‚Durst nach dem Absoluten’ lebendig erhalten
Nicht-religiösen Menschen fällt dabei die erneute Verteufelung der Ungläubigen auf: "Werde Gott aus dem Horizont der Menschheit beseitigt, so schaffe dies nur Gewalt, wie die jüngste Geschichte bezeuge."
Der neue Papst wird sich sicherlich mit den Gläubigen anderer Religionen gut verstehen. Mit nicht-religiösen Menschen scheint er ein Problem zu haben. - #6 21.03.2013 00:35 von
Der Cardenal Bergoglio galt schon immer als einer der mutigsten Menschen der Katholischen Kirche, er ist einfach einer, der immer an der Seite der armen Menschen in Lateinamerika für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung gekämpft hat. Das macht ihn aus.
Dass Franziskus zur Zeit der Militärdiktatur sich nicht richtig für seine Glaubensgenossen eingesetzt hat, halte ich einfach für eine üble Nachrede. Seine Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit wurden in seiner Heimat niemals in Frage gestellt.
Nun wurde er zum Papst gewählt. Die Problematiken, mit denen er konfrontiert wird, haben absolut eine andere Natur.
Ich habe keine Zweifel daran, dass ihm der Mut und die Intelligenz nicht fehlen werden, um die Schwächen und Mängel im Vatikan zu identifizieren und geeignete Reformen einzuleiten.
Doch die wichtigste Frage lautet für mich: Wie viele Menschen in dieser korrupten Institution werden sich bereit erklären, mit ihm mitzukämpfen, um die Reformen und den Wandel zu konkretisieren?
Wir als normale Menschen wissen eigentlich wenig über die Machtspiele der verschiedenen Fraktionen innerhalb des Vatikans.
Wieviel Wandel es Franziskus gelingen wird, hängt also eigentlich vielmehr von der Bereitschaft der anderen ab als von ihm selber und seinen direkten Mitarbeitern.
Schließlich möchte ich aber erwähnen, dass das Christentum immer mit der Dualität Schuld-Belohnung gespielt hat.. Eine richtige Lösung für die leidende Natur der Menschen konnte es aber nicht geben.
Wenn eine Religion keine richtige Lösung auf diese zentrale Frage geben kann, was eigentlich mit spiritueller Stärke, solider Identität und vor aller damit, die eigenen, inneren niedrigen Tendenzen zu besiegen, ist jede Reform sinnlos. - #7 21.03.2013 10:10 von
Was bedeutet es das der neue Papst sich für die Belange der Armen in der Welt einsetzt? Die meiste Armut herrscht in Moslemischen Ländern. Also die Armut die sich etabliert hat und die schon eher zur Tradition geworden ist. Nach westlicher Sicht herrscht natürlich auch Armut in Indien und China. Will der Papst mit missionarischen Eifer dort wo er Armut vermutet, wie einst die Kirchenmissionare in Südamerika und Afrika den Menschen dort endlich mal Kleider und Hosen anziehen und ihnen mitten in der Savanne Schulen bauen? Ich will den Mann nicht für etwas kritisieren was Generationen seiner Glaubensgemeinschaft an hysterischer Anteilnahme schon zerstört haben in den "armen Ländern". Sich solch ein Thema auf die Fahne zu schreiben finde ich persönlich als Dekadent. Die Kirche hat, bis auf wenige Ausnahmen , kein Händchen dafür, außerhalb ihrer Institutionen anderen zu helfen. Nach diesem Papst wird es sicherlich nicht weniger Armut geben, aber möglicherweise wird er viele Talkshows mit diesem Thema beschäftigen. Vielleicht ist das ja zu viel verlangt von jemandem mit so einem herausragenden Einfluss auf Milliarden von Menschen, aber sollte nicht doch auch das eine oder andere aktuelle Thema das die ganze Menschheit betrifft auf seiner Agenda stehen? Freiheit, Demokratie, Umwelt, Kinderprostitution etc. Da muß man natürlich Stellung beziehen und kann nicht nur als Heilbringer durch die Faellas ziehen. Na schauen wir mal wie einfach er es sich machen wird im Amt.
- #8 21.03.2013 12:33 von
...sag "niemals".... NIE!
Gesellschaft, Kriminalität und Katastrophen - Süddeutsche.de
Ab hier > : :Zitat: Wie die spanische zeitung El Pai`s berichtet...." bitte lesen.
Am sonst: ich wünsche viel Erfolg fürs Papst Franziskus beim oft unbewegliche Vatikansapparat- und V. Bank. - #9 21.03.2013 14:09 von
sorry, sysop, aber der Link ist falsch....
Es ist eine Artikel im Süddeutsche Zeitung (von mir eingegeben wurde: www.sueddeutsche.de/panorama/gefoltert - jesuitenpater - zu franziskus - ich - bin - mit den - geschehnissen - versoehnt - 1.162518)
Die aktuellen Top-Themen



